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	<title>SoZ - Sozialistische Zeitung &#187; Privatisierung</title>
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		<title>Die Gr&#252;ndung von Stadtwerken</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 08:20:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Schritt weg von der Monopolisierung der Energieversorgung von Rolf Euler Viele Kommunen diskutieren derzeit &#252;ber die Gr&#252;ndung eigener Stadtwerke, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Schritt weg von der Monopolisierung der Energieversorgung</strong><br />
von <em>Rolf Euler</em></p>
<p>Viele Kommunen diskutieren derzeit &#252;ber die Gr&#252;ndung eigener Stadtwerke, um sich aus der Klammer der vier gro&#223;en Energiekonzerne zu befreien. Doch die Beweggr&#252;nde sind unterschiedlich, die Risiken vielf&#228;ltig und nicht immer muss f&#252;r den B&#252;rger was bei rausspringen.<br />
<span id="more-3374"></span>Die Liberalisierung der Elektrizit&#228;tsversorgung hat vor allem eins gebracht: st&#228;ndig steigende Strompreise f&#252;r die Privatkunden, eine zunehmende Ballung von Macht f&#252;r die Konzerne E.on, RWE, EnBW und Vattenfall, die schon mal satirisch «die vier Besatzungsm&#228;chte» genannt wurden, und Milliardengewinne aus diesem wichtigen Versorgungsbereich.<br />
Strom wird seit einigen Jahren an der Stromb&#246;rse in Leipzig zu Tageskursen gehandelt, da k&#246;nnen die gro&#223;en Vier viel verdienen. Den Energiekonzernen wurden vor l&#228;ngerer Zeit CO2-Verschmutzungsrechte f&#252;r ihre bestehenden Kraftwerke kostenlos &#252;berlassen, die sie ebenfalls an der B&#246;rse handeln k&#246;nnen – damit haben sie gro&#223;e Profite gemacht.<br />
Die Energiekonzerne halten in einer Hand die Kraftwerke (Stromproduktion), die Hochspannungsnetze und die Versorgung der Einzelkunden bis ins Haus. Die Versorgungsbereiche sind im Bundesgebiet fein s&#228;uberlich zwischen den gro&#223;en Vier aufgeteilt.</p>
<p>In j&#252;ngster Zeit ist nun Bewegung in die Sache gekommen. Die EU-Kommission hat gefordert, dass die Hochspannungsnetze nicht mehr denselben Konzernen geh&#246;ren sollen, die auch die Stromproduktion betreiben. E.on sah sich daraufhin gezwungen, K&#228;ufer f&#252;r ihre Netze zu suchen.<br />
Gleichzeitig haben der Ausstieg aus der Kernenergie und die Bedeutung der Stromversorgung dazu gef&#252;hrt, dass in der &#214;ffentlichkeit mehr und mehr diskutiert wird, wer dar&#252;ber verf&#252;gen und bestimmen sollte. Das ist eine «alte» Debatte schon aus den 70er Jahren, als vor allem RWE am Pranger stand, und eine anhaltende Debatte, die in der Gr&#252;ndung von reinen &#214;kostromanbietern ihren Ausdruck gefunden hat.</p>
<p><strong>Rekommunalisierung der Energieversorgung</strong></p>
<p>Seit einiger Zeit bem&#252;hen sich viele St&#228;dte, die ihr Stromnetz an einen der gro&#223;en Versorger vergeben hatten, um eine sog. «Rekommunalisierung» – also die Gr&#252;ndung kommunaler Stadtwerke, die die Stromversorgung &#252;bernehmen sollen. Dabei haben auch die hohen Gewinne der Stromversorgungsunternehmen in den letzten Jahren Begehrlichkeiten geweckt. So werden im Kreis Recklinghausen mehrere Konzessionsvertr&#228;ge mit dem bisherigen Versorger RWE auslaufen, was den St&#228;dten die M&#246;glichkeit gibt, die Karten neu zu mischen.</p>
<p>Rekommunalisierung hei&#223;t das Ziel in einigen Bereichen Nordrhein-Westfalens, weil schon die fr&#252;heren Energieversorger VEW und RWE einmal aus Zusammenschl&#252;ssen von Stadtwerken hervorgegangen sind. Vor vielen Jahren hielten die meisten St&#228;dte noch Aktienanteile an den Stromversorgern und vergaben Konzessionen f&#252;r die Belieferung der St&#228;dte mit Strom und Gas. Daf&#252;r gab es Posten in den Aufsichtsr&#228;ten sowie Einnahmen aus Konzessionsvertr&#228;gen f&#252;r die Stadtkassen.</p>
<p>Viele St&#228;dte in NRW haben dann aus Finanznot ihre Anteile an RWE oder VEW (die sp&#228;ter von RWE &#252;bernommen wurden) verkauft – das sog. «Tafelsilber». Es blieben die Konzessionsabgaben, die die St&#228;dte aus der Vergabe ihrer Stra&#223;en f&#252;r Versorgungsleitungen erzielen konnten.<br />
Seit die St&#228;dte, insbesondere im Ruhrgebiet, in immer gr&#246;&#223;ere finanzielle Schwierigkeiten geraten, denken ihre Dezernenten, R&#228;te und B&#252;rgermeister verst&#228;rkt – zum Teil unterst&#252;tzt von externen Beratern – dar&#252;ber nach, ob und wie sich ein R&#252;ckkauf der Elektrizit&#228;ts- und Gasversorgung lohnen k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Alternative Modelle</strong></p>
<p>Dabei spielen an erster Stelle finanzielle &#220;berlegungen eine Rolle. St&#228;dte, die schon immer ihre Stadtwerke betrieben haben, berichten von sicheren Einnahmen, Querfinanzierungen f&#252;r defizit&#228;re kommunale Schwimmb&#228;der und g&#252;nstigeren Preise f&#252;r ihren Eigenverbrauch. Heute, im liberalisierten Strommarkt, sind die Fragen aber komplizierter als noch vor Jahrzehnten. Daher stehen verschiedene Modelle zur Debatte.<br />
Einmal geht es um die &#220;bernahme des Versorgungsnetzes der Elektrizit&#228;ts- und Gasversorger im Stadtbereich. Hier liegen z.T. Jahrzehnte alte Leitungen unterm Pflaster, aber auch moderne Verteilstationen, vor allem aber die sogenannte «letzte Meile», das ist der unmittelbare Hausanschluss. Fr&#252;her hatte der regionale Stromversorger ein Versorgungsmonopol: Wer in einer bestimmten Region wohnte, musste vom dort zust&#228;ndigen Konzern Strom und Gas beziehen.<br />
Diese Regelung ist seit Jahren aufgehoben. Nun kann man den Strom von jedem Anbieter am Markt beziehen. Deshalb &#252;berlegen einige St&#228;dte, ob sie nicht nur das Stromnetz, sondern auch die Verteilung und den Vertrieb des Stroms &#252;bernehmen sollen, einige denken sogar an eine eigene Stromproduktion, zum Beispiel aus erneuerbaren Energien. So gibt es z.B. in S&#252;ddeutschland Stadtwerke, die selber Solar- oder Wasserkraftwerke betreiben, oder es gibt l&#228;ndliche Regionen, in denen kommunale Biogaskraftwerke die lokale Stromversorgung &#252;bernehmen.<br />
