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	<title>SoZ - Sozialistische Zeitung &#187; Umverteilung</title>
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		<title>Kaufhof-Verkauf abgesagt</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 19:17:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Umverteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[«Enormes Zukunftspotenzial» Korrespondent D&#252;sseldorf Auf der Bilanzpressekonferenz am 17.Januar schaffte der neue Vorstandsvorsitzende der Metro AG, Olaf Koch, Klarheit in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>«Enormes Zukunftspotenzial»</strong></p>
<p><em>Korrespondent D&#252;sseldorf</em></p>
<p>Auf der Bilanzpressekonferenz am 17.Januar schaffte der neue Vorstandsvorsitzende der Metro AG, Olaf Koch, Klarheit in Sachen Verkauf von Kaufhof: «Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen f&#252;r so eine wichtige Transaktion. Wir haben immer betont, dass ein Verkauf das Potenzial von Galeria Kaufhof reflektieren muss. Aus heutiger Sicht k&#246;nnen wir das Ertragspotenzial besser selbst heben, als durch einen Verkauf.»<br />
<span id="more-3943"></span>Diese Worth&#252;lsen erkl&#228;ren &#252;berhaupt nicht, warum es wieder einmal nicht zum Verkauf der «Ertragsperle» Galeria Kaufhof gekommen ist. Als erstes w&#228;re der angestrebte Erl&#246;s zu nennen. Der sollte urspr&#252;nglich bei 2,5 Milliarden Euro liegen. Wie es hei&#223;t, wollte der aussichtsreichste Kandidat, die &#246;sterreichische Signa-Gruppe mit ihrem Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Benko, zuletzt nur gut 2 Milliarden zahlen, wobei die Metro ihm daf&#252;r noch einen Kredit &#252;ber 500 Mio. geben sollte. Das lag weit unterhalb der Vorstellungen der Hauptanteilseigner der Metro, die Haniel-Gruppe.</p>
<p>Als weiteres Manko erwies sich das erst im Januar niedergeschlagene Verfahren gegen Benko wegen Geldw&#228;sche, was f&#252;r Irritationen sorgte. Au&#223;er Benko sind auch andere Personen der Signa-Gruppe, wie der griechische Reeder Economou, offensichtlich in finanziellen Angelegenheiten nicht sehr transparent. Dem zweiten ernsthaften Interessenten, Karstadt-Eigner Berggruen, wurden noch nicht einmal die Unterlagen zur Sichtung zur Verf&#252;gung gestellt. Die von der Metro geforderte Erkl&#228;rung f&#252;r einen weitgehenden Erhalt der Kaufhof-Gruppe wollte Berggruen nicht abgeben. Damit war Berggruen zumindest f&#252;r dieses Verfahren au&#223;en vor.<br />
Nicht zu vergessen ist das Agieren der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Metro, die, nachdem bekannt wurde, welches Konstrukt diese Signa-Gruppe ist, zusehends skeptischer wurden und zuletzt zu erkennen gaben, dass sie einen Verkauf unter diesen Bedingungen nicht mittragen w&#252;rden. Das war wohl ausschlaggebend f&#252;r die Entscheidung des Metro-Vorstands, den Kaufhof erst einmal zu behalten.</p>
<p>In einem Schreiben des Vorstandsvorsitzenden Olaf Koch an den Firmenleitungskreis und den Kaufhof-Boss Mandac, das allen Besch&#228;ftigten zur Kenntnis gebracht wurde, hei&#223;t es u.a: «Galeria Kaufhof ist ein wichtiger und werthaltiger Bestandteil der Metro Group. Unser Warenhausgesch&#228;ft hat nun &#252;ber Jahre hinweg und dank des gro&#223;artigen Engagements aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachhaltig Werte generiert und seine Positionierung auf dem schwierigen deutschen Markt behauptet und ausgebaut. Galeria Kaufhof hat ein enormes Zukunftspotenzial, dem wir uns mit voller Kraft widmen wollen.»</p>
<p>Wer solche S&#228;tze liest, fragt sich, in welchem Theater er oder sie in den letzten Monaten gesessen hat. Seit vier Jahren, seitdem Metro den Kaufhof auf die Verkaufsliste gesetzt hat, ist es nicht gelungen, den Kaufhof los zu werden. Eigentlich m&#252;sste den Eigent&#252;mern oder verantwortlichen Managern doch klar sein, dass in der jetzigen Periode Leute mit hohem Verm&#246;gen das Geld lieber in Fonds oder an den B&#246;rsen anlegen. Da lassen sich andere Renditen realisieren, als im schrumpfenden Einzelhandelsmarkt in dem von Lohnsenkung gepr&#228;gten Deutschland. Wenn die Vorst&#228;nde von Metro und Kaufhof ihre Worte aus dem Brief an den Firmenleitungskreis wirklich ernst nehmen w&#252;rden, m&#252;ssten sie den Verkauf des Kaufhof als gescheitert erkl&#228;ren und ihn im «Portfolio» der Metro behalten. Wenn der Kaufhof soviel Potenzial hat, gibt es eigentlich keinen Grund ihn los zu werden. Da ist Henning Hinze in der Financial Times Deutschland vom 18.Januar nur zuzustimmen: Sagt den Verkauf einfach ab. (20.1.2012)</p>
