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	<title>SoZ - Sozialistische Zeitung &#187; Film</title>
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		<title>«My Home is my Castle»</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 15:40:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[«My Home is my Castle», L&#228;nge: 75 Minuten, Deutschland, 2011, Buch und Regie: Alexander Kleider, Daniela Michel, Marco M&#252;ller, Musik: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>«My Home is my Castle», L&#228;nge: 75 Minuten, Deutschland, 2011, Buch und Regie: Alexander Kleider, Daniela Michel, Marco M&#252;ller, Musik: Eckes Malz</strong></p>
<p>von <em>Angela Huemer</em></p>
<p>Die Motivation f&#252;r diesen Film ist hochpolitisch – die Schlagzeilen, die in den letzten Jahren aus Ungarn zu uns dringen, drehen sich vor allem um offenen Rassismus, Rechtsradikalismus und massive Einschr&#228;nkungen der Pressefreiheit. Grund genug also, einen harten, polemischen Film &#252;ber Lebenswelten in Budapest zu machen.<br />
<span id="more-3688"></span>Alexander Kleider, Daniela Michael und Marco M&#252;ller tun jedoch dankenswerterweise genau dies nicht. Sie machen einige Schritte zur&#252;ck und besinnen sich darauf, was Politik konkret bedeutet, wie sie das Leben von Menschen beeinflusst. Sie sehen sich genau an, wie Menschen in Budapest leben, wie sie ihre allerengste Umgebung gestalten, ihr Zuhause.</p>
<p>«My Home is my Castle» kann hei&#223;en, mein Heim bedeutet mir alles, aber auch: Mein Heim ist meine feste Burg, mein Bollwerk gegen au&#223;en. Genau in so einem Bolllwerk lebt der Bálint, ein hochbegabter Junge. Mithilfe seiner Legosteine zeigt er, wie die «Gated Community», die abgeschottete Wohnsiedlung, funktioniert, in der er mit seiner Familie, Vater, Mutter und zwei Geschwistern lebt. Er erz&#228;hlt, dass einige Menschen die neue Lage nach dem Ende des Stalinismus gut zu nutzen wussten und das der Grund ist, warum er und seine Familie ein so gutes Leben haben.</p>
<p>Andere haben es weniger gut, Kázmér und Ica leben in einer selbst zusammengeschusterten H&#252;tte in einem Wald. Niemals, sagen sie, h&#228;tten sie sich vorstellen k&#246;nnen, obdachlos zu sein. Doch ein wenig Geld haben sie, und sie arbeiten viel, um sich etwas Eigenes leisten zu k&#246;nnen. Denn im Wald gibt es nicht nur ihre H&#252;tte, und die H&#252;tten werden immer wieder ger&#228;umt – der F&#246;rster warnt sie, er wei&#223; nicht, wann ihre H&#252;tte dran sein wird, aber es wird wohl unvermeidbar sein. Man sieht dem F&#246;rster an, wie er mitf&#252;hlt und wie unangenehm es ihm ist, so eine Nachricht zu &#252;berbringen.</p>
<p>Szabina, eine junge Roma-Geigerin lebt mit ihrer Familie in einer kleinen Wohnung, mehr schlecht als recht haben sie ihr Auskommen. Als die Mutter die f&#228;lligen Rechnungen durchsieht, meint sie sarkastisch: «Nun ja, ihr k&#246;nnt w&#228;hlen, zahlen wir die Rechnungen oder essen wir? Ihr meint, essen sollen wir? Tja, dann tun wir das.» Szabina ist Geigerin und erh&#228;lt die Chance, auf einer Tournee durch Frankreich mitzufahren. Das ist zwar interessant, aber auch hart. Mit im Gep&#228;ck ist viel haltbarer Proviant. In dem Jahr, in dem das Filmteam Szabina begleitet, stellt sie Weichen f&#252;r ihr Leben, sie w&#252;nscht sich eine geregelte Arbeit und vor allem Sicherheit. Sie bespricht sich mit ihrer Mutter, sie will einen Beruf, den man immer braucht, Lehrerin zum Beispiel. Musik braucht man auch immer, meint die Mutter.</p>
<p>Vor ihrer Fahrt nach Frankreich sieht sie sich Bilder von Paris an und meint, das mit dem Rassismus ist dort in Frankreich wohl besser als hier in Ungarn. Der allt&#228;gliche Rassismus in Ungarn tut weh, die Frau in der U-Bahn, die ihre Tasche ganz eng an sich presst, erz&#228;hlt Szabina, nur weil sie neben ihr steht. Und dann bittet die Frau sie sogar noch, ein bisschen Abstand zu halten. «Man sieht mir eben meine Herkunft an.» Wird es jemals die gleichen M&#246;glichkeiten f&#252;r sie geben, die gleichen Voraussetzungen? Wohl nicht, denkt sich der Zuschauer.</p>
<p>Ein Jahr lang begleiten wir diese Familien, diese drei so unterschiedlichen Zuhause. Wir sehen und h&#246;ren genug, um uns ein Bild zu machen, um zu sehen, dass auch der Vater des hochbegabten Jungen in der Gated Community sich durchaus der sozialen Schieflage bewusst ist. Keine Erz&#228;hlung erkl&#228;rt etwas oder sagt uns, was wir sehen sollen. Und das ist ganz wunderbar so. Die Konzentration auf die drei Familien und die klare Struktur entlang der vier Jahreszeiten hilft.</p>
<p>Nach Im Schatten des Tafelbergs ein &#228;u&#223;erst gelungener weiterer Film der K&#246;lner Kooperative Dokwerk. Am 9.November hatte der Film in Ungarn Premiere.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>«Film Socialisme»</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 10:26:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Jean-Luc Godards bislang letzter Film ist eine Elegie auf die historischen Niederlagen des Sozialismus Am 3.Dezember vergangenen Jahres ist Jean-Luc [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jean-Luc Godards bislang letzter Film ist eine Elegie auf die historischen Niederlagen des Sozialismus</strong></p>
<p>Am 3.Dezember vergangenen Jahres ist Jean-Luc Godard achtzig Jahre alt geworden. Wenn man seine Filme sieht, erscheint der gleichaltrige Helmut Kohl wie ein Mann aus grauer Vorzeit. Godards Filme waren immer auf der H&#246;he der Zeit. Seit seinem ersten Langfilm A bout de souffle (Au&#223;er Atem) von 1959 hat er das Kino wie kaum ein anderer in einer Weise erneuert und revolutioniert, dass viele von ihm als dem James Joyce oder Pablo Picasso der siebten Kunst sprechen. Sein Werk umfasst mittlerweile gut vierzig Lang- und fast hundert k&#252;rzere Filme, die h&#228;ufig trotz widriger Produktionsbedingungen und Geldmangels dank Godards Improvisationskunst entstanden sind.<br />
<span id="more-3489"></span>Das grundlegende Thema von Godards Oeuvre ist die Entfremdung und Bewusstlosigkeit der Menschen im Kapitalismus. Es gibt eine Reihe von Themen, die in seinen Filmen h&#228;ufig wiederkehren und in immer neuen Formen der Reflexion verarbeitet werden. Gleichzeitig macht Godard Filme &#252;ber das (falsche) Bewusstsein der jeweiligen Zeit; er entwickelte sich seit den 60er Jahren zu einer Art Seismograf der Gesellschaft.</p>
<p>Au&#223;er Atem zeigt die Geschichte eines narzisstischen Kleingangsters (gespielt von Jean-Paul Belmondo), der von seiner (amerikanischen) Freundin verraten und von der Polizei erschossen wird. Die Geschichte ist trivial, doch der Film stellt eine Art «Film im Film» dar, weil Belmondo eine Kinofigur spielt, die Humphrey Bogart imitiert und sich auf den amerikanischen Gangsterfilm bezieht. Doch das geschieht nicht in Hollywood, sondern im Paris das Jahres 1959; man k&#246;nnte sagen, die franz&#246;sische Hauptstadt spiele eine Hauptrolle in dem Film.</p>
