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	<title>SoZ - Sozialistische Zeitung &#187; Nordamerika</title>
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		<title>Der neue Machtkampf mit China ums &#214;l</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 18:43:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Startseite]]></category>

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		<description><![CDATA[Kehrtwende in der US-Au&#223;enpolitik von Michael T. Klare L&#228;sst die Regierung Obama die Beziehungen zu China eskalieren? Beim Versuch, zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kehrtwende in der US-Au&#223;enpolitik</strong></p>
<p>von <em>Michael T. Klare</em></p>
<p>L&#228;sst die Regierung Obama die Beziehungen zu China eskalieren? Beim Versuch, zwei desastr&#246;se Kriege endlich abzuschlie&#223;en, hat sie wom&#246;glich einen neuen Kalten Krieg in Asien er&#246;ffnet. Der Schl&#252;ssel zur weltweiten Vorherrschaft: &#214;l.<br />
<span id="more-3926"></span>Seine neue Politik pr&#228;sentierte Pr&#228;sident Obama selbst am 17.November im Rahmen einer Ansprache an das australische Parlament, vor dem er eine wagemutige – und sehr gef&#228;hrliche – geopolitische Vision darlegte. Anstatt sich, wie in den vergangenen zehn Jahren, auf den Mittleren Osten zu konzentrieren, wollen die USA ihre Macht nun in Asien und im Pazifik ballen. In Australien erkl&#228;rte Obama, er wolle in Zukunft daf&#252;r sorgen, dass die USA in der Region eine starke milit&#228;rische Position behalten. Offiziell richtet sich die neue Politik nicht gegen China, es ist aber klar, dass von nun an nicht die Bek&#228;mpfung des Terrorismus im Fokus der amerikanischen Milit&#228;rstrategie stehen wird, sondern die Eind&#228;mmung des Boomlands China.</p>
<p><strong>Der neue Mittelpunkt der Erde</strong></p>
<p>Die neue Betonung von Asien und der Eind&#228;mmung («containment») Chinas ist laut Obama notwendig, weil die Region nunmehr den neuen «Mittelpunkt» der globalen Wirtschaftsaktivit&#228;ten bildet. W&#228;hrend sich die USA im Irak und in Afghanistan verzettelten, so wird argumentiert, konnte China seinen Einfluss in der [ost- und s&#252;dostasiatischen] Region vergr&#246;&#223;ern. Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sei Washington dort nicht mehr der wichtigste Akteur. Wenn die USA weiterhin die wichtigste Macht der Welt bleiben wollen, m&#252;ssen sie dieser Denkweise zufolge ihre Vorherrschaft in dieser Region zur&#252;ckgewinnen und den chinesischen Einfluss eind&#228;mmen. In den kommenden Jahrzehnten wird dies die wichtigste Aufgabe der US-Au&#223;enpolitik sein.</p>
<p>Im Zuge dieser neuen Strategie hat die Regierung Obama eine Anzahl von Ma&#223;nahmen ergriffen, die darauf abzielen, die Macht der USA in Asien zu st&#228;rken und China in eine defensive Position zu dr&#228;ngen. Unter anderem wurden 250 Soldaten (geplant sind bis zu 2500 Soldaten) auf der Luftwaffenbasis Darwin an der Nordk&#252;ste Australiens stationiert, und am 18.November wurde die sog. «Manila-Deklaration» verabschiedet – eine Zusicherung engerer milit&#228;rischer Beziehungen zu den Philippinen.</p>
<p>Zudem verk&#252;ndete das Wei&#223;e Haus den Verkauf von 24 F16-Kampfflugzeugen an Indonesien. Au&#223;enministerin Hillary Clinton besuchte das isolierte Myanmar, das lange Zeit ein Verb&#252;ndeter Chinas war – nach 56 Jahren der erste Besuch eines US-Au&#223;enministers. Clinton sprach auch von engeren diplomatischen und milit&#228;rischen Beziehungen zu Singapur, Thailand und Vietnam, alles L&#228;nder die an China angrenzen bzw. an wichtigen Handelsrouten liegen, auf die China angewiesen ist.</p>
<p>Aus der Sicht der Regierung Obama zielen solche Ma&#223;nahmen darauf ab, Amerikas Vorteile auf diplomatischer und milit&#228;rischer Ebene zu maximieren, da China die Region wirtschaftlich dominiert. In einem Artikel im Magazin Foreign Policy erkl&#228;rte Clinton verr&#228;terisch, die wirtschaftlich geschw&#228;chten USA k&#246;nnten nicht l&#228;nger verschiedene Regionen gleichzeitig dominieren. Die Schlachtfelder m&#252;ssen also sorgf&#228;ltig ausgew&#228;hlt und die begrenzten Ressourcen – meist milit&#228;rischer Natur –  optimal eingesetzt werden. Angesichts der strategischen Bedeutung Asiens f&#252;r die weltweiten Machtverh&#228;ltnisse bedeutet dies, dass die verf&#252;gbaren Mittel hier konzentriert werden sollen.</p>
<p>«In den letzten zehn Jahren», schreibt Clinton, «haben wir immense Ressourcen [auf den Irak und Afghanistan] verwendet. In den n&#228;chsten zehn Jahren m&#252;ssen wir mit unserer Zeit und Energie klug und systematisch umgehen, sodass wir die beste Position zur Erhaltung unserer Vorherrschaft und Wahrung unserer Interessen erlangen &#8230; Eine der wichtigsten Aufgaben amerikanischer Staatskunst besteht in den n&#228;chsten zehn Jahren deshalb darin, im asiatisch-pazifischen Raum wesentlich mehr zu investieren – auf diplomatischer, wirtschaftlicher, strategischer und sonstiger Ebene.»</p>
<p>Ein solch dezidiert milit&#228;risch ausgerichtetes Denken ist auf gef&#228;hrliche Art provokativ. Die angek&#252;ndigten Schritte werden eine erweiterte milit&#228;rische Pr&#228;senz in den an China grenzende Gew&#228;ssern und verbesserte milit&#228;rische Beziehungen zu Chinas Nachbarl&#228;ndern  nach sich ziehen. Diese Ma&#223;nahmen werden Peking sicherlich alarmieren und diejenigen  (speziell in der Milit&#228;rf&#252;hrung) auf den Plan rufen, die eine aktivere, milit&#228;rischere Reaktion auf die amerikanischen Aktivit&#228;ten favorisieren. Welche Form sie auch annehmen mag, eins  ist sicher: Die f&#252;hrenden Kr&#228;fte der zweitgr&#246;&#223;ten Wirtschaftsmacht der Welt werden in Anbetracht der amerikanischen Initiativen rund um ihr Land nicht als schwach und unentschieden dastehen wollen – das hei&#223;t, hier wird wom&#246;glich die Saat f&#252;r einen neuen Kalten Krieg in Asien ausgebracht.</p>
<p>Die milit&#228;rische St&#228;rkung der US-amerikanischen Position und das Potential eines machtvollen chinesischen Konters wurden in der amerikanischen und asiatischen Presse bereits debattiert. Ein wesentlicher Aspekt des beginnenden Machtkampfes blieb dabei jedoch bislang unbeachtet: Pl&#246;tzliche Wendungen in der Energiegleichung Washingtons k&#246;nnen auch eine erh&#246;hte Verwundbarkeit Chinas und neue Vorteile f&#252;r Washington offenbaren.</p>
<p><strong>Die neue Energiegleichung</strong></p>
<p>Jahrzehntelang waren die USA sehr abh&#228;ngig von importiertem &#214;l, viel davon kam aus dem Mittleren Osten und Afrika, w&#228;hrend China diesbez&#252;glich weitgehend autark war. 2001 verbrauchten die USA 19,6 Mio. Barrel &#214;l pro Tag, nur 9 Millionen davon wurden im eigenen Land gewonnen. Die Abh&#228;ngigkeit von ausl&#228;ndischen &#214;llieferanten beunruhigte die Politikstrategen in Washington. Sie reagierten darauf, indem sie zunehmend engere, milit&#228;rischere Beziehungen zu den &#214;lproduzenten im Mittleren Osten kn&#252;pften und Kriege f&#252;hrten, um den &#214;lfluss nach Amerika sicher zu stellen.</p>
<p>Im Gegensatz dazu verbrauchte China im Jahr 2001 lediglich f&#252;nf Mio. Barrel &#214;l pro Tag, wovon im Land selbst 3,3 Mio. Barrel gef&#246;rdert wurden. Deshalb war China wesentlich weniger besorgt &#252;ber die Verl&#228;sslichkeit seiner wichtigsten &#214;llieferanten – und musste keine ausl&#228;ndische Beziehungen eingehen wie die USA.<br />
Die Lage hat sich ver&#228;ndert, erkl&#228;rt die Obama-Regierung nun. Denn Chinas &#214;lverbrauch explodiert wegen der boomenden Wirtschaft und des Aufstiegs eines neuen Mittelstandes (viele Chinesen kommen jetzt in den Besitz ihr ersten Autos). 2008 verbrauchte China 7,8 Mio. Barrel pro Tag, laut Voraussagen des US-Energieministeriums wird sich der Verbrauch bis 2020 auf 13,6 Mio. Barrel &#214;l und bis 2035 auf 16,9 Barrel pro Tag steigern – womit China die USA im Verbrauch einholen w&#252;rde.</p>
<p>Die USA k&#246;nnen sich hingegen auf eine verbesserte Energiesituation freuen. Dank verst&#228;rkter &#214;lf&#246;rderungen in den unzug&#228;nglichen F&#246;rdergebieten des Landes, dem arktischen Meer vor Alaska, den tiefen Gew&#228;ssern im Golf von Mexiko und den Schieferformationen in Montana, North Dakota und Texas, werden sich die &#214;limporte in Zukunft wohl reduzieren, sogar bei steigerndem Verbrauch. Das US-Energieministerium sagt f&#252;r die USA, Kanada und Brasilien einen Anstieg der Produktion von 2009 bis 2035 um 10,6 Mio. Barrel pro Tag voraus – das ist enorm, wenn man bedenkt, dass man in den meisten &#214;lf&#246;rdergebieten der Welt k&#252;nftig eine geringere &#214;lausbeute erwartet.</p>
<p><strong>Wem geh&#246;ren die Seerouten?</strong></p>
<p>Vom geopolitischen Standpunkt aus scheint all dies auf einen genuinen Vorteil der USA hinauszulaufen, besonders wenn China entlang der Seerouten zu fernen L&#228;ndern immer verwundbarer wird. Das hei&#223;t, dass Washington seine milit&#228;rischen und politischen Beziehungen zu den &#214;lstaaten des Mittleren Osten – die so lange die Au&#223;enpolitik der USA dominierten und teure, zerst&#246;rerische Kriege zur Folge hatten – zusehends lockern kann,.<br />
Die USA sind nun tats&#228;chlich, wie Pr&#228;sident Obama im australischen Canberra verk&#252;ndete, in der Position, ihre milit&#228;rischen F&#228;higkeiten in anderen Regionen neu zusammenzuziehen. «Nach einem Jahrzehnt, in dem wir zwei Kriege f&#252;hrten, die uns viel abverlangt haben», erkl&#228;rte Obama, «richten die USA ihre Aufmerksamkeit nun auf das gro&#223;e Potenzial Asiens und des Pazifik.»</p>