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		<title>Der Kaufhof wird verkauft</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2011/11/der-kaufhof-wird-verkauft/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 12:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umverteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft nach Sektoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Und was tun die Besch&#228;ftigten? W&#228;hrend die Konzerne um den g&#252;nstigsten Preis feilschen, verzichten Belegschaft und Gewerkschaft darauf, ihre eigenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Und was tun die Besch&#228;ftigten?</strong></p>
<p>W&#228;hrend die Konzerne um den g&#252;nstigsten Preis feilschen, verzichten Belegschaft und Gewerkschaft darauf, ihre eigenen Vorstellungen einzubringen.</p>
<p><span id="more-3560"></span>Die Metro AG (Kaufhof, Real, Media Markt, Saturn, Cash &amp; Carry u.a.) will den Kaufhof, der 1996 zum Entstehen der AG beigetragen hatte, verkaufen. Als Interessenten werden der Karstadt-Eigent&#252;mer Nicolas Berggruen, die &#246;sterreichische Investorengruppe Signa (hinter der der griechische Reeder und Milliard&#228;r George Economou steht), die spanische Warenhausgruppe Corte Ingles und, zuguterletzt, der ehemalige Kaufhof/Metro/ Karstadt-Manager Urban genannt. Hinter der Offerte von Urban soll ein Konsortium von Unternehmern und Banken stecken.</p>
<p>Seit nunmehr drei Jahren werden die Besch&#228;ftigten mit Verkaufsabsichten der Metro konfrontiert, ohne dass sich bis jetzt an den Besitzverh&#228;ltnissen etwas ge&#228;ndert h&#228;tte. Die Metro – dahinter steht mehrheitlich die alte Unternehmerdynastie Haniel – hofft, durch den Verkauf des Kaufhof einen Erl&#246;s von 2,5–3 Mrd. Euro erzielen zu k&#246;nnen. Eine stolze Summe f&#252;r ein Unternehmen, das einen Umsatz von j&#228;hrlich lediglich 3,6 Mrd. Euro und eine Umsatzrendite von 3,5% erzielt.</p>
<p>Erstaunlich ist, dass es jetzt mehrere Interessenten gibt, die bereit und in der Lage sind, die von der Metro geforderte Summe zu bezahlen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Interessenten durchaus unterschiedliche Vorstellungen haben. Corte Ingles z.B. m&#246;chte erst einmal nur eine Mehrheit am Kaufhof erwerben, w&#228;hrend die anderen offensichtlich eine Komplett&#252;bernahme anstreben. Komplett&#252;bernahme bedeutet nach den Vorstellungen der Metro den Gesch&#228;ftsbetrieb plus Immobilien, die sicherlich einen bedeutenden Teil des Werts ausmachen.</p>
<p>F&#252;r die Besch&#228;ftigten kann der Verkauf sehr nachteilige Folgen haben. W&#252;rde z.B. Berggruen den Zuschlag erhalten und Kaufhof mit Karstadt fusioniert, w&#252;rde sicherlich eine Hauptverwaltung geschlossen, die Warenlager von Kaufhof st&#252;nden zur Disposition. Karstadt betreibt seine gesamte Logistik &#252;ber DHL. Wenn dieser Fall eintr&#228;te, w&#228;ren allein in K&#246;ln, Sitz der Hauptverwaltung und zweier gro&#223;er Zentrallager, ca. 2500 Arbeitspl&#228;tze unmittelbar bedroht. Dar&#252;ber hinaus w&#252;rde sicherlich manche Filiale der beiden Unternehmen zur Disposition gestellt. Diese L&#246;sung w&#228;re aus Sicht der Besch&#228;ftigten diejenige mit den gr&#246;&#223;ten Risiken.</p>
<p>Eigentlich ist es an der Zeit, dass sich die Interessenvertreter der Besch&#228;ftigten und ihre Gewerkschaft Ver.di massiv zu Wort melden. Davon ist leider nichts zu h&#246;ren oder zu lesen. Offensichtlich herrscht dort die Meinung vor, das man eh am Verkauf nichts machen kann und die entscheidenden Auseinandersetzungen danach stattfinden.</p>