<p>An mehreren Stellen tritt Belmondo aus der Rolle und redet mit dem Publikum. Schon als Filmkritiker der Cahiers du Cinéma hatte Godard (gleich seinen Kollegen von der Nouvelle Vague wie Eric Rohmer, Jacques Rivette oder François Truffaut) h&#228;ufig &#252;ber das US-Kino geschrieben und gleichzeitig die Differenz deutlich gemacht, die seine Generation der Cineasten von den amerikanischen Vorbildern (Alfred Hitchcock, John Ford, Howard Hawks, Billy Wilder) trennte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein zweites wichtiges Thema in Godards Werk sind der Krieg und das Problem seiner Darstellung. Godard hatte nicht nur der deutsche Besatzung Frankreichs, sondern vor allem auch den Algerienkrieg erlebt. Bereits in seinem zweiten Film Le petit soldat (Der kleine Soldat), der von der gaullistischen Zensur sofort verboten wurde, geht es um den Algerienkrieg und das Thema der Folter. Algerien findet gewisserma&#223;en in Genf statt, als Kampf zwischen zwei Geheimdiensten. (Zahlreiche franz&#246;sische Offiziere, darunter General Massu, haben sich immer ger&#252;hmt, in Algerien gefoltert zu haben!) Godard reflektiert das Problem, dass eine direkte Darstellung der Folter nichts &#252;ber sie aussagen kann, weil so die inneren Zerst&#246;rungen eines Menschen nicht erfasst werden. Noch klarer zeigt sich das Darstellungsproblem von Brutalit&#228;t und Unmenschlichkeit in einem weiteren Film, Les carabiniers (Die Karabinieri) von 1963. Dazu hat Godard ge&#228;u&#223;ert, eigentlich m&#252;sste man in einem Kriegsfilm die allt&#228;glichen Probleme von Kriegstreibern darstellen, etwa wie man tausend Leichen mit Benzin verbrennt, das nur f&#252;r hundert reicht, doch einen solchen Film k&#246;nnte niemand ertragen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Seit Mitte der 60er Jahre befasste sich Godard zunehmend mit dem Problem der filmischen Darstellung soziologischer Sachverhalte. Schon in Vivre sa vie (Die Geschichte der Nana S.) schildert er auf brechtsche Weise den Selbstzerst&#246;rungsprozess einer jungen Frau, die ihre schlechte finanzielle Lage durch Gelegenheitsprostitution aufbessert. In 2 ou 3 choses, que je sais d’elle (2 oder 3 Dinge, die ich von ihr wei&#223;), wird dieses Thema am Beispiel der neuen Pariser Vorst&#228;dte mit ihren horrenden Mieten untersucht; gleichzeitig wird die Prostitution zum Sinnbild der Funktionsweise des Kapitalismus und seiner wesensm&#228;&#223;igen Entfremdung. Masculin féminin (Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca Cola) kann als Darstellung einer beginnenden Jugendrevolte gelesen werden. Der Beginn junger Liebe kontrastiert mit der repressiven gaullistischen Politik und den Nachrichten des Vietnamkriegs. Und La Chinoise meint nat&#252;rlich nicht die «Chinesin», wie die falsche &#220;bersetzung lautet, sondern die chinesische Kulturrevolution, die eine Gruppe junger franz&#246;sischer Maoisten auf Frankreich &#252;bertragen m&#246;chte. Es gibt – wenn man den Film heute betrachtet – keine bessere Darstellung der (teilweise recht verschrobenen) politischen Debatten jener Zeit. Wer Godards Film gesehen hat, wird die B&#252;cher von Gerd Koenen zum Altpapier geben.</p>
<p>Die kapitalistische Autogesellschaft ist das Thema von Weekend (1967); hier geht es um das Auseinanderleben eines Paares (der Film beginnt mit der nur teilweise h&#246;rbaren Schilderung einer Orgie durch die Frau) und folgt dann etwa zehn Minuten dem sich steigernden Horror eines Wochenendes auf der Nationalstra&#223;e 1 mit Staus und Unf&#228;llen mit zahlreichen Verletzten und Toten. Irgendwelche abgerissenen Gestalten am Stra&#223;enrand klagen, sie seien «die Bettler von der italienischen Koproduktion». Das Ganze gipfelt im Kannibalismus einer Menschengruppe, die sich in die W&#228;lder zur&#252;ckgezogen hat.</p>
<p>Im Gefolge des Mai 1968 macht Godard zusammen mit der Gruppe Dziga Vertov (benannt nach dem bedeutendsten russischen Dokumentarfilmer der nachrevolution&#228;ren Zeit) eine Reihe von «Flugblattfilmen», sowie Werken, die sich direkt den politischen K&#228;mpfen in der Dritten Welt (Vietnam, Pal&#228;stina), aber auch in Europa (Lotte in Italia [K&#228;mpfe in Italien]) und den USA (Black Panther) widmen.</p>
<p>Bis 1968 spielten historische Themen und die Geschichte des Kinos bei Godard nur eine untergeordnete Rolle. Seit den 80er Jahren hat sich das grundlegend ge&#228;ndert. Sein gro&#223;es, auf Video gedrehtes Werk Histoire(s) du Cinéma («Geschichte[n] des Kinos») quillt &#252;ber von historischen und filmtheoretischen Reflexionen, quasi in Umkehrung eines Satzes aus einem Film der 60er Jahre, wonach «die Zeit der Reflexion beendet und die Zeit der Aktion gekommen» sei. Der wichtigste Film der 90er Jahre ist f&#252;r mich der wenig bekannte For Ever Mozart, eine Reise von Salzburg nach Sarajevo, in dem es um europ&#228;ische B&#252;rgerkriege und die Unf&#228;higkeit der Europ&#228;er geht, das Massaker an der Zivilbev&#246;lkerung der geschundenen bosnischen Stadt zu beenden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Godards letzter, vollst&#228;ndig auf Video gedrehter Film Film Socialisme (2010) vereint in kollagenartiger Form zahlreiche Themen seines Werkes. Neuerlich gelingt es ihm, im scheinbar Zuf&#228;lligen bezeichnende Momente einer Epoche herauszuarbeiten. Die Metapher der Reise wird wieder aufgegriffen, hier ist es eine (nat&#252;rlich «all inclusiv») Kreuzfahrt &#252;bers Mittelmeer. Es gibt teure Gelage und viele gelangweilte Nichtstuer; die Bewusstlosigkeit zeigt sich besonders im unaufh&#246;rlichen Herumgeknipse mit allem technischen Schnickschnack. Es werden eine Reihe von St&#228;dten angelaufen, die in den Kriegen und B&#252;rgerkriegen des 20.Jahrhunderts eine gro&#223;e Rolle gespielt haben. Godard montiert zahlreiche historische Aufnahmen als eine Art «flashback» in den filmischen Ablauf. Das beginnt mit der «wei&#223;en Stadt Algier» (und Verweisen auf den Algerienkrieg), f&#252;hrt dann nach &#196;gypten (mit Zitaten aus dem Werk des Schriftstellers Nagib Machfus), nach Pal&#228;stina (hier wird auf die Balfour-Deklaration und den Beginn der K&#228;mpfe zwischen Juden und Arabern 1929 und 1937 verwiesen). In Griechenland geht es um den italienisch-deutschen &#220;berfall und den Befreiungskrieg, der sich in einen B&#252;rgerkrieg verwandelt hat (in dessen Verlauf die Briten Athen bombardierten), an dessen Niederlage Stalin ma&#223;geblich mitgewirkt hat, weil laut dem Abkommen von Jalta Griechenland britisches Interessensgebiet sein sollte&#8230;</p>
<p>Wir sehen die von Touristen bestiegene Treppe von Odessa. Der Film montiert die entsprechende ber&#252;hmte Sequenz von Eisensteins Panzerkreuzer Potjomkin in die Szene ein, in der die Soldaten mit ihren schwarzen Stiefeln in Formation die Treppe herunterschreiten und eine Mutter mit ihrem erschossenen Kind ihnen entgegengeht. Sodann sieht man den sich auf der Treppe &#252;berschlagenden Kinderwagen. Eisensteins Revolutionsfilm ist nat&#252;rlich eine Aufforderung zum Aufstand (die Meuterei auf dem Panzerkreuzer war gewisserma&#223;en der Salutschuss f&#252;r die russische Revolution von 1905); sie kontrastiert mit dem geschichtsvergessenen Tourismus. &#220;berhaupt ist es bei Godard – hier steht er in der Nachfolge von Eisenstein – die Montage, der Zusammenprall des Ungleichzeitigen und Verdr&#228;ngten, was den Erkenntnisprozess der Zuschauer bef&#246;rdern soll.</p>
<p>Ein weiterer Tourismusort ist Neapel und seine Vergangenheit als Kampfzone gegen den Faschismus. Hier montiert Godard Szenen aus Filmen des gro&#223;en italienischen Regisseurs Roberto Rossellini ein – vor allem aus Viaggio in Italia (Reise in Italien) –, der ja mit Roma, città aperta (Rom, offene Stadt) und Paisà dem antifaschistischen Befreiungskampf und den Partisanen filmische Denkm&#228;ler gesetzt hat.</p>
