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	<title>SoZ - Sozialistische Zeitung &#187; Kommentar</title>
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		<title>Das gr&#246;&#223;te Propagandaforum f&#252;r den Krieg</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 19:48:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[Die M&#252;nchner «Sicherheitskonferenz» von Claus Schreer Mehr als 90 Initiativen, Gruppen und Organisationen mobilisieren gegen die bevorstehende NATO-Kriegstagung (3.–5.Februar) in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die M&#252;nchner «Sicherheitskonferenz»</p>
<p>von <em>Claus Schreer</em></p>
<p>Mehr als 90 Initiativen, Gruppen und Organisationen mobilisieren gegen die bevorstehende NATO-Kriegstagung (3.–5.Februar) in M&#252;nchen – ein breites Spektrum aus der Friedens- und Antikriegsbewegung, der sozialen und &#246;kologischen Bewegung, von antirassistischen und Dritte-Welt-Gruppen, sowie antikapitalistischen Organisationen und Parteien.<br />
<span id="more-3967"></span>Die diesj&#228;hrige NATO-Tagung wird vom deutschen Milit&#228;rminister de Maizière er&#246;ffnet werden, der vermutlich der &#214;ffentlichkeit die Mogelpackung vom Bundeswehr- und NATO-Truppenabzug aus Afghanistan verkaufen wird. Aus den USA kommt Kriegsminister Leon Panetta, ehem. Leiter der CIA, verantwortlich f&#252;r die US-Folterpraxis der letzten Jahre und ebenso f&#252;r unz&#228;hlige extralegale Hinrichtungen der CIA-Killerkommandos. Au&#223;erdem: NATO-Generalsekret&#228;r Rasmussen und Ex-Au&#223;enminister Henry Kissinger, ein notorischer Kriegsverbrecher. Ferner die Spitzenmanager des globalen Finanzkapitals, Weltbankchef Robert Zoellick und der Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann, sowie zahlreiche Vertreter aus den Chefetagen gro&#223;er Wirtschafts- und R&#252;stungskonzerne.</p>
<p>Gebetsm&#252;hlenartig behauptet Wolfgang Ischinger seit Jahren, auf der SIKO gehe es ausschlie&#223;lich um die Frage, «wie der Frieden auf der Welt gesichert werden kann».<br />
Diese sch&#246;nf&#228;rberische Selbstdarstellung ist ein geradezu dreister Etikettenschwindel f&#252;r diese j&#228;hrliche Kriegstagung!<br />
Die Wahrheit ist: Die Debatten auf der SIKO drehen sich nicht um die «Sicherung des Friedens», sondern um die Durchsetzung der globalstrategischen Interessen der USA und der EU-Staaten und um gemeinsame Strategien zur Aufrechterhaltung ihrer globalen Vorherrschaft.</p>
<p>Die SIKO sei «keine NATO-Tagung und auch nicht die Jahreshauptversammlung der R&#252;stungslobby», sagt Ischinger. Unbestreitbare Tatsache ist aber, dass einige der weltweit gr&#246;&#223;ten R&#252;stungskonzerne mit am Tisch sitzen und die SIKO sponsern. Tatsache ist auch: Auf der SIKO treffen sich fast ausschlie&#223;lich Regierungs- und Milit&#228;rpolitiker aus den NATO- und EU-Staaten.</p>
<p>Zwar werden Aggressionskriege der NATO nicht auf der SIKO beschlossen, aber sie ist das weltweit gr&#246;&#223;te Propaganda-Forum f&#252;r die gerade stattfindenden und die beabsichtigten Kriege der NATO und der EU.<br />
Konferenzleiter Ischinger geh&#246;rt selbst zu den eifrigsten Kriegstrommlern: Im Zusammenhang mit der Debatte &#252;ber den Truppenabzug in Afghanistan pl&#228;dierte er f&#252;r mehr NATO-Pr&#228;senz und f&#252;r eine Aufstockung der Bundeswehrtruppen. Und er f&#252;gte hinzu: «Innenpolitische Opportunit&#228;ts&#252;berlegungen», d.h. die ablehnende Haltung der &#252;berwiegenden Mehrheit der Bev&#246;lkerung gegen&#252;ber dem Krieg d&#252;rften «f&#252;r R&#252;ckzugspl&#228;ne nicht ausschlaggebend sein». Deutschland und die EU m&#252;ssten gr&#246;&#223;ere R&#252;stungsanstrengungen machen, um wirklich kriegsf&#228;hig zu werden. Damit Europa zum allseits glaubw&#252;rdigen Akteur auf der Weltb&#252;hne wird, brauche die EU die entsprechende milit&#228;rische St&#228;rke und Deutschland eine leistungsf&#228;hige und professionelle Berufsarmee. Gleichzeitig will er bei Entscheidungen &#252;ber NATO- oder EU-Auslandseins&#228;tzen das Parlament ausschalten.</p>
<p>Dagegen richten sich die Proteste der Antikriegsbewegung.<br />
Ihre zentralen Forderungen lauten:<br />
– Die NATO-Besatzung in Afghanistan muss beendet werden. Sofortiger Abzug der Bundeswehr und aller Interventions-Truppen.<br />
– Keine Umr&#252;stung der Bundeswehr zur weltweit einsetzbaren Interventionsarmee, die mit Landesverteidigung nicht das Geringste zu tun hat. Diese Bundeswehr geh&#246;rt abgeschafft.<br />
– Verbot aller R&#252;stungsexporte. Raus aus der NATO.</p>
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		<title>Pharis&#228;er unter sich</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 19:45:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[oder: Wozu braucht man einen Pr&#228;sidenten? von Klaus Engert Oh, wie ist die Emp&#246;rung gro&#223;. Der Bundespr&#228;sident hat von Freunden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>oder: Wozu braucht man einen Pr&#228;sidenten?</strong><br />
von <em>Klaus Engert</em></p>
<p>Oh, wie ist die Emp&#246;rung gro&#223;. Der Bundespr&#228;sident hat von Freunden einen Billigkredit bekommen, kostenlosen Urlaub gemacht, und dann will er auch noch mit Druck erreichen, dass die Presse das nicht ver&#246;ffentlicht.<br />
<span id="more-3964"></span>Und die Journaille tut alles, was sie kann, um, wenn dieser Mann schon nicht zu retten ist, daf&#252;r zu sorgen, dass wenigstens «das Amt» nicht besch&#228;digt wird. Sogar LINKE-Politiker wie der notorische Klaus Ernst entbl&#246;den sich nicht, etwas von «Anforderungen an das Amt» zu faseln. Zumindest von letzterem h&#228;tte man erwarten k&#246;nnen, dass er stattdessen endlich einmal &#246;ffentlich feststellt, dass das dem deutschen Volke von den «V&#228;tern des Grundgesetzes» pr&#228;sentierte Surrogat f&#252;r die traditionellen F&#252;hrerfiguren von Kaiser Wilhelm &#252;ber Hindenburg bis Hitler in Form eines Repr&#228;sentationsautomaten schlicht entbehrlich ist<br />
.<br />
Dabei ist doch vollkommen verst&#228;ndlich, dass Christian Wulff bei sich keinerlei Fehlverhalten erkennen kann.<br />
Er hat schlie&#223;lich nur das getan, was in einer b&#252;rgerlichen Demokratie alle Politiker machen (m&#252;ssen), und was gerade in Niedersachsen seit Albrecht und Schr&#246;der gute Tradition ist: Er hatte sich von klein auf an die Gro&#223;en herangemacht, er hatte einen Pakt mit dem Springerkonzern geschlossen, er hat sich mit den richtigen Freunden umgeben, die ihm weiterhelfen konnten, und er hat in seiner Parteikarriere dann flei&#223;ig daf&#252;r gesorgt, dass die freie Marktwirtschaft ja nicht in Gefahr ger&#228;t. Kein Wunder, dass er jetzt aufheult wie ein verwundetes Tier, wenn man ihm ausgerechnet das vorh&#228;lt, was doch die Grundlage jeder b&#252;rgerlichen Politik ist, n&#228;mlich, die richtigen Freunde zu haben – d.h. betuchte – und daf&#252;r zu sorgen, dass das Geld in den richtigen Kreisen zirkuliert, da auch bleibt und sich vermehrt.</p>