<p>F&#252;r China bedeutet all dies potenzielle strategische Hindernisse. Obwohl ein Teil der chinesischen &#214;limporte in Pipelines &#252;ber Land aus Kasachstan und Russland geliefert wird, kommt das meiste nach wie vor per &#214;ltanker aus dem Mittleren Osten, Afrika und Lateinamerika, &#252;ber Meeresstra&#223;en, die von den USA &#252;berwacht werden. Fast jedes Schiff, das &#214;l nach China liefert, durchquert das S&#252;dchinesische Meer, das die Obama-Regierung nun unter ihre Kontrolle bringen will.<br />
Durch die Sicherung ihrer Vorherrschaft im S&#252;dchinesischen Meer und in den angrenzenden Gew&#228;ssern bezweckt die Regierung Obama offenbar, sich f&#252;r das 21.Jahrhundert eine &#228;hnliche Stellung zu sichern wie mit der nuklearen Erpressung im 20.Jahrhundert. Wenn ihr uns zu sehr dr&#228;ngt, so die Implikation dieser Politik, werden wir eure Wirtschaft in die Knie zwingen, indem wir eure Energieimporte blockieren. Die Regierung Obama w&#252;rde dies offiziell niemals zugeben, es ist jedoch undenkbar, dass wichtige Entscheidungstr&#228;ger nicht in solchen Kategorien denken, und es gibt Belege daf&#252;r, dass die Chinesen zunehmend ob dieses Risikos besorgt sind – davon zeugen z.B. ihre eifrigen Bem&#252;hungen, teure Pipelines quer durch Asien bis hin zum Kaspischen Meer zu bauen.</p>
<p><strong>Umweltgefahren</strong></p>
<p>Je klarer die zugrunde liegenden Absichten der neuen Strategie Obamas werden, desto eher kann davon ausgegangen werden, dass die chinesische F&#252;hrung in Reaktion darauf Ma&#223;nahmen zur Sicherheit ihrer Energievorr&#228;te treffen wird. Einige davon werden wirtschaftlicher und diplomatischer Natur sein – beispielsweise die Umgarnung regionaler M&#228;chte wie Vietnam und Indonesien, oder von &#214;llieferanten wie Angola, Nigeria und Saudi Arabien – andere milit&#228;rischer Natur. So erscheint eine St&#228;rkung der chinesischen Marine, die im Vergleich zu den Flotten der USA und seiner wichtigsten Verb&#252;ndeten klein und schlecht ausger&#252;stet ist, unvermeidlich. Ebenso wird es wohl engere milit&#228;rische Beziehungen zwischen China und Russland und mit den zentralasiatischen L&#228;ndern der Shanghai Cooperation Organization (Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan) geben.<br />
Dar&#252;ber hinaus k&#246;nnte Washington nun einen genuinen Waffenwettlauf nach dem Modell des Kalten Krieges anheizen, was sich auf lange Sicht keines der beiden L&#228;nder  leisten kann. All das w&#252;rde zu gr&#246;&#223;eren Spannungen und zum erh&#246;hten Risiko einer unbeabsichtigten Eskalation m&#246;glicher Vorf&#228;lle f&#252;hren, in die amerikanische, chinesische und verb&#252;ndete Schiffe involviert sind. Im M&#228;rz 2009 l&#246;ste die Umzingelung des amerikanischen U-Boot&#252;berwachungsschiffs Impeccable durch eine Flotille chinesischer Schiffe beinahe einen Schlagabtausch aus.</p>
<p>Zudem werden sich die potenziellen Risiken und Kosten einer solchen milit&#228;rlastigen Politik gegen&#252;ber China nicht auf Asien beschr&#228;nken. Im Bem&#252;hen, eine gr&#246;&#223;ere Autarkie im Energieverbrauchs zu erreichen, hat die Regierung Obama Produktionstechniken genehmigt wie Tiefseebohrungen und die &#214;lf&#246;rderung in der Arktis, die sicherlich zu Umweltkatastrophen nach Art der Explosion der Deepwater-Horizon-Plattform f&#252;hren werden. Eine gr&#246;&#223;ere Abh&#228;ngigkeit von kanadischem Teersand, die «schmutzigste» Energie &#252;berhaupt, wird gr&#246;ssere Treibhausgasemissionen zur Folge haben und bringt betr&#228;chtliche Umweltrisiken mit sich. Dasselbe gilt f&#252;r die &#214;lf&#246;rderung in den Tiefseegew&#228;ssern des Atlantik vor der brasilianischen K&#252;ste.</p>
<p>Das alles steigert die globale wirtschaftliche, milit&#228;rische und &#246;kologische Gef&#228;hrdung. Der Wunsch, von den desastr&#246;sen Landkriegen im Mittleren Osten wegzukommen, um sich wesentlichen Aufgaben in Asien zuzuwenden, ist verst&#228;ndlich. Eine Strategie jedoch, die  milit&#228;rische Dominanz und Provokation betont, wird unweigerlich eine ebensolche Antwort provozieren. Das ist weder umsichtig, noch auf lange Sicht f&#252;r US-Interessen zutr&#228;glich, besonders in einer Zeit, in der globale wirtschaftliche Zusammenarbeit dringend vonn&#246;ten ist.<br />
Die Umwelt einer gr&#246;&#223;eren Energieautonomie zu opfern, macht keinen Sinn. Ein neuer Kalter Krieg in Asien und eine Energiepolitik, die den Planeten gef&#228;hrden k&#246;nnte, das ist eine fatale Mischung, die besser &#252;berdacht werden sollte, bevor sie unabwendbar in die Konfrontation und das &#246;kologische Desaster abrutscht. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass dies kein Ausweis guter Staatskunst, sondern der Marsch der Verr&#252;ckten ist.</p>
<p>Michael T. Klare ist Professor f&#252;r Friedensforschung und Weltsicherheit am Hampshire College, Massachusetts (Quelle: www.zcommunications.org).</p>
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		<title>Wisconsin (USA): Eine Million f&#252;r die Abwahl von Gouverneur Walker</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 18:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[von Angela Huemer Mehr als doppelt so viele Menschen wie n&#246;tig unterzeichneten die Petition f&#252;r die Abwahl von Gouverneur Walker. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von <em>Angela Huemer</em></p>
<p>Mehr als doppelt so viele Menschen wie n&#246;tig unterzeichneten die Petition f&#252;r die Abwahl von Gouverneur Walker.<br />
In der letzten Ausgabe (Seite 15, SoZ 12/2011) berichteten wir &#252;ber die Massenproteste gegen das selbstherrliche Wirken des Gouverneurs Walker im US-Bundesstaat Wisconsin und der Initiative f&#252;r sein Abwahl. Binnen zweier Monate wurden eine Million Unterschriften daf&#252;r gesammelt. Weitere 900000 Unterschriften legen den Grundstock f&#252;r die Abwahl seiner Stellvertreterin Kleefisch und von vier Senatoren.<br />
<span id="more-3916"></span>Im November 2010 beteiligten sich genau 2158974 von 5,7 Millionen Einwohnern des nord&#246;stlich gelegenen amerikanischen Bundesstaats Wisconsin an den Wahlen; von ihnen sind 3,3 Millionen wahlberechtigt. 1128941 oder 52,29% w&#228;hlten den Kandidaten der Republikaner, Scott Walker.<br />
Fast ebensoviele haben nun unterschrieben, dass Gouverneur Scott Walker wieder abgew&#228;hlt werden soll. Der Grund: Anfang 2011 wollte Walker die kollektiven Verhandlungsrechte der in Wisconsin sehr starken Gewerkschaften f&#252;r die Besch&#228;ftigten im &#246;ffentlichen Dienst massiv einschr&#228;nken und de facto auch ihre Gesundheits- und Altersversorgung beschneiden. Massive Proteste waren die Folge, noch vor Ausbruch der «Occupy Wall Street»-Proteste im Herbst gingen Tausende, bisweilen sogar Zehn- und Hunderttausende auf die Stra&#223;e. Schlie&#223;lich begann man Anfang November damit, Unterschriften zu sammeln f&#252;r seine Amtsenthebung. 540000 Unterschriften h&#228;tten gereicht.<br />
All dies findet vor dem Hintergrund der Vorwahlen f&#252;r die Aufstellung des republikanischen Pr&#228;sidentschaftskandidaten statt. Diese haben Ende Januar mit dem Wahlerfolg des erzkonservativen Newt Gingrich im Bundesstaat South Carolina gegen den als w&#228;hlbarer geltenden ehemaligen Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, eine  turbulente Wendung genommen. Der ehemalige Hedgefonds-Manager Romney wird inzwischen von den eigenen Parteileute als «Vulture Capitalist» (Vulture = Geier, ein Wortspiel mit «Venture» = Risiko) beschimpft. Bei einem gesch&#228;tzten Verm&#246;gen von mehr als 200 Mio. Dollar soll er lediglich 15% Steuern entrichtet haben.<br />
Nach dem Sieg Newt Gingrichs, ehemals Sprecher des Abgeordnetenhauses, hat Romney versprochen, seine Steuererkl&#228;rungen zu ver&#246;ffentlichen, und darauf hingewiesen, dass Newt Gingrich f&#252;r Freddie Mac t&#228;tig war, eine der Banken, die im Zuge der Finanzkrise untergingen, was f&#252;r viele den Verlust ihres Eigenheims nach sich zog.<br />
In einem Kommentar der englischen Tageszeitung The Guardian weist Paul Harris auf die Bedeutung der Ereignisse in Wisconsin hin. Denn Scott Walker galt wegen seiner Bem&#252;hungen, den Gewerkschaften das Wasser abzugraben, in ganz Amerika als Held der Republikaner.<br />
Nun m&#252;ssen die vielen Unterschriften alle gepr&#252;ft werden, &#252;ber eine Webcam kann man das beobachten. Obwohl der Pr&#252;fvorgang von «hypnotisierender Langeweile» ist, wie die Washington Post schrieb, wurde der Link binnen kurzem h&#246;chst popul&#228;r und vielfach &#252;ber Twitter und Facebook kommentiert – also «Democracy in Action» im wahrsten Sinne des Wortes.<br />
Es wird wohl bis zum Sommer dauern, bis Walker sich den W&#228;hlern stellen muss. Erst zweimal in der amerikanischen Geschichte wurde die Abwahl eines Gouverneurs erzwungen, 1921 in North Dakota und 2003 in Kalifornien.<br />
Paul Harris vom Guardian lobt die gute Organisation der Linken, die solche Resultate hervorbringt und meint abschlie&#223;end, mitunter bringen auch sie eine bemerkenswerte «Tea Party» zustande.</p>
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		<title>USA: Occupy the Winter</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2012/01/usa-occupy-the-winter/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 17:39:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Länder]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie soll es nach der R&#228;umung der Zeltpl&#228;tze und angesichts des Wintereinbruchs mit der Besetzungsbewegung in den USA weiter gehen? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie soll es nach der R&#228;umung der Zeltpl&#228;tze und angesichts des Wintereinbruchs mit der Besetzungsbewegung in den USA weiter gehen? Dazu Vorschl&#228;ge von Dokumentarfilmregisseur <em>Michael Moore</em> f&#252;r die Generalversammlung von Occupy Wall Street.<br />