<p>Sodann kommt der Film auf Barcelona und den spanischen B&#252;rgerkrieg zu sprechen, in dem bekanntlich die Stalinisten und ihre Verb&#252;ndeten alles taten, die radikalen Kr&#228;fte der Anarchisten und der POUM niederzuwerfen, um eine wirkliche soziale Revolution zu verhindern. Die Sowjetunion brachte f&#252;r ihre Waffenlieferungen an das republikanische Lager den spanischen Goldschatz nach Moskau. Godard zeigt auch eine Demo von 2009 auf den Ramblas, als gegen die Rentendeform der «sozialistischen» Regierung gek&#228;mpft wurde.</p>
<p>Der Mittelteil des Film handelt in S&#252;dfrankreich in und um eine Tankstelle mit Autowerkstatt. Die ironische Kritik der Autogesellschaft (im Hintergrund h&#246;rt man fortw&#228;hrend die Ger&#228;usche einer Autobahn oder Schnellstra&#223;e) ergibt sich bei Godard durch das Unvereinbare: Vor der Tanks&#228;ule liest eine junge Frau aus den Verlorenen Illusionen von Honoré de Balzac. Sie l&#228;sst sich vom Geschehen nicht beeindrucken, auch nicht von den Deutschen im Mercedes, die auf deutsch «Sind wir hier richtig zur Côte d’Azur?» fragen, und, als sie keine Antwort bekommen, «Schei&#223; Frankreich!» rufen. Und neben der Tankstelle steht die ganze Zeit ausgerechnet ein Lama herum. Die Werkstatt beheimatet auch einen Esel.</p>
<p>Eine farbige Frau interviewt die Familie f&#252;r das Regionalfernsehen FR3, das mit zwei knallroten Autos angefahren kommt. Offenbar finden weder Familienstruktur noch Handwerk wirklich Eingang in die Reportage.</p>
<p>Film Socialisme stellt eine Elegie auf die historischen Niederlagen des Sozialismus dar. In &#220;ber den Begriff der Geschichte schreibt Walter Benjamin: «Das wahre Bild der Vergangenheit huscht vorbei. Nur als Bild, das auf Nimmerwiedersehen im Augenblick seiner Erkennbarkeit eben aufblitzt, ist die Vergangenheit festzuhalten.» Es sind die Bilder der Besiegten, die die Utopie einer anderen m&#246;glichen Welt hochhalten.</p>
<p>Paul B. Kleiser</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Film Socialisme ist seit dem 29.9.2011 in Deutschland zu sehen (www.filmsocialisme-derfilm.de).</p>
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		<title>Der gro&#223;e Crash (Margin Call)</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 08:04:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[USA 2011, Drehbuch und Regie: J.C.Chandor von Angela Huemer Der Filmkritiker des amerikanischen National Public Radio bringt es auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>USA 2011, Drehbuch und Regie: J.C.Chandor</strong></p>
<p>von <em>Angela Huemer</em></p>
<p>Der Filmkritiker des amerikanischen National Public Radio bringt es auf den Punkt: Seitdem das Reaktorungl&#252;ck im Atomkraftwerk «Three Mile Island» dem Film The China Syndrome unerwartete Aktualit&#228;t bescherte (im Film geht es um einen ganz &#228;hnlich gelagerten Vorfall), hatte angesichts der «Occupy Wall Street»-Proteste wohl kaum ein Film je solch akute Aktualit&#228;t wie Der gro&#223;e Crash.<br />
<span id="more-3298"></span>Im Original hei&#223;t der Film Margin Call. Der Titel bezeichnet Termingesch&#228;fte mit Geld, das man zum Zeitpunkt des Gesch&#228;fts nicht verf&#252;gbar hat. Entwickelt sich das Gesch&#228;ft gegen den Trader, kann er unter die festgelegte Mindestdeckungsh&#246;he geraten. Er bekommt dann den gef&#252;rchteten Anruf vom Broker und muss echtes Geld nachschiessen.</p>
<p>Der gro&#223;e Crash zeigt, was passiert, wenn die Sicherheit verloren geht. Vom Beginn des Films an schauen wir immer wieder auf New York herab, mal direkt vom Dach des Bankgeb&#228;udes – da erscheint es wie ein bedrohlicher, verf&#252;hrerischer Abgrund, mal scheinbar direkt, durch die d&#252;nnen Scheiben der B&#252;ros – so als ob jederzeit alles abst&#252;rzen, kollabieren k&#246;nnte.</p>
<p>Zu Beginn feuert ein Geschwader professioneller Entlasser auf bestimmte, ruhige und fast unheimliche Weise einen gro&#223;en Teil der Mitarbeiter, u.a. Eric Dale, Leiter des «Risk Managements». Zum Abschied gibt der einem seiner jungen Kollegen, Peter Sullivan, einen kleinen USB-Stick in die Hand. «Daran hab ich zuletzt gearbeitet», meint er, «sehen Sie sich das an» und sagt omin&#246;s, bevor sich die T&#252;ren des Aufzugs endg&#252;ltig hinter ihm schlie&#223;en, «be careful», «seien Sie vorsichtig».</p>
<p>Sullivan hat sich sehr schwer getan, Peter auf richtige Weise klar zu machen, wie sehr ihn sein Abgang ber&#252;hrt. Er sieht sich den Stick nach Dienstschluss an, und als er gegen 10 Uhr abends merkt, dass dieses letzte Projekt seines Kollegen nichts weniger offenbart als den m&#246;glichen Bankrott der Firma, holt er seinen Vorgesetzten zur&#252;ck ins B&#252;ro.</p>
<p>Um 2 Uhr morgens fliegt John Tuld per Hubschrauber ein, der Oberboss (brillant gespielt von Jeremy Irons) – der Chef der Lehman-Bank hie&#223; &#252;brigens Dick Fuld. Die Bank hat eine Unzahl von sog. «toxischen» Papieren, hier ganz einfach gesagt. Ein Topos, nahezu «Running Gag» des Films: Je h&#246;her jemand in der Hierarchie der Bank agiert, desto weniger kennt er sich mit den komplexen Zahlen aus. «Gehen Sie nicht ins Detail», hei&#223;t es immer wieder, «reden Sie Klartext». Und John Tuld, der, wie ein Kritiker der New York Times trefflich schreibt, wie ein Vampir aus seiner Krypta herbeigeholt worden war, erkl&#228;rt, er sei nicht deswegen ganz oben, weil er die mathematischen Aspekte der Finanzwelt in all ihren Feinheiten beherrscht oder versteht, sondern weil er einen untr&#252;glichen Instinkt daf&#252;r hat, was passieren wird.</p>
<p>Und, so denkt sich der Zuseher nach und nach, er verf&#252;gt wohl auch &#252;ber eine geh&#246;rige Portion an pragmatischer Skrupellosigkeit.</p>
<p>Der Drehbuchautor und Regisseur des Films, J.C.Chandor, schrieb den Film – sein erster langer Spielfilm – in den Tagen nach der Lehman-Pleite. Sein Vater hatte 40 Jahre f&#252;r Merrill-Lynch gearbeitet, dadurch hatte Chandor genauen Einblick in sehr pers&#246;nliche Facetten des Geldwesens (Notiz am Rande: der Vater von Oliver Stone, dem Regisseur von Wall Street, war B&#246;rsenmakler).</p>
<p>In einem Interview mit der New York Times erkl&#228;rt Chandor, Margin Call sei der Versuch, die menschliche Seite der Finanzkrise zu erfassen, d.h. «den Entscheidungsprozess, der uns diesen Schlamassel beschert hat».</p>
<p>Ein weiteres Anliegen Chandors war, nicht moralisieren zu wollen und keine hektische Panikstimmung aufkommen zu lassen – das macht eine der Qualit&#228;ten des Films aus. Michael Grynbaum, der Chandor f&#252;r die New York Times interviewt hat, beschreibt, wie er am Tag des «Crash» in der Lehman-Bank war und bei den Maklern eigenartige Ruhe herrschte: «Sie fl&#252;sterten untereinander und einige bereiteten heimlich ihre Lebensl&#228;ufe vor. Die Unruhe herrschte drau&#223;en, bei den &#220;-Wagen der Fernsehsender.»</p>
<p>Neben der G&#252;te der Regie und des Scripts tr&#228;gt vor allem die Brillanz der Schauspieler – herausragend Kevin Spacey – zur herausragenden Qualit&#228;t dieses Films bei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Film l&#228;uft seit Anfang Oktober in den Kinos und wird wohl bald auf DVD erh&#228;ltlich sein.</p>
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		<title>«The Big C»</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 08:02:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[TV-Tipp Eine neue Fernsehserie Seit Mitte Oktober zeigt der digitale ZDF-Sender ZDF-Neo – «die» Adresse f&#252;r qualit&#228;tsvolle Serien – die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>TV-Tipp</strong> Eine neue Fernsehserie</p>
<p>Seit Mitte Oktober zeigt der digitale ZDF-Sender ZDF-Neo – «die» Adresse f&#252;r qualit&#228;tsvolle Serien – die amerikanische Serie The Big C, das gro&#223;e C. C steht f&#252;r Cancer, Krebs.<br />
