Artikel gespeichert unter 'Buch'
Die jüdische Nationalbewegung und ihr Verhältnis zum Westen
Daniel Cil Brecher, Der David – Der Westen und sein Traum von Israel Köln: PapyRossa, 2011 246 S., 15,90 Euro
von Anton Holberg
Anfang August veröffentlichte der Kölner PapyRossa-Verlag ein wichtiges und, um es vorweg zu sagen, hervorragendes Buch von Daniel Cil Brecher über zentrale im Westen kursierenden Mythen über Israel. Der Autor, 1951 in Tel Aviv geboren und heute in den Niederlanden lebend, ist Historiker, hat an der Universität Haifa und der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gearbeitet und war Direktor des Leo Baeck Instituts in Jerusalem.
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Rote Fahnen – Rote Lippen
Marianne Brentzel, Rote Fahnen – Rote Lippen, Edition ebersbach, 288 S., 18 Euro
von Michael Banos
Wenn wir in diesen Tagen auf 25 Jahre SoZ zurückblicken, lohnt sich auch ein Blick auf die Jahre davor, die Jahre, in denen sich viele tausend Menschen in revolutionären Parteien, Parteiaufbauorganisationen, kommunistischen Bünden organisierten. Marianne Brentzel hat darüber ein sehr lesenswertes Buch geschrieben, worin sie auch von ihren Jahren in der Landesleitung NRW der KPD/AO berichtet.
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Einschlägig bekannt, Moonlight Mile, Dunkler Gefährte
Dominique Manotti, Einschlägig bekannt, Berlin: Argument, 2011, 250 S. 12,90 Euro.
Dennis Lehane, Moonlight Mile, Berlin: Ullstein, 2011, 380 S., 9,99 Euro.
Jim Nisbet, Dunkler Gefährte, Pulpmaster, 2010, 191 S., 12,80 Euro.
von Udo Bonn
Das wird wohl eine Ausnahme bleiben: Zum dritten Mal in diesem Jahr wird ein Roman von Dominique Manotti an dieser Stelle präsentiert – aber es wäre ein schwerer Fehler darauf zu verzichten. Einschlägig bekannt kann gelesen werden als Abrechnung mit Sarkozys Kärcherpolitik, mit der er als Innenminister seine Präsidentschaftskandidatur vorbereitete, oder als Ursachenforschung für die jüngsten Unruhen in britischen Großstädten.
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Grenzüberschreitungen
Günter Blamberger, Heinrich von Kleist. Biographie, Frankfurt a.M.: S.Fischer, 2011; 597 S., 24,90 Euro.
von Paul B. Kleiser
Vor 200 Jahren starb Heinrich von Kleist
Am 21.November 1811 erschoss Heinrich von Kleist am Berliner Wannsee zuerst seine Freundin Henriette Vogel und dann sich selbst. Damit endete das Leben eines der größten und widersprüchlichsten deutschen Schriftsteller, der zu seinen Lebzeiten kaum Anerkennung gefunden hat. Zu radikal war sein Kampf um die Freiheit des Individuums, dessen höchste Verwirklichung der Künstler sein sollte, als dass eine von Standesdünkel geprägte Gesellschaft sich darauf hätte einlassen können. Erst im 20.Jahrhundert begann eine ernsthafte, teilweise aber auch höchst ideologische Rezeption. Heute gehören seine acht Dramen und acht Novellen unbestreitbar zur Weltliteratur; die Zahl der Forschungsarbeiten zu diesem Dichter ist Legion.
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Die «proletarische Wende» der 70er Jahre
Ein Buch, zwei Ansichten
Jan Ole Arps, Frühschicht. Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren,
Hamburg: Assoziation A, 2011, 240 Seiten, 16 Euro
von Jochen Gester und Dieter Braeg
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Economie Sociale – eine Alternative zum Kapitalismus/Beitragen statt tauschen
Thierry Jeanette, Economie Sociale – eine Alternative zum Kapitalismus
Neu-Ulm: AG SPAK 2010, 114 S., 16 Euro.