<span id="more-3766"></span>Freunde, der Winter ist nun da. Die Wall-Street-Leute freuen sich, sie hoffen, dass der Wechsel der Jahreszeiten auch unseren «Spirit» ver&#228;ndert, unser Engagement, sie zu stoppen.</p>
<p>Da haben sie sich aber gewaltig geirrt. Haben sie denn nicht von George Washington und seinem Winterlager in Valley Forge 1777/78 geh&#246;rt? Vom gro&#223;en Streik in Flint, Michigan, im Winter 1936/37? Der Winter war schon immer die Zeit, in der die Leute durchhalten und die b&#246;sen M&#228;chte sich zur&#252;ckziehen!</p>
<p>Nach nicht mal zw&#246;lf Wochen ist Occupy Wall Street schon so gewachsen, dass niemand mehr einen &#220;berblick hat &#252;ber die Tausenden von Aktionen in Hunderten von St&#228;dten. Den nationalen Diskurs hat das unwiderruflich ver&#228;ndert. Die Leute sind nicht mehr durch Verzweiflung und Apathie gel&#228;hmt, und es ist an der Zeit, dass wir unser Land von den Bankern und Lobbyisten zur&#252;ckerobern – und von ihren Handlangern, den Kongressabgeordneten und Mitgliedern der Parlamente der 50 US-Bundesstaaten.</p>
<p>Es gibt viele Arten, «Occupy Wall Street» im Winter aufrecht zu erhalten, hier einige Vorschl&#228;ge f&#252;r die General Assembly:</p>
<p><strong>1. Besetzen wir unsere H&#228;user.</strong> Sorry, Banken, ein Dach &#252;ber dem Kopf ist ein Menschenrecht, und ihr werdet nicht l&#228;nger unsere H&#228;user durch die K&#252;ndigung von Hypotheken besetzen. Euch geh&#246;rt vielleicht die Hypothek, aber ihr habt nicht das Recht, uns oder unsere Nachbarn auf die Stra&#223;e zu setzen. Derzeit ist eine von drei Hypotheken ganz oder fast gek&#252;ndigt – deshalb m&#252;ssen sich &#246;rtliche «Occupy-Einsatztruppen» bilden, um menschliche Schutzschilder zu schaffen, falls die Banken die Leute aus ihren H&#228;usern werfen wollen.</p>
<p>Wenn die K&#252;ndigung der Hypothek bereits erfolgt ist, m&#252;ssen wir den Familien helfen, wieder in ihre H&#228;user einzuziehen. Von heute an (6.Dezember) haben «Take Back the Land» und viele andere B&#252;rgerorganisationen im ganzen Land die Aktion «Occupy Our Homes» gestartet – dabei haben viele Familien tats&#228;chlich ihre H&#228;user wieder &#252;bernommen. Das geschieht solange, bis die Banken gezwungen werden, ihre betr&#252;gerischen Praktiken zu stoppen, und die Hausbesitzer ihre Hypotheken so &#228;ndern, dass sie den wahren Wert ihrer H&#228;user spiegeln; und solange bis die, die sich eine Hypothek nicht mehr leisten k&#246;nnen, in ihren H&#228;usern bleiben und Miete zahlen k&#246;nnen.</p>
<p>Erinnert euch an das, was die Kongressabgeordnete Marcy Kaptur aus Toledo gesagt hat: Verlasst nicht eure H&#228;user, wenn die Bank euch die Hypothek k&#252;ndigt! Zerrt sie vor Gericht und bittet den Richter, dass er die Bank zwingt, eine Kopie der Hypothek vorzulegen – das k&#246;nnen sie nicht, denn die Hypothek wurde auf hundert verschiedene Pakete aufgeteilt, neu geb&#252;ndelt und mit rund hundert anderen Hypotheken an die Chinesen verscherbelt. Wenn die Bank die Hypothek nicht vorweisen kann, kann sie niemanden rauswerfen.</p>
<p><strong>2. Besetzt eure Universit&#228;ten.</strong> In den meisten demokratischen L&#228;ndern kann man kostenlos oder gegen geringe Geb&#252;hren studieren. Diese L&#228;nder wissen, dass sie f&#252;r den Fortschritt ihrer Gesellschaft eine gebildete Bev&#246;lkerung brauchen. Sonst leiden Produktivit&#228;t und Innovation und es fehlt eine informierte W&#228;hlerschaft.</p>
<p>In den USA rangiert Bildung ganz unten auf der Priorit&#228;tenliste, Studenten, die nur wenig von der Welt oder der Wirtschaft wissen, werden von Schulden erdr&#252;ckt, noch bevor sie ihren ersten Job antreten. Die Studenten sollten diesen Winter mit dem verbringen, was sie bereits auf Dutzenden von Unis tun: dem Besetzen von studentischen Kreditb&#252;ros und dem Zelten auf dem Campus.</p>
<p>Wir, die Generation der 60er Jahre, haben versprochen, eine bessere Welt f&#252;r Euch zu schaffen. Den halben Weg dorthin haben wir zur&#252;ckgelegt, nun m&#252;sst Ihr weiter machen. H&#246;rt nicht auf damit, bis alle Kriege beendet, das Pentagon-Budget halbiert ist und die Reichen gezwungen sind, ihre Steuern zu zahlen. Und verlangt, dass das Geld f&#252;r eure Ausbildung ausgegeben wird. Wir werden euch dabei helfen!</p>
<p><strong>3. Besetzt euren Job.</strong> Nutzen wir diesen Winter, die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften zu steigern. Und wenn ihr schon einer Gewerkschaft angeh&#246;rt, fordert von euren Vertrauensleuten, dass sie so aggressiv auftreten wie unsere Gro&#223;eltern. Ihr wisst doch, dass wir keine Mittelschicht h&#228;tten, wenn es nicht die Streiks der 30er bis 50er Jahren gegeben h&#228;tte. In drei Wochen feiern wir das 75.Jubil&#228;um der 44-Tage-Besetzung der General-Motors-Werke durch die Arbeiter meiner Heimatstadt Flint, im Bundesstaat Michigan. Ihre Aktionen waren Ansporn f&#252;r eine Arbeiterbewegung, die viele Millionen aus der Armut in die Mittelschicht f&#252;hrte.</p>
<p>H&#246;chste Zeit, dass wir das wiederholen. Laut dem Statistikb&#252;ro und der New York Times leben 100 Millionen Amerikaner in Armut oder an der Armutsgrenze. Eine Schande. Gier hat unsere Gesellschaft im Kern zerst&#246;rt. Wenn eure Firma droht zu schlie&#223;en und die Jobs anderswohin zu verlagern, besetzt euren Arbeitsplatz.</p>
<p><strong>4. Besetzt eure Bank.</strong> Das ist einfach. Verlasst sie und er&#246;ffnet ein Konto bei einer Non-Profit-Kreditunion. Das ist sicher, und die Entscheidungen, die dort getroffen werden, basieren nicht auf Gier. Und sollte eine Bank versuchen, euren Nachbarn die Hypothek zu k&#252;ndigen, besetzt die Filiale vor Ort mit zwanzig anderen, verst&#228;ndigt die Medien und verk&#252;ndet es im Internet.</p>
<p><strong>5. Belagert den Versicherungsvertreter.</strong> Es ist h&#246;chste Zeit, dass wir uns nicht nur f&#252;r die 50 Millionen einsetzen, die keine Krankenversicherung haben, sondern auch f&#252;r die Abschaffung der profitorientierten, privat kontrollierten Versicherungsagenturen.</p>
<p>Besetzen wir also den Winter – ein «Occupy Wall Street»-Winter f&#252;hrt uns gewiss in einen hoffnungsvollen, amerikanischen Fr&#252;hling.</p>
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		<title>Raus aus den Parks – rauf auf die Br&#252;cken</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 12:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[United States of Occupation &#8211; Nach dem Aktionstag vom 17.November von Jon Chisum, John Dennehy, Brad Edmondson, Ruth Fowler, Charlie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>United States of Occupation &#8211; Nach dem Aktionstag vom 17.November<br />
von </strong><em>Jon Chisum, John Dennehy, Brad Edmondson, Ruth Fowler, Charlie Lockwood,  Joanie Masters, Keesha Renna, Kevin Schiesser, Jenna Spitz, David  Swanson, JoAnn Wypijewski</em></p>
<p>Der Zuccotti Park nahe der New Yorker Wall Street ist noch besetzt, gecampt wird dort nicht mehr. Nach zwei Monaten ihres Bestehens verfestigt und wandelt sich die Bewegung. Die Phase der Parkbesetzungen neigt sich – auch aus klimatischen Gr&#252;nden – seinem Ende zu. «Wegen des vor der T&#252;r stehenden Winters», sagt Michael Levitin von Occupy Wall Street Journal in der Wochenzeitung Die Zeit (17.11.), «mussten sowieso neue Strategien und Orte in Betracht gezogen werden. Die Besetzungen werden weitergehen, aber die entscheidende Frage ist, ob die Besetzung von Parks gegen&#252;ber anderen Aktionen nicht an Bedeutung verliert.»<br />
<span id="more-3542"></span>Die Polizei ging teilweise brutal gegen die Protestierenden vor, was der Bewegung zu mehr medialer Aufmerksamkeit und auch gr&#246;&#223;erer Sympathie der Bev&#246;lkerung verhalf. Besonderes Aufsehen erregte das Foto einer 84-j&#228;hrigen Frau aus Seattle, die mit Pfefferspray traktiert worden war. &#196;hnlich brutal waren Studenten der University of California, Davis, von der Campus-Polizei behandelt worden. Fotos und Videos &#252;ber die Vorf&#228;lle zirkulierten sofort im Internet, besonders ein Video, das zeigt, wie die Kanzlerin der Universit&#228;t, die die Polizei verteidigt hatte, durch ein Spalier von Studierenden laufen musste, die sie mit eisigem Schweigen bedachten.</p>
<p>Nachstehend ein &#220;berblick &#252;ber den Stand der Occupy-Bewegung in den USA rund um den 17.November.</p>
<p>Auf dem Liberty Square in New York hat alles begonnen. Aber auch weit weg davon, &#252;berall in den USA, haben Leute, die die Finanzverbrechen und politischen Machenschaften unertr&#228;glich finden, in Parks und &#246;ffentlichen R&#228;umen geschlafen, gegessen und f&#252;reinander gesorgt. Die B&#252;rger der USA haben sich dadurch einen neuen gesellschaftlichen Raum geschaffen. Die Occupy-Bewegung hat jeden Winkel des Landes erreicht, durch Protestm&#228;rsche, laut verk&#252;ndete Botschaften, friedliche Demonstrationen.</p>
<p>Mit Fremden zu campen ist nie leicht, sogar unter den besten Bedingungen. Deshalb haben die Leute in Idaho, die bei «Occupy Boise» [die Hauptstadt des Bundesstaats] mitmachen, eine Beschwerdebox eingerichtet. Hier kann Jeder  Belege f&#252;r die Ungerechtigkeiten hinterlassen, die in der Declaration of Occupation vom 29.September 2011, New York, Liberty Square, aufgez&#228;hlt werden. In der Box k&#246;nnen Menschen auch ihre Gr&#252;nde f&#252;r die Teilnahme an der Bewegung darlegen, ihren Frust ablassen und eigene Geschichten erz&#228;hlen.</p>