<p>Mit einem Wort: Es handelt sich bei Herrn Wulff um die Fleischwerdung des Prinzips des ideellen Gesamtkapitalisten. Sein Fehler war, dass er, offensichtlich weil er schon auf der Schulbank beschloss, Berufspolitiker zu werden, dieses Prinzip so internalisierte, dass er das zweite Prinzip der b&#252;rgerlichen Demokratie str&#228;flicherweise vergessen hat. Das besagt n&#228;mlich, dass man zwar als Politiker als Lobbyist des Gesamtkapitals t&#228;tig ist, aber dem Wahlvolk gegen&#252;ber jeden Eindruck, dass dem so ist, peinlichst vermeiden muss. Das k&#246;nnte n&#228;mlich sonst an der Demokratie irre werden.</p>
<p>Und so mussten jene, die da Schaden von der hierzulande &#252;blichen Art von Demokratie, vulgo dem Kapitalismus und seiner derzeit benutzten politischen Erscheinungsform des b&#252;rgerlichen Parlamentarismus, abwenden wollten, sich m&#246;glichst lautstark moralisch emp&#246;ren. Etwas anderes blieb ihnen auch nicht &#252;brig, wenn sie nicht dem blitzsauberen Christian beipflichten wollten, dass das, was er getan hat, v&#246;llig in Ordnung gewesen sei. Auch Horst K&#246;hler ist schlie&#223;lich nicht dar&#252;ber gestolpert, dass die deutsche Milit&#228;rpolitik wirtschaftlichen Zwecken dient und dann und wann aus diesem Grund auch schon mal, wie im Falle Serbien oder Afghanistan, &#252;ber ein Land hergefallen werden muss, sondern dar&#252;ber, dass er es emp&#246;renderweise ausgesprochen hat. So etwas tut man nicht. Die Verbreitung von Wissen ist grunds&#228;tzlich systemgef&#228;hrdend.</p>
<p>Dass der Osnabr&#252;cker Leisetreter dann noch meinte, der Bild-Zeitung den Mund verbieten zu k&#246;nnen, deutet darauf hin, dass er zu all seinen Irrt&#252;mern auch noch den Denkfehler hinzuf&#252;gte, der Schwanz k&#246;nne mit dem Hund wackeln. «Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten», schreib Paul Sethe, einer der Gr&#252;nder der FAZ, 1965. Zu denen geh&#246;rt der Wulff nicht, und sie sind sehr empfindlich, wenn man ihnen dieses exklusive Recht nehmen will.<br />
Sic transit gloria, wenn einer sein Dasein als staatlich alimentierter Gr&#252;&#223;august mit Macht verwechselt.</p>
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		<title>Mutti und der b&#246;se Wulff</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2012/02/mutti-und-der-bose-wulff/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 19:41:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[von Paul B. Kleiser Nach dem ruhmlosen Abgang von Horst K&#246;hler vor knapp zwei Jahren begab sich «Mutti» Angela Merkel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von <em>Paul B. Kleiser</em></p>
<p>Nach dem ruhmlosen Abgang von Horst K&#246;hler vor knapp zwei Jahren begab sich «Mutti» Angela Merkel auf die Suche nach einem neuen Kandidaten f&#252;r das h&#246;chste Amt im Staate. Das wichtigste Kriterium war, dass er ihr – etwa durch zu gro&#223;e Unabh&#228;ngigkeit des Denkens und der Rede – nicht zu gef&#228;hrlich werden sollte. Professor T&#246;pfer schied somit, gleich Wolfgang Sch&#228;uble, aus dem Kandidatenkreis aus. Aus Proporzgr&#252;nden sollte der Kandidat zudem m&#246;glichst katholisch sein.</p>
<p><span id="more-3959"></span>Die Wahl fiel auf den nieders&#228;chsischen Provinzpolitiker Christian Wulff, der gerade (ohne den Segen der Kirche!) zum zweiten Mal geheiratet hatte, was Benedikt Ratzinger bei seinem Deutschlandbesuch sichtlich missfiel.<br />
Die Bundesversammlung wurde also einberufen und Wulff im dritten Wahlgang mit knapper Mehrheit gew&#228;hlt. Damit waren die wichtigsten «Nachwuchspolitiker» des «Andenpakts» (eine lose Seilschaft von «aufstrebenden Talenten») von «Mutti» einigerma&#223;en versorgt: Oettinger war nach Br&#252;ssel geschickt, um dort im Englischen zu gl&#228;nzen, Koch ging gleich zum Bauunternehmer Bilfinger und Berger, M&#252;ller schanzte man einen Posten beim Verfassungsgericht zu und Wulff gelangte schlie&#223;lich ins Schloss Bellevue. Merkel hatte sich ihrer m&#246;glichen Kontrahenten so elegant wie ger&#228;uschlos entledigt.</p>
<p>Doch nun schl&#228;gt die Provinz zur&#252;ck: Wer aus bescheidenen Verh&#228;ltnissen stammt, braucht im Zeitalter des Neoliberalismus reiche G&#246;nner, um zu Amt und W&#252;rden zu gelangen. So gibt es den sprichw&#246;rtlichen Kl&#252;ngel nicht nur in K&#246;ln, sondern auch in Hannover, Frankfurt, Stuttgart und M&#252;nchen. In Niedersachsen waren dies zum Beispiel das Ehepaar Geerkens, die ihren Sch&#252;tzling Wulff kr&#228;ftig f&#246;rderten. Sie waren im Schmuckhandel zu Reichtum gekommen und hatten diesen via Immobilien vermehrt. Der arme Kerl brauchte nach seiner teuren Scheidung ja einen neuen Haushalt, weshalb Frau Geerkens kurzerhand ein zinsg&#252;nstiges Darlehen &#252;ber mehrere hunderttausend Euro springen lie&#223;, das zu allem &#220;berfluss (der Name der G&#246;nnerin sollte unbekannt bleiben) noch nicht einmal ins Grundbuch eingetragen wurde (so spart man sich auch die Kosten des Notars).</p>
<p>Der Zinsvorteil gegen&#252;ber einem vergleichbaren Bankdarlehen soll immerhin 20000 Euro betragen haben. Egon Geerkens durfte den Ministerpr&#228;sidenten dann nach Indien und China begleiten. Nun hatte die Sache ein gewisses «Geschm&#228;ckle», und vor allem die nieders&#228;chsischen Gr&#252;nen gefielen sich in der Rolle, dem Ministerpr&#228;sidenten unangenehme Fragen zu stellen, worauf dieser mit Halbwahrheiten (also halben L&#252;gen) antwortete. Mit den Geerkens habe er in den letzten zehn Jahren «keine Gesch&#228;ftsbeziehung» unterhalten – obwohl ziemlich eindeutig ist, dass Geerkens Wulff beim Verkauf des v&#228;terlichen Hauses «beratend zur Seite stand».</p>
<p>Ein Kind von Traurigkeit scheint Wulff nicht zu sein. In den vergangenen Jahren tauchte er immer wieder auf Partys und Gala-Abenden auf, die h&#228;ufig von Manfred Schmidt ausgerichtet wurden, den der Stern den «ungekr&#246;nten Partyk&#246;nig der deutschen Geld- und Machtelite» nennt. Die schmidtschen Partys f&#252;hren regelm&#228;&#223;ig die «Gro&#223;kopferten» aus Wirtschaft, Politik und Showgesch&#228;ft zusammen. Wegen seiner sehr engen Beziehungen zu und Urlaubsaufenthalten bei Manfred Schmidt musste der Vertraute und Sprecher von Wulff, Olaf Glaeseker, bereits zur&#252;cktreten; die Staatsanwaltschaft pr&#252;ft ein Ermittlungsverfahren. Er war h&#228;ufiger Urlaubsgast in den Villen von Schmidt im S&#252;den. Wulff selbst hat «keine Erinnerung» daran, ob er von Schmidt in seiner Zeit als Ministerpr&#228;sident Geschenke erhalten hat.</p>
<p>Schmidt richtete auch mehrfach die Treffen des «Nord-S&#252;d-Dialogs» aus, eine Lobbyveranstaltung f&#252;r Repr&#228;sentanten der Wirtschaft, der Medien, der Kultur, des Sports und der Politik aus Baden-W&#252;rttemberg und Niedersachsen, die in Hannover und Stuttgart stattfanden und auf denen die guten Beziehungen zwischen Niedersachsen und Baden-W&#252;rttemberg (die VW-Porsche-Verbindung) gefeiert wurden. Angeblich wurden diese Events durch Sponsoring aus der Privatwirtschaft finanziert; schaut man sich aber die Liste der Sponsoren an, dann findet man auch Unternehmen darunter, die sich (zumindest teilweise) in &#246;ffentlicher Hand befinden, etwa die Landesbanken. Zu den F&#246;rderern z&#228;hlten auch der Versicherungskonzern Talanx und der Reisemulti Tui, beide in Hannover ans&#228;ssig.</p>
<p>Au&#223;erdem machten die Wulffs h&#228;ufiger «Urlaub bei Freunden», zu denen auch Carsten Maschmeyer geh&#246;rte, der es mit seiner Dr&#252;ckerkolonne AWD (bietet nach eigener Auskunft «individuelle Finanzstrategien, Versicherungsvergleiche und Altersvorsorgel&#246;sungen»), die er rechtzeitig an die Credit Suisse verkaufte, zum Milliard&#228;r gebracht hat. Er ist auch mit Gerhard Schr&#246;der befreundet.</p>