<p>Wenn das mal kein Trugschluss ist. Es ist doch nicht einzusehen, dass die Besch&#228;ftigten nicht einmal gefragt werden, wenn es um ihre Zukunft geht. Zumindest m&#252;ssen ihre Interessen am Erhalt der Arbeitspl&#228;tze, an der Anerkennung der Tarifvertr&#228;ge und anderer bestehender Regelungen eine Rolle spielen. Besser noch w&#228;re es, wenn die Besch&#228;ftigten und ihre Gewerkschaft sich in die Diskussion um die Zukunft der Warenh&#228;user einbringen w&#252;rden. Von ehemals vier Warenhausgruppen gibt es nur noch zwei, und wenn die Kapitalvertreter alleine bestimmen, l&#228;uft alles auf die h&#228;ufig propagierte deutsche Warenhaus AG hinaus. Mit allen Folgen f&#252;r Ver.di, die Besch&#228;ftigten, die Kundinnen und Kunden. Es kann doch nicht nur das Interesse der Metro AG an einem m&#246;glichst hohen Preis f&#252;r den Kaufhof ausschlaggebend sein. Die Besch&#228;ftigten verharren in der Zuschauerrolle, wo es um ihre Zukunft geht.</p>
<p>Aber vielleicht bleibt doch alles so, wie es ist, und die Metro beh&#228;lt den Kaufhof, weil keiner der Interessenten ihr seri&#246;s genug ist und sie lieber selber den Kaufhof weiter auspressen will. Immerhin ist der Kaufhof in den letzten zwei Jahren die profitabelste Tochter im Konzern. Dabei sind die Mieteinnahmen der im Metro-Besitz befindlichen 50 Kaufhoffilialen noch nicht einmal ber&#252;cksichtigt.</p>
<p><strong>Korrespondent D&#252;sseldorf</strong></p>
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		<title>Schuldenschnitt und Hebelung</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 08:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Umverteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft nach Sektoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Wirtschaft verstehen Am Wochenende trafen sich die Euro-Staats- und Regierungschefs und beschlossen einen h&#246;heren Schuldenschnitt f&#252;r Griechenland und h&#246;here Eigenkapitalquoten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wirtschaft verstehen</strong></p>
<p>Am Wochenende trafen sich die Euro-Staats- und Regierungschefs und beschlossen einen h&#246;heren Schuldenschnitt f&#252;r Griechenland und h&#246;here Eigenkapitalquoten f&#252;r die angeschlagenen Banken. Keinen Durchbruch gab es bei der n&#246;tigen Ausweitung des Rettungsfonds ESFS. Wir wollten wissen, wie der Gipfel zu bewerten ist, und fragten BIRGER SCHOLZ.<br />
Der Gipfel hat die Banken aufgefordert, bis zu 60% ihrer Forderungen an Griechenland abzuschreiben. Ist das nicht der richtige Weg?<br />
<span id="more-3357"></span>Dieser Schuldenschnitt war &#252;berf&#228;llig und h&#228;tte noch h&#246;her ausfallen m&#252;ssen, damit Griechenland aus der tiefen Rezession kommt. Deutschland und Frankreich haben dies nicht aus G&#252;te oder Einsicht getan, sondern aus der schlichten Erkenntnis, dass selbst ein weiteres Sparprogramm die Explosion der Verschuldung nicht verhindern w&#252;rde. Der aktuelle Tragf&#228;higkeitsbericht der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission beziffert den Finanzierungsbedarf bis 2020 auf 252 Milliarden Euro. Das sind &#252;ber 150 Milliarden Euro mehr als noch im Juli berechnet. Urs&#228;chlich hierf&#252;r ist die tiefe Wirtschaftskrise in Griechenland, die durch die bisherigen Sparprogramme in H&#246;he von &#252;ber 17% der j&#228;hrlichen Wirtschaftsleistung befeuert wurde.<br />
Die griechische Trag&#246;die zeigt abermals, dass es unm&#246;glich ist, sich aus einer solchen Krise herauszusparen. Deutschland und Frankreich haben die n&#246;tige Umschuldung anderthalb Jahre verschleppt, um die eigenen Banken zu sch&#252;tzen. Um eine &#220;berschuldung der Banken zu verhindern, werden diese nun gezwungen, das Eigenkapital um 100 Milliarden Euro zu erh&#246;hen. Es darf vermutet werden, dass wieder shareholderfreundliche L&#246;sungen gefunden werden, anstatt die bankrotten Banken endlich zu verstaatlichen.</p>
<p>Im Vorfeld des Gipfels wurde intensiv &#252;ber eine «Hebelung» des Rettungsfonds EFSF diskutiert. Was ist damit gemeint?<br />
