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Artikel gespeichert unter 'Geschichte'

März 2013

Heuberg: Das erste KZ in Deutschland

Das erste Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft war die kommunistische und sozialdemokratische Arbeiterbewegung
von Manfred Dietenberger

Gerade mal zwei Tage, nachdem Adolf Hitler mit seiner Ernennung zum Reichskanzler die Macht übertragen worden war und die faschistische Gewaltherrschaft begann, rief Kurt Schumacher, nach dem Krieg bis 1952 Vorsitzender der SPD, am 1.Februar 1933 auf der antifaschistischen Kundgebung der Eisernen Front* in Stuttgart den Teilnehmern zu: «In der Stunde der Gefahr wenden wir uns auch an die kommunistischen Arbeiter, denn nicht Bruderkampf, sondern Klassenkampf tut not … Die neue Epoche des Kampfes gegen den Faschismus sollte auch ein neues Verhältnis zwischen uns und den Kommunisten einleiten (Schwäbische Tagwacht, 2.2.1933).» Fünf Monate später wurde Schumacher in Berlin verhaftet, in «Schutzhaft» genommen und in das Konzentrationslager Heuberg gesteckt. (weiterlesen…)

März 2013

Tschikweiber

Die Tabakarbeiterinnen von Hallein
von Dieter Braeg

Tschik ist ein österreichisches Dialektwort für Zigarette; der Tschik gehört zur Geschichte der Stadt Hallein, eine kleine Stadt südlich von Salzburg. (weiterlesen…)

Februar 2013

Wilder Streik – das ist Revolution!

Der Streik der Arbeiterinnen bei Pierburg in Neuss 1973. (Hrsg. Dieter Braeg.) Berlin: Die Buchmacherei, 2012. 176 S., 13,50 Euro
von Ulrich Peter

Wenn Linke heute die Stichworte «Ausländerstreik, Wilder Streik, 1973» hören, woran denken sie da? Mit Sicherheit an den Streik im Kölner Fordwerk, der vor allem von Arbeitsmigranten getragen wurde und mit einer Niederlage der Streikenden endete. Dabei spielte eine erhebliche Rolle, dass Betriebsrat und IG Metall den Streik ablehnten und Versuche, ihn auch auf Teile der nichtmigrantischen Belegschaft auszudehnen, fast komplett scheiterten. Die Schlagzeile von Springers Bild: «Deutsche Arbeiter kämpften ihr Werk frei» markierte das Desaster dieses Arbeitskampfs.
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Februar 2013

Sarah Kaminsky: Adolfo Kaminsky – Ein Fälscherleben.

München: Verlag Antje Kunstmann, 2012. 219 S., 19,90 Euro
von Dieter Braeg

«Als ich beschloss, das Leben meines Vaters aufzuzeichnen, hatte ich mich bewusst dafür entschieden, nur über seine Kämpfe zu berichten und die Erzählung im Jahr 1971 enden zu lassen, als er jede Untergrundtätigkeit aufgab. Ich meinte, dass sein anderes Leben, zu dem ich gehöre, nur für den engeren Kreis seiner Familie und Freunde interessant sei.»
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Februar 2013

Russische revolutionäre Plakate

David King hat eine herausragende Sammlung sowjetischer Plakatkunst aus den 20er und 30er Jahren zusammengestellt
von Werner Abel

Im Jahre 1925 schrieb der Wirtschaftswissenschaftler Lew N. Kritsman sein Buch über «Die heroische Periode der großen russischen Revolution», eine großteils ökonomische Analyse der Zeit des «Kriegskommunismus». Dabei ahnte er nicht, dass sein Buchtitel auf ein weit emotionaleres und expressiveres Genre als die Welt der Wirtschaft Anwendung finden sollte: Weil es für die darstellende Kunst neu, einmalig, für den Fortschritt parteiergreifend war, bezeichnet man das, was in der visuellen Agitation und Propaganda seit der russischen Oktoberrevolution bis zur Zeit der Neuen Ökonomischen Politik entstand, als die heroische Periode der sowjetischen Plakatkunst.
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Januar 2013

Der Basler Friedenskongress 1912

Warum eine eindrucksvolle Kundgebung für den Frieden in Kriegsbegeisterung umschlagen konnte
von Hans-Peter Gysin

Am 24.November 1912 fand in Basel der letzte Versuch statt, den Ersten Weltkrieg zu verhindern. Auf dem Kongress der II.Internationale beschworen über 500 Parteidelegierte niemals zuzulassen, dass die Arbeiterklasse eines Staates, zum Militär rekrutiert von den herrschenden bürgerlichen und feudalen Schichten, auf die Arbeiterklasse eines anderen Staates schiesst. (weiterlesen…)

Januar 2013

Victor Serge und sein «Fall Tulajew»

Victor Serge: Die große Ernüchterung. Der Fall Tulajew. Frankfurt a.M.: Edition Büchergilde, 2012. 448 S., 19,95 Euro.

von Christoph Jünke

Die US-amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag nannte ihn «einen der faszinierendsten moralischen und literarischen Helden des 20.Jahrhunderts», ihr Landsmann und Kollege Adam Hochschild «einen der unbesungenen Heroen eines korrupten Jahrhunderts: eine Gestalt von großer politischer Courage und Menschlichkeit». (weiterlesen…)

Dezember 2012

Das Londoner Schuldenabkommen 1953

Wie Deutschland seine Kriegsschulden los wurde
von Eric Toussaint/Angela Klein

Während der sog. Schuldenschnitt für Griechenland das griechische Volk zur permanenten Austerität verurteilt, wurde mit Deutschland, dem höchstverschuldeten Land der Welt im 20.Jahrhundert, weil es zwei Weltkriege angezettelt hatte, mehrfach anders verfahren. Das Londoner Schuldenabkommen von 1953 nahm große Rücksicht auf Deutschlands Zahlungsfähigkeit. (weiterlesen…)

November 2012

Alan Steinweis: Kristallnacht 1938. Ein deutscher Pogrom.

Stuttgart: Reclam 2011. 207 S., 22,95 Euro
von Peter Fisch

Alan Steinweis, Historiker und Direktor des Center for Holocaust Studies an der University of Vermont, hat auf ein bekanntes historisches Ereignis, die «Reichskristallnacht» vom November 1938, einen frischen Blick geworfen, neue Problemstellungen fixiert und Antworten gefunden, die die bisherigen Erkenntnisse nicht unwesentlich erweitern bzw. korrigieren. (weiterlesen…)

September 2012

Neue Gedenkstätte für die «Moorsoldaten» in Esterwegen

von Rolf Euler

Wenige Minuten nur sind es mit dem Fahrrad vom Südufer des Küstenkanals zur neuen Gedenkstätte für die Moor-Konzentrationslager: Eben nördlich von Esterwegen «hinterm Berg» lag die «Hölle am Waldesrand» – eines der frühesten KZs für politische Häftlinge aus den ersten Monaten des Naziterrors. (weiterlesen…)

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