<p>Maschmeyer lie&#223; vor allem in den 90er Jahren in gro&#223;em Stil und ohne R&#252;cksicht auf Verluste Immobilienfonds verkaufen, von denen sich die meisten l&#228;ngerfristig als Rohrkrepierer erwiesen. Die Gesch&#228;digten gehen in die Tausenden. Er finanzierte auch Wulffs Buch mit dem passenden Titel Besser die Wahrheit.<br />
Als das fragw&#252;rdige Kreditgesch&#228;ft ruchbar wurde, wurde Wulff (wohl &#252;ber den damaligen baden-w&#252;rttembergischen Ministerpr&#228;sidenten Oettinger) an die BW-Bank weitergereicht, die das alte Darlehen – wiederum zinsg&#252;nstig – abl&#246;ste. Wulff behauptet, der Vertrag sei «per Handschlag» abgeschlossen worden, wiewohl das bei Hypotheken schon allein deswegen nicht geht, weil die Belastung ja vom Notar ins Grundbuch eingetragen werden muss. Die eigentliche Unterzeichnung erfolgte erst knapp zwei Wochen sp&#228;ter, was wiederum der Verdacht aufkommen l&#228;sst, dass hier Tatsachen «verdunkelt» werden sollten.</p>
<p>Den vorl&#228;ufigen H&#246;hepunkt des Skandals bildet die Aff&#228;re um die Bild-Zeitung und den Springer-Konzern. Da hat ein kleines W&#252;rstchen die Rollen von Koch und Kellner verwechselt. Man fragt sich allerdings, was den Konzern bewogen hat, Wulff auf die Abschussliste zu setzen, nachdem ihn das Blatt jahrelang hofiert hat.<br />
Ein m&#246;glicher Sturz von Wulff w&#228;re auch f&#252;r Merkel ein ziemliches Debakel und k&#246;nnte zum vorzeitigen Ende von Schwarz-Gelb beitragen. Offenbar versucht der Amtsinhaber, die ganze Aff&#228;re auszusitzen, doch es scheint einsam zu werden um ihn. Die neoliberale Verquickung von Amt und Gesch&#228;ft k&#246;nnte ihr n&#228;chstes Opfer gefunden haben.</p>
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		<title>Wirtschaftliche Ungleichgewichte sprengen den Euro</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2012/02/wirtschaftliche-ungleichgewichte-sprengen-den-euro/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 17:58:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[von Birger Scholz Keine Frage. Es steht schlecht um den Euro. Das hat mittlerweile selbst die Europ&#228;ische Zentralbank (EZB) eingesehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von <em>Birger Scholz</em></p>
<p>Keine Frage. Es steht schlecht um den Euro. Das hat mittlerweile selbst die Europ&#228;ische Zentralbank (EZB) eingesehen und sagte die Feier zum zehnj&#228;hrigen Jubil&#228;um seiner Einf&#252;hrung still und leise ab.<br />
<span id="more-3896"></span>&#220;ber die Ursachen zumindest ist sich die kritische Publizistik und Wirtschaftswissenschaft einig: Verantwortlich ist die Konstruktion des W&#228;hrungsraums. Es gibt weder eine hinreichende Mobilit&#228;t der Arbeitnehmer noch einen Verbund des Steuer- und Sozialversicherungssystems. Beides ist aber n&#246;tig, um &#228;u&#223;ere Schocks und ungleiche wirtschaftliche Entwicklungen abzufedern.<br />
In den USA haftet der Gesamtstaat zumindest in Teilen f&#252;r die Bundesstaaten. Dagegen wurde in Europa entschieden, den Euro bewusst ohne politische Union einzuf&#252;hren. Kritik gab es daran von keynesianisch wie von monetaristisch orientierten &#214;konomen.<br />
H&#228;tten Griechenland oder Spanien ihre W&#228;hrungen in den vergangenen 10 Jahren abwerten k&#246;nnen, w&#228;re der deutsche Sonderweg des Lohndumpings zumindest innerhalb von Europa ins Leere gelaufen. Stattdessen f&#252;hrten die Export&#252;bersch&#252;sse vor allem Deutschlands zu einer schleichenden Verschuldung der EU-Peripheriestaaten. Lange Zeit wurden diese gef&#228;hrlichen Ungleichgewichte durch &#246;ffentliche und private Verschuldung &#252;berdeckt. M&#246;glich war dies auch durch den einheitlichen EZB-Zins, der f&#252;r Kerneuropa zu hoch, f&#252;r die Peripheriestaaten aber zu niedrig war.<br />
Wer die Ungleichgewichte und damit den Kern der Euro-Krise genauer verstehen will, muss einen Blick in die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung wagen. Im Groben gibt es dort vier Konten, auf denen alle finanziellen Transaktionen verbucht werden: Staat, Unternehmen, Private Haushalte und Ausland. Auf den Konten werden Forderungen und Verbindlichkeiten verbucht und ein Saldo gebildet. Der Clou dabei ist, dass sich die Saldi dieser vier Konten immer zu Null ausgleichen. Ein positives Saldo der privaten Haushalte zeigt bspw. eine Zunahme der Forderungen, ein negative Saldo des Staates eine Zunahme der Verbindlichkeiten, also der Verschuldung.<br />
Von 1991 bis 2001 war das deutsche Auslandskonto j&#228;hrlich moderat mit 18 Milliarden Euro im Plus. Doch 2002 drehte sich das Vorzeichen und das Ausland verschuldete sich bis 2010 gegen&#252;ber Deutschland kontinuierlich in H&#246;he von insgesamt 675 Mrd. (75 Mrd. j&#228;hrlich).<br />
Dieser enorme Forderungsaufbau Deutschlands gegen&#252;ber dem Ausland ist ein  Spiegelbild der gest&#246;rten Binnenkonjunktur in Deutschland, das sich wiederum in  enorm hohen Finanzierungs&#252;bersch&#252;ssen der privaten Haushalte von j&#228;hrlich knapp 100 Mrd. Euro seit 1991 niederschl&#228;gt.<br />
Das Problem: Die &#220;bersch&#252;sse Deutschlands sind die Schulden des Auslands und m&#252;ssen im Zweifel gezahlt werden. Entweder durch Staatsverschuldung, oder durch Verschuldung der privaten Haushalte oder der Unternehmen. Deshalb sind alle angedachten Ma&#223;nahmen zur Krisenl&#246;sung von Eurobonds &#252;ber Schuldenstreichung bis zum Austerit&#228;tsprogramm der Troika letztlich nur Scheinl&#246;sungen, die am Grundproblem der fehlenden Abwertung der Peripheriel&#228;nder nichts &#228;ndern.<br />
Die Ratingagentur Standard &amp; Poors bringt es klar auf den Punkt: «Aus unserer Sicht sind die finanziellen Probleme der Euro-Zone eine Folge steigender au&#223;enwirtschaftlicher Ungleichgewichte und Unterschiede in der Wettbewerbsf&#228;higkeit zwischen dem Euro-Zonen-Kern und der sogenannten Peripherie.»<br />
Wenn sich die Mehrheit der Bev&#246;lkerung in Griechenland den Lohn- und Sozialk&#252;rzungen verweigert (was zu w&#252;nschen ist!), dann ist das Ende des Euro n&#228;her, als manch Linker in Deutschland glaubt. Denn dann w&#228;ren massive Lohnerh&#246;hungen in Deutschland nebst 10 Euro Mindestlohn unumg&#228;nglich, um die preisliche Wettbewerbsf&#228;higkeit Griechenlands wieder herzustellen. Nur, realistisch ist das kaum.<br />
Ebenso wenig realistisch ist die Einf&#252;hrung einer Leistungsbilanz&#252;berschussbremse an Stelle der geplanten Schuldenbremse. Dabei w&#252;rden diejenigen L&#228;nder, die die Krise durch unverantwortliche Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;sse gef&#228;hrden, mit hohen Strafzahlungen belegt. Das Aufkommen w&#252;rde in die Peripheriel&#228;nder flie&#223;en. Finanziert w&#252;rden die Strafzahlungen durch eine massive Steuererh&#246;hung f&#252;r Konzerne und Verm&#246;gende.<br />
