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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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Nur Online Februar 2018

Bruno Kern: Es rettet uns kein höh’res Wesen? Zur Religionskritik von Karl Marx – ein solidarisches Streitgespräch

Ostfildern: Matthias Grünewald Verlag, 2017. 141 S., 19 Euro
von Manuel Kellner

Wer den Autor dieses Büchleins aus ökosozialistischen Zusammenhängen der politischen Bildungsarbeit kennt, weiß, wie wenig dieser linke Theologe dazu neigt, mit seinen religiösen Überzeugungen hausieren zu gehen. Desto willkommener ist nun sein vorliegendes Angebot zum «solidarischen Streit» mit seinen nichtgläubigen Kampfgefährten für eine menschenwürdige Welt. weiterlesen

Nur Online Februar 2018

Krimitipp: Gudrun Lerchbaum: Lügenland

Bielefeld: Pendragon, 2016, 424 S., 17 Euro
von Udo Bonn

Als hätte Gudrun Lerchbaum geahnt, wie sich die politischen Verhältnisse in Österreich entwickeln werden, als hätte sie so einen Typen wie Kurz im Kanzleramt mit Rechtspopulisten als Koalitionspartner für möglich gehalten. Nur so kann eine Geschichte wie in ihrem Roman Lügenland nicht nur geschrieben, sondern auch für möglich gehalten werden. weiterlesen

Nur Online Februar 2018

200 Jahre Karl Marx, Teil 1

Eine neue Biografie
von Manuel Kellner

Karl Marx war dafür, «alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist». Aktuell bleibt auch seine Kritik der kapitalistischen Produktionsweise, die «die Erde und den Arbeiter untergräbt». Immer bereit an allem zu zweifeln, verdient er nicht, zum Säulenheiligen gemacht zu werden. Sein Konzept der Selbstbefreiung der Arbeiterklasse als Mittel universaler Emanzipation bleibt allerdings entscheidender Bestandteil des revolutionären Kampfs für eine weltweite sozialistische Gesellschaft. weiterlesen

Nur Online Januar 2018

Transformatives Organizing

Ein Handbuch, die Welt zu verändern
von Manuel Kellner

Eric Mann: Handbuch Transformatives Organizing. (Übers. Violetta Bock, Michael Heldt.) Köln: Neuer ISP Verlag, 2017. 236 S., € 19,80

Der Titel verrät es: Diese Schrift kommt aus dem angelsächsischen Raum, genauer aus den USA. Ihre Botschaft ist aber global. Der Autor hat eigens zum Erscheinen in deutscher Sprache ein Vorwort geschrieben, das sich an europäische und deutsche Aktive wendet. Darin setzt er sich leidenschaftlich für eine konsequent antirassistische Haltung sowie weiterlesen

Nur Online Januar 2018

Jan C. Zoellick: Postwachstum. Unser Leben nach dem Wachstumswahn.

isw-Report 110, September 2017. 28 S., € 2,50
von Angela Klein

Mit dem prophezeiten Ende des Verbrennungsmotors ist in der Öffentlichkeit auch ein Diskurs angekommen, der es wagt, das bisherige Mobilitätskonzept, das auf dem privaten Pkw basiert, in Frage zu stellen. Er greift Vorstellungen von einer Lebensweise auf, in deren Mittelpunkt nicht der maximale Produktionsausstoß steht, sondern die beste und ressourcenschonendste Dienstleistung. weiterlesen

Nur Online Januar 2018

Krimi Tipp: Ahmet Ümit: Die Gärten von Istanbul

Übers. Sabine Adatepe. München: btb, 2017. 734 S., € 12
von Udo Bonn

Sie liegen da, ein Schnitt durch die Kehle, blutleer. Die Beine gespreizt, in den gefesselten Händen eine Münze. Sieben Tote an sieben Tagen. Fundorte sind die großen historischen Gebäude von Byzanz, Konstantinopel, Istanbul. Die Stadt mit den vielen Namen und der großen Geschichte. Die Münzen sind historisch mit den Prägungen von Byzas, Konstantin, Theodosius, Justinian, Sultan Mehmed II., Sultan Süleyman I. Was verbindet die  Toten und wer hat ein Interesse an ihrem Tod? weiterlesen

Nur Online Januar 2018

Mein Buch des Jahres: Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben (Originaltitel: A Little Life)

Aus dem Englischen von Stephan Kleiner. Berlin: Hanser Berlin, 2017. 957 S., 28 Euro
von Petra Hartlieb*

Entwicklungsroman, Männergeschichte, aber…

Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe schon alles gelesen. Immerhin lese ich seit fünfundvierzig Jahren und seit ungefähr zwanzig Jahren professionell, zuerst als Literaturkritikerin, jetzt als Buchhändlerin. Das ist das Schöne an meinem Beruf – die Fülle an Themen, die unfassbare Auswahl, die ich zur Verfügung habe. weiterlesen

Nur Online Dezember 2017

Harald Rein: Wenn arme Leute sich nicht mehr fügen…! Bemerkungen über den Zusammenhang von Alltag und Protest.

Wasserburg: AG SPAK, 2017. 184 S., 14,80 Euro
von Peter Nowak

Wenn von armen Leuten die Rede ist, schwingt schnell ein Klang von Bedauern und Mitleid mit. Doch wenn der Sozialwissenschaftler und Erwerbslosenaktivist Harald Rein seinem neuesten Buch den Titel Wenn arme Leute sich nicht mehr fügen gibt, knüpft er an eine Debatte über die Poor Peoples Movements an. Es sind soziale Bewegungen von Menschen, die weitgehend außerhalb der Lohnarbeitsprozesse stehen. weiterlesen

Nur Online Dezember 2017

Gerth M. Neugebauer: Erde in Not

Wien: Promedia, 2017. 216 S., 19,90 Euro
von Rolf Euler

Alles achtet auf die Klimaentwicklung und die oft fruchtlosen Verhandlungen zur Begrenzung der Treibhausgase. Inzwischen findet jedoch «heimlich» eine weitere Katastrophe für den Planeten statt: die Vernichtung fruchtbaren Bodens durch die globalisierte und technisierte Produktionsweise. weiterlesen

Nur Online Dezember 2017

Krimitipp: Lisa Sandlin: Ein Job für Delpha

Deutsch von Andrea Stumpf. Berlin: Suhrkamp, 2017. 351 S., 9,95 Euro
von Udo Bonn

Wie schön kann die Ruhe eines eigenen Zimmers sein, der Blick aus einem unvergitterten Fenster statt auf einen Gefängnishof. Und um wie viel schöner ist dann noch ein Angelausflug auf einem See und erst Recht die Autofahrt zum Meer mit einem attraktiven jungen Mann. Delpha Ward war 14 Jahre eingesperrt, weil sie in Notwehr einen Vergewaltiger umgebracht hat. So ist mit Frauen Ende der 50er Jahre in Texas umgegangen worden, und 1973 hat sich daran nicht viel geändert. weiterlesen