<p><strong>Bedr&#228;ngt, aber nicht gestoppt</strong></p>
<p>W&#228;hrend Occupy Wall Street im Herzen der Finanzwelt stattfindet, verweist Occupy Detroit auf die Zerst&#246;rungen, die die Finanz- und Gesch&#228;ftseliten anrichten: «Wall Street ist die Quelle des Problems», so die Protestierenden, «und Detroit ist das Resultat.» Seit die Besetzung des Grand Circus Park am 14.Oktober begann, haben die Protestierenden es geschafft, eine politische Bewegung zu schaffen – in einer Stadt voller verlassener Privath&#228;user und Brachland. Sie haben ihre Ressourcen genutzt, um f&#252;r Obdachlose zu sorgen.</p>
<p>Occupy Los Angeles stellte die Zelte auf den Stufen der City Hall auf, wobei die N&#228;he zu Skid Row, einem herunter gekommenen Stadtteil, ein Segen und ein Fluch zugleich war. Binnen weniger Tage kamen Skid-Row-Bewohner, um Essen und Wasser von den Kampierenden zu bekommen. Diebst&#228;hle und Gewalt folgten. Mithilfe lokaler Vereinigungen wie dem Los Angeles Community Action Network und internen Sicherheitskr&#228;ften hat sich die Lage gebessert, viele Kampierende sind stolz darauf. Das Netzwerk hat eine Occupy-the-Hood-Bewegung ins Leben gerufen, d.h. hei&#223;t soviel wie «Besetzt das Ghetto».</p>
<p>Occupy Tucson (Arizona) begann am 15.Oktober im Armory Park, lediglich zwei Stra&#223;en entfernt vom Finanzdistrikt der Stadt. Danach kam jede Nacht die Polizei um 22.30 Uhr und stellte eine Reihe von Ordnungswidrigkeiten fest, jede einzelne kostete etwa 1000 Dollar Strafe. Die Leute aus Tuscon blieben trotzdem im Park. Am Abend des 3.November r&#228;umte die Polizei das Camp. Alle wurden gezwungen zu packen und wegzugehen. Einige Stra&#223;en weiter, im Veinte de Agosto Park, stellten sie erneut ihre Zelte auf.</p>
<p>Am 11.Oktober zerst&#246;rte die Polizei das Zeltlager von Occupy Boston, die Protestierenden kehrten jedoch zu Hunderten wieder zur&#252;ck und schlafen nun auf Dewey Square. Nach einer einstimmigen Abstimmung der Generalversammlung bereitet die Rechts-AG nun einen Prozess vor: sie k&#228;mpft um eine Anordnung, die eine k&#252;nftige Vertreibung der Protestierenden von Dewey Square von vornherein verhindert.</p>
<p>In Albany, der Hauptstadt des Staates New York, verlangte Gouverneur Andrew Cuomo vom B&#252;rgermeister Jerry Jennings, das Zeltlager nahe dem Kapitol zu r&#228;umen, Jennings und die Polizei weigerten sich jedoch. Auch die Protestierenden im Bundesstaat Tennessee haben einen solchen Sieg errungen: Ein Bezirksrichter hatte die einstweilige Verf&#252;gung gegen eine n&#228;chtliche Ausgangssperre au&#223;er Kraft gesetzt, mit der die Polizei gegen die Occupy-Nashville-Bewegung auf dem Legislative Plaza vorgehen wollte.</p>
<p>Am 25.Oktober umzingelten rund 500 Polizisten Occupy Oakland, die im Oscar Grant Park kampierten. Das Zeltlager wurde ger&#228;umt, mindestens 105 Leute verhaftet. Am Nachmittag kehrten rund 1000 Leute in den Park zur&#252;ck, und obwohl die Polizei erneut mit Gewalt gegen sie vorging (Scott Olsen, der Veteran aus dem Irakkrieg, erlitt dabei schwere Kopfverletzungen) eroberten sie sich den Park zur&#252;ck und riefen zu einem Generalstreik am 2.November auf. In derselben Nacht sah die Polizei davon ab, ihre Drohung, das Zeltlager zu r&#228;umen, durchzusetzen.</p>
<p>Aus der ganzen Welt trafen Solidarit&#228;tskundgebungen mit Occupy Oakland ein, eine Woche sp&#228;ter, am 2.November, gab es Teach-ins. Dutzende L&#228;den schlossen freiwillig,  Demonstrierende zogen durch die Strassen Oaklands, wobei es immer wieder zu Zusammenst&#246;ssen mit der Polizei kam. [Krankenschwestern, Lehrer und andere legten ihre Arbeit nieder, st&#228;dtische Angestellte konnten am Streik teilnehmen, mussten jedoch einen Urlaubstag daf&#252;r in Anspruch nehmen. Die Gewerkschaften bekundeten ihre Sympathie, zur Teilnahme riefen aber lediglich die Gewerkschaften im &#246;ffentlichen Dienst auf.] Der Hafen von Oakland wurde &#252;ber Stunden lahmgelegt. In Los Angeles, New York und in Dutzenden weiteren St&#228;dten gab es Solidarit&#228;tskundgebungen.</p>
<p><strong>Credit Unions</strong></p>
<p>In der Hauptstadt Washington DC spielte sich die Hauptaktion auf dem Capitol Hill ab, anl&#228;sslich eines Hearings des Super Committee (des Kongress-Ausschusses, der derzeit ohne viel Erfolg &#252;ber die Haushaltskonsolidierung verhandelt). Au&#223;erdem wurde das Hauptgeb&#228;ude von General Atomics besetzt (eine Firma, die Drohnen herstellt) und zeitweise die Handelskammer blockiert. «Bislang war die Polizei vorbildlich – die in Oakland und New York k&#246;nnten sich eine Scheibe davon abschneiden», sagte Besetzer David Swanson. «Ich haben gesehen, wie ein Polizist sich weigerte, der Forderung der US-Handelskammer uns zu verhaften nachzukommen, als wir die Tore der Kammer blockierten.»</p>
<p>Am 6.November protestierten tausende Universit&#228;tsangeh&#246;rige, Non-Profit- und lokale Gruppen aus allen Teilen der USA gemeinsam mit Occupy DC gegen das Keystone-Pipeline-Projekt. Sie bildeten eine ununterbrochene Menschenkette rund um das Wei&#223;e Haus und forderten Pr&#228;sident Obama auf, den Plan von Transkanada zur&#252;ckzuweisen, verunreinigenden Teersand von Alberta in den Golf von Mexiko zu transportieren.</p>
<p>Am 3.November versammelten sich Occupy Wall Street-Leute zu einem Tribunal &#252;ber Goldman Sachs. Unter anderen traten Prominente und Menschen als Zeugen auf, denen die Hypothek gek&#252;ndigt worden war. Goldman Sachs wurde der «arglistigen Manipulation der Finanzm&#228;rkte» f&#252;r schuldig befunden. Danach marschierten Hunderte zur Zentrale von Goldman Sachs, wo die New Yorker Polizei 16 Leute verhaftete.</p>
<p>Bei Occupy Austin (Texas) – und auch anderswo – haben Protestierende ihre Konten umgeschichtet. Das Bank Action Committee von Occupy Austin hat die &#220;berweisungen von Bank of America, Wells Fargo und Chase auf Konten verschiedener lokaler Kreditvereinigungen (Credit Unions) &#252;berwacht. Kreditvereinigungen in Texas haben im Oktober 47000 neue Mitglieder und 326 Mio. Dollar dazu gewonnen, viermal so viel in einem Monat wie sonst. Die US-weite Vereinigung der Credit Unions spricht von 650000 Menschen, die allein im vergangen Monat ihr Geld zu einer Credit Union transferiert haben  – insgesamt 4,5 Mrd. Dollar.</p>
<p>An diesem 17.November gibt es Demonstrationen in rund 1000 St&#228;dten weltweit. Von Anchorage bis Orlando werden Zeltlager von Menschen errichtet, die niemals gedacht h&#228;tten, den Winter in einem Park zu verbringen. Sogar die Antarktis wurde «occupied»: Forscher in der McMurdo-Station widerstanden der K&#228;lte aus Solidarit&#228;t mit der Bewegung. Zwar nahm die Polizei Besetzer im ganzen Land fest, doch sie merkt zunehmend, dass man zwar K&#246;rper einsperren kann, aber nicht Ideen.</p>
<p><em>Den Artikel entnehmen wir der Besetzerzeitung Occupy Wall Street Journal, die inzwischen mehrere Ausgaben herausgebracht hat (www.occupywallstreetjournal.org). (Stand: 18.11.2011.)</em></p>
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		<title>«Eine Idee kann man nicht r&#228;umen»</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 12:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die R&#228;umung der Protestierenden vom Zuccotti Park in New York war vor allem feige, durchgef&#252;hrt im Schutz der Dunkelheit und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die R&#228;umung der Protestierenden vom Zuccotti Park in New York war vor allem feige, durchgef&#252;hrt im Schutz der Dunkelheit und m&#246;glichst unter Ausschluss der Medien. Vor der R&#228;umung waren die &#246;rtlichen U-Bahnen und die Brooklyn-Bridge gesperrt worden, wodurch man verhinderte, dass Sympathisanten der Protestierenden zum Platz kommen. Im Zuge der R&#228;umung wurde die Polizei zunehmend h&#228;rter, Journalisten wurden verhaftet und immer weiter vom Geschehen weggedr&#228;ngt. Die Presse durfte das Geschehen nicht aus der Luft verfolgen, Anrainer wurden angewiesen, in ihren H&#228;usern zu bleiben.<br />
<span id="more-3540"></span>All dies dr&#228;ngt die Frage auf: Wenn B&#252;rgermeister Bloomberg wirklich im Interesse der Gesundheit der Aktivisten handeln wollte, wie er auf der Pressekonferenz erkl&#228;rte, warum verhielt er sich dann wie ein Dieb in der Nacht? Wovor genau hat Bloomberg Angst?</p>
<p>Trotz seiner Lippenbekenntnisse zum Recht der Protestierenden, ihr Unbehagen zu &#228;u&#223;ern, war der Angriff auf Liberty Square nicht nur ein Angriff auf den physischen Raum, den die Occupy-Bewegung eingenommen hatte, es war vielmehr ein Angriff auf das, was der Platz symbolisierte: die Aus&#252;bung von demokratischem Dissens und das Verlangen nach einer gleicheren und gerechteren Gesellschaft. Niemand, vor allem jetzt nicht, verk&#246;rpert das Gegenteil dieser Ideale besser als New Yorks Milliard&#228;r-B&#252;rgermeister, der seine dritte Amtszeit gekauft hat und dessen Respekt f&#252;r Meinungsfreiheit nur so weit reicht, wie die Interessen der Klasse, die er repr&#228;sentiert, nicht gef&#228;hrdet sind. Leider ist Bloomberg nicht der einzige dieser Art: selbst «progressive» B&#252;rgermeister in Portland, Oakland und Salt Lake City haben in ihren St&#228;dten Polizeieins&#228;tze gegen die Occupy-Bewegung genehmigt – vermutlich waren die Aktionen nach einer Telefonkonferenz von Verantwortlichen aus 18 St&#228;dten koordiniert worden.</p>