<span id="more-3321"></span>Die Lehrerin Cathy Jamison, die in einem ruhigen Vorort der Stadt Minneapolis lebt (Hauptstadt des US-Bundesstaates Minnesota, ein wenig glamour&#246;ses Umfeld f&#252;r eine Fernsehserie), erf&#228;hrt, dass sie an Hautkrebs leidet und ihr vermutlich nur noch ein bis zwei Jahre verg&#246;nnt sind. C steht dann f&#252;r Cathy und fortan f&#252;r «Carpe diem», nutze den Tag, die Zeit, die dir noch bleibt.</p>
<p>Statt ihrer Familie, ihrem Ehemann Paul und Sohn Adam von ihrer Krankheit zu erz&#228;hlen, trifft sie drastische Entscheidungen. Sie wirft ihren Ehemann aus dem Haus und verhindert auf waghalsige Weise, dass ihr Sohn mehrere Wochen im Sommercamp verbringt. Unbedingt will sie ihm noch das n&#246;tige R&#252;stzeug f&#252;rs Leben mitgeben, was sie meint, bislang vers&#228;umt zu haben. Und sie will Zeit mit ihm verbringen. Zeit, die pl&#246;tzlich sehr kostbar ist.<br />
In den USA wir die Serie vom Kabelsender Showtime ausgestrahlt, der zu CBS geh&#246;rt; die Serie wurde nun schon f&#252;r eine dritte Staffel verl&#228;ngert. Showtime ist bekannt f&#252;r gewagte Serien. Er brachte The L Word, Geschichten um eine Gruppe lesbischer Freundinnen, Weeds, die Story einer Hausfrau in einer wohlgeordneten kleinen Stadt in Kalifornien, die nach dem Tod ihres Mannes aus Geldnot zur Haschischdealerin wird, u.v.m.<br />
ZDF-Neo zeigt die Serie jeweils Mittwoch abends um 23.15 Uhr. Bislang war das der Sendeplatz von Six Feet Under, das ebenfalls den Tod zum Thema hat  es geht um ein Bestattungsunternehmen in Los Angeles.</p>
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		<title>No more fear</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 15:06:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Hebtallah Ismail Hafez]]></category>
		<category><![CDATA[Laïcité Inch’Allah]]></category>
		<category><![CDATA[Nadia El Fani]]></category>

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		<description><![CDATA[Neue Filme aus Nordafrika, Datum: 7.–9.Oktober 2011, Ort: Filmforum NRW im Museum Ludwig, K&#246;ln «Game Over» nannte das FilmInitiativ seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neue Filme aus Nordafrika, Datum: 7.–9.Oktober 2011, Ort: Filmforum NRW im Museum Ludwig, K&#246;ln</strong></p>
<p>«Game Over» nannte das FilmInitiativ seine Filmreihe zu Nordafrika im Mai dieses Jahres. Das «Spiel» war vorbei f&#252;r die M&#228;chtigen in Tunesien und &#196;gypten. Ein neues «Spiel» begann, eine neue Zeit, eine Zeit des &#220;bergangs und voller Unsicherheiten. Nun setzt das FilmInitiativ seine Bem&#252;hungen fort: vom 7. bis 9.Oktober sind erstmals in K&#246;ln Filme zu sehen, die w&#228;hrend der Proteste entstanden.<br />
<span id="more-3006"></span>Der Titel der Veranstaltung kommt vom Er&#246;ffnungsfilm, No more fear (Freitag, 7.10., 20 Uhr). Der Film hatte in Cannes Premiere, der Regisseur Mourad Ben Cheikh portr&#228;tiert darin drei politische Aktivisten, die auf ihren schwierigen Alltag unter Ben Ali und den Protest zur&#252;ckblicken. Eine der wichtigsten Errungenschaften, so ein Fazit der Aktivisten ist die «&#220;berwindung der Angst».</p>
<p>Der zweite Tag der Filmschau beginnt mit einer Diskussion zur aktuellen Lage in &#196;gypten, «Demokratie oder Milit&#228;rherrschaft» ist das Motto und der Eintritt ist frei. Untermalt wird das Gespr&#228;ch von aktuellen Filmausschnitten, Videos und Fotos von Graffitikunst. Hebtallah Ismail Hafez, 1976 in Kairo geboren und seit 2006 Redakteurin des arabischen Programms der Deutschen Welle, wird von den allerletzten Entwicklungen in &#196;gypten berichten.</p>
<p>Um 19.30 Uhr ist Nadia El Fani mit ihrem Film Laïcité Inch’Allah zu Gast. Thema des Films ist die Islamisierung. Schon im Sp&#228;tsommer 2010, noch zu Zeiten von Ben Ali, begann sie sich mit der schleichenden Islamisierung auf filmische Weise auseinanderzusetzen. W&#228;hrend der Revolte ist sie wieder dabei. Sie fordert eine s&#228;kulare Verfassung f&#252;r das neue Tunesien und ist f&#252;r ihre Haltung schon mehrfach bedroht worden. F&#252;r ihr Engagement erhielt sie im Juni den Prix International de la Laïcité, ein in Frankreich vergebener Preis. Nadia El Fani lebt seit 2002 in Paris, wo sie 1960 als Tochter eines Tunesiers und einer Franz&#246;sin geboren ist. Sie kehrte jedoch stets regelm&#228;&#223;ig nach Tunesien zur&#252;ck. Vor Laïcité Inch’Allah hat sie Ouled Lénine gemacht, eine Dokumentation &#252;ber tunesische Kommunisten – ihr Vater ist einer von ihnen.</p>
<p>Der Abend endet mit einem Spielfilm von Nadia El Fani aus dem Jahr 2003, Bedwin Hacker, eine Mischung aus Politthriller und Satire.</p>
<p>Der letzte Tag der Schau beginnt ebenso mit einer Podiumsdiskussion untermalt von Filmen. Das Thema: «Gestrandet vor der Festung Europa», «vor», weil die ganz gro&#223;e Mehrzahl der Fl&#252;chtlinge aus Libyen in den Nachbarl&#228;ndern strandete, &#196;gypten, Niger, Tunesien usw. Nur ein sehr geringer Prozentsatz landete in Europa, die meisten von ihnen in Italien. Zwei Mitglieder des Netzwerks «Afrique-Europe-Interact», Ben Anmar Riadh, Ko-Regisseur eines der Filme, der gezeigt wird, Camp Choucha (&#252;ber ein Fl&#252;chtlingslager in Tunesien), und Conni Gun&#223;er vom Fl&#252;chtlingsrat Hamburg werden gemeinsam mit Riadh Jouili aus K&#246;ln (Vorstand des Vereins «Helft Tunesien e.V.») &#252;ber das Thema sprechen. Neben Camp Choucha besch&#228;ftigt sich auch der Film Stimmen aus Choucha mit dem Lager. Der Kurzspielfilm Lel Chamel («In Richtung Norden») zeigt, wie mafi&#246;se Gesch&#228;ftemacher von Fl&#252;chtlingen profitieren, die Dokumentation Harga erz&#228;hlt von 27 Bootsfl&#252;chtlingen, die gemeinsam unterwegs waren und von denen nur einer die Reise &#252;berlebte.</p>
<p>Beendet wird «Ende der Angst?» mit einem Episodenfilm aus &#196;gypten, 18 Days. Zehn Regisseure erz&#228;hlen darin von den entscheidenden Tagen des &#228;gyptischen Aufstands auf dem Tahrirplatz. Einer der Regisseure, Ahmad Abdalla, war bereits im Mai in K&#246;ln zu Gast.</p>
<p>Ein ehrgeiziges und kluges Programm, das das FilmInitiativ hier pr&#228;sentiert – besonders gelungen ist wohl, dass die Veranstalter sich auf Wesentliches konzentriert haben und ganz breiten Raum f&#252;r Diskussionen bieten. Wir sind gespannt.</p>
<p><em> Programmheft auf www.filminitiativ.de.</em></p>
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		<title>Le Havre</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2011/09/le-havre/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 18:25:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[André Wilms]]></category>
		<category><![CDATA[Kati Outinen]]></category>
		<category><![CDATA[Kaurismäki]]></category>
		<category><![CDATA[Le Havre]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>

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		<description><![CDATA[Finnland/Frankreich/BRD 2011, Buch, Regie, Produktion: Aki Kaurism&#228;ki, Mit André Wilms, Kati Outinen u.a, Kinostart: 8.September 2011 von Andreas Bodden Endlich ist es soweit. F&#252;nf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Finnland/Frankreich/BRD 2011, Buch, Regie, Produktion: Aki Kaurism&#228;ki, Mit André Wilms, Kati Outinen u.a, Kinostart: 8.September 2011</strong></p>
<p>von <em>Andreas Bodden</em></p>
<p>Endlich ist es soweit. F&#252;nf Jahre hat die Fangemeinde des finnischen Kultregisseurs auf seinen neuen Film warten m&#252;ssen. Das Warten hat sich gelohnt.<br />