In Anbetracht der Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse in Deutschland stehen die Chancen f&#252;r einen solchen Kurswechsel ausgesprochen schlecht. Viel wahrscheinlicher ist mittlerweile, dass Kerneuropa einen Staatsbankrott in Griechenland nebst Austritt aus dem Euro in Kauf nimmt. Ob es dann gelingt, Italien und Spanien wirklich abzuschirmen, ist mehr als fraglich. Die Orientierung des Ex-BDI-Chefs Henkel auf einen Nord-Euro (also der L&#228;nder mit Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;ssen) ist weit realistischer als die vielen Durchhalteparolen der herrschenden Politik.<br />
Dass die deutsche LINKE nicht &#252;ber das F&#252;r und Wider eines Austritts der Peripheriel&#228;nder aus der Eurozone diskutiert, k&#246;nnte sich bald bitter r&#228;chen. In der griechischen Linken wird diese notwendige Debatte, wenn auch kontrovers, immerhin gef&#252;hrt (siehe SoZ 12/2011: «Raus aus dem Euro?»). Denn es ist keineswegs ausgemacht, dass ein kontrollierter und regulierter Ausstieg Griechenlands mit &#246;konomischer Anschubfinanzierung durch die EU der schlechtere Weg sein muss. Welche positiven Wirkungen ein Wechselkurs entfalten kann, hat Argentinien in der letzten Dekade vorgemacht.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#220;ber Arbeit in Volker Brauns Erz&#228;hlung „Die hellen Haufen“</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2012/02/uber-arbeit-in-volker-brauns-erzahlung-die-hellen-haufen/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 17:12:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Startseite]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Enkel l&#246;ffelns besser aus“1 Volker Braun: Die hellen Haufen, Berlin: Suhrkamp Verlag, 2011, 96 S., 14,90 Euro von Michael [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Die Enkel l&#246;ffelns besser aus“1</strong></p>
<p><strong>Volker Braun: Die hellen Haufen, Berlin: Suhrkamp Verlag, 2011, 96 S., 14,90 Euro</strong></p>
<p>von <em>Michael Banos</em></p>
<p>In der Januarausgabe der SoZ gab es einen kleinen, in der K&#252;rze aber sehr trefflichen Buchtipp von Christel Berger zu Volker Brauns neuer Erz&#228;hlung. „Ein Buch, das mehrmals zu lesen lohnt“, schreibt sie. Richtig, denn alle Seiten des schmalen B&#228;ndchen sind auch NACHDENKSEITEN. Und: „Als Philosoph und Lyriker, Chronist und sozialistischer Tr&#228;umer in einer Person, denkt er &#252;ber das Wesen und den Sinn von Eigentum nach und &#252;ber Gewalt, &#252;ber den Wert von Arbeit sowieso.“<br />
Also: nochmals gelesen und &#252;ber den Wert von Arbeit nachgedacht, bei Volker Braun nachgelesen.<br />
<span id="more-3876"></span>Volker Brauns Erz&#228;hlung ist ein Bericht von Niederlagen nach der Wende in der DDR, von der der Bischofferoder Kali-Kumpel und von der eines fiktiven, aufst&#228;ndischen hellen Haufens von Bitterr&#246;de. Aber kein Abgesang auf die K&#228;mpfenden, kein Klagen und Gejammer sondern st&#228;ndiges Hinterfragen, &#220;berlegen, neues Deuten begegnet uns im Text. Die geschilderten Niederlagen – mit Reminiszenzen und Parallelen zum Bauernkrieg und zum Mitteldeutschen Aufstand von 1921 – sind nicht „das Ende der Geschichte“.</p>
<p>„Dieser Abstand mag entsetzen, diese auferlegte Distanz zur eigenen Zeit, die Gelassenheit, mit der man sich anderen freilich vergleichlichen Gegenst&#228;nden zuwendet. Aber es ist nicht nur das; es geht uns ja nahe. Es ist ein Warnen vor alten Mustern von Abl&#228;ufen, die ins Nichts f&#252;hrten, und aus denen doch schlagend sichtbar wird, da&#223; Geschichte nicht unausweichlich so laufen mu&#223;te. Sie lief aus Gr&#252;nden so. Verh&#228;ngnisse, selbst gen&#228;ht, und ahnbar die Rettung, die immer vorhandene M&#246;glichkeit, uns anders zu entscheiden. Die wahnwitzige Vorf&#252;hrung der fatalen Verl&#228;ufe ist ja ein intimes Klammern an die heutige Welt, die wir nicht verloren geben.“2</p>
<p>Die zum Kampf,  zum Aufstand bereiten Menschen sammeln sich im Mansfeld: „Das Mansfeld nennt sich nach der roten Lette; sein Name war nicht Gesinnung, sondern die Gewinnung &#8230; Sie lebten davon, Berge zu versetzen, n&#228;mlich aus der Erde zu haun. Und wirklich sieht man &#252;berall Halden und Hohlen, alte, eingesunkene Schlacken und die m&#228;chtigen grauen Kippen, in hundert Jahren unter den Himmel ger&#228;umt. Eine unnat&#252;rliche Landschaft, unideal, wie man sie nebenbei produziert; als h&#228;tte der Boden von der Arbeit brodelnd Blasen geschlagen. Wo er ausgeholt war, versetzten die Berge den Glauben&#8230;“<br />
Und der Schauplatz der entscheidenden Schlacht?<br />
„Ein halbhohes flaches Plateau (Sargdeckelhalde), &#252;ber dem sich der weithin sichtbare Kegel erhebt, und ein Vorberg wie eine Vorburg im Acker. Das sind die riesigen Massen tauben Gesteins aus dem Wolfschacht, sp&#228;ter Fortschrittschacht, der vor hundert Jahren angehauen und vor drei&#223;ig stillgelegt wurde.“<br />
„Wie sie nun auf dem Abraum sa&#223;en, war er das Eigenste, M&#228;chtigste, mit dem sie in Zusammenhang waren &#8230; B&#228;nsch rechnete: 149 Meter hoch, achteinhalb Millionen Kubik, wovon auf den Kegel sechs Komma sechs entfallen. Dunkelgrau entsprechend der T&#246;nung des Unteren Zechsteins. Es war der R&#252;ckstand, den sie hinterlassen hatten. Der Beleg, den sie vorweisen konnten, ein Monument ihrer M&#252;he und Maloche, der Verbohrtheit in den Berg und die Beute. Bis 572 Meter Tiefe war der Abbau vorgedrungen am F&#252;llort der 7.Sohle. Der Arsch &#252;ber dem Pumpensumpf. Sch&#228;lschrapperstrebabbau. Sie hockten auf dem finsteren Exkrement, dem giftigen Schutt, dem Rest ihres Daseins, das nicht zu verteidigen war. Einem Besitz, den sie nicht besessen hatten; einem Leben, f&#252;r das man das eigene nicht in die Schanze schl&#228;gt. Sie selber der Abraum, ausgeworfen, abgetan, ein Menschenm&#252;ll, schieferfarben, indem sie nun selbst auf der Halde lagen.“<br />
Das also war ihr Werk, Produkt ihrer T&#228;tigkeit, ihrer Arbeit: das Arbeitszeugnis. Und nun einfach fordern, wir wollen weiter Arbeit, Arbeit, weiter produzieren? Nein, das ist kein Leben, „f&#252;r das man das eigene in die Schanze schl&#228;gt“.<br />
Viele Faktoren spielen f&#252;r die Niederlage der Aufst&#228;ndischen eine Rolle, Gewalt, polizeiliche, milit&#228;rische &#220;bermacht, Isoliertheit. Aber eben auch diese Skepsis, das Unbehagen nicht einfach altes wieder haben, wiederholen zu wollen – auch die alte Arbeit.<br />
Das Sujet Arbeit durchzieht das Werk von Volker Braun. So hat er sich zum Arbeitsbegriff auf dem X.Schriftstellerkongress der DDR 1987 ge&#228;u&#223;ert:<br />
„Wir k&#246;nnen aber nicht unsere Verh&#228;ltnisse verlassen, ohne sie zu &#228;ndern. Wir werden die Maschine, die sich weltweit so gigantisch verselbst&#228;ndigt, nicht wieder von uns abh&#228;ngig machen, indem wir aussteigen; sie w&#252;rde, mit dem Rest ihrer Energie, den Krieg in der Natur zu Ende f&#252;hren. Die Arbeit hat den Menschen gemacht, nur andere Arbeit macht ihn anders und wird ihn aus dem rohen Zustand rei&#223;en.“3<br />
„Das Nichtgelebte ist das», so Volker Braun an anderer Stelle, „wovon man nicht loskommt, was man nicht vergessen kann, weil es nicht geleistet wurde.“<br />
Aber was ist das, wo ist es formuliert, ausgef&#252;hrt?<br />
Und nochmal Volker Braun: „Wir haben aber in neuerer Zeit verlernt, ein notwendiges Bed&#252;rfnis der Masse, nur weil es sich noch nicht artikuliert, &#252;berhaupt f&#252;r m&#246;glich zu halten.“</p>
<p>Die befreite Arbeit:<br />
