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Ulf Miehe: Puma
Köln: Dumont, 2010
475 S., 11,95 Euro
von Udo Bonn
Martin Compart startete 1999 bei Dumont mit der Herausgabe der Noir-Serie, in der innerhalb eines Jahres 23 erstklassische Kriminalromane (wieder)veröffentlicht wurden. Unter ihnen ist nur ein Roman eines deutschen Autors, der es mit der Brillianz eines Pelecanos, Suckerman, Sallis und Lansdale aufnehmen konnte: Ulf Miehes Roman Puma aus den 70er Jahren.
Der Dumont-Verlag hat dieses Buch jetzt wieder aufgelegt und nach knapp 35 Jahren hat es an Spannung nichts verloren.
it 16 Jahren hatte Franz Morgenroth sein elsässisches Heimatdorf verlassen und sich in Paris der Résistance angeschlossen. Nach dem Ende des Krieges blieb er in der französischen Hauptstadt, konnte im bürgerlichen Leben aber nicht Tritt fassen, führte Raubüberfälle durch und wanderte für längere Zeit ins Gefängnis. Jetzt hat er den großen Coup des Lebens geplant, die Entführung einer Münchener Industriellentochter, die dem Endfünfziger den Lebensabend finanzieren soll. Dafür engagiert er einen alkoholkranken Profifahrer und einen New Yorker Killer.
Doch nach dem erfolgreichen Kidnapping fangen die Probleme für die Gangster erst an: Die Konflikte untereinander eskalieren, je mehr sich herausstellt, dass Kammerloh für seine Tochter Billie nicht zahlen wird. Der in illegalen Waffengeschäften verstrickte Fabrikant vermutet, dass seine Tochter die Entführung vorgetäuscht hat, um ihr wildes Leben im internationalen Jetset fortsetzen zu können. Nach einer erneuten Entführung zerbricht das Trio und zieht eine Blutspur bis nach New York.
Die Verfilmung des 350.000 mal verkauften Buches scheiterte seinerzeit weniger an der Ablehnung Jean Gabins, die Rolle des Franz Morgenroth zu übernehmen. Zu wenig passte das Thema in das durch die RAF aufgeheizte politische Klima der 70er Jahre.