Die vier Monopolisten bem&#252;hen sich seit einiger Zeit darum, ihren schlechten Ruf als teure und umweltverschmutzende Stromerzeuger zu korrigieren, indem sie sich massiv in diese Debatte einklinken. EnBW (Baden-W&#252;rttemberg) und RWE (Nordrhein-Westfalen) bieten sich als «strategische Partner» f&#252;r St&#228;dte an, die eigene Stadtwerke planen. Leipzig hat schon mit RWE einen Partnervertrag zur Gr&#252;ndung von Stadtwerken beschlossen, Stuttgart will eigene Stadtwerke gr&#252;nden, und in NRW kam es im Kreis Recklinghausen zu vielen Veranstaltungen, weil die Stadt Recklinghausen solche Planungen vorantreibt. Auch hier wird ein «strategischer Partner» gesucht.</p>
<p><strong>Hoffnungen und W&#252;nsche</strong></p>
<p>Sicher ist es auch dem Unfall von Fukushima zu verdanken, dass in die Debatte um die Gr&#252;ndung eigener Stadtwerken ein besonderer Zug kam. Denn die Frage, wie Strom erzeugt wird, &#252;berlagert viele andere Probleme – ganz zu schweigen von der Frage der Energieeinsparung.<br />
Vor allem Atomkraftgegner, aber auch andere fortschrittliche Kr&#228;fte erwarten von der Neugr&#252;ndung von Stadtwerken eine demokratischere, aber auch zukunftsf&#228;higere Stromversorgung im Nahbereich. Deswegen sah sich zum Beispiel die Stadtverwaltung Recklinghausen gedr&#228;ngt, die Debatte mit &#246;ffentlichen Veranstaltungen einzuleiten, was sonst kaum &#252;blich ist. Attac hatte Experten aus Schw&#228;bisch Hall eingeladen, im Ratskeller gab es eine breite Diskussion mit ihnen, und der Rat richtete eine Kommission ein, die sich mit den Vorbereitungen befasst.</p>
<p>Aber schon der Antrag von Attac und Linkspartei, in die Ausschreibung solle die Bedingung «atomstromfreie Produktion» hineingeschrieben werden, stie&#223; auf politische und rechtliche Ablehnung. Denn die Lage hat sich gegen&#252;ber fr&#252;her entscheidend ge&#228;ndert: Jeder Netzbetreiber – ob Stadt, Land oder privater Energieversorger – ist heute verpflichtet, jeden Strom eines Erzeugers durchzuleiten, der im Netzbereich nachgefragt wird – egal aus welcher Energiequelle er stammt.</p>
<p><strong>Risiken und Nebenwirkungen</strong></p>
<p>Zu den Risiken und Nachwirkungen war bisher nicht allzu viel zu h&#246;ren. So ist es durchaus m&#246;glich, dass im Haifischbecken «Strommarkt» neu gegr&#252;ndete Stadtwerke wie die «Karpfen» auftauchen werden. Und nat&#252;rlich betonen Konzession&#228;re wie RWE oder EnBW, wie wichtig ihre Erfahrungen und personellen Kompetenzen sind – viele St&#228;dte haben die aufgrund des Personalabbaus der letzten Jahre nicht mehr vorzuweisen.</p>
<p>Da ist einmal das finanzielle Risiko bei der &#220;bernahme des st&#228;dtischen Elektrizit&#228;tsnetzes. Die Stadt Haltern klagt seit zehn Jahren gegen RWE um den Preis: RWE setzt ihn nat&#252;rlich mit dem Zeitwert hoch an, w&#228;hrend die Stadt nur den niedrigeren Ertragswert bezahlen m&#246;chte. Die Stadt Recklinghausen hat ein Haushaltsdefizit von &#252;ber 60 Millionen Euro und streitet mit RWE darum, ob sie 40 oder 70 Millionen zahlen soll; bis zu einer Gerichtsentscheidung vergehen Jahre der Unsicherheit.</p>
<p>Ein weiteres Risiko besteht darin, dass das Versorgungsunternehmen f&#252;r die Netzstabilit&#228;t garantieren muss. Hier sind im Zuge der Ausweitung von Fotovoltaik und Windkraftanlagen erheblich gr&#246;&#223;ere Schwankungen aufzufangen als fr&#252;her, daher sind auch die Anforderungen an Netzmanagement und Technik erheblich h&#246;her. Bisher konnten sich die Monopolisten mit ihren Atomkraftwerken davor teilweise dr&#252;cken, die neuen Stadtwerke aber m&#252;ssen schnell reagieren.</p>
<p>Ein zus&#228;tzliches Risiko ist die Neugewinnung von Kunden. Wenn Stadtwerke gegr&#252;ndet werden, m&#252;ssen die Bewohner ja &#252;berzeugt werden, dass sie ihren bisherigen Strom- oder Gasanbieter wechseln und zum lokalen Versorger gehen. Einige St&#228;dte haben da gute Erfahrungen, aber die sind auch schon viele Jahre am Ball. Und die bisherigen Zahlen der wechselwilligen Kunden geben nicht unbedingt zu gro&#223;en Hoffnungen Anlass.</p>
<p>Schlie&#223;lich ist da ist die Entwicklung der Durchleitungsentgelte. Diese werden den Netzbetreibern von der Bundesnetzagentur genehmigt, aber auch nach oben gedeckelt. In einigen Jahren ist es also durchaus m&#246;glich, dass mit den heute &#252;blichen Netzentgelten gar nicht mehr gerechnet werden kann.<br />
Daraus ergibt sich aber auch, dass einige Stadtwerke die positiven finanziellen Folgen erst in ein paar Jahren erreichen werden, wenn &#252;berhaupt. Sicher stellt sich dann auch die Frage, ob St&#228;dte, die schon beim Cross-Border-Leasing auf die Nase gefallen sind, ein solches Risiko eingehen wollen, an dem sicher zuerst einmal Banken und Berater verdienen.</p>
<p><strong>Mehr Demokratie fordern</strong></p>
<p>Die Forderungen von B&#252;rgern und Parteien nach gr&#246;&#223;erer Beteiligung und Mitwirkung laufen darauf hinaus, von vornherein mit dar&#252;ber bestimmen zu k&#246;nnen, wie und mit welchem Modell Stadtwerke gegr&#252;ndet werden.<br />
F&#252;r die Bewohner macht es keinen gro&#223;en Unterschied, ob statt des kapitalkr&#228;ftigen Gro&#223;versorgers nun eine kapitalschwache Stadt-AG oder -GmbH Gewinne machen will. Es w&#228;re ein Unterschied, wenn gleichzeitig Beteiligungsmodelle, Genossenschaften und andere Formen der B&#252;rgerbeteiligung erprobt w&#252;rden.</p>