<span id="more-2871"></span> Obwohl Kaurism&#228;ki nie wieder au&#223;erhalb Finnlands drehen wollte, spielt sein neuer Film in Frankreich, wie bereits Das Leben der Bohème von 1992. An diesen kn&#252;pft Le Havre an. Hauptfigur ist wieder Marcel Marx (André Wilms), den wir schon als Bohemien und M&#246;chtegernschriftsteller kennen gelernt haben. Hier treffen wir ihn im selbst gew&#228;hlten Exil in Le Havre wieder.</p>
<p>Seine Tr&#228;ume von einer Schriftstellerkarriere hat er l&#228;ngst aufgegeben. Er ist verheiratet und schl&#228;gt sich als Schuhputzer durch. Eine T&#228;tigkeit, die er trotz der Verachtung seiner Umwelt mit viel W&#252;rde aus&#252;bt. Es ist ja eines der Merkmale, die Kaurism&#228;kis Filme auszeichnen, dass sie Menschen, die in der gesellschaftlichen Hierarchie ganz unten stehen, zu Protagonisten machen und ihnen so ihre W&#252;rde wiedergeben.</p>
<p>Es ist ein Film &#252;ber Migration. Im Presseheft zum Film antwortet er auf die Frage, ob er durch die immer dramatischer werdende Fl&#252;chtlingssituation beeinflusst worden sei: «Die Idee f&#252;r den Film habe ich bereits seit einigen Jahren, aber ich wusste lange Zeit nicht, wo ich ihn drehen soll &#8230; auf der Suche nach einer geeigneten Stadt fuhr ich die gesamte K&#252;ste von Genua bis Holland entlang und fand, was ich suchte, in Le Havre&#8230;» Ein paar Zeilen sp&#228;ter sagt er, es solle ein Film &#252;ber «Fraternité» sein, die er immer noch unter den Menschen zu finden hoffe, andernfalls w&#252;rden wir schon in der von Ingmar Bergmann prophezeiten Gesellschaft der Ameisen leben.</p>
<p>Die Br&#252;derlichkeit des Schuhputzers Marx und der Bewohner seines Viertels retten einem Fl&#252;chtlingsjungen (Blondin Miguel) Leben und Freiheit. Mit der Hilfe eines melancholischen Kommissars (Jean-Pierre Darroussin) entziehen sie ihn dem Zugriff der Polizei und bewahren ihn vor der Abschiebung. Kommissar Monet repr&#228;sentiert einen gewissen Typ in Kaurism&#228;kis Filmen, desjenigen, der nicht so funktioniert, wie es seiner gesellschaftlichen Rolle entspricht. In «Der Mann ohne Vergangenheit» war es der insolvente Bauunternehmer, der eine Bank ausraubt, um seinen Arbeitern den geschuldeten Lohn doch noch auszahlen zu k&#246;nnen, hier ist es der Kommissar, der die Seiten wechselt und einen Fl&#252;chtling vor seinen Kollegen sch&#252;tzt. Weil so etwas in der Realit&#228;t nicht vorkommt, nennt Kaurism&#228;ki seinen Film ein «semi-realistisches M&#228;rchen».</p>
<p>Den Realismus bringt Kaurism&#228;ki durch dokumentarische Fernsehaufnahmen von der R&#228;umung des «Jungle» genannten Fl&#252;chtlingscamps bei Calais im Jahr 2009 in den Film. Auch die gespielten Sequenzen in einem Abschiebeknast und in einem kleineren Fl&#252;chtlingscamp bei D&#252;nkirchen spiegeln eindeutig EU-europ&#228;ische Realit&#228;t der Gegenwart. F&#252;r einen Regisseur, der seine Filme gern im zeitlich Ungewissen l&#228;sst, ist das nicht selbstverst&#228;ndlich.</p>
<p>Auch in diesem Film sieht die Wohnung von Marcel Marx und seiner Frau Arletty (Kati Outinen) aus wie in den 50er Jahren. Der Film enth&#228;lt vieles, was man aus Filmen von Kaurism&#228;ki kennt: die Treue zu seinen Darstellern, die Musik (finnischer Tango, Blues, Rock’n’Roll, – repr&#228;sentiert durch die franz&#246;sische Rock-Legende Little Bob a.k.a. Roberto Piazza, als neues Element aber auch Musik aus Afrika), die sparsamen Dialoge, der Stoizismus seiner Darsteller und sein unnachahmlicher trockener Humor. Im bereits erw&#228;hnten Interview im Presseheft antwortet er auf die Feststellung, man habe den Eindruck, als ob Jean-Pierre Darroussin schon immer dazu geh&#246;re, obwohl er doch zum ersten Mal in einem Film von Kaurism&#228;ki auftrete: «Nun, er war eigentlich auch immer schon da, aber er durfte nie spielen. Nur das Studio aufr&#228;umen, saubermachen, solche Dinge eben.» Witze dieser Art durchziehen auch seine Filme.</p>
<p>Der Film ist mit seiner Stellungnahme f&#252;r «Br&#252;derlichkeit», gegen Rassismus, gegen das EU-Grenzregime und damit auch gegen so Erscheinungen wie die «wahren Finnen» und den gesamten neuen Rechtsradikalismus, der j&#252;ngst in Norwegen einen traurigen H&#246;hepunkt fand, h&#246;chst aktuell. Dass er diese Stellungnahme nicht als flammendes Manifest, sondern still, melancholisch und humorig abgibt, ist wiederum typisch f&#252;r Kaurism&#228;ki. Dar&#252;ber hinaus hat der Film auch noch ein optimistisches Ende.</p>
<p>In einem Interview mit der &#246;sterreichischen Filmzeitung Skip sagt Kaurism&#228;ki: «Ich bin der letzte &#252;briggebliebene Romantiker. Ein hoffnungslos romantischer Pessimist. Skip: Filmemachen macht Sie auch nicht fr&#246;hlich? Aki Kaurism&#228;ki: Nein, es ist langweilig. So wie es Homer Simpson immer sagt: Laaaaangweilig. Skip: Aber wer zwingt Sie denn dann dazu? Aki Kaurism&#228;ki: Ich bin zu faul, um irgendeine ehrliche Arbeit zu machen.»</p>
<p>Hoffen wir mal, dass das so bleibt!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wadans Welt – Von der W&#252;rde der Arbeit</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2011/07/wadans-welt-von-der-wurde-der-arbeit/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 17:13:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Dokumentarfilm Regie: Dieter Schumann, Deutschland 2010 von Gaston Kirsche Die vorerst letzte Finanzkrise wurde bislang kaum in Bilder gefasst. Halden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dokumentarfilm</strong><br />
<strong>Regie: Dieter Schumann, Deutschland 2010</strong><br />
<em>von Gaston Kirsche</em></p>
<p>Die vorerst letzte Finanzkrise wurde bislang kaum in Bilder gefasst. Halden von Autos, Fassaden von Bankh&#228;usern, ein paar hektisch telefonierende Broker, das war’s. Mit <em>Wadans Welt</em> – <em>Von der W&#252;rde der Arbeit</em> kommt jetzt ein Film in die Kinos, der die Folgen der Krise aus der Sicht von Schiffbauern im mecklenburgischen Wismar zeigt.</p>
<p><span id="more-2557"></span>Zwei Schw&#228;ne schwimmen im Dock vor einem Schiffsrohbau. Eine Frauenstimme erz&#228;hlt die Sage von Wotan. Von der St&#228;rke des germanischen Hauptgottes mit sagenhaften Kr&#228;ften, aber auch dass er sterblich ist. Zwei weitere Sequenzen der Wotan-Sage gliedern den Film. Als die Werft in die Insolvenz geht, ist von K&#228;mpfen die Rede, in denen Wotan vom B&#246;sen besiegt wird, was den Untergang der guten Herrschaft bedeutet. Zu sehen sind Schw&#228;ne vor rostrotem Stahl. Am Schluss bedeckt Finsternis die Erde, kein Mann verschont den Anderen. Die Sage erz&#228;hlt von einer m&#246;glichen neuen Welt. Dazu Bilder eines Stapellaufs im Hafen von Wismar.</p>
<p>Aber zur&#252;ck zum Beginn von <em>Wadans Welt</em>. An einem Deckenkran wird die m&#228;chtige Hecksektion eines Stahlrumpfs durch eine riesige Schiffbauhalle transportiert. Laute Warnt&#246;ne, das Ger&#228;usch von Stahlseilen, die &#252;ber Rollwinden laufen, h&#228;mmernde Ger&#228;usche, das Zischen von Schwei&#223;ger&#228;ten, laute Rufe  f&#252;nf Kamera- und drei Tonleute haben im Verlauf von anderthalb Jahren 120 Stunden Material aufgenommen, das meiste in den Schiffbauhallen und auf dem Werftgel&#228;nde.</p>