Aktuell hat der EFSF 440 Milliarden Euro effektiv verf&#252;gbar. Diese Summe reicht zwar aus, um Griechenland, Irland und Portugal aber nicht um Spanien und Italien die n&#228;chsten Jahre zu finanzieren. Unter «Hebeln» werden Finanztechniken verstanden, mit denen die Wirkung der effektiv zur Verf&#252;gung stehenden Mittel erh&#246;ht wird. Frankreich schlug vergeblich vor, dass der EFSF Staatsanleihen aufkauft und diese dann als Sicherheit f&#252;r Kredite der EZB hinterlegt. Mit diesen Krediten kann der EFSF dann neue Staatsanleihen kaufen, die er wiederum als Sicherheit f&#252;r neue Kredite der EZB hinterlegt, mit denen er wieder neue Staatsanleihen kaufen kann, usw. In der Diskussion war ein Modell, bei dem f&#252;r Staatsanleihen im Wert von 100 EZB-Kredite im Wert von 90 ausgegeben werden. Daraus h&#228;tte sich ergeben, dass der EFSF mit 440 Mrd. Euro Staatsanleihen in H&#246;he von 4440 Milliarden Euro h&#228;tte kaufen k&#246;nnen.</p>
<p>Die Kredite der EZB aber sind gedrucktes Geld. Letztlich w&#252;rde somit die Staatsfinanzierung &#252;ber die Notenpresse der EZB laufen. &#214;konomen nennen das Monetarisierung der Staatsschulden. Seitdem die EZB auf Druck der Regierungen Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten aufkauft, sind wir in diesem Prozess mitten drin.<br />
Deutschland hingegen favorisiert eine Versicherungsl&#246;sung. Der ESFS soll f&#252;r neue Anleihen der Krisenstaaten in H&#246;he von bis zu 20% b&#252;rgen. Krisenstaaten w&#252;rden auf dem Kapitalmarkt Anleihen aufnehmen, gegen deren Ausfall der EFSF sie bis in H&#246;he von 20% versichern w&#252;rde. Die 440 Mrd. Euro w&#252;rden dann eine Art Versicherungssumme f&#252;r ein Anleihevolumen darstellen, das f&#252;nfmal so gro&#223; ist. Allerdings lagen die Abschl&#228;ge bei Staatsinsolvenzen in der Vergangenheit meist zwischen 40 und 60%. Eine B&#252;rgschaft f&#252;r nur 20% wird den M&#228;rkten zu wenig sein, wenn jetzt schon Schuldenschnitte in H&#246;he von 50–60% im Gespr&#228;ch sind. Wird die Versicherungsquote auf bspw. 50% erh&#246;ht, dann bleibt das gehebelte Volumen deutlich unter 1 Billion Euro.</p>
<p><em><strong>Ist die deutsche Sorge vor der Notenpresse nicht gerechtfertigt, und was w&#228;re die Alternative?</strong></em></p>
<p>Die deutsche Geldpolitik agiert extrem kurzsichtig. Der franz&#246;sische Vorschlag h&#228;tte im Kern bedeutet, den privaten Kapitalm&#228;rkten die Staatsfinanzierung zu entziehen. Dieser Schritt ist schon deshalb &#252;berf&#228;llig, weil Staaten eben keine insolvenzf&#228;higen Unternehmen sind. Daher sollte auch das Rating f&#252;r Staaten oder Kommunen verboten werden. Die deutsche Position wird verst&#228;ndlich, wenn man ber&#252;cksichtigt, dass durch die Krise der EU-Peripheriel&#228;nder die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen massiv gesunken sind, weil die Nachfrage nach sicheren Anleihen stark gestiegen ist. Die Zinsentwicklung geht in den Eurozonenl&#228;ndern mehr und mehr auseinander und f&#252;r Deutschland sind niedrige Zinsen ein immenser Wettbewerbsvorteil, den Frau Merkel ungern aufgeben will. Daher auch ihre Weigerung, Eurobonds auszugeben, denn f&#252;r diese w&#252;rde ein EU-einheitlicher Zinssatz gelten, und der l&#228;ge &#252;ber dem deutschen. Richtig ist gleichwohl, dass es keine unlimitierte Staatsfinanzierung &#252;ber die Notenpresse geben darf. Eine fortschrittliche L&#246;sung k&#246;nnte sein, L&#228;nder mit strukturell zu hohen Defiziten zu verpflichten, ihre Verm&#246;genden st&#228;rker zu besteuern. L&#228;nder mit zu hohen Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;ssen k&#246;nnten hingegen verpflichtet werden, ihre &#246;ffentlichen Ausgaben und vor allem die Geh&#228;lter anzuheben.<br />
Solange die Staatsfinanzierung nicht den privaten Kapitalm&#228;rkten entzogen wird, kann es keine Beruhigung geben. Die drohende Abstufung von Frankreich zeigt, wohin die Reise noch f&#252;hren kann. Die Idee, nun Staatsfonds aus Norwegen oder Singapur anzupumpen, zeigt das ganze Ausma&#223; der Konzeptionslosigkeit. Dies gilt auch f&#252;r die Idee, den IWF st&#228;rker einzubeziehen. Nun ist im Gespr&#228;ch, dass der W&#228;hrungsfonds einer Zweckgesellschaft beitritt oder selber gr&#252;ndet, die dann Anleihen der Krisenstaaten aufkauft.</p>