<p>Wenn Stadtwerke unter dem Vorzeichen der Energiewende planm&#228;&#223;ig den Umstieg auf erneuerbare Energien betreiben w&#252;rden, auf Einsparungen abzielten und den B&#252;rgern eine echte Alternative zu den gro&#223;en Vier anb&#246;ten. Die jetzige Kommunalverfassung bietet hierzu wenig Anhaltspunkte, und Stadtverwaltungen, die einen «strategischen Partner» suchen, wollen sich nicht gern von der Linkspartei, Attac oder anderen B&#252;rgergruppen hineinreden lassen. Gesch&#228;ftst&#252;chtige Beraterfirmen und vorhandene Stadtwerke mit ihren Planungsabteilungen bieten sich in gro&#223;er Zahl an, hier den Stadtr&#228;ten als Experten und Beteiligungsunternehmen zur Verf&#252;gung zu stehen. Da ist es mit zus&#228;tzlicher Demokratie nicht weit her.<br />
Trotzdem m&#252;ssen sich in den St&#228;dten, die eine Debatte &#252;ber die Gr&#252;ndung von Stadtwerken angeschoben haben, alle Interessierten einklinken, um so viel B&#252;rgerbeteiligung und Energiewende wie m&#246;glich durchzusetzen.</p>
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		<title>Volksbegehren erfolgreich</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 17:19:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Rekommunalisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Hamburg Der Kampf f&#252;r die Rekommunalisierung der Energieversorgung ist noch lang nicht ausgestanden von Jan R&#252;bke Das Hamburger Volksbegehren «Unser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hamburg</strong><br />
<strong>Der Kampf f&#252;r die Rekommunalisierung der Energieversorgung ist noch lang nicht ausgestanden</strong></p>
<p>von <em>Jan R&#252;bke</em><br />
Das Hamburger Volksbegehren «Unser Hamburg – unser Netz» wurde mit 116.197 Unterschriften – wesentlich mehr als den ben&#246;tigten 65.000 – zugelassen. Ziel des Volksbegehrens ist die R&#252;cknahme der Privatisierung der Energieversorgung der Stadt.<br />
<span id="more-3054"></span>Noch sind die Hamburger Verteilernetze f&#252;r Strom, Gas und Fernw&#228;rme unter der Kontrolle der Kohle- und Atomkonzerne Vattenfall (Strom und Fernw&#228;rme) und E.on (Gas). Durch den Erfolg des Volksbegehrens haben wir Hamburger die gro&#223;e Chance, ihnen die Konzessionen f&#252;r den Netzbetrieb zu entziehen und diese wichtige Infrastruktur f&#252;r die Energieversorgung und die Umstellung auf erneuerbare Energien ab 2015 wieder in die &#246;ffentliche Hand zur&#252;ckzuholen.</p>
<p>Die Initiatoren des Volksbegehrens fordern die vollst&#228;ndige &#220;bernahme der Hamburger Energienetze durch die &#246;ffentliche Hand, die demokratische Kontrolle des k&#252;nftigen st&#228;dtischen Netzbetreibers, eine faire und transparente Preisgestaltung und den z&#252;gigen Umbau der Netze f&#252;r eine dezentrale und effiziente Energieversorgung aus erneuerbaren Energien.</p>
<p>Bis zum 15.Dezember muss die B&#252;rgerschaft nun entscheiden, wie sie darauf reagiert. Entweder gibt es einen Kompromiss – was unwahrscheinlich ist, weil der Erste B&#252;rgermeister von Hamburg, Olaf Scholz (SPD), das nicht will, oder es gibt eine Volksabstimmung, die entweder im Fr&#252;hjahr 2012 oder anl&#228;sslich der n&#228;chsten Bundestagswahl 2013 stattf&#228;nde.</p>
<p>Entscheidend dabei ist: Wenn wir jetzt nicht handeln, bleiben die Netze weitere 20 Jahre bei E.on und Vattenfall, die strategisch auf Profitmaximierung und die Verhinderung der Energiewende gepolt sind. Nur in &#246;ffentlicher Hand k&#246;nnen die Energienetze f&#252;r Klimaschutz und Daseinsvorsorge genutzt werden.</p>
<p><strong>Der Verlauf des Volksbegehrens</strong></p>
<p>Die Initiative «Unser Hamburg – unser Netz» ist ein parteiunabh&#228;ngiges B&#252;ndnis aus Umweltverb&#228;nden, B&#252;rger- und Verbraucherinitiativen und Kirchen, das auch von Parteien unterst&#252;tzt wurde. DIE LINKE erkl&#228;rte die Kampagne im Fr&#252;hsommer zu ihrem Schwerpunkt. «DIE LINKE hat sich von Anfang an daf&#252;r eingesetzt, die Netze f&#252;r Strom, Gas und Fernw&#228;rme zu rekommunalisieren, und zwar zu 100%», erkl&#228;rte Dora Heyenn von der Partei DIE LINKE.</p>
<p>Vom 2.–22.Juni mussten mindestens 75000 Unterschriften gesammelt werden. Neben Mitgliedern der B&#252;ndnisorganisationen und vielen ungebundenen Unterst&#252;tzer waren auch LINKE-Mitglieder unerm&#252;dlich auf den Stra&#223;en und Pl&#228;tzen. Unterst&#252;tzung kam von den Gr&#252;nen, den Piraten und, in deutlich schw&#228;cherem Ma&#223;e, von einigen umweltbewussten Sozialdemokraten. Die Gewerkschaften beteiligten sich nicht als Organisationen, trotzdem waren viele Mitglieder in Betrieben und Verwaltungen und in der &#214;ffentlichkeit aktiv.</p>
<p>Vattenfall, E.on, deren Betriebsr&#228;te, B&#252;rgermeister Scholz und der CDU-Abgeordnete Scheuerl agierten gegen das Volksbegehren. Betriebsr&#228;te von Vattenfall und E.on schalteten  Anzeigen, in denen sie eine «tausendfache Arbeitsplatzgef&#228;hrdung» herauf beschw&#246;rten, und spielten so mit den &#196;ngsten der Mitarbeiter. Dabei w&#228;re eine Netz&#252;bernahme ein Betriebs&#252;bergang (BGB §613a), bei dem die Rechte und Pflichten des neuen Arbeitgebers zun&#228;chst erhalten bleiben. Weder der alte noch der neue Arbeitgeber k&#246;nnen den &#220;bergang der Arbeitsverh&#228;ltnisse unmittelbar verhindern.</p>
<p>Zudem wurden Plakataufsteller des B&#252;ndnisses illegal mit Aufklebern versehen, die der obigen Anzeige stark &#228;hnelten. Die Gewerkschaft Ver.di, bei der die E.on Mitarbeiter organisiert sind, hat sich mittlerweile von den Plakat-Zerst&#246;rungen und &#220;berklebungen distanziert.</p>
<p><strong>&#214;ffentlich-private Partnerschaft?</strong></p>
<p>Olaf Scholz will nur 25,1% Anteile von den Netzbetreibern Vattenfall (Strom) und E.on (Gas). Damit h&#228;tte er ein Vetorecht. Tats&#228;chlich kommt es aber darauf an, dass die Stadt ein Gestaltungsrecht hat und die Energieriesen ihrerseits kein Vetorecht haben, also weniger als 25,1% Anteil halten.</p>
<p>Zur Erinnerung: Unter der rot-gr&#252;nen Landesregierung von Ortwin Runde (1997–2001) wurden die Hamburgischen Electricit&#228;ts-Werke (HEW) mit den Netzen schrittweise an Vattenfall verkauft. Scholz war damals SPD-Bezirksvorsitzender von Hamburg-Altona und ab 2000 SPD-Landesvorsitzender. Der vollst&#228;ndige R&#252;ckkauf der Netze wird auf mindestens zwei Milliarden Euro veranschlagt.</p>