<p>Im Umkleideraum ziehen Schiffbauer und Schwei&#223;er, Roland und Krischan, sich schweigend um und machen sich f&#252;r die Arbeit fertig. Der Film begleitet sie bei der Arbeit. Aus Stahlplatten schwei&#223;en sie Sektionen f&#252;r Schiffe zusammen. Beim Schleifen spr&#252;hen Funken, der Metallstaub l&#228;sst sich f&#246;rmlich riechen, so nah sind die Kameras dabei. Der Ton ist ein Erlebnis, zum Gro&#223;teil sind es Ger&#228;usche von der Arbeit. Manchmal schreien die Schiffbauer, wenn sie vor der Kamera etwas gefragt werden, um verstanden zu werden. Krischan wird gezeigt, wie er vor einer Sektion verschnauft: «Nach 27 Jahren hast du Probleme mit Knien, Armen, den Gelenken. Das ist eine Knochenm&#252;hle hier, zum Schiffbauer musst du geboren sein.»</p>
<p>Die schwere Industriearbeit, der L&#228;rm, Schmutz, die st&#228;ndigen Gefahren sind beeindruckend aufgenommen. Ebenso das K&#246;nnen der Schiffbauer. Drei Schwei&#223;er bugsieren mithilfe eines Deckenkrans eine tonnenschwere Stahlplatte millimetergenau an die auf dem Schiffsboden markierte Stelle und schwei&#223;en sie gekonnt mit Halterungen als Kabinenwand an.</p>
<p>Anf&#228;nglich wollte Regisseur Dieter Schumann einen Film &#252;ber den Bau der gr&#246;&#223;ten Passagierf&#228;hre der Welt drehen. Daf&#252;r bekam er die Genehmigung, auf dem Werftgel&#228;nde in Wismar zu drehen. Daraus besteht der erste Teil des Filmes. Die Werft hie&#223; damals, 2008, «Aker Yards», wurde dann aber an die russische Investmentgesellschaft FLC West verkauft. Andrej Burlakow, Chef von FLC, stellte sich auf einer Betriebsversammlung als neuer Inhaber vor. Wadan (russisch f&#252;r Wotan) Yards werde die Werft ab sofort hei&#223;en, das soll nach St&#228;rke klingen, vielleicht auch germanisch.</p>
<p>Der Film zeigt, was in Nachrichten nicht vorkommt: Die skeptischen Gesichter der Schiffbauer, ihre Gespr&#228;che nach der Versammlung auf dem Weg zur&#252;ck zur Arbeit. Die Nachrichtenteams zeigen hingegen Burlakow vor der fast fertigen F&#228;hre, wie er etwas von prosperierendem Schiffbau erz&#228;hlt. Auf der Wadan Werft laufen die ersten Schiffe Richtung Russland vom Stapel. Dann bricht mit der Finanzkrise der internationale Markt f&#252;r den Schiffbau zusammen: Die weltweit gr&#246;&#223;te Bank f&#252;r dessen Finanzierung wird geschlossen.</p>
<p>Damit platzte das urspr&#252;ngliche Filmkonzept des Regisseurs ebenso wie die Arbeitsplatzsicherheit der Schiffbauer. Schumann filmt weiter, nun geht es um die Auswirkungen der Krise auf die Werft. Schumann ist sechs Jahre zu See gefahren, hat bei der DEFA und dem DDR-Fernsehen das dokumentarische Filmen gelernt.</p>
<p>Auf einer Betriebsversammlung erkl&#228;rt der Insolvenzverwalter, dass ab August 2009 kein Geld mehr da ist. Profiling sei jetzt das Gebot der Stunde: Wer k&#246;nne was wie gut? Welche Betriebsteile seien wie profitabel? So lie&#223;e sich vielleicht ein K&#228;ufer finden, sonst seien ab August alle arbeitslos. Die anf&#228;ngliche Wut auf den Insolvenzverwalter verwandelt sich in Ohnmacht. Das Entsetzen steht den Schiffbauern in den Gesichtern, als sie im Pausenraum zusammensitzen. Was k&#246;nnen wir machen, fragen sie sich. Wenn es hier weitergeht, dann bestimmt nur zu schlechteren Bedingungen, sagt einer: Statt 17 gibt es dann vielleicht noch 8 Euro. Krischan: «Ich komm trotzdem, was soll ich denn sonst machen?»</p>
<p>Monatelang liegt die Werft still. Am Werkstor h&#228;ngt ein Transparent: «Wismar ohne Werft ist wie Ostsee ohne Fische!» Langsam zerfetzt der Wind die Abdeckplanen, B&#246;en schlagen die gelagerten Bleche gegeneinander. In Wismar ist die Werft der einzige gro&#223;e Betrieb.</p>
<p>Die Schiffbauer werden nun zu Hause gezeigt. Beim Warten auf einen Brief, dass es weitergeht. Sie sind nicht mehr abgek&#228;mpft, wie bei der Arbeit, daf&#252;r angespannt und nerv&#246;s.</p>
<p>Zwei Monate sp&#228;ter kauft eine Investorengruppe die Werft. Sie hei&#223;t jetzt Nordic Yards und stellt mit befristeten Zeitvertr&#228;gen und zu weniger Lohn wieder ein  allerdings nur 700 von 1300 Schiffbauern. Die Kameras sind dabei, als die Vertr&#228;ge ausgeteilt werden, die jenseits von jedem Tarifvertrag sind. Entweder unterschreiben, oder ein anderer bekommt den Job.</p>
<p><em>Wadans Welt</em> ist es gelungen, die traumatische Erfahrung des Ausschlusses aus der Lohnarbeit in Bilder zu fassen. Die sind kritischer als der Regisseur selbst. Schumann interviewt im Film einen Leiharbeiter, der offen dar&#252;ber spricht, dass seine Gruppe dort eingesetzt wird, wo die Gesch&#228;ftsleitung Schiffbauer zu teuer findet. Er ist sich seiner Lage sehr bewusst, auf Kosten der Leiharbeiter wird Gewinn gemacht wird. Sie sehen aber keine Alternative, es gibt keinen Protest.</p>
<p><a href="http://www.gebrueder-beetz.de/produktionen/wadans-welt">www.gebrueder-beetz.de/produktionen/wadans-welt</a></p>
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		<title>Filme aus Nordafrika</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2011/05/filme-aus-nordafrika/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 13:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Filminitiativ K&#246;ln e.V. reagierte auf die Revolutionen in Nordafrika mit einer h&#246;chst interessanten und informativen Filmschau. von Angela Huemer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Filminitiativ K&#246;ln e.V. reagierte auf die Revolutionen in Nordafrika mit einer h&#246;chst interessanten und informativen Filmschau.<br />
</strong><em>von Angela Hueme</em>r<br />
Die Leute von Filminitiativ erwerben sich seit Jahren gro&#223;e Verdienste f&#252;r ihre unerm&#252;dliche Verbreitung des afrikanischen Kinos. Mitglieder des Kollektivs reisten im Oktober zu den 23.Kinotagen von Karthago, Tunesien, und im Dezember zum 34.Internationalen Filmfestival von Kairo – also jeweils unmittelbar vor den Revolutionen.</p>
<p><span id="more-2368"></span>Die warfen ihre Schatten schon voraus – bei so manchem Film gab es demonstrativ Szenenapplaus.Dies war insbesondere bei einem Film der Fall, der im Mai in K&#246;ln zu sehen war, Le voyage à Alger (Die Reise nach Algier), eine arabisch-franz&#246;sische Koproduktion des Regisseurs Abdelkrim Bahloul aus 2010. Der Film spielt im Jahr 1962, kurz nach Ende des Befreiungskrieges in Algerien. Die Witwe eines von den Franzosen erschossenen Befreiungsk&#228;mpfers, die selber aktiv war und durchreisende FLN-K&#228;mpfer unterbrachte und versorgte, erh&#228;lt von einem franz&#246;sischem Kolonialbeamten, der die Exekution ihres Mannes erlebt hatte und nach Frankreich zur&#252;ckgerufen wird, sein Haus. Der korrupte Polizeichef des Ortes, der mit den franz&#246;sischen Kolonialherren kollaboriert und jetzt die Seiten gewechselt hat, beansprucht das Haus jedoch f&#252;r sich. Die Witwe wehrt sich. Sie f&#228;hrt bis in die Hauptstadt, um ihr Anliegen Staatspr&#228;sident Ben Bella vorzutragen. Mit ihr reist ihr 11-j&#228;hriger Sohn, denn sie ist Analphabetin.</p>
<p>Der Film ist wie eine Parabel aufgebaut und zeigt die Verwerfungen des &#220;bergangs von der Revolution zum neuen Staat. Im Programmheft erf&#228;hrt man, bei der Szene, in der die Witwe dramatisch die Korruption von Staatsbeamten und den Verrat der Unabh&#228;ngigkeit durch selbsts&#252;chtige Funktion&#228;re anprangert, sei auf dem Festival in Tunis spontan applaudiert worden – der Film erhielt zudem den Zuschauerpreis.<br />
<strong>Augenzeugenberichte der Revolution</strong></p>
<p>Die Filmemacher waren auch zu einer Diskussionsveranstaltung &#252;ber die jetzigen Revolutionen in Nordafrika eingeladen, dabei wurden kurze Collagen und Animationsfilme gezeigt, vor allem aber viel und ausf&#252;hrlich erz&#228;hlt, wie es war.</p>