<p>Nachdem ein Gericht die von der Immobiliengesellschaft Brookfield (der Besitzerin des Zuccotti Park) beantragte einstweilige Verf&#252;gung zur R&#228;umung des Parks best&#228;tigt hat – die Demonstrierenden d&#252;rfen zwar auf den Platz zur&#252;ck, jedoch ohne Zelte – &#252;berlegen die Besetzer nun, wie sie weiter machen wollen. F&#252;r den 17.November, zwei Monate nach Beginn der Besetzung des Zuccotti-Parks, sind landesweite Aktionen geplant, u.a. soll die «Wall Street geschlossen» werden [dies gelang weitgehend, weil die Polizei rigoros die Gegend abriegelte]. Wenn Bloomberg gehofft hat, den Protest durch seinen mittern&#228;chtlichen &#220;berfall zu stoppen, so war das eine desastr&#246;se Fehleinsch&#228;tzung. Einige Aktivisten halten die Aktion des B&#252;rgermeisters sogar f&#252;r ein unbeabsichtigtes Geschenk. Zweifelsohne hat die Aggression der Polizei die Sympathie der Menschen f&#252;r die Occupy-Bewegung vergr&#246;&#223;ert, doch zu glauben, dass deren Durchhalteverm&#246;gen sich auf eine so schmale Basis gr&#252;ndet, w&#228;re zu kurz gegriffen. Schlie&#223;lich war eine Bewegung f&#252;r die 99% immer zu gro&#223; f&#252;r den Zuccotti Park.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Aus: The Nation, 5.12.2011 (Stand 16.November.)</em></p>
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		<title>Jeder kann sich einbringen</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 12:01:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[USA: Die Besonderheiten der OWS-Bewegung von Abra Quinn Die Menschen sollen selbst herausfinden, worum es ihnen geht. Eins der Schilder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>USA: Die Besonderheiten der OWS-Bewegung</strong></p>
<p>von <em>Abra Quinn</em></p>
<p><strong>Die Menschen sollen selbst herausfinden, worum es ihnen geht.</strong></p>
<p>Eins der Schilder auf dem am 2.11.2011 von Occupy Oakland organisierten Generalstreik lautete: «Es gibt Jahrzehnte, in denen nichts geschieht, und Wochen, in denen Jahrzehnte geschehen – W.I.Lenin.» Die Occupy-Wall-Street-Bewegung, in «Tweet-Speak» auch bekannt als #OWS, scheint einer der Momente der Geschichte zu sein, bei dem der Wandel, nachdem er sich jahrelang im Tempo eines Gletschers vollzog, pl&#246;tzlich Spr&#252;nge nach vorne macht.<br />
<span id="more-3538"></span>Occupy Wall Street begann offiziell am 17.September auf einem kleinen &#246;ffentlichen Platz, dem Zuccotti Park im Finanzviertel von Manhattan, New York City. Aber die Bewegung war nicht spontan. Ein Blog des kanadischen Verbrauchermagazins Adbusters – die Art von Zeitschrift, die man in einem wirklich teuren Naturkostladen durchbl&#228;ttert, w&#228;hrend man an der Kasse Schlange steht – rief zu einem &#246;ffentlichen, unbeschr&#228;nkten Protest auf – haupts&#228;chlich um die Finanzinstitutionen zur Rechenschaft zu ziehen wegen des wirtschaftlichen Niedergangs, den wir erleben, und besonders jene Banken, die nun, nachdem sie den Schlamassel verursacht haben, davon durch die Zwangsvollstreckungen [r&#252;ckst&#228;ndiger Mieten oder Immobilienkredite] profitieren.</p>
<p>Der politische Ansatz ist schwammig und schwer zu definieren, und das soll auch so sein. Viel breiter als «99%» kann man bei der sozialen Zusammensetzung nicht werden. Ein Mitglied von Adbusters sprach &#252;ber die Vision, dass ein Protest, der unbeschr&#228;nkt ist, den Leuten die Zeit gibt herauszufinden, worum es geht, und sich ihm anzuschlie&#223;en. Er sagte, sie alle seien von den Ver&#228;nderungen inspiriert worden, die sich aus dem Arabischen Fr&#252;hling und besonders vom Tahrir-Platz ergeben haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vorspiel in Wisconsin</p>
<p>Aber OWS hat auch n&#228;herliegende Wurzeln. Am 20.Februar 2011 hatten sich Studierende der Universit&#228;t von Wisconsin und gew&#246;hnliche Lohnabh&#228;ngige in der Hauptstadt Madison gegen Antigewerkschaftsgesetze gewandt, indem sie das Kapitol des Bundesstaats drei Wochen lang besetzten. Die Bewegung gegen das Gesetz von Gouverneur Scott Walker l&#246;ste einen Schneeballeffekt aus, mit Demonstrationen von &#252;ber 100000 Menschen inmitten von dichten Schneest&#252;rmen. Es war das erste Mal seit der Bewegung gegen den Vietnamkrieg, dass eine so nachhaltige, vitale Bewegung gew&#246;hnlicher Amerikaner auf den Stra&#223;en und &#246;ffentlichen Pl&#228;tzen von Madison zu sehen war. Es war das erste Mal, seitdem die Folgen des 11.September die globalisierungskritische Bewegung abgew&#252;rgt hatten, dass die Leute wieder sp&#252;rten: Es gibt eine Alternative.</p>
<p>Die Schlacht um Wisconsin endete mit einer Niederlage, und Walker konnte sein Gesetz durchbringen. Bei den anschlie&#223;enden Wahlen wurden die meisten seiner republikanischen Unterst&#252;tzer wiedergew&#228;hlt. Daraus hat OWS eine Lehre gezogen: Die Bewegung will keine Forderungen an die Parlamente mehr aufstellen, das k&#246;nnte sie in eine wahlpolitische Farce verstricken.</p>
<p>OWS hat sich &#252;berhaupt nicht auf irgendwelche Forderungen festgelegt, wenngleich das schon zu heftigen Debatten in der Bewegung gef&#252;hrt hat. Stattdessen hat sie viele Taktiken des anarchistischen und auf direkte Aktion orientierenden Fl&#252;gels der j&#252;ngsten Bewegungen aufgegriffen. Sie trifft Entscheidungen in Arbeitsaussch&#252;ssen und Vollversammlungen, die jeden Platz der Occupy-Bewegung lenken. Sie funktioniert nach einem modifizierten Konsensprinzip, anstatt die Mehrheit durch Abstimmung zu ermitteln. Wenn es kein effizientes System der Ton&#252;bertragung gibt – manchmal auch, wenn es so eines gibt –, verwendet sie das «People’s Mic» («Volksmikrofon»), d.h. alle Redner m&#252;ssen ihre S&#228;tze so kurz formulieren, dass die Menge sie wiederholen und auf diese Weise nach au&#223;en transportieren kann. So mussten sich in New York Slavoj Zizek und Judith Butler an das «People’s Mic» anpassen, und Angela Davis heute morgen hier in Oakland.</p>
<p>Generell begr&#252;&#223;t OWS spontane, selbstorganisierte Aktionen. Das New Yorker Beispiel hat sich rasch verbreitet, nicht nur in den USA, sondern in der ganzen Welt. Es gibt Besetzungen in allen gr&#246;&#223;eren St&#228;dten Nordamerikas, S&#252;damerikas, Europas und Asiens. Es gibt einige in Afrika und viele Solidarit&#228;tsbotschaften vom Tahrir-Platz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Oakland</p>
<p>Eine Sache, zu der die Aktivisten des Tahrir-Platzes in &#196;gypten ihre Solidarit&#228;t mit den amerikanischen Occupy-Aktivisten ausdr&#252;cken k&#246;nnen, ist die Polizeirepression. Es gibt ein unsicheres Gleichgewicht zwischen den Vertretern der Stadtregierung, die nicht wissen, wie sie mit einer Bewegung umgehen sollen, die keine Forderungen aufstellt, die man erf&#252;llen oder ablehnen kann, und den Polizeikr&#228;ften, die in jeder Besetzung &#246;ffentlicher R&#228;ume eine Aktion au&#223;erhalb ihrer Kontrolle sehen – seien die Besetzer nun Obdachlose oder organisierte Protestler.</p>
<p>Dieses Gleichgewicht hat sich mehrmals verlagert, es gab Festnahmen und gewaltsame Angriffe auf verschiedene Occupy-Gruppen – zuletzt in Oakland, als am 25.Oktober die Polizei um 5 Uhr morgens das Lager r&#228;umte und dann, verst&#228;rkt durch Polizeikr&#228;fte aus der Region, am Abend drei Tr&#228;nengasangriffe gegen Protestierer in den Stra&#223;en durchf&#252;hrte. Zur Vollversammlung von Occupy Oakland kamen am Folgetag, dem 26.Oktober, 2000 Menschen. &#220;ber zwei Drittel von ihnen stimmten f&#252;r den Aufruf zu einem Generalstreik am 2.November 2011.</p>
<p>Heute, w&#228;hrend des Generalstreiks, erinnert die Szene mehr an die erste Periode der Bewegung gegen den Irakkrieg 2003 als an einen klassischen Generalstreik. Es gab keine sorgf&#228;ltig organisierten Streikposten in der Innenstadt, allerdings gab es welche am Hafen von Oakland. Stattdessen gab es Reden und Ansprachen w&#228;hrend des ganzen Tages, sowohl auf der Oscar Grant/Frank Ogawa Plaza (der umbenannte &#246;ffentliche Raum vor dem Rathaus von Oakland) als auch in der Innenstadt, wo die Stra&#223;en dauernd blockiert wurden.</p>
<p>Zum ersten Mal nach sehr langer Zeit gibt es Grund zur Hoffnung auf eine sich vertiefende Radikalisierung als Antwort auf eine sich vertiefende kapitalistische Krise. Jeder Tag, an dem die Bewegung w&#228;chst, ist ein Sieg, und jeder Sieg bringt neue Aktivisten dazu, f&#252;r wirkliche Ver&#228;nderungen zu arbeiten, die mehr sind als Wahlversprechen, und sich daf&#252;r zusammenzuschlie&#223;en.</p>
<p>2.11.2011</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aus: http://socialistresistance.org.</p>
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		<title>W&#228;hler erobern Arbeiterrechte zur&#252;ck</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 11:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Ohio und Wisconsin von Angela Huemer W&#228;hrend Ohios W&#228;hler bereits erfolgreich arbeitnehmerfeindliche Gesetze abgeschafft haben, schicken sich Wisconsins W&#228;hler an, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ohio und Wisconsin</strong><br />
von <em>Angela Huemer</em></p>
<p>W&#228;hrend Ohios W&#228;hler bereits erfolgreich arbeitnehmerfeindliche Gesetze abgeschafft haben, schicken sich Wisconsins W&#228;hler an, den republikanischen Gouverneur Scott Walker seines Amtes zu entheben.</p>
<p>Anfang November war Feiern angesagt f&#252;r Ohios Gewerkschaften. Der Grund: Mit einer &#252;berw&#228;ltigenden Mehrheit von 61% sprachen sich Ohios W&#228;hler gegen das  Gesetz «Senate Bill 5» aus, das die Rechte von rund 400000 &#246;ffentlich Bediensteten massiv beschnitten h&#228;tte. Vor allem das Streikrecht und das Recht auf kollektive Tarifverhandlungen wollte das Gesetz massiv eingeschr&#228;nken.<br />
<span id="more-3536"></span>Das Gesetz war im M&#228;rz dieses Jahres in Kraft getreten, kurz nachdem der republikanische Gouverneur John Kasich das Amt &#252;bernommen hatte. Auch bei den Republikanern war das Gesetz – das mit nur einer Stimme Mehrheit verabschiedet wurde – umstritten, sechs Abgeordnete hatten dagegen gestimmt.</p>