Als in den fr&#252;hen 80er Jahren Theorien vom Verschwinden der Arbeit, das f&#252;r viele Menschen bittere Realit&#228;t geworden ist, von neuen „Wegen ins Paradies“ sprachen, konnte man glauben, das „Reich der Notwendigkeit“ w&#228;re bald nur noch eine Marginalie, das „Reich der Freiheit“ nahe. Dazu nahm Volker Braun Stellung:<br />
„»das reich der freiheit beginnt in der tat erst da«, schrieb marx: jenseits der materiellen produktion. soll das hei&#223;en, da&#223; die befreiung auch erst jenseits dieser sph&#228;re zu suchen ist? die neuen philosophen sind hier mit dem herrschenden sozialismus einer meinung. aber deshalb, weil etwas notwendig ist, mu&#223; es nicht notwendig knechtend sein. wovon wir uns nicht befreien k&#246;nnen, darin eben m&#252;ssen wir frei sein. dem reich der notwendigkeit ist nicht nur raum und zeit einzuschr&#228;nken, es ist ihm auch eine verfassung (eine produktionsweise) zu geben, in der »gemeinschaftliche kontrolle« und die der »menschlichen natur w&#252;rdigsten bedingungen« keine phrase bleiben. es sei denn, man wolle die misere mit w&#252;rde ertragen. die befreiung der arbeiterklasse findet im reich der notwendigkeit statt.“<br />
Und:<br />
„die freie assoziation ist der verein von produzenten, nicht von »autonomen« wesen.“4<br />
Diese Freiheit ist als Ahnung in den Mansfelder Artikeln erkennbar. Erstritten, gelebt wurde sie noch nicht. Die Befreiung der Sph&#228;re der Arbeit steht noch aus. Diese kluge Erz&#228;hlung, u.a. &#252;ber Arbeit, best&#228;tigt die alte Aussage des Dichters: „die Arbeit / sie hat es in sich, ein zweischneidiges Schwert / Entwicklung und Verw&#252;stung“.5<br />
Also genug Stoff zum Lesen in dem kleinen, wichtigen B&#228;ndchen, dessen Lekt&#252;re wir gern ein, auch von Volker Braun schon mal benutztes Brecht-Wort mitgeben wollen:<br />
„Vergi&#223; nicht, dies sind die Jahre<br />
Wo es nicht gilt zu siegen, sondern<br />
Die Niederlagen zu erfechten.“<br />
Aber nat&#252;rlich am besten, am liebsten im Buch.</p>
<p>Michael Banos<br />
ist Schriftsetzer, lebt als gl&#252;cklich-parteiloser Kommunist in Dortmund.</p>
<p>1. Aus Volker Braun: Der Wendehals oder Trotzdestonichts, 1995<br />
2. Volker Braun in einem Interview mit Hans Kaufmann, 1985<br />
3. Bericht vom Plenum des Schriftstellerkongresses der DDR, Diskussion am 24.November 1987, Berlin/Weimar 1988<br />
4. Volker Braun: Werktage – Arbeitsbuch 1977–89, S.454, 455<br />
5. Volker Braun: Leipziger Vorlesung, Halle 1993</p>
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		</item>
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		<title>Kindesmissbrauch: Entwarnung oder Alarm?</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2012/01/kindesmissbrauch-entwarnung-oder-alarm/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 17:20:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[von Anna Meister Laut Medienberichten geht der sexuelle Missbrauch an Kindern zur&#252;ck. Die Sozialp&#228;dagogin Anna Meister hinterfragt, ob das wirklich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von <em>Anna Meister</em></p>
<p>Laut Medienberichten geht der sexuelle Missbrauch an Kindern zur&#252;ck. Die Sozialp&#228;dagogin Anna Meister hinterfragt, ob das wirklich der Fall sein kann.<br />
<span id="more-3754"></span>Emma online wusste am 20.Oktober 2011 zu berichten: «Die gute Nachricht: Der Missbrauch an M&#228;dchen und Jungen geht zur&#252;ck. 11500 Menschen zwischen 16 und 40 Jahren hatte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) im Auftrag von Bundesbildungsministerin Schavan befragt. Das Ergebnis: 6,4% der weiblichen und 1,3% der m&#228;nnlichen Befragten gaben an, vor ihrem 16.Lebensjahr mindestens einen sexuellen &#220;bergriff erlebt zu haben. Vor knapp 20 Jahren hatten noch 8,6% der Frauen und 2,8% der M&#228;nner erkl&#228;rt, als Kind oder Jugendliche sexuell missbraucht worden zu sein.»</p>
<p>Geld und Sex (und dahinter versteckt: Macht) sind die Sujets, hinter denen die gr&#246;&#223;te Bereitschaft der menschlichen Spezies zu destruktivem, asozialem Handeln steht. Es ist deshalb eigenartig, wenn eine Zeitschrift, die den Feminismus gepachtet zu haben meint, «Entwarnung» im Bereich des sexuellen Missbrauchs gibt und als «Beweismittel» eine Befragung vorlegt, die unter melde- und aussagewilligen «Betroffenen» durchgef&#252;hrt wurde. Bekannterma&#223;en ist ein Leitsymptom der sexuellen Traumatisierung das Verschweigen, das Unverm&#246;gen, sich zu Erlebnissen zu &#228;u&#223;ern, die nicht verkraftet werden k&#246;nnen, bis hin zum «Vergessen» und Verleugnen. Eine solche Umfrage ist nichts als sinnloses Futter f&#252;r anspruchslose Statistiker.</p>
<p>«Viel» Geld wurde in die &#246;ffentliche Hand genommen, um ein Zeichen zu setzen, dass dem &#220;bel an die Wurzel gegangen werden soll, doch die tats&#228;chliche Wurzel wird weder erkannt noch benannt – weder von Emma noch von denen, die mit der einen Hand Geld f&#252;r Sexualerziehung ausgeben und mit der anderen, wie k&#252;rzlich der CDU-Landtagsabgeordnete Mindermann, auf Facebook schl&#252;pfrige Fragen an 15-J&#228;hrige stellen.</p>
<p>Aber warum sollte sich jemand auch die M&#252;he machen, wirklich aussagekr&#228;ftige Daten &#252;ber die tats&#228;chliche «Lage» zu erheben, nur um am Ende gesagt zu bekommen: Wir wissen Bescheid? &#196;ndern tun wir nichts. Zumindest nicht dort, wo es im System wehtun k&#246;nnte.</p>
<p>Was ist sexueller Missbrauch und was wird als solcher wahrgenommen? Aus verschiedenen Workshops im Rahmen des Sexualkundeunterrichts an unterschiedlichen Schultypen (Jahrgangsstufen 6–10) l&#228;sst sich Folgendes berichten:</p>
<p>Im Verlauf der vergangenen 20 Jahre hat sich bei der Einsch&#228;tzung «Was lasse ich zu, wo ist meine Grenze?» Erstaunliches getan. Aus nahe liegenden Gr&#252;nden ist die «Toleranz» gegen&#252;ber dem Umgang mit Sexualit&#228;t und den damit verbundenen &#220;bergriffen enorm gestiegen – insbesondere bei M&#228;dchen der Haupt- und F&#246;rderschulen; in modifizierter Form auch in Realschulen und Gymnasien. Die dahinter stehende Not bricht sich in anonymen Fragek&#228;sten Bahn: «Vor der Schule treffen wir uns im Klo und alle ziehen ihre Unterhosen aus. Warum ist das geil?»</p>
<p>Nicht gerade erbaulich, ebenso wenig wie der Trend, zum Abitur von den Eltern einen neuen Busen geschenkt zu bekommen, oder eine Schamlippenkorrektur: Das ist nahezu eine Produktoptimierung, Sex wird zum Konsumgut, statt eine k&#246;rperliche und mentale Begegnung auf Augenh&#246;he zu sein. Dabei bleiben M&#228;dchen und Jungen gleicherma&#223;en als Beziehungskr&#252;ppel und Opfer von &#220;bergriffigkeit und Missbrauch auf der Strecke – und nehmen es nicht einmal als Ursache der daraus zwangsl&#228;ufig resultierenden Probleme wahr.</p>
<p>Wie kann man dieser Art der Herabw&#252;rdigung entgegentreten? Die Hersteller von Beauty- und Wellnessprodukten, die Pharmaindustrie und die Sch&#246;nheitschirurgen haben daran wohl kein Interesse. Wie sieht eigentlich der &#246;ffentliche Diskurs zu diesem Problem aus?</p>
<p>«Mit der Thematik wird offener umgegangen», d.h. es wird &#252;ber T&#228;ter, Opfer und Therapie oder Entsch&#228;digung diskutiert. Mehr oder weniger sensationsl&#252;stern und/oder betroffenheitsgeschw&#228;ngert wird geschwallt, geschrieben und gesendet. Neue Therapieformen werden entwickelt, wenn die aus Missbrauch und Entgrenzung resultierenden St&#246;rungen zu &#246;konomischen Ausf&#228;llen f&#252;hren bis hin zur Fr&#252;hverrentung. Ist also alles im gr&#252;nen Bereich? Das kann man bezweifeln.</p>