<p>Henning Voscherau, selber fr&#252;her SPD-B&#252;rgermeister, glaubt nicht an einen substantiellen Einfluss auf die Netze mit einem Anteil von nur 25,1%. Er wollte die Netze nach seinen Aussagen schon damals bei der Stadt lassen. Jetzt hat er das Volksbegehren unterschrieben, zusammen mit dem Schauspieler und Regisseur Hark Bohm und Delia Schindler, Sprecherin des Zukunftsrats Hamburg. &#196;hnlich &#228;u&#223;erte sich auch der fr&#252;here SPD-B&#252;rgermeister Ortwin Runde.</p>
<p>Zur Vorgabe von Olaf Scholz, lediglich den f&#252;r das Vetorecht n&#246;tigen Anteil von 25,1% haben zu wollen, meinte Dora Heyenn von der Partei DIE LINKE: «Das ist das Modell einer &#246;ffentlich-privaten Partnerschaft, die die Netze nicht zur&#252;ck in die Gestaltung der &#246;ffentlichen Hand bringt. Das zeigt die Erfahrung bei den HEW: Trotz einer &#246;ffentlichen Beteiligung von 71% musste das Gemeinwohl hinter dem Firmeninteresse, der Gewinnmaximierung, zur&#252;ckstehen. Wenn damals mit 71% kein Einfluss auf die Gesch&#228;ftspolitik genommen werden konnte, was ist denn der Sinn einer Beteiligung von 25,1%? Der Einfluss wird gleich Null sein, aber Vattenfall und E.on bekommen noch &#246;ffentliche Gelder in den Rachen geworfen. Deshalb unterst&#252;tzt DIE LINKE eine 100%ige &#220;bernahme der Netze in die &#214;ffentliche Hand.»</p>
<p>Angesichts des Widerstands der Handelskammer Hamburg und der Haltung des SPD-Senates besteht trotz des klaren Votums beim Volksbegehren die Gefahr, dass die SPD-Mehrheit eine vorzeitige Verl&#228;ngerung der Konzessionsvertr&#228;ge mit den jetzigen Betreibern Vattenfall und E.on abschlie&#223;t. So k&#246;nnte sie einem Volksentscheid zuvor kommen. Das gilt es zu verhindern.</p>
<p>Den Senat ficht der Erfolg des Volksbegehrens nicht an, wie eine Meldung der Welt vom 7.9.2011 zeigt, die von Geheimverhandlungen zwischen Senat und Vattenfall berichtet. Ihr zufolge gebe es &#220;berlegungen, ein neues, von Vattenfall und der Stadt gemeinsam gef&#252;hrtes, Netzunternehmen zu gr&#252;nden und dieses durch das Gaskraftwerk abzusichern.</p>
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		<title>Volksentscheid Wasserbegehren, Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 15:50:24 +0000</pubDate>
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		<title>Freispruch f&#252;r Landowsky</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 15:39:20 +0000</pubDate>
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		<title>Berliner Wasser: Der Senat trickst weiter</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Dec 2010 12:32:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Volksentscheid &#252;ber geheime Wasservertr&#228;ge am 13.Februar 2011 von Thomas Rudek Mit &#252;ber 320.000 Unterschriften konnte das Volksbegehren zur Offenlegung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Volksentscheid &#252;ber geheime Wasservertr&#228;ge am 13.Februar 2011</strong><br />
<em>von Thomas Rudek</em></p>
<p>Mit &#252;ber 320.000 Unterschriften konnte das Volksbegehren zur Offenlegung der Geheimvertr&#228;ge bei den teilprivatisierten Berliner Wasserbetrieben durchgesetzt werden.</p>
<p><span id="more-1773"></span>Vor dem Hintergrund eines Spendeneingangs von ca. 19.000 Euro ist dies ein doppelter Rekord, mit dem die Berliner bewiesen haben, dass nicht das gro&#223;e Geld wichtig ist, sondern die sozialen Kontakte, die wir alle haben.</p>
<p>Die Politik reagierte mit einer Flucht nach vorn: Nach Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses verk&#252;ndete der Regierende B&#252;rgermeister Klaus Wowereit (SPD), der 700 Seiten starke Konsortialvertrag werde jetzt im Internet ver&#246;ffentlicht, damit sei «die materielle Forderung des Volksbegehrens erf&#252;llt».</p>
<p>Nur eines versucht die Politik zu verhindern: Sie will den Gesetzestext des Volksbegehrens nicht &#252;bernehmen! Warum? Zum einen wegen der im Volksbegehren enthaltenen Unwirksamkeitsklausel. Diese besagt, dass Vertr&#228;ge, Beschl&#252;sse und Nebenabreden, die nicht ver&#246;ffentlicht worden sind, unwirksam werden. Sie ist quasi eine «Strafe» f&#252;r das Nichtbefolgen der Offenlegungspflicht.</p>
<p>Das neue Informationsfreiheitsgesetz sieht hingegen keine Sanktionen vor f&#252;r den Fall, dass die Verwaltung ihrer Offenlegungspflicht nicht nachkommt. Es sollte nachdenklich stimmen, dass Wowereit sich an der Unwirksamkeitsklausel st&#246;rt: Wenn jetzt angeblich alles offen gelegt ist, kommt die Unwirksamkeitsklausel doch &#252;berhaupt nicht zur Anwendung!</p>
<p>Der Gesetzestext des Volksbegehrens beschr&#228;nkt sich aus gutem Grund nicht auf die Ver&#246;ffentlichung von Vertr&#228;gen, sondern fordert auch die Ver&#246;ffentlichung von «Beschl&#252;ssen und Nebenabreden». Was wie eine juristische Spitzfindigkeit aussieht, ist auf eine Anregung eines Mitarbeiters aus der Verwaltung zur&#252;ckzuf&#252;hren. Wir haben diesen «Insider»-Hinweis dankend aufgenommen und unseren Gesetzestext entsprechend erweitert.</p>
<p>Nun achtet die politische Spitze peinlich genau darauf, immer nur von der Offenlegung des Konsortialvertrages mit seinen &#196;nderungsvereinbarungen und Anh&#228;ngen zu reden. Von Beschl&#252;ssen und Nebenabreden ist in den offiziellen Verlautbarungen nichts zu h&#246;ren. Es besteht deshalb gen&#252;gend Anlass zur Vermutung, dass noch immer vieles im Dunkeln liegt.</p>
<p><strong>Wer zahlt?</strong></p>
<p>Der Volksentscheid zur Offenlegung der Geheimvertr&#228;ge ist ein wichtiger Schritt, um die Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe zu erreichen, die die Wasserversorgung kosteng&#252;nstiger, b&#252;rgernah und verbraucherfreundlicher macht.</p>