<p>In enger Zusammenarbeit mit der Demokratischen Partei entwarfen die Gewerkschaften daraufhin eine gro&#223; angelegte Kampagne f&#252;r ein Referendum zur Abschaffung des Gesetzes, die rund 30 Millionen Dollar verschlang. «We are Ohio» war das Motto. Behilflich waren auch Gewerkschaften aus anderen Bundesstaaten, besonderen Einsatz zeigten die Lehrergewerkschaften, die unter ihren Mitgliedern einen Sonderbeitrag f&#252;r die Kampagne erhoben. Die National Education Association trug den L&#246;wenanteil bei: 10 Mio. Dollar. Die Lehrergewerkschaften sind in 48 US-Bundesstaaten jeweils die gr&#246;&#223;te Gewerkschaft, insgesamt haben sie 3 Millionen Mitglieder.</p>
<p>Das Resultat konnte sich sehen lassen: F&#252;r das Referendum waren 915456 g&#252;ltige Unterschriften gesammelt worden – und das bei einer Bev&#246;lkerung von nur 11,5 Millionen. Interessanterweise stimmten gleichzeitig 65% die W&#228;hler gegen eine gesetzliche Krankenversicherung f&#252;r alle.</p>
<p>Die Demokraten, die ma&#223;geblich an der Kampagne f&#252;r die Abschaffung des Gesetzes beteiligt waren, sehen in diesem Ergebnis ein ermutigendes Signal f&#252;r das kommende Wahljahr 2012. Ermutigt f&#252;hlen sie sich auch vom Ausgang einer Volksabstimmung im Bundesstaat Mississippi: Dort wiesen die W&#228;hler einen Gesetzesentwurf zur&#252;ck, der ein befruchtetes Ei als Person definiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Abwahl in Wisconsin?</p>
<p>Nur wenige Tage nach dem Abstimmungsergebnis in Ohio begann am 15.November in Wisconsin, einem Bundesstaat im Mittleren Westen der USA, eine Unterschriftensammlung f&#252;r die Abwahl des Gouverneurs Scott Walker.  540000 Stimmen sind f&#252;r die Zulassung eines solchen Referendums notwendig. Unterst&#252;tzt wird die Kampagne u.a. von der Demokratischen Partei, von «United Wisconsin» (eine rund 200000 Menschen umfassende Graswurzelinitiative, die sich zu diesem Anlass gegr&#252;ndet hat) und von «Occupy Wisconsin». Der Auftakt der Unterschriftensammlung wurde medienwirksam mit einer Pyjama-Party eingeleitet, bereits in den ersten 48 Stunden wurden 50000 Unterschriften gesammelt, nach vier Tagen waren es schon 105000, so ein Sprecher von «United Wisconsin». Die n&#246;tigen Unterschriften m&#252;ssen binnen zweier Monate gesammelt werden.</p>
<p>Anfang dieses Jahres war der kleine Bundesstaat in die Schlagzeilen geraten, nachdem Gouverneur Scott Walker mit aller Gewalt das Recht der Besch&#228;ftigten im &#246;ffentlichen Dienst auf kollektive Tarifverhandlungen beschnitt. 14 demokratische Senatoren verlie&#223;en zeitweise den Bundesstaat, um die Abstimmung &#252;ber das Gesetz zu verhindern. Walker war erst Ende 2010 zum Gouverneur gew&#228;hlt worden. Im Sommer dieses Jahres wurden bereits zwei republikanische Senatoren erfolgreich ihres Amtes enthoben; auf sie folgten zwei Demokraten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Eine neue Wirtschaftscharta f&#252;r das amerikanische Volk</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 11:18:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Internet entsteht derzeit das Programm der Occupy-Wall-Street-Bewegung (siehe http://tapnec.wikispaces.com). Nach dem Verfahren von Wikipedia wurde bislang ein Text von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet entsteht derzeit das Programm der Occupy-Wall-Street-Bewegung (siehe http://tapnec.wikispaces.com). Nach dem Verfahren von Wikipedia wurde bislang ein Text von 70 Seiten zusammengestellt, der auf den w&#246;chentlichen Generalversammlungen im Zuccotti-Park diskutiert wird und dort am 20.November verabschiedet werden soll.<br />
<span id="more-3417"></span>Das Programm entstand aus der Erkl&#228;rung der Besetzer von New York vom 29.September 2011 (http://occupywallst.org/forum/ first-official-release-from-occupy-wall-street), das einen Katalog von Beschwerden darstellt. Die Redakteure aktualisieren das Dokument st&#228;ndig mittels des Systems des crowd sourcing, das auch zur Aktualisierung von Wikipedia dient. Daraus ist ein oft inkoh&#228;rentes und widerspr&#252;chliches Ganzes hervorgegangen, aber mit einer Vorstellung von der Verbesserung der sozialen Lebensbedingungen in den USA und einem sehr partizipativen Verfahren.</p>
<p>Die unterhaltsamste Sache an der American People’s New Economic Charter (APNEC) ist vielleicht die Tabelle, wie die Berufsgruppen in Zukunft «gerecht» entlohnt werden sollten: Demnach sollen Banker 20000 Dollar im Jahr bekommen, die Anw&#228;lte 27000, Bauarbeiter 25000, &#196;rzte 28000 Dollar – wenig mehr als Krankenschwestern (27500). Mehr verdienen sollten Lehrer, Bibliothekare, Lokf&#252;hrer,  Schiffskapit&#228;ne mit je 35000 Dollar; Polizisten mit 36000 Dollar ebensoviel wie Universit&#228;tsdozenten und Forscher. Alle diese Berufe sind h&#246;her eingestuft als die «Politik»: Parlamentarier m&#252;ssen sich mit 30000 Dollar begn&#252;gen, der Pr&#228;sident der USA erh&#228;lt das h&#246;chste Gehalt: 40000 Dollar.F&#252;r die Soldaten ist gar kein Gehalt vorgesehen, denn die Armee soll abgeschafft werden. Alle Jobs umfassen eine vollst&#228;ndige Krankenversicherung f&#252;r die Besch&#228;ftigten und ihre Familie, Ruhestandsgelder und unentgeltliche Ausbildung der Kinder.</p>
<p>Zu den Forderungen geh&#246;ren ein Konkursstopp, die Einf&#252;hrung der Tobinsteuer auf alle Finanztransaktionen, die &#214;ffnung der Grenzen, massive Investitionen von einer Billion Dollar in die Infrastruktur, das Ende des nuklearen und fossilen Zeitalters durch Konzentration auf geothermische, hydroelektrische und Windenergie. Wasser soll nicht privatisiert werden, die internationalen Finanzinstitutionen IWF und Weltbank werden demokratisiert durch das System «Ein Land – eine Stimme».</p>
<p>Das Manifest sagt entschieden Nein zum Waffenschein, zur Werbung f&#252;r Medikamente, zu Werbespots f&#252;r Kinder und zu Wahlkampfspenden durch Verb&#228;nde (nur B&#252;rger d&#252;rfen spenden, maximal 1000 Dollar). Es fordert die Abschaffung von Obamas Gesundheitsreform und ihre Ersetzung durch ein universelles &#246;ffentliches Gesundheitssystem sowie mehr Mittel f&#252;r die &#246;ffentlichen Schulen und eine drastische Beschneidung der Mittel f&#252;r das Pentagon bis hin zu seiner Abschaffung.</p>
<p>Auf politisch-institutioneller Ebene wird eine Verfassungs&#228;nderung gefordert, die Regierungskoalitionen m&#246;glich macht; es soll Schluss gemacht werden mit dem Prinzip, wonach «der Sieger alles bekommt». Auch soll es die M&#246;glichkeit geben, Korruptionsf&#228;lle zu untersuchen – heute sind sie nur Gegenstand von «internen Untersuchungen» im Kongress.<br />
Gefordert wird au&#223;erdem die Verstaatlichung der Notenbank Federal Reserve und eine Transparenz ihrer Arbeit f&#252;r die &#214;ffentlichkeit, sowie den Umbau des bisherigen Steuersystems, das heute in den USA die Kapitaleinkommen bevorzugt und die Einkommen der arbeitenden Bev&#246;lkerung benachteiligt.</p>
<p>Sicher ist das kein revolution&#228;rer Plan. Im &#220;brigen steht im Vorwort zum Dokument,  die Vorschl&#228;ge richteten «sich nicht gegen ein effizientes Funktionieren der Marktwirtschaft und die Verteilung der Kapitalien und der Innovationsanreize auf Unternehmen, Investoren und Konsumenten». Aber es reicht, um Amerika zu ersch&#252;ttern.</p>
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		<title>Was mich die Aussperrung &#252;ber internationale Arbeitersolidarit&#228;t gelehrt hat</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 17:30:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitskampf]]></category>
		<category><![CDATA[Länder]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Streik / Betriebsbesetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Aussperrung]]></category>
		<category><![CDATA[Honeywell International]]></category>
		<category><![CDATA[Internationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Working in these times]]></category>

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		<description><![CDATA[13 Monate Arbeitskampf bei Honeywell, USA Erfahrungsbericht eines Kollegen aus Illinois von John Paul Smith Im Internet-Blog Working in these [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>13 Monate Arbeitskampf bei Honeywell, USA</strong></p>
<p><strong>Erfahrungsbericht eines Kollegen aus Illinois</strong></p>
<p>von <em>John Paul Smith</em><br />
Im Internet-Blog Working in these times hat der Autor seine Erfahrungen mit internationaler gewerkschaftlicher Solidarit&#228;t beschrieben.</p>
<p>Vor einem Jahr, als Honeywell International mich und 228 meiner Kolleginnen und Kollegen aus der Fabrik in Metropolis im Bundesstaat Illinois aussperrte, h&#228;tte ich mir nicht tr&#228;umen lassen, dass ich einmal in Deutschland und Belgien erkl&#228;ren w&#252;rde, was bei uns passiert. Aber genau dahin hat mich dieser Kampf, der offiziell in der Woche endete, in der der neue Dreijahresvertrag angenommen wurde, gef&#252;hrt.<br />
<span id="more-3062"></span>Viele Mitglieder gewerkschaftlicher Ortsverb&#228;nde in den USA, darunter auch mein eigener, haben Zweifel daran, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften in anderen Teilen der Welt ist. Hoffentlich bringen meine Erfahrungen w&#228;hrend der dreizehn Monate w&#228;hrenden Aussperrung von Honeywell nun diese Zweifel zum Verstummen.</p>
