Artikel gespeichert unter 'Krimi'
Elmore Leonard: Raylan
Berlin: Suhrkamp, 2013. 368 S., 19,95 Euro
von Udo Bonn
Mit dem Film Harlan County USA setzte die Dokumentarregisseurin Barbara Kopple 1976 streikenden Bergarbeitern und ihren Frauen aus einem der Kohlereviere Kentuckys ein kämpferisches Denkmal. Er war als Unterstützung für die Demokratisierungskampagne der Bergarbeitergewerkschaft gedacht und berichtete von dem mit allen Mitteln, auch mit Waffengewalt, ausgetragenen Streit um höhere Löhne, gesündere Arbeitsbedingungen und das Recht auf Streik in den Jahren 1972/73. Erst der Mord an einem Arbeiter zwang die Bergwerksgesellschaft an den Verhandlungstisch. (weiterlesen…)
Merle Kröger: Grenzfall
Krimi, Hamburg: Argument, 2012. 347 S., 11 Euro
von Udo Bonn
Auf der Berlinale 2012 wurde der Dokumentarfilm Revision von Philip Scheffner und Merle Kröger gezeigt, leider kam er nur für kurze Zeit in die Programmkinos. Der Film versucht, den Tötungsumständen von zwei rumänischen Staatsbürgern an der deutsch-polnischen Grenze im Jahr 1992 nachzugehen und das zu recherchieren, was während des Prozesses unterlassen wurde. Aus dieser Filmarbeit hat Merle Kröger den Roman Grenzfall entwickelt. (weiterlesen…)
Neue Krimis von Stuart Neville
Stuart Neville: Die Schatten von Belfast. Berlin: Aufbau, 2012. 445 S., 9,99 Euro
Stuart Neville: Blutige Fehde. Berlin: Rütten & Loening, 2012. 475 S., 19,99 Euro
von Udo Bonn
Beruhigende Nachrichten von der irischen Insel haben nur kurze Gültigkeitsdauer. Die Feierorgien anlässlich des Wirtschaftswunders des gälischen Tigers sind nachhaltig abgesagt, und die Straßenkämpfe in Belfast, ausgelöst durch die läppische Entscheidung, die britische Fahne nicht mehr täglich vor dem Rathaus zu hissen, deuten an, wie brüchig der soziale und politische Frieden in der Republik und in Ulster sind.
Daniel Woodrell: Im Süden
München: Heyne, 2012. 650 S., 10,99 Euro
von Udo Bonn
Verwundert ist man schon, wenn die Lieblingskrimibuchhandlung an einem normalen Verkaufstag geschlossen ist. Wenn der Buchhändler sich aber auf einem Plakat von seinen Kunden in eine andere Welt verabschiedet, dann ist das wohl brachialer Humor, der das traurige Abschiednehmen vielleicht für die, die ihn kannten, erleichtern soll (weiterlesen…)
Reginald Hill: Rache verjährt nicht
Berlin: Suhrkamp, 2012. 684 S., 19,95 Euro
von Udo Bonn
Wenn sich in einem Roman mit dem Titel Rache verjährt nicht Elemente aus Der Graf von Monte Cristo mit Lady Chatterley vermischen, eine Prise Bourne hinzugefügt wird, die Verbrechen von Private Equity Fonds, Kinderpornografie und russischer Drogenmafia eine Rolle spielen, dann muss man schon ein guter Schriftsteller wie der kürzlich verstorbene Reginald Hill sein, um nicht eine Vorlage für das sonntägliche Schmonzettenabendprogramm des ZDF abzuliefern. (weiterlesen…)
Dominique Manotti u.a.: Die ehrenwerte Gesellschaft; Das schwarze Korps.
Krimi: Howard Linskey: Crime Machine
München: Knaur 2012. 378 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn
Wenn Gangster reisen… dann reisen sie mit der Eisenbahn. Zumindest in Howard Linskeys Debutroman Crime Machine. Die Truppe um Bobby Mahoney macht sich per Zug aus dem nordenglischen Newcastle nach Glasgow auf, um dem dort tonangebenden Boss Arthur Gladwell einen Besuch zu erstatten: (weiterlesen…)
Krimi von Pete Dexter: God’s Pocket
Frankfurt: S.Fischer, 2012, 368 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn
Was Hell’s Kitchen für die irischstämmigen New Yorker war, ist in Philadelphia God’s Pocket. (weiterlesen…)
Drei Sommerkrimis
Empfehlungen von Udo Bonn
Oliver Harris, London Killing. München: Blessing, 2012, 479 S., 19,95 Euro
Jim Thompson, Der Mörder in mir. Zürich: Diogenes, 1992, 234 S., 9,90 Euro
Michael Robotham, Der Insider. München: Goldmann, 2012, 539 S., 14,99 Euro
Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels
München: Liebeskind, 2012, 303 S., 19,80 Euro
von Udo Bonn
Im mittleren Westen gibt es viele Orte, die nach den wirtschaftlichen und sozialen Verwüstungen der Großen Depression keine Erholung erfahren haben. Die Heimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg finden aufgegebene Fabriken und unbestelltes Land vor, und bis sie ihre Söhne knapp 20 Jahre später in den Vietnamkrieg ziehen lassen, hat sich bis auf die Musik und die nächste Autogeneration nichts geändert. (weiterlesen…)
