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	<title>SoZ - Sozialistische Zeitung &#187; Arbeitszeitverkürzung</title>
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		<title>Arbeitszeitverl&#228;ngerung bei Kaufhof</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 09:52:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitszeitverkürzung]]></category>

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		<description><![CDATA[von Helmut Born Mitte April hat die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung der Kaufhof Warenhaus GmbH dem Gesamtbetriebsrat ein «B&#252;ndnis zur Besch&#228;ftigungssicherung» vorgeschlagen. Dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		PRE { font-family: "Times New Roman" } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><em>von Helmut Born</em></p>
<p>Mitte April hat die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung der Kaufhof Warenhaus GmbH dem Gesamtbetriebsrat ein «B&#252;ndnis zur Besch&#228;ftigungssicherung» vorgeschlagen. Dieser Vorschlag enthielt folgende Punkte:</p>
<p><span id="more-1065"></span>* Arbeitszeitverl&#228;ngerung von 37,5 auf 42 Stunden in der Woche, verbunden mit einer weitgehenden Flexibilisierung;<br />
* Besch&#228;ftigungszusage bis zum 31. Dezember 2013;<br />
* betriebliche Erfolgsbeteiligung;<br />
* individuelle Erfolgsbeteiligung f&#252;r Besch&#228;ftigte im Verkauf;<br />
* ein Anteil der Auszubildenden von 10% an der Gesamtbelegschaft;<br />
* eine &#220;bernahmequote von 70% der Auszubildenden.</p>
<p>Damit folgt Kaufhof, eine Tochter des Metro-Konzerns, einer ganzen Reihe von Einzelhandelsunternehmen, die den Tarifvertrag im Einzelhandel nicht mehr anwenden (wollen). &#196;hnlich wie die Textilunternehmen C&amp;A, P&amp;C und Breuninger, bei denen seit l&#228;ngerem die 40-Stunden-Woche gilt, haben sich die Kaufhof-Bosse die Arbeitszeit herausgepickt, um mehr aus den Besch&#228;ftigten heraus zu pressen.</p>
<p>Begr&#252;ndet wird der Vorschlag mit dem Hinweis auf die verl&#228;ngerten Arbeitszeiten in anderen Unternehmen, aber vor allem mit der Situation beim Mitbewerber Karstadt, wo die zust&#228;ndige Gewerkschaft Ver.di inzwischen drei Absenkungstarifvertr&#228;ge unterschrieben hat. Weiter argumentiert die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung, die Arbeitszeitverl&#228;ngerung sei notwendig, um die Personalkosten noch st&#228;rker zu senken.</p>
<p>Die Kunden merken schon jetzt bei einem Besuch im Kaufhof, dass die Personaldecke sehr d&#252;nn geworden ist. Den Besch&#228;ftigten werden st&#228;ndig neue Aufgaben auf’s Auge gedr&#252;ckt, ihre Arbeit stetig verdichtet. Die Personalkosten werden strikt am Umsatz ausgerichtet. Offensichtlich ist nun mit den herk&#246;mmlichen Mitteln das Ende der Personalkostenreduzierung erreicht, ein weiterer Personalbbau nicht mehr zu vertreten. Mit einer Verl&#228;ngerung der Arbeitszeit k&#246;nnte er noch weiter betrieben werden.</p>
<p>Nun ist es keineswegs so, dass es dem Unternehmen Kaufhof schlecht ginge. Trotz stagnierender bis leicht r&#252;ckg&#228;ngiger Ums&#228;tze (2006 3,6 Mrd. Euro, 2009 3,5 Mrd.) schafft es Kaufhof, jedes Jahr steigende Profite zu erwirtschaften (2006 82 Mio. Euro, 2007 106 Mio., 2008 113 Mio., 2009 120 Mio.).</p>
<p>Die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung von Kaufhof hat dem Gesamtbetriebsrat vorgeschlagen, zu dem Thema eine Gesamtbetriebsvereinbarung abzuschliessen. Ausserdem sollen mit den Betriebsr&#228;ten in den Filialen Betriebsvereinbarungen &#252;ber Umsatzbeteiligung abgeschlossen werden. Diese Betriebsvereinbarungen enthalten einen von der Unternehmensleitung vorgegebenen Text, der nicht verhandelbar sein soll.</p>
<p>Nun ist es ja so, dass die Arbeitszeit in Tarifvertr&#228;gen vereinbart ist und diese von den Gewerkschaften mit den Arbeitgeberverb&#228;nden ausgehandelt wurden. Jeder Betriebsrat, der eine Vereinbarung &#252;ber eine h&#246;here als die tariflich festgelegte Arbeitszeit abschlie&#223;t, w&#252;rde damit gegen seine elementarsten Aufgaben versto&#223;en und sich einer m&#246;glichen strafrechtlichen Verfolgung aussetzen. Im Einzelhandel gibt es zwar M&#246;glichkeiten, von den bestehenden Tarifvertr&#228;gen abzuweichen <em>- </em>wie die Situation bei Karstadt zeigt <em>-,</em> allerdings m&#252;ssen Ver.di dann alle Zahlen offen gelegt werden.</p>