<p>Am 28. Juni 2010 entschied Honeywell International – einer der gr&#246;&#223;ten Geldgeber f&#252;r politische Parteien in den USA und ein wichtiger Lieferant von R&#252;stungsg&#252;tern – Mitglieder der Gewerkschaft United Steel Workers (USW) Local 7-669 aus der Fabrik in Metropolis, in der Uran verarbeitet wird, auszusperren. Dies geschah, obwohl wir angeboten hatten, auch nach Ablauf unseres Tarifvertrages weiter zu arbeiten und zu verhandeln.</p>
<p>Schon bevor wir ausgesperrt wurden war uns klar, dass wir gegen eine so gro&#223;e Firma nicht alleine k&#228;mpfen k&#246;nnen. Unser erster Schritt war der Beitritt zum nationalen amerikanischen Honeywell Gewerkschaftskomitee, das jedoch bis dahin nicht sehr aktiv war. Unterst&#252;tzt vom Leiter des Komitees des Bezirks 9 der USW, Daniel Filippo, hielten wir ein erstes Treffen ab – in unseren Gewerkschaftsr&#228;umlichkeiten in Metropolis, direkt gegen&#252;ber von unserem alten Arbeitsplatz. Dieses Treffen war nicht auf Ortsverb&#228;nde der USW beschr&#228;nkt, eine Reihe anderer Gewerkschaften nahmen teil, die Besch&#228;ftigte in verschiedenen Honeywell-Betrieben vertraten.</p>
<p>Au&#223;erdem war der in einem Honeywell-Betrieb bei Hamburg besch&#228;ftigte Michael Petersen, Mitglied der IG BCE (die deutsche Chemiearbeitergewerkschaft) und Vorsitzender des europ&#228;ischen Honeywell-Betriebsrates, eingeladen. Vor meiner ersten Begegnung mit Michael wusste ich gar nichts dar&#252;ber, wie der deutsche Betriebsrat funktioniert. In Europa sind gro&#223;e Firmen gesetzlich dazu verpflichtet, Betriebsr&#228;te zuzulassen, die dann tats&#228;chlich einigen Einfluss darauf haben, wie Firmen mit ihren Arbeitskr&#228;ften umgehen. Jede Firma oder Firmenbereich mit f&#252;nfzig Besch&#228;ftigten kann einen Betriebsrat w&#228;hlen, der freigestellt wird. Die Anzahl der Betriebsr&#228;te h&#228;ngt direkt von der Anzahl der Besch&#228;ftigten der Firma ab, und die Besch&#228;ftigten k&#246;nnen den Betriebsrat w&#228;hlen, egal ob sie zur Gewerkschaft geh&#246;ren oder nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unsere Kampagne wird international</p>
<p>Je l&#228;nger die Aussperrung in Metropolis dauerte und je st&#228;rker unsere Kampagne gegen diese abscheuliche Firma wurde, desto mehr Anfragen von &#252;berall her erreichten uns, doch jemanden zu schicken, der unsere Geschichte erz&#228;hlt.</p>
<p>Eine Anfrage erschien seltsam: Ein Gewerkschaftsangestellter aus Pittsburgh (da ist die Gewerkschaftszentrale) rief mich an und fragte mich: «Hallo, was h&#228;ltst du davon, nach Deutschland zu fahren und dort &#252;ber die Aussperrung zu berichten?» Zuerst war ich schockiert und &#252;berrascht, dass Menschen auf der anderen Seite der Welt &#252;berhaupt etwas von unserer Aussperrung wussten und von uns pers&#246;nlich etwas dar&#252;ber h&#246;ren wollten.</p>
<p>Steven Lech, Aktivist unseres Locals, und ich machten uns am 2.Mai auf den Weg. In Deutschland trafen wir die Konzernbetriebsr&#228;te und erz&#228;hlten unsere Geschichte. Dabei ist wichtig zu wissen, dass zwar jeder dieser Betriebsr&#228;te gew&#228;hlt ist, jedoch nicht notwendigerweise Mitglied einer Gewerkschaft ist. Nach unserer Pr&#228;sentation verabschiedeten die Konzernbetriebsr&#228;te einstimmig eine Resolution, in der das Ende der Aussperrung gefordert wurde, und schickten diese an das Management von Honeywell. Damit war unser Kampf international.</p>
<p>Angefangen mit der Solidarit&#228;t und der finanziellen Unterst&#252;tzung der Br&#252;der und Schwestern in den Gewerkschaften ist Deutschland ist ein sehr interessantes Land, weil im europ&#228;ischen Vergleich der gewerkschaftliche Organisationsgrad dort sehr hoch ist. Gleichzeitig sind dort die Arbeitskosten am h&#246;chsten, und trotzdem ist die Wirtschaft am st&#228;rksten. Alle, mit denen wir gesprochen haben, waren entsetzt dar&#252;ber, dass uns die Firma ausgesperrt hat, besonders nachdem sie erfuhren, dass in Metropolis mit Uran gearbeitet wird und dass seit dem Beginn der Aussperrung gegen die Sicherheitsvorschriften versto&#223;en wird.</p>
<p>Nach dem Besuch in Deutschland fuhren wir weiter nach Br&#252;ssel und trafen dort Mitglieder des europ&#228;ischen Betriebsrats von Honeywell, welche dort eines ihrer regelm&#228;&#223;igen Treffen abhielten. Honeywell verbot den Konzernbetriebsr&#228;ten Treffen mit uns, die blieben aber ihren &#220;berzeugungen treu und trafen uns in ihrer Freizeit. Nach diesem Treffen wurde erneut dem Honeywell-Management eine einstimmige Resolution &#252;bermittelt. Einige dieser Betriebsr&#228;te waren sogar Manager in ihren Firmen und geh&#246;rten keiner Gewerkschaft an.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus trafen wir in Br&#252;ssel Vertreter aller bedeutenden europ&#228;ischen Gewerkschaften wie der Europ&#228;ischen Metallgewerkschaft (EMF), der Bergbau-, Chemie und Energie-Gewerkschaft (EMCEF) und der Dienstleistungsgewerkschaft (EPSU).</p>
<p>Bei alledem war die M&#246;glichkeit, mit Besch&#228;ftigten anderer Honeywell-Betriebe Informationen und Ideen auszutauschen, am wichtigsten. Grundlegende Arbeiterrechte sind in allen L&#228;ndern g&#252;ltig, und schlie&#223;lich haben wir alle das gleiche Ziel. Wir verdienen es, mit dem Lohn f&#252;r eine anst&#228;ndige Arbeit ein ordentliches Leben zu f&#252;hren und keine gesundheitlichen Sch&#228;den von der Arbeit davon zu tragen. Nun, da fast jede gr&#246;&#223;ere Firma global agiert, m&#252;ssen auch wir, um damit Schritt zu halten, uns global organisieren. &#220;berall findet n&#228;mlich der gleiche Kampf statt, und Arbeiterrechte sind Menschenrechte.</p>
<p>Wenn wir uns in gro&#223;er Zahl zusammenschlie&#223;en, sind wir un&#252;bersehbar und Politiker und Firmenbosse m&#252;ssen unsere Forderungen anerkennen. Sie scheinen oft zu vergessen, dass wir unsere Arbeit auch ohne sie da oben machen k&#246;nnen, es ihre Jobs und Verm&#246;gen ohne uns da unten es aber nicht geben w&#252;rde. It’s time for global solidarity forever! Die Zeit f&#252;r weltweite Solidarit&#228;t ist gekommen – f&#252;r immer!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Quelle: www.inthesetimes.com.</p>
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		<title>USA: Aufstand der Mittelschicht</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2010/11/usa-aufstand-der-mittelschicht/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 13:04:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Tea-Party-Bewegung und die Tradition des Rechtspopulismus Interview mit Dianne Feeley vor den Senatswahlen Dianne Feeley war Produktionsarbeiterin bei American [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- pre.western { font-family: "Garuda"; }pre.cjk { font-family: "DejaVu Sans",monospace; }p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Die Tea-Party-Bewegung und die Tradition des Rechtspopulismus</strong><br />
<em> Interview mit Dianne Feeley vor den Senatswahlen</em></p>
<p>Dianne Feeley war Produktionsarbeiterin bei American Axle &amp; Manufacturing in Detroit. Sie ist als Rentnerin weiterhin in der UAW aktiv und Redakteurin der Zeitschrift Against the Current (www.solidarity-us.org).</p>
<p><em><span id="more-1627"></span>Welche Bev&#246;lkerungsgruppen sind in der sog. Tea-Party-Bewegung aktiv und was sind ihre Anliegen?</em></p>
<p>In der Tea-Party-Bewegung finden sich Menschen aus der Mittelschicht, aber auch aus der Arbeiterschaft – Leute, die unter &#246;konomischen Problemen leiden, daf&#252;r aber Immigranten, Linke oder Afroamerikaner verantwortlich machen. Sie denken streng individualistisch und betrachten arme Menschen, die irgendeine Art staatlicher Unterst&#252;tzung erhalten, als faul oder als Simulanten. Arbeiter aus der Automobilindustrie oder andere, die einen anst&#228;ndigen Lohn (etwa 28 Dollar je Stunde) und Sozialleistungen (Krankenversicherung und Rente) bekommen, werden als dumm und &#252;berbezahlt dargestellt. Sie verachten die k&#252;rzlich verabschiedeten Reformen im Gesundheitswesen als «sozialistisch», obwohl die Gesetze faktisch von der privaten Gesundheitsindustrie geschrieben wurden.</p>
<p>&#220;berwiegend handelt es sich bei den Tea-Party-Anh&#228;ngern um wei&#223;e fundamentalistische Christen, oft &#228;ltere Menschen und viele Rentner, die sich selbst als das hart arbeitende Amerika ansehen. Aus Angst, von anderen verdr&#228;ngt zu werden, greifen sie die an, die ebenfalls unter der wachsenden Ungleichheit in unserer Gesellschaft leiden, anstatt gegen die Unternehmen und die Eliten zu k&#228;mpfen. Vielfach werden sie von wohlhabenden radikalen Rechten finanziert.</p>
<p><em>Dieser Rechtspopulismus ist nicht wirklich neu?</em></p>
<p>Nein, nach dem B&#252;rgerkrieg gab es schwarzenfeindliche Organisationen wie den Ku Klux Klan, in den 30er Jahren zog Pater Coughlin mit seiner antisemitischen Radiosendung fast 30 Millionen Menschen an, und um den New-Deal-«Sozialismus» Franklin D. Roosevelts zu bek&#228;mpfen, gr&#252;ndeten die wohlhabenden Br&#252;der Du Pont 1934 die American Liberty League, eine sehr konservative nationale Protestorganisation.</p>
<p>In den 60er und 70er Jahre wurde der Rechtspopulismus durch die 1958 gegr&#252;ndete, stark rechtsgerichtete und Verschw&#246;rungstheorien anh&#228;ngende John Birch Society wiederbelebt.</p>
<p><em>Es gibt also so etwas wie eine dauernde Str&#246;mung, die bis in die Zeit nach dem B&#252;rgerkrieg zur&#252;ckreicht?</em></p>
<p>Die dem Rechtspopulismus zugrundeliegende Ideologie basiert darauf, dass die USA ein kolonialer Siedlerstaat sind. Insbesonders in den S&#252;dstaaten waren zwangsverpflichtete Diener und Sklaven entscheidend f&#252;r den Aufbau der Agrarwirtschaft.</p>