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		<title>40 US-Milliard&#228;re wollen spenden</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2010/08/40-us-milliardaere-wollen-spenden/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 08:31:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umverteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[R&#228;uber oder Retter? von Peter Vollmer Eine Gruppe von 40 superreichen Propagandisten in den USA, darunter Bill Gates und Warren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		PRE.western { font-family: "Garuda" } 		PRE.cjk { font-family: "DejaVu Sans", monospace } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><strong>R&#228;uber oder Retter?</strong><br />
<em>von Peter Vollmer</em><br />
Eine Gruppe von 40 superreichen Propagandisten in den USA, darunter Bill Gates und Warren Buffet, will angeblich andere Superreiche zum Spenden von 600 Milliarden Dollar f&#252;r den amerikanischen Staat gewinnen. Die Initiatoren selbst w&#252;rden bestenfalls 100 Milliarden Dollar auf die Beine bringen. Nicht einmal diese Summe ist gesichert.<br />
<span id="more-1384"></span>Ber&#252;cksichtigen wir, dass sie die H&#228;lfte davon an Erbschaftssteuern sparen – der Staat also die H&#228;lfte der Summe zahlen w&#252;rde –, so reden wir noch von 50 Milliarden Dollar, das sind beim Umrechnungskurs von 1:1,25 (Euro:US-Dollar) 40 Milliarden Euro. Auf Deutschland &#252;bertragen, das ein Viertel der US-Bev&#246;lkerung z&#228;hlt, reden wir vergleichsweise von 10 Milliarden Euro. Hut ab f&#252;r die Spender, aber wozu diese Aufgeregtheit? Sprechen wir lieber &#252;ber Feudalismus und b&#252;rgerliche Demokratie.<br />
<strong>Feudalismus oder b&#252;rgerliche Demokratie?</strong><br />
Nun lassen sich Staat und Steuern in den USA und Deutschland schlecht miteinander vergleichen. Und es kann hier auch nicht untersucht werden, warum der junge schlanke Staat der USA schon lange durch &#228;u&#223;ert einflussreiche und superreiche Stifter geformt und dominiert wird, das hat seine eigene Geschichte. Den Stiftern fehlt allerdings aus europ&#228;ischer Sicht jegliche gesellschaftliche Legitimation. Superreiche bestimmen nach Gutsherrenart, wo’s lang zu gehen hat, sie ersetzen durch den Einsatz ih-res (?) Geldes Volkes Willen. Die Frage, wer ihren Reichtum erwirtschaftet hat, wollen wir uns lieber sparen (auf keinen Fall sie selbst!).</p>
<p>Wir betonen: Der gro&#223;e Fortschritt gegen&#252;ber einem solchen Feudalismus sind die demokratischen Errungenschaften der b&#252;rgerlichen Gesellschaft, in denen das Volk und nicht das Geld beschlie&#223;t, welche Aufgaben der Staat zu &#252;bernehmen hat und wie die Mittel daf&#252;r – nicht freiwillig, sondern verpflichtend – eingenommen werden.</p>
<p>Steuern hei&#223;en Steuern, weil der Staat damit zielgenau die Geschicke zum Wohl aller B&#252;rger steuern soll. Die Verantwortlichen in Deutschland betreiben dieses Steuern allerdings seit langem derart, dass Arm und Reich in rasanter Geschwindigkeit immer mehr auseinanderdriften.</p>
<p><strong>Die Fr&#252;chte von mehr Gleichheit</strong></p>
<p>Die britischen Epidemologen Kate Pickett und Richard Wilkinson haben in einer sich &#252;ber mehrere Jahrzehnte erstreckenden empirischen Studie in Industriestaaten nachgewiesen, dass in den L&#228;ndern, in denen die Unterschiede zwischen Arm und Reich gering sind, auch die gesellschaftlichen Probleme geringer sind. Lebenserwartung, Gesundheit, Bildungschancen und Kriminalit&#228;t stehen in eindeutigem Zusammenhang mit der sozialen Ungleichheit einer Gesellschaft. Ma&#223;gebend ist nicht etwa die H&#246;he des Durchschnittseinkommens. «Gleichheit ist Gl&#252;ck», so der Untertitel ihrer Studie auf dem Klappentext der Ver&#246;ffentlichung.<br />
Alarm!</p>
<p>In Deutschland besa&#223;en im Jahre 2003 10% der Bev&#246;lkerung 58% der Verm&#246;genswerte, und die untersten 50% der Bev&#246;lkerung nichts, h&#246;chstens Schulden. 2007 waren es schon 61% der Verm&#246;genswerte und die Tendenz ist steigend. – Alarmstufe 1!</p>