<p>Refka Ben Ali, die in Paris Schauspiel und Bildjournalismus studiert hat und f&#252;r Radio France Inter arbeitet, hat die Revolte zun&#228;chst aus der Ferne verfolgt. Sie nutzte ihre Position, um Material, das sie &#252;ber Telefon, Internet usw. erreichte, so weit wie m&#246;glich zu verbreiten. Am 14.1. fuhr sie jedoch nach Tunis, sie erinnert sich, wie grau ihr die Stra&#223;en bei ihrer Ankunft vorkamen, und an die vielen Graffitis, die den Aufruhr illustrierten – es gibt wohl den Plan, einige davon zu bewahren, als Zeugnis f&#252;r die Revolution.</p>
<p>Fitouri Belhiba, der schon seit Jahrzehnten im franz&#246;sischen Exil lebt, f&#252;hlte sich an seine Jugend erinnert, als man noch Flugbl&#228;tter druckte und von Facebook oder Twitter noch nicht mal tr&#228;umte. «Eine Revolution ist nicht ein singul&#228;res Ereignis, sondern braucht viel Zeit», meinte er und erz&#228;hlte, wie stolz er darauf war, weil es in Europa schon lange keine solchen Freiheitsbewegungen mehr gegeben hat, «in Europa», so Filhouba Belhiba, «demonstriert man f&#252;r ein Steak, nicht f&#252;r die Freiheit».</p>
<p>Ahmed Abdalla, ein junger &#228;gyptischer Regisseur (er hat den weit beachteten Film Microphone gemacht, der beim Festival in Tunis den Hauptpreis gewann), hat wochenlang auf dem Tahrir-Platz ausgeharrt; er erz&#228;hlte, wie allein gelassen sich die Menschen f&#252;hlten in den ersten Tagen, als es viele Tote gab und die Welt nicht auf das Geschehen in Kairo reagierte. «Die Revolution war Teil meines Lebens, gr&#246;&#223;er als mein Leben.»Besonders f&#252;r junge Regisseure seien die Umw&#228;lzungen ganz wichtig. Fr&#252;her waren oft 30 b&#252;rokratische Eingaben notwendig, um einen Film drehen zu k&#246;nnen, jetzt k&#246;nnten sie in viel freierer Atmosph&#228;re realisiert werden, die Ergebnisse w&#252;rde man bald zu sehen bekommen.</p>
<p>&#220;ber die Rolle des Internet sagte er, zun&#228;chst sei es sehr wichtig gewesen, damit der Funke &#252;berspringt und die Leute auf die Stra&#223;e gehen, dann jedoch wurden sowohl Internet als auch das Mobilfunknetz abgeschaltet, nur direkte Kommunikation war m&#246;glich.Der Animationsfilmer Mohamed Ghazala berichtete eindr&#252;cklich von der Vorbildwirkung Tunesiens. F&#252;r ihn war es zun&#228;chst schwer vorstellbar, dass die Revolte auch in &#196;gypten m&#246;glich sein w&#252;rde.</p>
<p>Danach gefragt, was ihnen im Moment das Wichtigste erscheint, gab es interessante Antworten. Refka Ben Ali schilderte, wie privilegiert sie sich f&#252;hlt, weil sie im Ausland studieren konnte und M&#246;glichkeiten hatte, die ihren Landsleuten verwehrt blieben. «Wir haben noch keine politische Kultur, in den Medien gab es nur falsche Informationen und ganz viele Komplizen der L&#252;gen des Regimes. Wir werden Zeit brauchen, um neue Gesetze und Institutionen aufzubauen. Vor allem m&#252;ssen wir Vertrauen aufbauen.»</p>
<p>Ihr Landsmann Fitouri Belhiba betonte, dass es eine neue politische Kultur gibt. Im tunesischen Topf hat es gek&#246;chelt, der Deckel ist weggeflogen und nun lautet die Frage: «Wer putzt die K&#252;che?» Wirtschaftliche F&#246;rderprogramme beispielsweise k&#246;nnen nur Erfolg haben, wenn man wirklich versteht, warum die Leute auf die Strasse gingen. Zuversichtlich zeigte er sich, was die Rolle der Frauen anbelangt. «Wenn die Frauen keine Angst mehr vor den Polizisten haben, dann f&#252;rchten sie auch ihre M&#228;nner nicht mehr.»</p>
<p>Der junge &#228;gyptische Regisseur Ahmed Abdallah arbeitet mit dem Kulturministerium an neuen Gesetzen arbeitet, vor allem an Festivals und kulturellen R&#228;umen besteht Bedarf. Und – er k&#252;ndigte eine «zweite Revolution» an, die am 27.Mai starten soll. Ghazala, auch Dozent f&#252;r Animationsfilm an der El-Minia-Universit&#228;t, betonte, trotz der desolaten wirtschaftlichen Lage sei entscheidend, Hoffnung zu haben. «Fr&#252;her wollte ich weggehen, nun bin ich meinem Land sehr verbunden.»</p>
<p>Die im Anschluss gezeigten Anmationsfilme pr&#228;sentierten ein gerade jetzt sehr vitales und aufregendes Filmgenre – pr&#228;gnant, skurril und ausgezeichnet gemachte kleine Kunstwerke – von der &#196;sthetik her f&#252;r mich das Spannendste an der Filmschau.</p>
<p>Zu sehen sind auch auf der Internetseite <a href="http://www.Kharabeeesh.com">www.Kharabeeesh.com</a>, die Seite wird in Tunesien gemacht, der Name, «Kharabeesh» (Gekritzel), ist zugleich das Motto. «Das Team von Kharabeesh besteht aus jungen, engagierten Kritzel-K&#252;nstlern und Erz&#228;hlern, denen es darum geht, neue Stile und Ideen auszuprobieren», so die Macher &#252;ber sich selbst.</p>
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		<title>Gro&#223;er Aufwasch im Subunternehmen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 15:24:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Film &#252;ber Leiharbeiterinnen in Frankreich Frankreich 2008 Regie: Ivora Cusack von Angela Huemer Zu Beginn des Films lernen wir drei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Film &#252;ber Leiharbeiterinnen in Frankreich</strong><br />
Frankreich 2008<br />
Regie: Ivora Cusack<br />
<em>von Angela Huemer</em></p>
<p>Zu Beginn des Films lernen wir drei der Protagonistinnen kennen, Gnima Seydi aus Senegal, Fatoumata Coulibaly aus Mauretanien und Franzette Lassource aus Martinique. Gnima und Fatoumata wurden von ihren Ehem&#228;nnern nach Frankreich geholt, beide haben Kinder.</p>
<p><span id="more-2265"></span>Gnima erz&#228;hlt, die Stelle bei Arcade, das Subunternehmen, das f&#252;r die Accor-Hotels die Reinigungsarbeiten erledigt, war ihre erste richtige «Arbeit», zuvor hatte sie zu Hause oder auf dem Feld gearbeitet. (Zur Accor-Gruppe geh&#246;ren ua. Novotel, Ibis, Mercure.)</p>
<p>Franzette Lassource hingegen war schon als Jugendliche gekommen, ihre Mutter hat sie nachgeholt. Nach der Schule arbeitete sie stets als Reinigungskraft, in einem Spital, einem Gymnasium und schlie&#223;lich bei Arcade. Doch am 7.M&#228;rz ziehen sie gemeinsam mit anderen 32 Zimmerm&#228;dchen vor eines der Accor-Hotels. Sie streiken.</p>
<p>«Nettoyage – Esclavage» ist ihre Parole, Reinigungsarbeit ist Sklaverei. Der Grund f&#252;r ihren Protest: Sie m&#252;ssen bis zu 4–5 Zimmer pro Stunde reinigen, im Schnitt haben sie pro Zimmer 17 Minuten. Sie alle werden nur f&#252;r wenige Stunden pro Tag bezahlt, in denen sie ein gewisses Pensum erledigen m&#252;ssen. D.h. sie arbeiten regelm&#228;&#223;ig viel mehr Stunden, als sie tats&#228;chlich bezahlt werden. Zu Beginn des Films erl&#228;utert das ein Beitrag der franz&#246;sischen Fernsehnachrichten und nennt das Ding beim Namen, Akkordarbeit.</p>
<p>Im Beitrag kommt auch der Generalsekret&#228;r von Arcade, Guy Auneau, zu Wort. Die Schnelligkeit ist eine Frage der &#220;bung, meint er. Und er zieht einen Vergleich: Wenn man zum ersten Mal Windsurfen geht, landet man auch oft ungewollt im Wasser, bis man die richtigen Kniffe drauf hat. Doch um ein Badezimmer gr&#252;ndlich zu putzen, das Bett zu machen, und ein Zimmer gr&#252;ndlich zu reinigen br&#228;uchte man wohl einen Zauberlehrling, um das in den geforderten 17 Minuten zu erledigen. 1,63 Euro verdienten die Frauen 2002 f&#252;r die Reinigung eines Zimmers. Der Streik hatte Folgen: Binnen kurzer Zeit wurden acht Frauen entlassen.</p>