<p>Die entscheidende Frage ist: Wen trifft die Problematik so, dass ein Denkprozess zustande kommt, an dessen Ende vielleicht die Frage steht: Warum ist das so und wie k&#246;nnte oder sollte es anders sein?</p>
<p>Die Ver&#228;nderung muss im eigenen Kopf anfangen, sofort und &#252;berall, quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen und insbesondere im Milieu derer, die sich Gesellschaftsver&#228;nderung auf die Fahne geschrieben haben. Die fortschreitende emotionale Verkr&#252;ppelung, erzeugt durch die zunehmende warenf&#246;rmige Zurichtung des Menschen, ist weder durch Kompensationszahlungen, noch durch polizeiliche Ma&#223;nahmen aufzuhalten – und wer, wie Emma, die Aussage, dass die «gestiegene Wehrhaftigkeit der Opfer &#8230; die entscheidende Ursache f&#252;r die sinkenden Missbrauchs-Zahlen» sei, unkommentiert pr&#228;sentiert, macht sich der Irref&#252;hrung schuldig.</p>
<p>Nicht die Missbrauchszahlen sind gesunken, sondern die Toleranzschwelle ist gestiegen, und das Problem ist nicht die hohe Zahl der unsanktionierten «Vorf&#228;lle», sondern die irrige Ansicht, dem sei mit «Abschreckung» beizukommen. Wer das meint, der hat nichts begriffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Autorin ist seit 35 Jahren als Sozialp&#228;dagogin im Bereich der Sexualerziehung und Gesundheitsf&#246;rderung t&#228;tig.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die «Erneuerung» der Berliner CDU hat niemals stattgefunden</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2012/01/die-erneuerung-der-berliner-cdu-hat-niemals-stattgefunden/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 17:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien/ Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Landowskys langer Schatten von Benedict Ugarte Chacón Als im Jahr 2001 die Berliner Bankgesellschaft ins Wanken geriet und herauskam, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Landowskys langer Schatten</strong></p>
<p>von<em> Benedict Ugarte Chacón</em></p>
<p>Als im Jahr 2001 die Berliner Bankgesellschaft ins Wanken geriet und herauskam, dass der Vorstandschef einer ihrer Teilbanken, gleichzeitig Fraktionsvorsitzender der CDU im Abgeordnetenhaus, Klaus-R&#252;diger Landowsky, von Kunden seiner Bank «Parteispenden» angenommen hatte, um – so wurde vermutet – Kreditantr&#228;gen selbiger Kunden etwas auf die Spr&#252;nge zu helfen, geriet mit Landowsky auch die gesamte Berliner CDU in Verruf. Die SPD, bis dahin treuer Koalitionspartner, stilisierte Landowsky zum &#220;ber-S&#252;ndenbock und ihren damaligen Fraktionsvorsitzenden Klaus Wowereit zum gro&#223;en Hoffnungstr&#228;ger.<br />
<span id="more-3751"></span>Als Wowereit und seine Steigb&#252;gelhalter im Juni 2001 die Gro&#223;e Koalition aufk&#252;ndigten, trompeteten sie bei jeder Gelegenheit, dass nun ein «Mentalit&#228;tswechsel» eingesetzt habe und Berlin nicht mehr mit Filz und Korruption gleichzusetzen sei. Doch hinter der Glitzerfassade des Partymeisters Wowereit ging es im Grunde genommen immer nur um eins: Die SPD m&#246;glichst ungest&#246;rt an der Macht zu halten – seit 1991 ist sie bis heute ununterbrochen im Land Berlin an der Regierung. Dem diente auch der Schwenk, die damalige PDS in die Regierung zu hieven. Dass Wowereit in der f&#252;r ihn typischen Beliebigkeit nun wieder die bequemste L&#246;sung w&#228;hlte und eine v&#246;llig unvorbereitete CDU in die Regierung setzte, zeugt von seinem durchaus talentierten Machtzynismus.</p>
<p>Elf Tage nach Einsetzung des neuen rot-schwarzen Senats wurde die zur Schau gestellte Harmonie jedoch empfindlich gest&#246;rt. Dem von Wowereit ernannten Justiz- und Verbraucherschutzsenator Michael Braun wird n&#228;mlich vorgeworfen, als Notar Verk&#228;ufe von Schrottimmobilien an Kleinanleger beurkundet zu haben. Braun trat schlie&#223;lich am 12. Dezember zur&#252;ck.</p>
<p><strong>Der alte Sumpf</strong></p>
<p>Zuvor wurde in den Medien immer wieder kolportiert, der Fall Braun zeige, dass die CDU nach wie vor fest im Immobiliensumpf verankert sei. Doch sollte man nach dem Fall Brauns nicht allzu erstaunt tun. Denn seit ihrem Rausschmiss aus der Regierung im Jahr 2001 hat sich bei der Berliner CDU nur vordergr&#252;ndig etwas ver&#228;ndert.</p>
<p>In der Tat, ihr Personalverschlei&#223; der letzten 10 Jahre ist beachtlich: Zun&#228;chst dilettierte Landowskys Ziehkind Frank Steffel als «Kennedy von der Spree» – heute fristet er auf den hinteren B&#228;nken des Bundestags ein blasses Dasein. Es folgten die Personalia Ingo Schmitt und Friedbert Pfl&#252;ger, die sich nach gegenseitigem Beharken 2008 gleichzeitig ins politische Abseits schossen. Damit war die «Erneuerung» der Berliner CDU aber auch erledigt, denn hernach schlug die Stunde der alten Garde. «Law and Order»-Mann Frank Henkel, heute Innensenator, &#252;bernahm im gleichen Jahr den Parteivorsitz.</p>
<p>Henkels Wurzeln reichen tief in den alten Sumpf zur&#252;ck: Dass er neuer Vorsitzender wurde, hat er Klaus Landowsky zu verdanken, der, als die entscheidenden Gespr&#228;che gef&#252;hrt wurden, «beratend» t&#228;tig wurde. «Im Hintergrund» habe Landowsky nach Einladung seiner Vertrauten Monika Gr&#252;tters, ihres Zeichens Stellvertreterin von Henkel, die entscheidenden F&#228;den gezogen. So jedenfalls berichtete es seinerzeit die in solchen Fragen stets gut informierte Berliner Morgenpost.</p>
<p>Bew&#228;hrt hatte sich Henkel zuvor schon auf diversen patronierten Posten. Von Januar bis Juni 2001 war er Leiter des pers&#246;nlichen B&#252;ros von Eberhard Diepgen, davor seit 1996 Referent im Leitungsstab der Bezirksb&#252;rgermeisterin von Reinickendorf, der politischen Basis Frank Steffels.</p>
<p>Auch an anderer Stelle reichen die Wurzeln Henkels tief in den konservativen Morast: Er ist Mitglied der schlagenden Verbindung «S&#228;ngerschaft Borussia», zu der auch Landowsky geh&#246;rt. Ein anderes Mitglied dieser Verbindung war der 2003 verstorbene CDU-Politiker Peter Kittelmann, der in den 70er Jahren die «K-Gruppe» ins Leben rief, einen Kreis von CDU-Nachwuchskr&#228;ften, zu dem neben Landowsky und Diepgen auch der sp&#228;tere rechtslastige Innensenator Heinrich Lummer geh&#246;rten.</p>
<p>Henkel ist also eine Frucht der alten, ehrenwerten Berliner CDU, die ihren hysterischen Antikommunismus durch die Komplizenschaft mit der &#246;rtlichen Baumafia kompensierte. Dass an den Koalitionsverhandlungen im Herbst neben Frank Henkel auch Frank Steffel, Monika Gr&#252;tters und Michael Braun teilnahmen, zeigt zweierlei: Landowskys Arm reicht weit, und Wowereit l&#228;sst sich mit jedem ein.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Jenseits des Wachstums stehen viele Fragezeichen</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2011/05/jenseits-des-wachstums-stehen-viele-fragezeichen/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 20:29:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.sozonline.de/?p=2426</guid>
		<description><![CDATA[Bemerkungen zum Attac-Kongress von Angela Klein Am Wochenende vom 20. bis 22.Mai stellte sich Attac einer grunds&#228;tzlichen Wachstumskritik. Die Themenstellung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bemerkungen zum Attac-Kongress</strong><br />