<p>Doch auch eine Rekommunalisierung kostet. Solange die Gewinngarantien in den Geheimvertr&#228;gen gelten, werden RWE und Veolia darauf bestehen, dass sie in einem unbefristeten (!) Vertrag in die R&#252;ckkaufsumme eingestellt werden. Das w&#228;re dann gewiss keine kosteng&#252;nstige, sondern eine investorenfreundliche Rekommunalisierung. Genau das darf nicht geschehen, genau deshalb m&#252;ssen die Vereinbarungen des Geheimvertrages nach einem erfolgreichen Volksentscheid gerichtlich angefochten werden.</p>
<p>Angenommen es gelingt eine Verst&#228;ndigung auf eine angemessene R&#252;ckkaufsumme, dann muss auch dieser Betrag aufgebracht werden. Und in Anbetracht der Schuldenlast werden sich alle fragen: Woher nehmen und nicht stehlen? Da w&#228;ren wir bei den Banken und der Finanzkrise: Die Banken werden f&#252;r ihre katastrophale Gesch&#228;ftspolitik belohnt, indem sie von der Europ&#228;ischen Zentralbank billiges Geld zum Leitzins von 1% bekommen, weil sie angeblich «systemrelevant» sind. Wirklich systemrelevant ist aber vor allem die &#246;ffentliche Daseinsvorsorge!</p>
<p>Daher ist es nahe liegend, einen Rekommunalisierungsfonds bei der Investitionsbank aufzulegen, finanziert aus Mitteln der EZB zum Leitzins von 1%. Dieser Rekommunalisierungsfond w&#228;re an die Auflage zu binden, dass rekommunalisierte Betriebe ihre Geb&#252;hren nur nach real anfallenden Kosten kalkulieren d&#252;rfen – unter Ber&#252;cksichtigung von fairen L&#246;hnen und R&#252;ckstellungen f&#252;r Investitionen in Kl&#228;rwerke, Leitungsnetze usw. Nur Gewinnr&#252;ckstellungen, weder &#246;ffentliche noch private, h&#228;tten in Zukunft keinen Platz.</p>
<p>Es ist Zeit, aus den Fehlern sowohl der Finanzkrise wie auch der Privatisierung der &#246;ffentlichen Daseinsvorsorge zu lernen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen: Einer der gr&#246;&#223;ten Fehler ist die &#220;bertragung der Gewinnmaximierung auf die Bereiche der &#246;ffentlichen Daseinsvorsorge. H&#246;chste Zeit, diesen Systemfehler auf dem Weg der direkten Demokratie zu korrigieren.</p>
<p><em>Der Autor ist Mitglied des Berliner Wassertischs und Mitinitiator des Volksbegehrens.</em><br />
<a href="http://www.berliner-wassertisch.net">www.berliner-wassertisch.net</a>/</p>
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		<title>Berliner Wasserbegehren</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2010/10/berliner-wasserbegehren/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Oct 2010 08:46:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Senat will Verwirrung stiften von Thomas Rudek Endspurt: 172.000 Unterschriften braucht das Volksbegehren f&#252;r die Rekommunalisierung des Berliner Wassers bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- pre.western { font-family: "Garuda"; }pre.cjk { font-family: "DejaVu Sans",monospace; }p { margin-bottom: 0.21cm; } --><strong>Senat will Verwirrung stiften<br />
</strong><em>von Thomas Rudek</em></p>
<p>Endspurt: 172.000 Unterschriften braucht das Volksbegehren f&#252;r die Rekommunalisierung des Berliner Wassers bis zum 25.Oktober. Die Parteien des Berliner Senats versuchen nun, durch Ablenkungsman&#246;ver Verwirrung zu stiften.</p>
<p><span id="more-1504"></span>Als die Berliner Wasserbetriebe 1999 &#252;ber eine Holding AG teilprivatisiert wurden, schloss der Senat mit den «Teilhabern» RWE und Veolia Geheimvertr&#228;ge ab, damit sich das private Investment auch auszahlt. Die neoliberale Rechnung ging auf: Seit 2001 sind die Wasserpreise um 35% gestiegen, &#252;ber eine Milliarde Euro sind aus den Taschen der Verbraucher gepumpt worden, im internationalen St&#228;dtevergleich zahlt Berlin die h&#246;chsten Wasserpreise.</p>
<p>Seit drei Monaten sammelt die B&#252;rgerinitiative «Berliner Wassertisch» Unterschriften f&#252;r das Volksbegehren «Schluss mit Geheimvertr&#228;gen – Wir Berliner wollen unser Wasser zur&#252;ck». Das Prinzip ist einfach: Mit einem Gesetz zur vollst&#228;ndigen Offenlegung der Geheimvertr&#228;ge sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, die Vertr&#228;ge unabh&#228;ngig zu &#252;berpr&#252;fen und gegebenenfalls anzufechten. Ziel ist die kosteng&#252;nstige Rekommunalisierung.</p>
<p>Dass die B&#252;rgerinitiative mit dem Gesetzentwurf voll ins Schwarze getroffen hat, beweist die Desinformationskampagne, mit der die Berliner SPD-Spitze die Bev&#246;lkerung in die Irre zu f&#252;hren versucht. Mitten im laufenden Volksbegehren l&#228;sst die SPD &#252;ber alle Medien lauthals verk&#252;ndigen, dass sie die Wasserbetriebe rekommunalisieren will. Allerdings will sie rekommunalisieren, ohne den Geheimvertrag und seine Gewinngarantien anzufechten.</p>
<p>Das bedeutet: In den vertraulichen Verhandlungen mit den privaten Anteilseignern w&#252;rde man sich &#252;ber die «angemessenen Rahmenbedingungen» eines R&#252;ckkaufs einvernehmlich verst&#228;ndigen. Und es ist zu erwarten, dass die «Investoren» darauf bestehen w&#252;rden, dass ihre j&#228;hrlichen Gewinngarantien in einem unbefristeten Vertrag in die R&#252;ckkaufsumme einkalkuliert werden. Eine solche investorenfreundliche Rekommunalisierung, bei der den Konzernen noch mehr Geld in den Rachen geworfen wird, lehnt der Berliner Wassertisch in aller Entschiedenheit ab.</p>
<p>Michael M&#252;ller, Spitzenfunktion&#228;r der Berliner SPD, macht offensichtlich den gleichen Fehler, der sich bereits im benachbarten Potsdam ereignet hat. Auch dort wurde im Rahmen einer sog. «&#214;ffentlich-Privaten Partnerschaft» die Wasserversorgung teilprivatisiert, indem man sich das Unternehmen «Eurowasser» mit ins Boot geholt hat. Auch dort gab es Geheimvertr&#228;ge, die zu hohen Preissteigerungen f&#252;hrten. Auch dort wurde investorenfreundlich rekommunalisiert, ohne die Vertr&#228;ge einer &#246;ffentlichen und unabh&#228;ngigen &#220;berpr&#252;fung zu unterziehen.</p>
<p>Die Folge: &#220;ber den Preis der Potsdamer Rekommunalisierung liegt bis heute der Mantel des Schweigens. Doch der Preis muss so exorbitant hoch angesetzt worden sein, dass er zu Wasserpreisen gef&#252;hrt hat, die noch &#252;ber den Berliner Wasserpreisen liegen.</p>
