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Kommentar & Meinung

Mehr Migration senkt Kriminalität
von Manuel Kellner

Wer macht uns das Leben schwär? Der Ausländerbär, der Ausländerbär! Das vermitteln zumindest die vielgelesene Sensationspresse und die einschlägigen Blasen der (a)sozialen Medien. Dort wimmelt es von Vergewaltigern, skrupellosen Clanchefs, düsteren Parallelgesellschaften aus den Reihen der Flüchtlinge und sonstwie vom Ausland in unsere sozialen Sicherungssysteme eingewanderten Parasiten. Merkel hat 2015 die Schleusen für diese Flut geöffnet, und seitdem ist in Deutschland die Kriminalität bis zur Oberkante der Unterlippe gestiegen.
Das alles ist soweit gruselig schön und gut, bloß stimmt es nicht und vielmehr ist das Gegenteil wahr. Soviel weist Eva Tenzer in ihrem Beitrag «Gefühlte Wahrheit» in Bild der Wissenschaft (Nr.4, 2019) anhand der Auswertung der Statistiken nach: «Von 2015 bis 2017, als rund 1,4 Millionen Flüchtlinge ins Land kamen, sank gesamtdeutsch die Kriminalitätsrate von rund 7800 auf 7000, also um 10 Prozent … In westdeutschen Gebieten mit vielen Migranten ist die Verbrechensrate niedriger als in Ostdeutschland mit seinen vergleichsweise wenigen Migranten. 2017 lag die Rate im Westen bei rund 6700, im Osten bei rund 8200. In Ostdeutschland hatten im Jahr 2017 nur 6 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund – im Westen waren es laut Statistischem Bundesamt 26 Prozent.»
Natürlich lassen sich aus Korrelationsstudien keine Ursachen ableiten, sonst wäre der Anstieg der Storchenpopulation der Grund für die erhöhte Geburtenrate in Hamburg. Darum fügt die Autorin mit ironischem Augenzwinkern hinzu: «Migranten senken anscheinend die Kriminalität. Insgesamt ist in den vergangenen Jahren in Deutschland die Verbrechenshäufigkeit nach einem Höhepunkt Anfang der 1990er Jahre bis fast auf das Niveau Mitte der 1960er Jahre gesunken. Das Leben hierzulande wird – allen Erregungswellen in den (sozialen) Medien zum Trotz – sicherer.»


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