<em>von Angela Klein</em><br />
Am Wochenende vom 20. bis 22.Mai stellte sich Attac einer grunds&#228;tzlichen Wachstumskritik.<br />
<span id="more-2426"></span>Die Themenstellung traf einen Nerv, das ist unbestreitbar. Mit 2500 Teilnehmenden geh&#246;rt der Kongress zu den gro&#223;en Ereignissen in diesem Jahr. Viele junge Leute f&#252;hlten sich davon angezogen, f&#252;r viele von ihnen ist Wachstumskritik eine Chiffre f&#252;r das Unbehagen an den Widerspr&#252;chen und Zerst&#246;rungstendenzen der kapitalistischen Gesellschaft. Ob sie auch ein Einstieg in Kapitalismuskritik ist, bleibt dahin gestellt. Auch ansonsten war alles da, was im weiteren Sinne zur Linken geh&#246;rt, mit Ausnahme der radikalen Linken, die auffallend schwach pr&#228;sent war.</p>
<p>Es sei gleich vorweggenommen: Der Kongress hat nicht gehalten, was das Thema versprach. Es sei auch vorneweg gesagt: Das ist nicht allein die Schuld von Attac. Die hier formulierte grunds&#228;tzliche Kritik daran ist also auch als Einladung, besonders an die antikapitalistische Linke, zu verstehen, an dem Thema verst&#228;rkt weiter zu arbeiten.</p>
<p>Die Fokussierung auf die Frage: Brauchen wir Wachstum? hat die Referenten und die Teilnehmenden dazu verleitet, sich eilig und manchmal unreflektiert zur Wachstumskritik zu bekennen, um dann alsbald zu den Konzepten zur&#252;ckzukehren, die sie eh seit Jahren vertreten – unabh&#228;ngig von jeder Wachstumskritik. Gewerkschafter pr&#228;sentierten ihr Konzept der Wirtschaftsdemokratie, Sven Giegold feierte den Green New Deal als gelungenes Konzept, den Diskurs der Gr&#252;nen hegemonial zu machen, Vertreter der lokalen &#214;konomie hatten hier eh ein Heimspiel – um nur einige zu nennen.</p>
<p>Auch die vorgestellten praktischen Initiativen wie die Attac-Initiative f&#252;r Energiedemokratie u.a. sind aus anderen Anst&#246;&#223;en hervorgegangen. Dort, wo es praktisch wurde, war der Kongress eh am besten, aber das best&#228;tigt, dass reale &#246;kologische Konzepte und Alternativen in einzelnen Sektoren sehr weit gediehen sind: Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Reform der St&#228;dte, um nur einige zu nennen. Das verbindet sich jedoch noch nicht zu einem Gesamtbild.</p>
<p>Die These «Wir brauchen weniger Wachstum» sagt aber f&#252;r sich genommen &#252;ber Voraussetzungen und Grunds&#228;tze einer &#246;kologischen Kreislaufwirtschaft, die dar&#252;ber hinaus auch noch sozial ist, wenig aus. Sie ist abstrakt, weil losgel&#246;st von jeder Gesellschaftskritik. Wachstumskritik ist vielfach eine Chiffre f&#252;r Kapitalismuskritik, aber nur wenige schafften es, die &#246;kologische Kritik wirklich aus der Kapitalismuskritik zu entwickeln und mit ihr zu verbinden. Herausragend an dieser Stelle: Elmar Altvater. In ihrer Abstraktheit versperrt sie eher den Weg zum Verst&#228;ndnis der Zusammenh&#228;nge.</p>
<p>Ein gro&#223;es Manko war auch, dass die Vertiefung in die naturwissenschaftlichen Einsichten &#252;ber &#246;kologische Zusammenh&#228;nge  f&#252;r die &#252;ber 70 Veranstaltungen kein Thema war. Dabei ist fundierte &#246;kologische Kritik ohne naturwissenschaftliche Kenntnisse nicht zu leisten, die Selbstgen&#252;gsamkeit einer Gesellschaftskritik, die meint, ohne diese Kenntnisse auskommen zu k&#246;nnen, ist dabei Teil des Problems (schon Marx beklagt diese Spaltung, die ebenfalls ein Ergebnis des Kapitalismus ist, bis ins 18.Jahrhundert hinein kannte man das nicht).</p>
<p>Die Abstraktheit der These erm&#246;glicht aber auch, dass sie mit Konzepten verbunden wird, die mit dem gesellschaftspolitischen Anliegen von Attac, das immer auch betont auf soziale Gerechtigkeit gerichtet ist, wenig zu tun haben. So wurde auf der Auftaktveranstaltung leider auch Niko Paech ein Podium gegeben, der bei vielen als Linker durchgeht, aber eine klare Br&#252;cke zu liberalen Aposteln der Wachstumskritik schl&#228;gt. O-Ton etwa: Wachstum reduzieren wir, indem wir die Arbeitsteilung reduzieren, das aber bedeutet, dass wir die Arbeitszeit verl&#228;ngern und den G&#252;rtel enger schnallen m&#252;ssen.</p>
<p>Den liberalen Propheten des Minuswachstums sollte Attac kein Forum bieten. Die Abgrenzung von ihnen impliziert aber jene engere Verbindung von Kapitalismuskritik mit einer &#246;kologischen Fragestellung, die dem Kongress von seiner ganzen Anlage her fehlte.</p>
<p>Zu guter Letzt: Es h&#228;tte dem Kongress gut getan und ihn gewisserma&#223;en geerdet, wenn er den zahlreichen Erfahrungen mit Wirtschafts- und Lebensformen Raum gegeben h&#228;tte, die versuchen, sich im Kleinen von den Zw&#228;ngen der Konzerne freizumachen und eigene Wege zu gehen. Davon gibt es in Deutschland viel mehr, als wir ahnen.</p>
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		<title>Reichtumsbremse statt Schuldenbremse</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2010/08/reichtumsbremse-statt-schuldenbremse/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 19:30:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufstehen gegen die Diktatur des Kapitals von Daniel Kreutz Statt das Finanzmarktcasino zu schlie&#223;en, renovieren sie es bei laufendem Betrieb. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		PRE.western { font-family: "Garuda" } 		PRE.cjk { font-family: "DejaVu Sans", monospace } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><strong>Aufstehen gegen die Diktatur des Kapitals</strong><br />
<em>von Daniel Kreutz</em><br />
Statt das Finanzmarktcasino zu schlie&#223;en, renovieren sie es bei laufendem Betrieb. Sie feiern das Europ&#228;ische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung und laden die Krisenkosten durch K&#252;rzungen bei Hartz IV auf die Armen und Erwerbslosen ab, damit Banken, Konzerne und Reiche ungeschoren bleiben. Sie werfen sich in Sorgenposen &#252;ber Kinderarmut und streichen den Armen das Elterngeld.</p>
<p><span id="more-1370"></span>Sie halsen k&#252;nftige Kostensteigerungen bei der Krankenversicherung allein den Versicherten auf, um die Extraprofite der Pharmakonzerne zu schonen und die Arbeitgeber von der Kostenentwicklung freizustellen. Sie halten an Rentenk&#252;rzungen durch die Rente mit 67 fest. Kein gesetzlicher Mindestlohn, keine sonstige Regulierung darf Niedrigl&#246;hne und prek&#228;re Besch&#228;ftigung stoppen. Die Atomkonzerne aber bekommen mit der Verl&#228;ngerung der AKW-Laufzeiten eine «Lizenz zum Gelddrucken». Und w&#228;hrend der Afghanistankrieg ins zehnte Jahr getragen wird, feiert die deutsche R&#252;stungsindustrie ihren Aufstieg zum Europameister und auf Platz 3 der globalen Exporteure.</p>
<p>Kaum je zuvor war der Klassencharakter herrschender Politik so sehr mit H&#228;nden zu greifen wie heute. In ungenierter Fortf&#252;hrung der neoliberalen Rezepte, die die Welt in die Krise st&#252;rzten, bedient sie das primitiv-vulg&#228;re Interesse einer kleinen Minderheit von Kapitalisten und Reichen, sich nach dem Motto «Nach uns die Sintflut» auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern.</p>