<p>Die Nettol&#246;hne und -geh&#228;lter sanken von 2000 bis 2010 um 2,6%, dagegen stiegen Unternehmens- und Verm&#246;genseinkommen um 30,6%. – Alarmstufe 2!</p>
<p>Eine Familie mit 2 Kindern zahlt durchschnittlich 45,2% Steuern und Sozialabgaben, Million&#228;re 36% und die reichsten 400 nur 34%. – Alarmstufe 3!</p>
<p>Die Verm&#246;gensteuer wurde 1997 g&#228;nzlich abgeschafft. – Alarmstufe 4!</p>
<p>Der Spitzensteuersatz wurde in den vergangenen 30 Jahren in Etappen von 56% auf 53% auf 48% auf 45% auf 42% (+3% Reichensteuer und Soli) gesenkt. – Alarmstufe 5!<br />
Die Kapitalertragsteuer wurde im vorigen Jahr auf 25% senkt. Jetzt reicht’s.</p>
<p><strong>Zwei Problemfelder des individuellen Reichtums</strong></p>
<p>Die Reichen werden immer Reicher und die Armen immer &#228;rmer. Dieser angeh&#228;ufte Reichtum ist besonders in zweifacher Hinsicht eine Crux.</p>
<p>Erstens hat die Regierung ohne Not auf das zur Bew&#228;ltigung ihrer Aufgaben notwendige Geld verzichtet, so fehlt es an allen Ecken und Enden.</p>
<p>Und zweitens finden die Reichen in der realen Produktion und Wirtschaft keine ihren horrenden Vorstellungen entsprechenden Anlagem&#246;glichkeiten mehr. Deshalb lassen sie ihr &#252;bersch&#252;ssiges Geld in Form von Zertifikaten, Derivaten, Leerverk&#228;ufen usw. den Globus umkreisen und verursachen damit Finanz- und Wirtschaftskrisen.</p>
<p><strong>So kann man gegensteuern:</strong></p>
<p>Die derzeit 48 Personen, die als selbst Betroffene den “Appell f&#252;r eine Verm&#246;gensabgabe» unterzeichnet haben, schlagen die Erhebung einer einmaligen 10%igen Verm&#246;gensabgabe in zwei Jahresraten in H&#246;he von jeweils 5% vor. Diese 10% sind weniger als die seit 1997 eingesparte Verm&#246;gensteuer! 500000 Euro Freibetrag pro Person und 3 Millionen bei Betriebsverm&#246;gen sorgen daf&#252;r, dass sich niemand ernsthaft einschr&#228;nken muss. Rund 2,2 Millionen Reiche werden auf diese Weise zur Kasse gebeten. Das bringt dem Staat ungef&#228;hr 100 Milliarden Euro.</p>
<p>Die Verm&#246;gensabgabe soll gezielt in den &#246;kologischen Umbau der Wirtschaft, in Personal f&#252;r Bildungs-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie in die Erh&#246;hung von Transfereinkommen investiert werden, ein wahrlich stattliches Konjunkturprogramm! Und nach zwei Jahren soll dann wieder eine j&#228;hrliche Verm&#246;gensteuer eingef&#252;hrt werden. Dabei muss man ber&#252;cksichtigen, dass die Besitzsteuern (Grund-, Grunderwerb-, Erbschaft-, Schenkungssteuern) in Deutschland 0,9% des BIP ausmachen, w&#228;hrend sie im Durchschnitt in den OECD-Staaten 1,9%, in Frankreich 3,5% und in Gro&#223;britannien 4,6% betragen. Entgegen aller Unkenrufe ist Deutschland eben ein Niedrigsteuerland!</p>
<p>Dass es zu derartigen pers&#246;nlichen Verm&#246;gen von vielen Milliarden Dollar oder Euro kommen kann, des Wahnsinns letzter Schrei wird das nicht bleiben.</p>
<p><em>Der Autor ist Gr&#252;nder der Stiftung Menschenw&#252;rde und Arbeitswelt und Unterzeichner des Appells f&#252;r eine Verm&#246;gensabgabe.</em></p>
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		<title>Eure Kinder wollen wir nicht</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 08:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umverteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das K&#252;rzungspaket – eine neue Runde im neoliberalen Systemwechsel von Daniel Kreutz Mit dem sog. «Sparpaket» und einer Finanzierungsreform der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		PRE.western { font-family: "Garuda" } 		PRE.cjk { font-family: "DejaVu Sans", monospace } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><strong>Das K&#252;rzungspaket – eine neue Runde im neoliberalen Systemwechsel</strong><br />
<em>von Daniel Kreutz</em></p>
<p>Mit dem sog. «Sparpaket» und einer Finanzierungsreform der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stehen wir in diesem Jahr zwei Gesetzgebungsvorhaben der schwarz-gelben Bundesregierung gegen&#252;ber, die den Sozialstaat erneut unter der Wasserlinie treffen und den Systemwechsel zum neoliberalen Wettbewerbsstaat vorantreiben.</p>