<p>Im Fall Kaufhof hat Ver.di sich sehr deutlich gegen die Bestrebungen der Gesch&#228;ftsf&#252;hrung ausgesprochen. Die Gewerkschaft hat eindeutig auf die gl&#228;nzende wirtschaftliche Situation bei Kaufhof hingewiesen, hat die Belegschaften in Flugbl&#228;ttern &#252;ber die eigene Position aufgekl&#228;rt und die Besch&#228;ftigten aufgefordert, keine neuen Vertr&#228;ge zu unterschreiben. Die Betriebsr&#228;te wurden daran erinnert, dass sie nicht f&#252;r die Arbeitzeit zust&#228;ndig sind.</p>
<p>Allerdings wird die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung wohl auch kaum Betriebsr&#228;te finden, die bereit w&#228;ren, mit ihnen solche Vereinbarungen abzuschlie&#223;en. Viele Betriebsr&#228;te haben ihr Unverst&#228;ndnis &#252;ber das Begehren der Unternehmensleitung ge&#228;u&#223;ert und den Gesamtbetriebsrat aufgefordert, keine Verhandlungen mit der Unternehmensleitung aufzunehmen.</p>
<p>Im Kaufhof zeigt sich hiermit deutlich, dass gro&#223;e Teile der Betriebsr&#228;te bereit sind, die Tarifvertr&#228;ge zu verteidigen, und nicht gegen&#252;ber den Bossen klein beigeben wollen.</p>
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		<title>Ausverkauf bei Quelle</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 14:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitszeitverkürzung]]></category>

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		<description><![CDATA[von Helmut Born Am 19.Oktober 2009, nur drei Wochen nach der Bundestagswahl, gab der Insolvenzverwalter f&#252;r Quelle bekannt, die m&#246;glichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Helmut Born</em><br />
Am 19.Oktober 2009, nur drei Wochen nach der Bundestagswahl, gab der Insolvenzverwalter f&#252;r Quelle bekannt, die m&#246;glichen Investoren f&#252;r eine &#220;bernahme von Quelle seien abgesprungen, die Pleite nicht mehr abwendbar.<br />
<span id="more-497"></span>Zum 1.November verloren damit &#252;ber 2000 Besch&#228;ftigte ihren Arbeitsplatz, weitere 1200 sehen einer sehr ungewissen Zukunft entgegen. Hinzu kommen die 3000 Besch&#228;ftigten, die schon vorher ihre K&#252;ndigung erhalten haben und eigentlich in eine Transfergesellschaft wechseln sollten, die aber wegen der Pleite nicht mehr finanziert wird. Das gleiche gilt f&#252;r Besch&#228;ftigte, die eine Abfindung erhalten sollten oder eine Altersteilzeitregelung unterschrieben hatten.</p>
<p>Das ehemals gr&#246;&#223;te Versandhandelsunternehmen Europas ist in einer atemberaubenden Geschwindigkeit platt gemacht worden, wie es wohl bisher kaum vorgekommen ist. Die Besch&#228;ftigten hatten damit kaum gerechnet, da die bayerische Landesregierung im August noch eine 50 Millionen Euro schwere B&#252;rgschaft zur Verf&#252;gung gestellt hatte, damit wenigstens die Kataloge gedruckt werden konnten. Leider haben es weder die zust&#228;ndige Gewerkschaft Ver.di noch der Betriebsrat vermocht, ein Gegenkonzept zur absehbaren Pleite zu entwickeln und die Besch&#228;ftigten zu mobilisieren.</p>
<p>Quelle h&#228;tte nur gerettet werden k&#246;nnen, wenn es Druck auf die Landes- und Bundesregierung gegeben h&#228;tte, Finanzmittel f&#252;r ein soziales Konzept zur Verf&#252;gung zu stellen. Aber f&#252;r solch ein Konzept muss mit der kapitalistischen Logik gebrochen werden. Dazu hat es den Interessenvertretungen offenbar gefehlt. So blieben den Besch&#228;ftigten nur noch Trauer und Tr&#228;nen um vernichtete Arbeitpl&#228;tze und eine ungewisse Zukunft.<br />
Wie sich sp&#228;ter herausstellte, profitiert der Otto-Konzern von der Quelle-Pleite: Er sicherte sich die Rechte an den Marken Quelle und Privileg und heimste sich das Russlandgesch&#228;ft von Quelle ein.</p>
<p>Der Kapitalismus zeigt sein wahres Gesicht: Die Besch&#228;ftigten verlieren ihre Arbeit, vielleicht auch ihre Existenzgrundlage, der Insolvenzverwalter macht einen dicken Schnitt, die Landesregierung ist fein raus und Otto kriegt f&#252;r ’n Appel und ’n Ei die Filetst&#252;cke plus erh&#246;hte Marktanteile.</p>
<p>Als letztes Unternehmen aus dem Arcandor-Konzern bleibt nur noch Karstadt &#252;brig. Soll es hier zu anderen Ergebnissen als bei Quelle kommen, m&#252;ssen Ver.di und die Betriebsr&#228;te sich neu positionieren. Vielleicht hilft da ein Anruf bei den Kolleginnen und Kollegen in Kaiserslautern, die die von Schlie&#223;ung bedrohte Filiale in Eigenregie weiter betreiben wollen.</p>
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