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	<title>SoZ - Sozialistische Zeitung &#187; Sozialforum</title>
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		<title>ESF: Mehr Handlungskraft entwickeln</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 13:44:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sozialforum]]></category>

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		<description><![CDATA[Alessandra Mecozzi &#252;ber ihre Erwartungen vor dem 6.ESF in Istanbul Die Teilnahme am Europ&#228;ischen Sozialforum in Istanbul vom 1. bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Alessandra Mecozzi</em><strong> &#252;ber ihre Erwartungen vor dem 6.ESF in Istanbul</strong><br />
Die Teilnahme am Europ&#228;ischen Sozialforum in Istanbul vom 1. bis 4.Juli verspricht diesmal eine eher magerere Beteiligung, vor allem aus dem europ&#228;ischen Ausland. Dies steht im scharfen Widerspruch zu den Aufgaben einer gemeinsamen europ&#228;ischen Aktionsperspektive der Gewerkschaften und der sozialen Bewegungen.<br />
<span id="more-1203"></span>Die sozialen und politischen Gruppen, die die Sozialforen organisieren, sind zum Gl&#252;ck immer sehr heterogen, und es bedarf immer einer gro&#223;en Anstrengung, um alle zusammen zu bringen und die organisatorische Maschinerie in Bewegung zu setzen.</p>
<p>Das gilt auch f&#252;r die T&#252;rkei, ein sehr komplexes Land mit einer repressiven Gesetzgebung, das sozial und politisch stark fragmentiert ist, in dem Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein eher k&#252;mmerliches Dasein fristen. Daher gibt es wohl es nur geringe Erfahrungen mit sozialen Bewegungen <em>â€“</em> abgesehen von den Gewerkschaften, zu denen auch Berufsverb&#228;nde geh&#246;ren (was es in anderen europ&#228;ischen L&#228;ndern nicht gibt).</p>
<p>Soweit wir das von hier aus beurteilen k&#246;nnen, war die Organisation sehr m&#252;hsam, wegen Versp&#228;tungen und organisatorischer M&#228;ngel, zu geringer Aufmerksamkeit f&#252;r die Probleme der Teilnahme des Â«SozialforumsvolksÂ» (z.B. kosteng&#252;nstige oder gar kostenlose Unterbringung), aber auch deshalb, weil ein solches Forum f&#252;r die T&#252;rkeiÂ  etwas ganz Neues ist. Die Unterbringung beispielsweise determiniert viel st&#228;rker als interne politische Differenzen, wie viele teilnehmen k&#246;nnen.</p>
<p>Wir wissen nicht, wie viele und wer teilnehmen wird, weder von t&#252;rkischer Seite noch aus den europ&#228;ischen L&#228;ndern. Erschwerend kommt hinzu, dass die europ&#228;ischen Bewegungen schw&#228;cheln und die Â«Formel SozialforumÂ» langsam verschlei&#223;t.</p>
<p>Abgesehen von einigen L&#228;ndern gelang es zudem den Bewegungen nicht, eine starke Antwort auf die Krise zu geben. Das Sozialforum, d.h. wir alle, waren nicht in der Lage, uns zu erneuern. Hier kommt auch die Abwesenheit der Gewerkschaften auf europ&#228;ischer Ebene ins Spiel, die Schw&#228;che des EGB, der nun endlich f&#252;r den 29.September einen Aktionstag ausgerufen hat.</p>
<p><strong>Das Programm</strong><br />
Auf dem Sozialforum werden die Gewerkschaftsk&#228;mpfe, die sich seit einigen Wochen in verschiedenen europ&#228;ischen L&#228;ndern abspielen, nat&#252;rlich behandelt. Das Programm weist viele Seminare zu verschiedenen Aspekten der Krise aus. Da wir diesmal in der T&#252;rkei sind, wird es aber auch Initiativen geben, die vom Mesopotamischen Sozialforum ausgehen, z.B. Seminare zur Kurdenfrage. Der Aktionstag des Weltmarsches der Frauen am 30.Juni kann ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen, besonders weil er sich in einem vornehmlich muslimischen Land abspielt, in dem die Armee die Fahne des Laizismus hochh&#228;lt!!</p>
<p>Im Wesentlichen werden wir mit gro&#223;er Aufmerksamkeit auf das Neue schauen m&#252;ssen, das wir in der T&#252;rkei vorfinden k&#246;nnen. Wir m&#252;ssen versuchen, die Gesellschaft und Politik eines Landes zu entdecken, das voller Widerspr&#252;che steckt, aber sehr dynamisch ist. Das Mesopotamische Sozialforum, das im letzten Jahr in Diyarbak&#196;±r stattfand, z&#228;hlte 5000 Teilnehmern, war gut organisiert und bot eine au&#223;erordentliche Gelegenheit, Menschen kennenzulernen.</p>
<p>Mehr denn je erscheint auch eine Koordinierung der K&#228;mpfe gegen die Krise auf europ&#228;ischer Ebene notwendig. Wir werden sie versuchen, auch deshalb, weil der EGB, der in Istanbul gemeinsam mit den t&#252;rkischen Gewerkschaften ein gro&#223;es Seminar organisiert, den 29.September als Aktionstag angek&#252;ndigt hat. Wir sollten diesen Tag als einen gemeinsamen Bezugspunkt betrachten, wobei man nicht notwendigerweise alle dasselbe tun m&#252;ssen. Ich bezweifle, dass sich die Umweltbewegungen gegen die Klimakrise, die sich in Kopenhagen Geh&#246;r verschafften, im Begriff Â«WachstumÂ» wiedererkennen, der in den Losungen des EGB auftaucht! Wir k&#246;nnen aber gemeinsam f&#252;r eine nachhaltige Gesellschaft und Wirtschaft und f&#252;r einen Paradigmenwechsel der gesellschaftlichen Entwicklung k&#228;mpfen. Der Aufbau einer Alternative ist ein langsamer Prozess, aber das Sozialforum sollte eine Bewegung in diese Richtung anzeigen.</p>
<p><strong>Initiativen</strong><br />
Ich hoffe, dass vor allem die Seminare &#252;ber die Zukunft des Sozialforums und die Reaktion der sozialen Bewegungen in Europa auf die Krise, aber auch die Diskussionen &#252;ber das Verh&#228;ltnis des Europ&#228;ischen Sozialforums zum Weltsozialforum neue Ideen hervorbringen. Wir alle sp&#252;ren die Notwendigkeit, etwas zu ver&#228;ndern und mehr Wirksamkeit in unseren Handlungen zu entwickeln. Es sollte Treffen geben, die eng umrissene Themen diskutieren oder sich auf bestimmte Regionen beziehen. Es gibt viele &#246;rtliche Initiativen, die nicht in Istanbul sein werden und die untereinander gar nicht vernetzt sind: das ist ein gro&#223;es Problem.</p>
<p>Ob allerdings von Istanbul aus Initiativen ausgehen, die ein breiteres Geh&#246;r finden, vermag ich nicht vorauszusehen. Das Sozialforum ist eine Herausforderung und eine unbekannte Gr&#246;&#223;e. Sicher aber wird es uns bereichern und es wird viele neue Fragen geben <em>â€“</em> das ist genau das, was wir brauchen!</p>
<p><em>Alessandra Mecozzi ist verantwortlich f&#252;r die Internationale Arbeit der italienischen Metallergewerkschaft FIOM.</em></p>
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