<p>Doch nicht nur die schlechten Arbeitsbedingungen waren die Ursache f&#252;r den Streik. Die Frauen, die bei Arcade besch&#228;ftigt sind, arbeiten Seite an Seite mit Zimmerm&#228;dchen, die direkt beim Hauptunternehmen Accor angestellt sind – wissend, dass sie um einiges schlechter behandelt werden. Damit sie das nicht so leicht herausfinden, d&#252;rfen sie nicht einmal mit den Accor-Zimmerm&#228;dchen sprechen, erz&#228;hlt Gnima Seydi aus Senegal. Die Frauen sind hartn&#228;ckig und bekommen Unterst&#252;tzung von Gewerkschaften und einem Solidarit&#228;tskomitee. Sie ziehen von Hotel zu Hotel und versuchen, Besch&#228;ftigte und Hotelg&#228;ste aufzukl&#228;ren. Mittels Konfetti und Flugbl&#228;tter «verunreinigen» sie Hotellobbies. Die Frauen, die sonsten f&#252;r Hotelbesucher nahezu unsichtbar bleiben, treten endlich in den Vordergrund. Keine von ihnen hat auch nur irgendeine Erfahrung im Arbeitskampf, geschweige denn genaue Kenntnisse &#252;ber ihre Rechte.</p>
<p>Neben den Arbeitsbedingungen ist es auch ihre W&#252;rde, um die sie k&#228;mpfen. Wie sagt eine der Frauen: «Sie behandeln uns wie Tiere.» All das &#228;ndert sich im Streik. Als sie einen halbwegs akzeptablen Vertrag angeboten bekommen, akzeptieren sie und beenden den Streik – nach &#252;ber einem Jahr.</p>
<p>Doch damit ist es nicht vorbei. Eine der Frauen, Faty Mayant, die nach dem Streik Gewerkschaftsvertreterin wurde, wurde 2004 entlassen. Angeblich h&#228;tte sie zuviele Stunden f&#252;r ihre Gewerkschaftst&#228;tigkeit aufgewendet. Nur zwei ihrer Kolleginnen wollten f&#252;r sie streiken – verst&#228;ndlich, angesichts des &#246;konomischen und sozialen Drucks, unter dem sie stehen. Doch mithilfe des Solidarit&#228;tskomitees k&#228;mpft Faty Mayant.</p>
<p>Auf ungew&#246;hnliche Weise: Jede Woche picknicken sie und ihre Freunde vom Komitee in einem anderen Hotel. Sie laden die G&#228;ste ein, mit ihnen zu essen und zu trinken, und manche tun das auch. Manche wenden sich aber w&#252;tend an den Hotelrestaurantleiter und verbitten sich, beim Abendessen durch das Verteilen von Flugbl&#228;ttern gest&#246;rt zu werden.<br />
Accor versucht sich aus all dem weitgehend herauszuhalten, indem es den schwarzen Peter schlicht und einfach dem Subunternehmer zuschiebt – wie im Film zu sehen, bedeutet ein Wechsel des Subunternehmers meist eine Verschlechterung. Doch nach und nach werden Reinigungskr&#228;fte wieder direkt eingestellt.</p>
<p>Obwohl der Film die Geschichte eines Arbeitskampfs in Paris zeigt, ist das Thema gesamteurop&#228;isch von Relevanz. Umso erfreulicher ist es, dass die Stiftung f&#252;r Menschenw&#252;rde und Arbeitswelt die Herausgabe einer DVD des Films erm&#246;glicht hat, mit Untertiteln auf Franz&#246;sisch, Englisch, Niederl&#228;ndisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch.</p>
<p><em>Erh&#228;ltlich bei: http://remue-menage. 360etmemeplus.org.</em></p>
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		<title>The Coca-Cola Case</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Feb 2011 15:08:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Kanada 2010, Regie: Germán Gutiérrez und Carmen Garcia von Angela Huemer Gleich zu Beginn erfahren wir drastisch worum es geht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Kanada 2010, Regie: Germán Gutiérrez und Carmen Garcia</strong><br />
<em>von Angela Huemer</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gleich zu Beginn erfahren wir drastisch worum es geht. Dan Kovalik, Anwalt der Stahlarbeitergewerkschaft United Steelworkers of America h&#228;lt sich in Kolumbien zu einer Pressekonferenz auf. 470 Gewerkschafter, erz&#228;hlt er, sind seit 2002 in Kolumbien ermordet worden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span id="more-1915"></span>Er sagt das Anfang des Jahres 2005, und er sagt auch, dass Kolumbien wohl die «unionist murder capital of the world» ist, der Ort, an dem im weltweiten Vergleich die meisten Gewerkschafter get&#246;tet werden. Seit Mitte der 80er Jahre wurden 4000 Gewerkschafter get&#246;tet – nur in f&#252;nf F&#228;llen hat man &#252;berhaupt ein Verfahren er&#246;ffnet. Die T&#228;ter sind meist paramilit&#228;rische Gruppen, bezahlt oder angestachelt von multinationalen Konzernen. Um einen von diesen Konzernen, man kann fast sagen dem «Multi» schlechthin, was den Bekanntheitsgrad angeht, geht es in diesem Film: Coca Cola.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Filmemacher erz&#228;hlen die Geschichte sehr diszipliniert, wir lernen die Protagonisten kennen, die Anw&#228;lte Dan Kovalik und Terry Collingsworth, Martin Gil, den Bruder eines der ermordeten Gewerkschafter, und den Aktivisten Ray Rogers. Dabei erfahren wir von den Anschuldigungen – dass Coca Cola n&#228;mlich Paramilit&#228;rs bezahlt hat, um unbequeme Gewerkschafter loszuwerden; wie es gelang, ein Verfahren gegen Coca Cola zu er&#246;ffnen; und von der umfangreichen «Killer Coke Campaign», die mit diesem Verfahren einherging und vor allem an Universit&#228;ten gro&#223;es Echo fand, weil Coca Cola dort h&#228;ufig ein wichtiger Kunde ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">M&#246;glich wurde das Verfahren gegen Coca Cola durch ein einfaches, knapp gehaltenes Gesetz, das schon 200 Jahre alt ist, das «Alien Tort Claims Act». Demnach kann jeder zivile Schadensfall, egal in welchem Land er sich ereignet und wer davon betroffen ist, vor ein US-Gericht gebracht werden, sofern ein Versto&#223; gegen das V&#246;lkerrecht vorliegt. Eigentlich, so erkl&#228;rt Dan Kovalik, ist das ein Menschenrechtsgesetz. Nur durch ein solches Gesetz kann ein Konzern wie Coca Cola haftbar gemacht werden f&#252;r Dinge, die au&#223;erhalb der USA passieren. So konnten die beiden Anw&#228;lte Coca Cola im Namen der Gewerkschaft wegen Mord und Folter in Kolumbien und Guatemala verklagen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Germán Gutiérrez, Kameramann und Co-Regisseur, ist selber Kolumbianer. Bei den Dreharbeiten zum Film Who Shot My Brother? &#252;ber Gewalt in Kolumbien trafen sie Anwalt Dan Kovalik, der ihnen von den vielen toten Gewerkschaftern erz&#228;hlte. Sie beschlossen daraufhin, diesen Film zu drehen. Erm&#246;glicht wurde er vom National Film Board of Canada.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Erstaunlich ist, wie sehr es den Machern gelingt, die Spannung aufrecht zu erhalten. Und das obwohl an «Action» nicht viel passiert. Coca Cola hat nie Interviews gew&#228;hrt, bzw. nicht in der von den Machern gew&#252;nschten Form, so greifen sie – erfolgreich – beispielsweise auf Aufnahmen aus den Aktion&#228;rstreffen zur&#252;ck, Aufnahmen, die im Internet verf&#252;gbar waren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die rechtliche Seite des Films war heikel, nicht was den Fall gegen Coca Cola angeht, sondern das Risiko, vom Konzern verklagt zu werden. Logo und Werbung von Coca Cola konnten sie als «Zitat» verwenden, eine Praxis, die seit einigen Jahren m&#246;glich ist. Und vor der Ver&#246;ffentlichung pr&#252;ften die Anw&#228;lte des Film Boards den Film, sogar eine «Errors and Omissions»-Versicherung schlossen die Macher ab – f&#252;r den Fall von «Irrt&#252;mern und Unterlassungen». Einige Fernsehsender sagten ihnen unumwunden, sie w&#252;rden den Film nicht zeigen, weil die Brause ein guter Werbekunde ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ihr Ziel, zu zeigen, was Arbeitern geschehen kann, wenn sie &#252;ber keinerlei Schutz verf&#252;gen, erreichen die Filmemacher m&#252;helos. Es lohnt sich, ihn mehrmals anzusehen, die DVD erleichtert das mit ihrer Kapitelstruktur. Der Film wurde bereits vielfach vorgef&#252;hrt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite <a href="http://www.thecoca-colacase.org">www.thecoca-colacase.org</a>.<br />
Dort kann man auch die DVD erwerben.</p>
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