<p>Michael M&#252;ller h&#228;tte es gemeinsam mit dem Wirtschaftssenator Harald Wolf (DIE LINKE) in der Hand gehabt, durch die Unterst&#252;tzung des Volksbegehrens die Voraussetzungen f&#252;r eine kosteng&#252;nstige, b&#252;rgernahe Rekommunalisierung zu schaffen. Diese Chance haben beide Funktion&#228;re auf den Landesparteitagen abgelehnt. Jetzt liegt es in der Hand der Berliner zu entscheiden: Bis zum 26.Oktober m&#252;ssen 172000 g&#252;ltige Unterschriften gewonnen werden!</p>
<p><em>Der Autor ist Sprecher des Volksbegehrens. E-Mail: thrudek@gmx.de.</em></p>
<p>Die Unterschriftenlisten k&#246;nnen bequem im Internet unter <a href="http://www.berliner-wassertisch.net">www.berliner-wassertisch.net</a> heruntergeladen werden.<br />
Zur&#252;ck an: Gr&#252;ne Liga Berlin, Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin. Achtung: Posteingang muss sp&#228;testens der 26.9. sein! Weitere Infos unter <a href="http://www.berliner-wassertisch.net">www.berliner-wassertisch.net</a> oder (030) 44330144.</p>
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		<title>Auf der A1 Bremen–Hamburg</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2010/08/auf-der-a1-bremenhamburg/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 14:13:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Bilfinger Berger streicht Lkw-Maut ein von Rolf Euler &#214;ffentlich-private Partnerschaft, diesen neudeutschen Begriff, kann man getrost mit Korruption &#252;bersetzen. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		PRE { font-family: "Garuda" } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><strong>Bilfinger Berger streicht Lkw-Maut ein</strong><br />
<em>von Rolf Euler</em><br />
&#214;ffentlich-private Partnerschaft, diesen neudeutschen Begriff, kann man getrost mit Korruption &#252;bersetzen. Ein neueres Beispiel daf&#252;r ist der Ausbau der A1 zwischen Bremen und Hamburg.<br />
Die Baufirma Bilfinger Berger kam vor einiger Zeit in die Schlagzeilen, als der U-Bahn-Tunnel in K&#246;ln einst&#252;rzte und als bekannt wurde, dass auch in D&#252;sseldorf beim U-Bahn-Bau Sch&#228;den nicht auszuschlie&#223;en waren. Und dann noch das:</p>
<p><span id="more-1338"></span>Drei Monate nach Fertigstellung eines neuen Teilst&#252;ckes der Autobahn A1 zwischen Bremen und Hamburg ging der nagelneue Asphalt wieder kaputt – gebaut von einem Konsortium aus Bilfinger Berger und der Fa. Bunte, einer in Norddeutschland bekannten gro&#223;en Baufirma.</p>
<p>Man k&#246;nnte sagen, das ist nur eine Frage der Gew&#228;hrleistung – wer jedoch tiefer gr&#228;bt, st&#246;&#223;t auf «unglaubliche» Hintergr&#252;nde. Die A1 zwischen Bremen und Hamburg, eine der meistbefahrenen Strecken Deutschlands, wird auf sechs Spuren erweitert und ist auf 30 Jahre an eben diese Baufirmen verpachtet worden.</p>
<p>Der Deal: Angeblich hat der Staat f&#252;r seine Aufgabe, n&#228;mlich den Betrieb von Autobahnen, kein Geld. Aber er nimmt die Lkw-Mautgeb&#252;hren ein. Die hat er nun dem Privatunternehmen Bilfinger Berger versprochen, wenn es die BAB sechsspurig ausbaut und danach betreibt. &#214;ffentlich-private Partnerschaft nennt sich der Deal und klingt «vern&#252;nftig». Nur dass der Staat, der die Vertr&#228;ge mit dem Privatunternehmen abschlie&#223;t, nicht mehr kontrollieren l&#228;sst, was er da zu welchem Preis ausgehandelt hat. Wegen m&#246;glicher Erkenntnisse &#252;ber die Gesch&#228;ftsgeheimnisse eines Unternehmens d&#252;rfen Vertr&#228;ge und Klauseln nicht &#246;ffentlich werden und k&#246;nnen selbst unter dem Gesetz zur Ver&#246;ffentlichung von staatlichem Handeln nicht eingesehen werden. Das kannte man schon von den ber&#252;chtigten «Cross-Border-Leasing»-Gesch&#228;ften, bei denen die Vertr&#228;ge auf englisch in New York liegen und selbst Ratsvertreter, die dar&#252;ber beschlossen haben, keinen Einblick erhielten. Allein der Bundesrechnungshof hat Zugang dazu.</p>
<p>Nun hat sich mal ein Bundestagsabgeordneter dahinter geklemmt, doch er darf nicht sagen, was er unter dem Siegel der Verschwiegenheit nach langem Hin und Her und Aktenstudium &#252;ber den Autobahnausbau herausfinden konnte.</p>
<p><strong>Privat hei&#223;t ohne Verantwortung</strong><br />
Inzwischen ist die Baustelle an der A1 zum Schrecken der Autofahrer geworden. Wer irgend kann, f&#228;hrt &#252;ber Hannover die A7 und A2 zu seinem Ziel. Nicht nur ewige Staus, sondern auch gravierende Unf&#228;lle machen den Streckenabschnitt zu einer &#246;ffentlichen Gefahrenstelle. Die Polizei hat gegen&#252;ber der Zeit vor Baubeginn einen Anstieg der Unf&#228;lle um 121% registriert: rund 4,3 Unf&#228;lle pro Tag! Statt zwei Toten 2008 gab es 2009 sechs, und allein im ersten Halbjahr 2010 sind sieben Todesopfer zu beklagen.</p>
<p>Auch die Gr&#252;nde sind bekannt: Um Geld zu sparen, wurde die ganze Autobahn st&#252;ckweise so umgebaut, dass alle vier Fahrspuren auf einer Seite zusammengefasst wurden. Dadurch ergeben sich erheblich schmalere Fahrstreifen als sonst &#252;blich. Die Feuerwehr beklagt sich, dass bei Unf&#228;llen im Baustellenbereich keine Rettungsgasse mehr zwischen den beiden Fahrspuren m&#246;glich ist, daher die Rettungswagen nur sp&#228;t eintreffen k&#246;nnen. Wer die «Dauerbaustelle» der A1 zwischen Wuppertal und K&#246;ln kennt, die ebenfalls auf sechs Spuren erweitert wird, wei&#223;, dass dort immer mindestens eine Fahrspur auf der Ausbauseite verblieb und nur drei auf die andere Seite verlegt wurden, die entsprechend breiter bleiben konnten.</p>