<p>Anfangs gab es nur wenige Unterschiede zwischen den meist wei&#223;en Leibeigenen und den schwarzen Sklaven, sie entwickelten oft gemeinsamen Widerstand. Mit der Gefahr ernsthafter Rebellionen konfrontiert, wurden jedoch rechtliche Unterscheidungen zwischen beiden Gruppen eingef&#252;hrt, die im Laufe der Zeit «der Hautfarbe» zugeschrieben wurden. Als neue Immigrantenstr&#246;me nach Amerika kamen, haben diese schnell die «rassische Spaltung» der US-Gesellschaft aufgegriffen und begriffen, dass sie sich besser anstrengen, «wei&#223; zu werden».</p>
<p><em>Das hatte wohl Folgen f&#252;r das Klassenbewusstsein?</em></p>
<p>Ja, denn die US-amerikanische Arbeiterklasse, die entstand, war nicht nur eine segmentierte bzw. fragmentierte Klasse, sondern auch entlang «rassischer» Linien gespalten. Immigranten aus Nordeuropa konnten relativ fr&#252;h den Status des «Wei&#223;en» erlangen, w&#228;hrend Asiaten f&#252;r den wirtschaftlichen Abschwung nach dem B&#252;rgerkrieg verantwortlich gemacht wurden. Sowohl Arbeitervertreter als auch Politiker machten «Kulis» f&#252;r niedrige L&#246;hne verantwortlich.</p>
<p>1882 wurde der Chinese Exclusion Act verordnet, durch den Chinesen sozial und politisch ausgegrenzt wurden. Das Gesetz wurde von einem Aufschwung antichinesischer Organisationen begleitet wie z.B. The Supreme Order of Caucasians, der mehr als f&#252;nf Dutzend Ortsverb&#228;nde in Kalifornien hatte und Unruhen in Kalifornien, Oregon, Washington und Wyoming organisierte.</p>
<p><em>Du hast erw&#228;hnt, dass reiche Rechte die Tea-Party-Bewegung finanzieren. Um wen handelt es sich da genau? Ist es eine besondere Fraktion der herrschenden Klasse, die Geld gibt?</em></p>
<p>Eine ganze Reihe von Gesch&#228;ftsleuten unterst&#252;tzen verschiedene rechte Projekte, darunter auch die Tea Party. Am wichtigsten sind David und Charles Koch, deren Vater war Mitglied des Leitungsgremiums der eben erw&#228;hnten John Birch Society. Erst vor kurzem hat Jane Mayer in ihrem Artikel in der Zeitschrift <em>New Yorker</em> aufgedeckt, welche ultrakonservativen Projekte sie finanziell unterst&#252;tzen.</p>
<p>Auf der Grundlage von Steuerunterlagen hat sie rekonstruiert, dass von den Koch-Br&#252;dern betriebene Stiftungen zwischen 1998 und 2008 knapp 196 Millionen Dollar an solche Einrichtungen verteilt haben. Au&#223;erdem haben «Koch Industries» durch ihr Political Action Committee 4,8 Millionen Dollar f&#252;r politische Kampagnen gespendet und weitere 50 Millionen f&#252;r Lobbying ausgegeben – ihre Lobbyisten verharmlosen u.a. die Gefahren des Klimawandels. Als David Koch 1980 Vizepr&#228;sidentschaftskandidat der Libertarian Party war, forderte er die Abschaffung staatlicher Sozialsysteme, von Bundesbeh&#246;rden und sogar des &#246;ffentlich finanzierten Bildungssystems.</p>
<p>Neben den Koch-Br&#252;dern ist der Medienmogul Rupert Murdoch ein weiterer wichtiger Unterst&#252;tzer der Tea-Party-Bewegung – insbesonders seine Fox News bieten deren prominenten K&#246;pfen viel Sendezeit.</p>
<p><em>Wie sch&#228;tzt du den politischen Einfluss der Tea Party ein?</em></p>
<p>Das ist schwer zu sagen, weil ihr Gewicht von den Medien aufgebauscht wird. Ein Beispiel dazu: Ein nationales Treffen der Tea Party, zu dem nur 900 Menschen kamen, erhielt weitaus mehr Fernsehsendezeit als das US-Sozialforum, das im Sommer 2010 in Detroit stattfand und an dem mehr als 15.000 Menschen teilgenommen haben.</p>
<p>Der politische Einfluss der Tea Party geht weit &#252;ber die Zahl ihrer Anh&#228;nger hinaus. Der rechte Mainstream greift ihre Ideen auf. Dinesh d’Souza, ein republikanischer Autor, hat im <em>Forbes Magazine</em> einen Artikel ver&#246;ffentlicht, in dem er behauptet, dass «die USA auf der Basis der Tr&#228;ume eines Stammesangeh&#246;rigen der Luo aus den 50er Jahren regiert werden. [Die Luo sind eine Volksgruppe, die in Kenya und Tanzania lebt. Das Zitat spielt darauf an, dass der Vater Barack Obamas afrikanischer Einwanderer war.]</p>
<p>Dieser notorisch untreue, betrunkene afrikanische Sozialist … bestimmt jetzt die Agenda der nationalen Politik durch die Wiedergeburt seiner Tr&#228;ume in und durch seinen Sohn.» Der Sohn soll kein geringerer als Barack Obama sein. Newt Gingrich, der ehemalige Vorsitzende der Republikanischen Partei,  hat diesen Bl&#246;dsinn begr&#252;&#223;t.</p>
<p><em>Das klingt so, als w&#252;rde die Tea-Party-Bewegung nur Schichten mobilisieren, die bereits von der extremen Rechten angezogen wurden, bevor Obama Pr&#228;sident wurde. Welche Rolle spielt denn seine Regierungspolitik bei alledem?</em></p>
<p>In Bezug auf die Au&#223;enpolitik gibt es praktisch keine Unterschiede zwischen Demokraten und Republikanern. Beide Parteien verteidigen politische, &#246;konomische und milit&#228;rische imperialistische Abenteuer. Innenpolitisch d&#252;rften die Unterschiede f&#252;r die Anh&#228;nger der Tea Party schon wichtiger sein.</p>
<p>Aber haben diese Leute, die Pr&#228;sident Obama f&#252;r einen heimlichen Muslim halten, ihn 2008 gew&#228;hlt und wurden dann von seiner Politik entt&#228;uscht? Das m&#246;chte ich stark bezweifeln. Sie haben Obama immer schon misstraut, und alles was er seither getan hat, best&#228;rkt sie in ihrer Idee, er sei ein «Sozialist».</p>
<p>Unter den vielen Millionen Menschen, die f&#252;r Obama gestimmt haben, d&#252;rfte es verschiedene Reaktionen auf seine Politik geben. Darunter gibt es auch diejenigen, die davon entt&#228;uscht sind, dass und wie er dabei versagt hat, sozialdemokratische Werte durchzusetzen. Guantánamo wird immer noch betrieben, die Zahl der Hauspf&#228;ndungen und die Erwerbslosenquote bleiben hoch. In Detroit liegt die reale Arbeitslosigkeit bei rund 50%. Aber es ist unwahrscheinlich, dass die so Entt&#228;uschten in diesem Jahr wieder w&#228;hlen gehen. Sie werden weder f&#252;r die rechten Republikaner stimmen, noch werden sie das Zwei-Parteien-System &#252;berwinden, indem sie f&#252;r die unabh&#228;ngige Gr&#252;ne Partei stimmen. Wahrscheinlich bleiben sie zu Hause.</p>
<p>Nat&#252;rlich gibt es auch die anderen, die meinen, Obama habe sein Bestes getan, oder die Demokraten f&#252;r weniger sch&#228;dlicher halten als die Republikaner. Sie werden auch 2010 und 2012 wieder die Demokraten w&#228;hlen.</p>
<p><em>Was ist der beste Weg f&#252;r die Linke, die Tea Party zu bek&#228;mpfen?</em></p>
<p>Wir haben in der Gewerkschaftsbewegung zwei zusammenh&#228;ngende Probleme. Zum einen sind die Gewerkschaften an die Demokratische Partei gebunden, zum anderen sind sie den Angriffen der Unternehmerseite ausgesetzt. Die Gewerkschaftsf&#252;hrungen reagieren mit Kooperation – im Glauben, so Arbeitspl&#228;tze zu erhalten.</p>
<p>In der Ausgabe der<em> Detroiter Free Press</em> vom 23.September hat der Pr&#228;sident der United Autoworkers (UAW), Bob Kink, seine Strategie so erkl&#228;rt: «Ich denke, es wird einen neuen Verhandlungsansatz der UAW geben … Wir arbeiten dauerhaft zusammen, um die Qualit&#228;t und die Produktivit&#228;t zu verbessern und sicherzustellen, dass die Unternehmen wettbewerbsf&#228;hig sind. So werden wir die Verhandlungen 2011 f&#252;hren.»</p>
<p>Doch das f&#252;hrt in die Sackgasse. Wir m&#252;ssen verstehen, dass die Unternehmer und Politiker nicht auf unserer Seite stehen. Wir m&#252;ssen eine eigene Strategie entwickeln und eine Partei aufbauen, die uns geh&#246;rt. Ungl&#252;cklicherweise sind wir weit davon entfernt.</p>
<p><em>Was w&#228;ren erste praktische Schritte?</em></p>
<p>Ich denke – auch wenn das kein unmittelbarer Schritt ist –, dass der Kampf f&#252;r die Demokratisierung unserer Gewerkschaften immer noch von zentraler Bedeutung ist, insbesonders, um den Rechtspopulismus zu bek&#228;mpfen, der sich auch auf die Entt&#228;uschung der Arbeitenden st&#252;tzen kann. Dieser Kampf war schon in den 70er Jahren wichtig, doch au&#223;er kleineren Siegen an der Basis in der Teamsters Union und der Bergarbeitergewerkschaft haben wir keine Erfolge errungen.</p>
<p>Die Arbeiterklasse und die Linke haben in den letzten drei&#223;ig Jahren viele Niederlagen einstecken m&#252;ssen. Fast ausnahmslos glauben h&#246;here Gewerkschaftsf&#252;hrer, die Gewerkschaften m&#252;ssten akzeptieren, dass Unternehmen Profite machen. Praktisch gibt es kein Zugest&#228;ndnis, dem sie nicht zustimmen w&#252;rden – dabei vertr&#246;sten sie die Arbeiter, Zeit zum K&#228;mpfen sei ein anderes Mal.</p>
<p>Aber mit einer solchen Strategie gibt es kein «anderes Mal». Damit kann man die unorganisierten Niedriglohnarbeiter und die Entt&#228;uschten nicht gewinnen – sie werden die Gewerkschaften nicht als das Werkzeug sehen, das sie brauchen. In meiner Gewerkschaft, der UAW, hat die F&#252;hrung die Arbeiter bei General Motors und Chrysler davon &#252;berzeugt, bis 2015 auf Streiks zu verzichten.</p>
<p>Gl&#252;cklicherweise haben sich die Ford-Arbeiter geweigert, sich dem anzuschlie&#223;en – das war das erste Mal, dass Arbeiter ein Abkommen abgelehnt haben, das von der Gewerkschaftsf&#252;hrung unterst&#252;tzt wurde. Das war ein wichtiger Sieg der gewerkschaftsinternen Opposition – sechs Monate sp&#228;ter haben die Arbeiter des Stanzwerks von GM sich geweigert, den Vertrag nachzuverhandeln, weil damit Lohnk&#252;rzungen und eine Demontage ihrer Rechte am Arbeitsplatz verbunden gewesen w&#228;ren. Allerdings ist es ziemlich schwierig, einen Kampf zu f&#252;hren, wenn die F&#252;hrung die Position der Firmenleitung teilt.</p>
<p><em>Der Name Tea Party kommt von der «Boston Tea Party», einer Schl&#252;sselaktion im amerikanischen Unabh&#228;ngigkeitskampf gegen die britische Kolonialmacht: 1773 kippten Bostoner B&#252;rger drei Ladungen Tee der britischen East India Trading Company ins Hafenbecken als Zeichen des Protests gegen die ihnen aufgeb&#252;rdete Steuerlast.</em></p>
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