<p><strong><span id="more-1377"></span>Streichung sozialer Rechte</strong></p>
<p>Zum einen soll das sog. «Sparpaket» die Belastungen des Bundeshaushalts durch die Finanzmarkt- und Wirtschaftkrise ausgleichen. «K&#252;rzungspaket» w&#228;re allerdings eine ehrlichere Bezeichnung. Denn es soll gek&#252;rzt werden, vorrangig bei erwerbslosen und armen Menschen. Ihnen vor allem will man jetzt die Kosten der Krise aufs Auge dr&#252;cken, damit deren Verursacher in den Vorstandsetagen der Banken und die Finanzjongleure ebenso ungeschoren bleiben wie die Gruppen unserer Bev&#246;lkerung, die ihre allt&#228;gliche Lebensf&#252;hrung nicht mal einschr&#228;nken m&#252;ssten, wenn man sie zu einem Beitrag in dem Umfang heranziehen w&#252;rde, den man jetzt den wirtschaftlich Schw&#228;chsten unserer Gesellschaft auferlegen will.</p>
<p>Insgesamt soll der Bundeshaushalt in den kommenden vier Jahren um 81,6 Milliarden Euro entlastet werden. 30,3 Milliarden davon, also 37%, sollen im Bereich der Sozialgesetze gek&#252;rzt werden, und zwar fast ausschlie&#223;lich bei Erwerbslosen und Armen, n&#228;mlich im Arbeitsf&#246;rderungsrecht des SGB III und bei Hartz IV, im SGB II.</p>
<p>&#220;ber die H&#228;lfte dieser Sozialk&#252;rzungen – 16 Milliarden – soll durch die Umwandlung von Pflichtleistungen in Ermessensleistungen beim SGB II und III hereingeholt werden. Umwandlung von Pflichtleistungen in Ermessensleistungen bedeutet schlicht Streichung von Rechtsanspr&#252;chen der Betroffenen, Abbau von sozialen Rechten.</p>
<p>Die restlichen gut 14 Milliarden Euro treffen ausschlie&#223;lich Menschen in Hartz IV. Die H&#228;lfte hiervon (7,2 Milliarden) geht zulasten derer, die k&#252;nftig aus der Arbeitslosenversicherung in Hartz IV ausgesteuert werden. Denen will man den zweij&#228;hrigen Zuschlag streichen, der den Aufschlag beim sozialen Absturz bislang noch ein wenig abfedert. Hinzu kommt zum einen die Streichung der Rentenversicherungsbeitr&#228;ge bei Bezug von Arbeitslosengeld II. Offenbar soll dem Ausschluss der Langzeiterwerbslosen aus der Arbeitslosenversicherung jetzt auch ihr Ausschluss aus der Rentenversicherung folgen. Der wesentliche Effekt der l&#228;cherlich geringen Beitragszahlung, die f&#252;r ein Jahr Hartz IV nur einen monatlichen Rentenanspruch von 2,09 Euro bringt, besteht bisher darin, dass erworbene Anspr&#252;che auf Erwerbsminderungsrente aufrechterhalten werden. Hier droht jetzt der Wegfall des Erwerbsminderungsschutzes, und zwar noch Jahre &#252;ber die Beendigung des Hartz-IV-Bezugs hinaus, mit der Folge von F&#252;rsorgeabh&#228;ngigkeit und anschlie&#223;ender Altersarmut. W&#228;hrend kurzfristig die Rentenversicherung sehen muss, wie sie den Beitragsausfall wegsteckt, drohen langfristig den Kommunen steigende Ausgaben f&#252;r die Grundsicherung bei Erwerbsminderung und im Alter.</p>
<p><strong>Das Elterngeld</strong></p>
<p>Zum andern wird bei Hartz IV das Elterngeld gestrichen. Vergessen wir nicht: Die Eltern in Hartz IV, darunter viele alleinstehende M&#252;tter, waren schon die Verlierer, als das fr&#252;here Erziehungsgeld durch das Elterngeld abgel&#246;st wurde: Ihr Anspruch auf 300 Euro wurde von zwei Jahren auf ein Jahr halbiert. Jetzt soll ihnen auch die verbliebene H&#228;lfte noch genommen werden. Sonntags Betroffenheit &#252;ber Kinderarmut zeigen und alltags bei armen M&#252;ttern von S&#228;uglingen drastisch k&#252;rzen? Man muss schon Zyniker sein, um sich so was auszudenken.</p>
<p>Bei Eltern mit unteren und mittleren Einkommen will man das Elterngeld von 67% auf 65% k&#252;rzen. Die Besserverdienenden und Reichen aber sollen weiter den unver&#228;nderten H&#246;chstbetrag von 1800 Euro bekommen. Da kann man sich nur schwer dem Eindruck entziehen, dass die sozialrassistische Botschaft an die Armen frei nach Thilo Sarrazin lautet: «Eure Kinder wollen wir nicht!»</p>