<p>Die Abtretung der Lkw-Maut an die Baufirma hat offenkundig auch dazu gef&#252;hrt, dass m&#246;glichst alle Lkw auf dieser Strecke «gehalten» werden sollen. Der gro&#223;e Teil des nordeurop&#228;ischen Transitverkehrs nach Westdeutschland und nach S&#252;dwesteuropa nimmt diese Strecke. Aber auch der Containerumschlag zwischen Bremerhaven und Hamburg f&#252;hrt per Lkw &#252;ber diese Autobahn – vor vielen Jahren wurde eine vorhandene Eisenbahnstrecke &#252;ber Stade/Bremerv&#246;rde stillgelegt. Bilfinger Berger allerdings will m&#246;glichst billig bauen und nimmt daher Gef&#228;hrdungen in Kauf.</p>
<p>Autobahnbau in &#246;ffentlich-privater Tr&#228;gerschaft ist nur ein kleiner Teil der von der Bertelsmannstiftung propagierten neoliberalen Neuausrichtung bzw. Verschlankung der &#246;ffentlichen Hand. Wer sie genauer unter die Lupe nimmt, st&#246;&#223;t zuerst auf eine Mauer des Schweigens und der Geheimhaltung; gelingt es ihm jedoch, hinter die Kulissen zu schauen, wie Werner R&#252;gemer in seinem Buch «<em>Heuschrecken» im &#246;ffentlichen Raum</em>*, st&#246;&#223;t er auf Skandal&#246;ses.</p>
<p>Mehrere Projekte – ein gro&#223;es Bildungszentrum in Frankfurt, die Messehallen in K&#246;ln, eine &#220;bernahme der Schulen im Landkreis Offenbach durch private Betreiber, der Warnow-Tunnel bei Rostock, das Mautsystem – werden von Werner R&#252;gemer anschaulich beschrieben, er zeigt, wie der Staat alle Risiken und die Privaten alle Gewinne von den (undurchschaubaren) Vertr&#228;gen haben. Er zeigt, wie teuer solche Projekte letztlich werden, wie schlecht die Ausf&#252;hrung ist und wie wenig diese Projekte den vollmundigen Versprechungen der Politiker entsprechen, die ihre geschrumpften &#246;ffentlichen Haushalte als Begr&#252;ndung daf&#252;r anf&#252;hren, dass Private die Sache angeblich doch besser und billiger machen.</p>
<p>Der Skandal um die A1 betrifft letzten Endes denselben Sachverhalt wie der Finanzskandal auch: Der Staat entzieht sich seiner demokratischen Verantwortung, schiebt privaten Kapitaleignern Steuergelder zu, nimmt daf&#252;r Schulden auf und beteiligt die Privaten &#252;ber Steuersparmodelle auch noch an zuk&#252;nftigen Steuereinnahmen der &#246;ffentlichen Hand. Entdemokratisierung und &#220;berschuldung des Staates – das ist die Folge von &#214;PP.</p>
<p>Werner R&#252;gemer schlie&#223;t: «Die Alternative besteht keineswegs darin, zu dem Staat zur&#252;ckzukehren, der die Misere verschuldet hat … Es ist vor allem die Frage, welchen Staat wir brauchen. Wer darf, wer soll, wer muss mit am gedeckten Tisch sitzen, an dem die Reicht&#252;mer der Gesellschaft verteilt werden? … so ist es die Frage nach dem Eigentum, die wiederkehrt, die Frage nach seiner gemeinschaftlichen, demokratischen Gestaltung und Verwaltung.»</p>
<p>*<strong>Werner R&#252;gemer</strong>, <em>«Heuschrecken» im &#246;ffentlichen Raum, Public Private Partnership – Anatomie eines globalen Finanzinstruments</em>, Bielefeld 2008.<br />
Das Buch ist «gewidmet den streikenden Lokf&#252;hrern 2007: sie k&#228;mpften diszipliniert und umsichtig f&#252;r ihre Rechte und unsere Sicherheit, sie lie&#223;en den Privatisierungsgang der Bahn stocken, sie r&#252;ttelten am Schlaf der Nation, der Arme und Reiche h&#228;sslich vereint».</p>
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		<title>Wasserprivatisierung in Berlin kann r&#252;ckg&#228;ngig gemacht werden</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 23:17:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Jochen Gester sprach mit Thomas Rudek, Sprecher des Volksbegehrens «Schluss mit Geheimvertr&#228;gen – Wir Berliner wollen unser Wasser zur&#252;ck». Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jochen Gester sprach mit <em>Thomas Rudek</em>, Sprecher des Volksbegehrens «Schluss mit Geheimvertr&#228;gen <em>–</em> Wir Berliner wollen unser Wasser zur&#252;ck».</strong></p>
<p>Das Berliner Verfassungsgericht hat das Volksbegehren &#252;ber die Wasserprivatisierung in Berlin f&#252;r zul&#228;ssig erkl&#228;rt.<br />
<span id="more-728"></span> Vor zehn Jahren wurden die Berliner Wasserbetriebe &#252;ber eine Holding AG teilprivatisiert – das war die gr&#246;&#223;te Teilprivatisierung eines Wasserversorgers in der EU. Die Folgen waren Personalabbau, Investitionsabsenkung, die Schlie&#223;ung von drei Wasserwerken, der Verlust von rund 30 km2 Trinkwasserschutzgebiet und im internationalen St&#228;dtevergleich mit die h&#246;chsten Wasserpreise. Jede Privatisierung und Teilprivatisierung wird flankiert von «Geheimvertr&#228;gen», in denen private Investoren, hier RWE Aqua und Veolia Wasser, ihre Interessen absichern.</p>
<p>Die B&#252;rgerinitiative «Berliner Wassertisch» startete 2007 ein Volksbegehren zur vorbehaltlosen Offenlegung der Vertr&#228;ge. 40000 Berliner unterzeichneten den Zulassungsantrag, trotzdem wollte der Senat das Volksbegehren nicht zulassen, weil es gegen «h&#246;heres Recht» und gegen die kapitalistischen «Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnisse» versto&#223;e. Der Wassertisch legte daraufhin Einspruch beim Berliner Verfassungsgerichtshof ein – und gewann.</p>
<p><strong> Wie geht es jetzt weiter?</strong></p>
<p><em>Das Berliner Verfassungsgericht hat entschieden, dass das Volksbegehren zugelassen werden muss. Der Senat h&#228;lt dennoch an seiner Meinung fest, es versto&#223;e gegen h&#246;herrangiges Recht. Wie ist das zu verstehen?</em><br />
Der Senat ist als Vertragspartner eindeutig befangen und hat in seiner Rolle als Komplize kein Interesse daran, dass rechtswidrige Vertr&#228;ge zu Lasten Dritter offen gelegt werden. Darum ignoriert er die Gestaltungsspielr&#228;ume, die alle neun Verfassungsrichter in ihrem einstimmigen Urteil aufgezeigt haben. Denn das Urteil stellt unmissverst&#228;ndlich heraus, dass die Gesetzgebungskompetenz beim Land Berlin liegt und nicht, wie zuvor unterstellt, beim Bund.</p>
<p>Wie kommt ihr zu der &#220;berzeugung, dass die Geheimvertr&#228;ge rechtswidrig sind?<br />