Christian Siefkes, Beitragen statt tauschen. Materielle Produktion nach dem Modell Freier Software
Neu-Ulm: AG SPAK 2010, 168 S., 16 Euro.
von Gisela Notz
Mit dem Zerfall des real existiert habenden Sozialismus scheinen Alternativen zum Kapitalismus in Verruf geraten zu sein, jedenfalls soweit es sich um konkrete Utopien und nicht lediglich um Protesterklärungen und Petitionen handelt. Dass gemeinsame Produktion Spaß machen, dass sie angenehm und befriedigend sein kann, wissen alle, die sich in Projekten der alternativen Ökonomie engagiert haben. Thierry Jeanet und Christian Siefkes spinnen die Ideen weiter. Beide fragen nach theoretischen Ansätzen für eine Wirtschaftsweise jenseits von Warenproduktion und Markt und zugleich nach deren praktischer Umsetzung. Ihr Interesse richtet sich darauf, wie ein Gesellschaft aussehen könnte, die von den Bedürfnissen der Menschen bestimmt wird und nicht alleine durch die Interessen des Kapitals.
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Vikas Swarup, Immer wieder Gandhi
Immer wieder Gandhi
Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2001, 623 S., 9,95 Euro
von Udo Bonn
Ein ehemaliger Staatsfunktionär, berüchtigt für seine Korrumpierbarkeit und seine Affären, der nach einer Séance meint, Gandhi zu sein, eine berühmte Schauspielerin, ein Stammesangehöriger von einer der Andaman-Inseln auf der Suche nach einem gestohlenen Totem, ein um seine Liebe betrogener Handy-Dieb, der Innenminister von Uttar Pradesh, dessen Karriere durch die Eskapaden seines Sohnes verbaut wird, und ein Gabelstaplerfahrer aus Waco, Texas, auf der Suche nach seiner Katalogbraut – sie alle könnten Vicky Rai umgebracht haben.
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«… wird mit Brachialgewalt durchgefochten»
Bewaffnete Konflikte mit Todesfolge vor Gericht. Berlin 1929 bis 1932/33
Köln: PapyRossa, 2011, 154 S., 14 Euro
von Johannes Fülberth
Schon lange gilt es unter linken und bürgerlichen Antifaschistinnen und Antifaschisten als ausgemacht, dass die Justiz der Weimarer Republik in krasser Weise auf dem rechten Auge blind war. Tatsächlich hatte es die Republik versäumt, Richter- und Staatsanwaltschaft nach dem Novemberumsturz 1918 zu erneuern. Es gab zwar einen Republikanischen Richterbund, dem aber nur wenige Richterinnen und Richter angehörten. Die meisten gehörten zum Deutschen Richterbund, der offiziell als politisch neutral galt, inoffiziell aber monarchistisch und deutschnational ausgerichtet war.
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Chinas Aufstieg zur Weltmacht
Zwei Zeitschriften zum Thema
Fred Schmid, «China – Krise als Chance?» Aufstieg zur ökonomischen Weltmacht. isw-report (München), Nr.83/84, Dezember 2010«China im globalen Kapitalismus»
Prokla (Münster), Nr.161, Dezember 2010
von Paul Kleiser
Seit dem Ende der 70er Jahre und im Gefolge der Wirtschaftsreformen von Deng Xiaoping hat die chinesische Wirtschaft ein unglaubliches Wachstumstempo hingelegt. Ein agrarisch strukturiertes Land hat sich zu einer modernen Industriegesellschaft entwickelt. (weiterlesen…)
Ulrich Grober, Die Entdeckung der Nachhaltigkeit
Kulturgeschichte eines Begriffs
München: Kunstmann, 2010, 299 Seiten, 22,50 Euro
von Hermann Dworczak
Die atomare Katastrophe in Japan zeigt drastisch, was es mit der Mär vom «billigen, sauberen und sicheren Atomstrom» auf sich hat. Wer tiefer schürfen will und für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur optiert, für die ist das Buch von Ulrich Grober die ideale Lektüre.