<p>Die haben rund 8000 Milliarden Euro an privaten Nettoverm&#246;gen aufgeh&#228;uft, mehr als die H&#228;lfte davon ist Geldverm&#246;gen (4,7 Billionen Euro) – das entspricht 14 Bundeshaushalten. Die oberen 10% der Bev&#246;lkerung besitzen 60% aller Verm&#246;gen, den obersten 800.000 ganz oben an der Spitze  geh&#246;rt ein Drittel davon – zwei Drittel der Bev&#246;lkerung hingegen sind praktisch verm&#246;gensfrei.</p>
<p>Die Ungleichheit der Verm&#246;gen setzt sich in der Ungleichheit der Einkommen fort: 40% der Markteinkommen landen bei den obersten 10%. Eine kreative, dem Grundsatz der Sozialpflichtigkeit des Eigentums verpflichtete Steuer- und Abgabenpolitik f&#252;r mehr Sozialstaat und soziale Gerechtigkeit h&#228;tte enorme Spielr&#228;ume.</p>
<p>Eine Reichtumsuhr w&#228;re im vergangenen Jahrzehnt mehr als doppelt so schnell gelaufen wie die bekannte Schuldenuhr. Dennoch hievte man die «Schuldenbremse» in die Verfassung, die jetzt den «Sachzwang» abgibt f&#252;r fortgesetzte Sozialk&#252;rzungen und f&#252;r den Verzicht auf notwendige &#246;ffentliche Investitionen f&#252;r Bildung, Gesundheit, Altersversorgung und &#246;kologischen Strukturwandel.</p>
<p>Nicht die Staatsverschuldung gef&#228;hrdet unsere Zukunft, sondern der fortgesetzte Schutz des parasit&#228;ren Reichtums. Der Gesellschaft wird ein zunehmender Teil ihres Gemeineigentums geraubt und dann suggeriert, sie lebe &#252;ber ihre Verh&#228;ltnisse und m&#252;sse sparen, um den Konkurs abzuwenden.</p>
<p>Tats&#228;chlich wird damit die Wirtschaftskrise verl&#228;ngert und den Grundstein f&#252;r den n&#228;chsten Crash gelegt. Und der «deutsche Sonderweg», sich gegen&#252;ber dem Ausland Wettbewerbsvorteile per Lohn- und Sozialdumping zu verschaffen, auf den sich auch der aktuelle «Aufschwung» st&#252;tzt, belastet zunehmend das Verh&#228;ltnis zu den europ&#228;ischen Nachbarn.</p>
<p>Die Zerst&#246;rung des Sozialstaats beraubt viele Menschen ihrer Lebensperspektiven, st&#246;&#223;t sie in Existenzunsicherheit, soziale Ausgrenzung, verletzt ihre Menschenw&#252;rde. Es ist «strukturelle» Gewalt gegen Menschen, ausge&#252;bt ohne Not, kaltbl&#252;tig und planvoll. Wo Regierung und Staat derart zur Beute des Kapitals werden, da verkommt Demokratie zur formalen Fassade einer Diktatur des Gro&#223;en Geldes, fernab der «Herrschaft des Volkes».</p>
<p>Einer aktuellen Emnid-Umfrage zufolge sollen sich knapp 90% der Bev&#246;lkerung f&#252;r eine neue Wirtschaftsordnung aussprechen, die mehr sozialen Ausgleich, Schutz der Umwelt und sorgf&#228;ltigen Umgang mit Ressourcen erm&#246;glicht als der Kapitalismus. So dumm, wie manche meinen, ist das lohnabh&#228;ngige Volk denn doch nicht. Ohne die Meinungsmehrheiten f&#252;r Mindestlohn und gegen die Rente mit 67, f&#252;r Atomausstieg und gegen den Krieg in Massenwiderstand und demokratische Gegenmacht von unten zu &#252;bersetzen, wird das Rennen gegen den Vormarsch der Barbarei aber kaum zu gewinnen sein. Die Zeit dr&#228;ngt.</p>
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		<title>EU erw&#228;gt Beteiligung an israelischer Milit&#228;rindustrie</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2010/07/eu-erwaegt-beteiligung-an-israelischer-militaerindustrie/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 14:29:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Gelder f&#252;r R&#252;stungsforschung von David Cronin Ein israelischer Hersteller von Kampfflugzeugen, der seine Fabrikate zum T&#246;ten und Verst&#252;mmeln der Zivilbev&#246;lkerung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gelder f&#252;r R&#252;stungsforschung</strong><br />
<em>von David Cronin</em><br />
Ein israelischer Hersteller von Kampfflugzeugen, der seine Fabrikate zum T&#246;ten und Verst&#252;mmeln der Zivilbev&#246;lkerung im pal&#228;stinensischen Territorium von Gaza angewendet hat, k&#246;nnte von der EU finanzielle Unterst&#252;tzung f&#252;r wissenschaftliche Forschungen bekommen.<br />
<span id="more-1221"></span>Beim israelischen Angriff auf Gaza vom 27.12.2008 bis 18.1.2009 wurde mit den neuesten nicht bemannten Flugzeugen (Drohnen) vom Typ Heron experimentiert. Menschenrechtsorganisationen sch&#228;tzen, dass dadurch 87 Zivilisten get&#246;tet wurden. Trotzdem hat die EU der Israel Aerospace Industries (IAI), der Fabrikantin von Heron, einstweilen eine Finanzierung zugesagt.</p>
<p>Zwei Projekte der IAI haben die ersten Bewertungsphasen des EU-Forschungsprogramms bereits bestanden <em>–</em> daf&#252;r bekommt das Unternehmen von 2007 bis 2013 65,4 Mio. US-Dollar. Die EU-Kommission hat best&#228;tigt, dass die IAI einer der 34 israelischen «Partner» ist und zu den 26 Anbietern von Informationstechnologie z&#228;hlt, die von der EU finanziert werden sollen.<br />
Eine Ver&#246;ffentlichung des israelischen Medium <em>Globes</em> informierte im Mai, dass israelische Unternehmen ein 21-Millionen-Dollar-Paket von der EU f&#252;r informationstechnische Forschungen erhalten haben. Somit h&#228;tte Israel laut <em>Globes</em> seit 2007 insgesamt 358 Mio. Dollar Forschungsgelder von der EU erhalten. Israel ist der Hauptteilnehmer an den Forschungsprogrammen der EU.</p>
<p>Die 27 Mitglieder der EU akzeptierten Ende 2008 die Anfrage, die Beziehungen zu Israel zu verbessern und dem Land eine gr&#246;&#223;ere Beteiligung an weitreichenden Aktivit&#228;ten der EU einzur&#228;umen. Die Abmachung konnte jedoch aufgrund des Angriffs auf Gaza nicht aufrechterhalten werden.</p>
<p>Der Brite Chris Davies, Vertreter der Demokratisch Liberalen Partei im EU-Parlament, lehnt das Bestreben, israelischen Unternehmen weiterhin Fonds zu genehmigen, ab. Das sei «eine v&#246;llig unakzeptable, inkoh&#228;rente und skandal&#246;se Naivit&#228;t».</p>
<p>Die EU-Kommission behauptet, die Kooperation mit Israel beziehe sich nur auf die zivile Forschung, w&#228;hrend die israelische Regierung stolz die erfolgreiche und enge Verbindung zwischen der zivilen Technologie und dem milit&#228;rischen Sektor meldet. Auf diesen beiden Gebieten gibt es in Israel eine «Symbiose», best&#228;tigte das Industrieministerium Anfang dieses Jahres. «Mehrere technische Fortschritte sind durch diese ‹Verbindung› entstanden.» Als Beispiel wird die vom israelischen Milit&#228;r erfundene Einrichtung zur Erkennung von Computerstimmen in den 80er Jahren genannt.</p>
<p>«Die europ&#228;ischen B&#252;rger d&#252;rfen keine Zweifel an der Finanzierung der israelischen Millit&#228;rindustrie haben», sagt Marcel Shaton, Pr&#228;sident des Forschungs- und Entwicklungsrats Israel–Europa. «Jede Forschung tr&#228;gt zur R&#252;stungsindustrie bei. Die zivile Technologie wird f&#252;r milit&#228;rische Zwecke auf der ganzen Welt verwendet.»</p>
<p>Die EU ist Komplizin bei der Besetzung der pal&#228;stinensischen Territorien geworden, indem sie Israels Milit&#228;rindustrie unterst&#252;tzt, meint Yasmin, Expertin f&#252;r Waffenhandel bei der Organisation <em>War on Want</em>. Mehrere europ&#228;ische L&#228;nder, die am Afghanistankrieg teilgenommen haben, kaufen unbemannte Flugzeuge von der IAI und anderen israelischen Unternehmen. «Die Milit&#228;rindustrie ist das zentrale Element der israelischen Wirtschaft. Die verkaufte Ausr&#252;stung ist auf eine dunkle Weise ‹kriegserprobt›» <em>–</em> das bezieht sich auf deren Anwendung in den pal&#228;stinischen Gebieten.</p>
<p><em>Auf Spanisch erschienen bei der urugayischen Nachrichtenagentur Inter Press Service (IPS) am 19.6.2010.</em></p>
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