Uns haben Insider Passagen verschiedener Geheimvertr&#228;ge zugespielt, die im Zusammenhang mit der Teilprivatisierung abgeschlossen wurden. Neben der Drittwirkung besteht der rechtspolitische Skandal in den Vertragsklauseln, die den garantierten Gewinnanspruch der privaten Konzerne RWE Aqua und Veolia Wasser unangreifbar machen und au&#223;erhalb des Rechtsstaates stellen. Das bedeutet: Egal, was der Gesetzgeber beschlie&#223;t, egal, wie die Rechtsprechung entscheidet: Die Gewinne m&#252;ssen mindestens bis zum Jahr 2028 ausgezahlt werden, notfalls sogar aus dem verschuldeten Haushalt. Wir sind &#252;berzeugt, dass diese Klausel nicht nur anfechtbar ist, sondern dass sich aus einer erfolgreichen Anfechtung sogar Schadensersatzanspr&#252;che der Bev&#246;lkerung ableiten lassen.</p>
<p><em>Die Abgeordneten hatten bis Ende Februar Zeit, sich zum Volksbegehren zu positionieren. Gibt es bereits Reaktionen aus dem Abgeordnetenhaus?</em><br />
Wir haben im Dezember einen parlamentarischen Abend veranstaltet, an dem sich alle Abgeordneten politisch f&#252;r Transparenz aussprachen, aber zugleich gegen&#252;ber unserem Gesetzestext juristische Bedenken konstruierten. Es wurden Schreckensszenarien an die Wand gemalt, wonach die Konzerne das Land Berlin mit Schadensersatzanspr&#252;chen &#252;berziehen w&#252;rden, weil ihr Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnis angeblich verletzt und ihnen dadurch Schaden entstehen w&#252;rde.</p>
<p><em>Ein Schaden bei einem nat&#252;rlichen Monopol?</em><br />
Das ist ja die Farce: Zwei private Konzerne, RWE Aqua und Veolia Wasser, zwei «Partner» in Berlin, die beide wissen, was in den Vertr&#228;gen steht, ansonsten aber auf dem weltweiten Wassermarkt Konkurrenten sind, klagen &#252;bereinstimmend, ihnen w&#252;rde auf dem internationalen Markt Schaden entstehen. Au&#223;erdem <em>–</em> und das ist die entscheidende Frage <em>–</em> steht &#252;berhaupt nicht fest, ob sich private Konzerne als juristische Personen auf ihren Grundrechtsschutz berufen k&#246;nnen.</p>
<p><em>Kannst du das erkl&#228;ren?</em><br />
Der Staat kann sich nicht auf Grundrechte berufen, er ist der Grundrechtsbindung unterworfen, auch wenn er sich wirtschaftlich bet&#228;tigt. Er darf sich folglich nicht ins Privatrecht fl&#252;chten. Was geschieht jedoch, wenn der Staat mit privatrechtlich organisierten Unternehmen eine so genannte &#214;ffentlich-Private Partnerschaft eingeht? Wir vertreten die Meinung, dass in einem nat&#252;rlichen Monopol wie der Wasserversorgung kein Wettbewerb besteht und daher private Konzerne wir staatliche Unternehmen zu behandeln sind, sie also der Grundrechtsbindung unterliegen und keinen Grundrechtsschutz haben.</p>
<p><em>Das bedeutet, sie k&#246;nnen sich nicht auf Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnisse berufen.</em><br />
Genau diese zentrale Frage ber&#252;hrt unser Gesetzestext. Der Wirtschaftsjurist Prof. Ke&#223;ler von der Verbraucherzentrale hat betont, diese Frage sei juristisch noch nicht abschlie&#223;end gekl&#228;rt. Darum w&#228;re es gut, wenn das Abgeordnetenhaus unser Volksgesetz beschlie&#223;en w&#252;rde. Wenn aber Konzerne der Meinung sind, dass Gesetze gegen ihre Rechte versto&#223;en, dann sollen sie vor Gericht klagen! Das h&#228;tte den Vorteil, dass wir in dieser wichtigen offenen Rechtsfrage eine abschliessende Kl&#228;rung durch Richterspruch bek&#228;men.</p>
<p><em>Ist die Hoffnung nicht naiv, dass die Gerichte der profitablen Geheimniskr&#228;merei ein Ende bereiten?</em><br />
Ich glaube, dass auch in den K&#246;pfen der politisch-juristischen Leistungselite ein Umdenken stattfindet. Ich erinnere an das einstimmige Urteil des Verfassungsgerichtshofs. Alle Richter haben entschieden, dass der Inhalt unseres Gesetzes in den Zust&#228;ndigkeitsbereich der Landesgesetzgebung f&#228;llt <em>–</em> was bisher von allen Seiten bestritten wurde. Au&#223;erdem sind die fiskalpolitischen Folgen der geheimen Cross-Border-Leasing-Vertr&#228;ge allen ein Dorn im Auge. Daher ist unsere Initiative davon &#252;berzeugt, dass die Zeichen der Zeit f&#252;r mehr Transparenz stehen. Das bedeutet leider nicht, dass damit der Weg f&#252;r die Vergesellschaftung der Produktionsmittel frei ist. Aber die Vergesellschaftung der Informationen im Bereich der monopolistischen Daseinsvorsorge ist ein erster, wichtiger, grundlegender Schritt, der in seiner Bedeutung und Tragweite von vielen Linken nicht richtig erkannt wird <em>–</em> ganz im Gegensatz zum neoliberalen Lager, das diesen Schritt mit allen Kr&#228;ften verhindern will!</p>
<p><em>Wie geht es weiter? Vermutlich wird das Abgeordnetenhaus ein eigenes Gesetz einbringen wollen?</em><br />
Richtig. Statt dass die Abgeordneten unseren Entwurf eins zu eins &#252;bernehmen, wollen die Regierungsfraktionen das Informationsfreiheitsgesetz novellieren. Doch im Entwurf der Regierungsfraktionen wird den Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnissen immer noch ein viel zu hoher Stellenwert einger&#228;umt, so dass wir voraussichtlich Mitte des Jahres in die zweite Stufe des Volksbegehrens gehen und in vier Monaten 170000 Unterschriften f&#252;r unser Volksgesetz sammeln.</p>
<p><em>Ist das zu schaffen?</em><br />
Einer unserer Aktiven, der Schauspieler Jean-Theo von der Berliner Compagnie, hat ganz pragmatisch eine Berechnung durchgef&#252;hrt, die hoffnungsvoll stimmt. Wenn wir 100 aktive Sammler haben, dann m&#252;sste in den 120 Tagen bzw. vier Monaten jeder von ihnen an jedem Tag 17 Unterschriften bzw. in der Woche etwas &#252;ber 100 Unterschriften sammeln. Dann h&#228;tten wir mehr als die ben&#246;tigten 170.000 Unterschriften zusammen. Das sollte doch wirklich zu schaffen sein. Darum sammeln wir nicht nur Geldspenden, sondern vor allem Zeitspenden, also Menschen, die Lust haben, ein paar Stunden in der Woche zu spenden, um sich beim Unterschriftensammeln aktiv einzubringen.</p>
<p><em>Kontoverbindung und weitere Infos auf</em> <a href="http://www.berliner-wassertisch.net/">www.berliner-wassertisch.net/</a></p>
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