<p>Bei einem Punkt, der Hartz IV betrifft, ist es allerdings fraglich, ob die Einsparungen tats&#228;chlich zustande kommen. «Effizienzverbesserungen bei der Arbeitsvermittlung bei SGB II» sollen in den Jahren 2013 und 2014 Einsparungen in H&#246;he von 4,5 Milliarden Euro bringen. Nur sind bislang keine regul&#228;ren Arbeitspl&#228;tze in Sicht, in die da effizient vermittelt werden k&#246;nnte. Wenn das keine «Luftbuchung» ist, k&#246;nnte es sich schnell als Ma&#223;nahme zur Verringerung des Leistungsbezugs entpuppen – zum Beispiel, indem es dann mehr Aufstocker gibt, deren Armutsl&#246;hne einen Teil des Arbeitslosengelds II ersetzen, oder mehr Abschreckung vor einer Inanspruchnahme der Leistung durch «konsequente Aktivierung».</p>
<p>Der letzte Punkt auf der Sozialk&#252;rzungsliste ist die Streichung des Heizkostenzuschusses beim Wohngeld – &#252;brigens mit 0,1 Milliarden pro Jahr der kleinste Posten auf der K&#252;rzungsliste. Im Herbst 2008, als die Energiepreise auf einem H&#246;chststand waren, hatte man den Wohngeldberechtigten – das sind im Wesentlichen Geringverdienende, Kleinrentnerinnen und Arbeitslose im SGB III – einen Zuschuss zwischen 24 Euro monatlich f&#252;r Alleinlebende und 49 Euro f&#252;r einen F&#252;nf-Personen-Haushalt zugebilligt. Nun sind die Energiepreise durch die Weltwirtschaftkrise zur&#252;ckgegangen und die Koalition sagt, damit sei die Begr&#252;ndung f&#252;r den Zuschuss entfallen. Dabei haben die Preise schon wieder angezogen, und die Experten sagen neue Preisrekorde voraus.</p>
<p><strong>Reichtum ist privat</strong></p>
<p>Den 30 Milliarden Euro bei Erwerbslosen und Armen stehen auf dem Papier 19 Milliarden Euro unter der &#220;berschrift «Beteiligung von Unternehmen» gegen&#252;ber. Bei diesen sind sich aber die Kommentatoren einig: Teils ist es sehr fraglich, ob diese Ma&#223;nahmen &#252;berhaupt ergriffen werden, teils werden sie die Unternehmen gar nicht belasten, weil diese sie &#252;ber die Preise an die Verbraucher weiterreichen.</p>
<p>Mit der gezielten Abw&#228;lzung der Krisenkosten auf die wirtschaftlich schw&#228;chsten Bev&#246;lkerungsgruppen bricht die Koalition nicht nur mit dem Verursacherprinzip, sondern auch mit jener Grundregel der Sozialstaatlichkeit, wonach die starken Schultern mehr tragen m&#252;ssen als die Schwachen. Und die starken Schultern sind in Deutschland sehr stark und sehr breit.</p>
<p>Das oberste Zehntel derjenigen, die Einkommen aus Arbeit oder aus Verm&#246;gen erzielen, verf&#252;gt allein &#252;ber 40% der gesamten Markteinkommen. Die untere H&#228;lfte muss sich mit 3% begn&#252;gen. Zu den Markteinkommen des obersten Zehntels tragen nicht zuletzt die Einkommen aus Verm&#246;gen bei. Wir haben in Deutschland private Nettoverm&#246;gen von insgesamt rund 8000 Milliarden Euro. Allein die Geldverm&#246;gen von knapp 4700 Milliarden Euro haben den Umfang von 14 Bundeshaushalten. Das oberste Zehntel unserer Bev&#246;lkerung besitzt rund 60% des Nettogesamtverm&#246;gens – und davon liegt ein Drittel allein bei dem einen Prozent ganz oben an der Spitze. Dagegen haben gut zwei Drittel der Gesamtbev&#246;lkerung gar kein oder kein nennenswertes Verm&#246;gen.</p>
<p>Die zunehmende Konzentration eines immer gr&#246;&#223;eren Teils des gesellschaftlichen Reichtums oben an der Spitze ist die Kehrseite der wachsenden &#246;ffentlichen und privaten Armut – man k&#246;nnte auch sagen: der wahre Grund daf&#252;r. Armut ist &#246;ffentlich Wenn neben der bekannten «Schuldenuhr» eine «Reichtumsuhr» st&#252;nde, dann w&#228;re die in den vergangenen zehn Jahren mehr als doppelt so schnell gelaufen wie die Schuldenuhr. Denn die Geldverm&#246;gen sind in der Zeit zweieinhalbmal so stark gewachsen wie die Schulden.</p>
<p>Damit sei angedeutet, dass wir erheblichen Spielraum haben f&#252;r eine kreative Steuerpolitik, die sich dem Grundsatz der Sozialpflichtigkeit des Eigentums verpflichtet f&#252;hlt. Deshalb w&#228;ren Sozialk&#252;rzungen bei den Schwachen auch dann nicht «gerecht», wenn die Starken wenigstens im gleichen Umfang herangezogen w&#252;rden. Nach Jahrzehnten einseitiger Zusatzbelastungen der schw&#228;cheren Bev&#246;lkerungsgruppen zugunsten der Starken gibt es keine K&#252;rzungsma&#223;nahme in den unteren Etagen, die noch sozial gerecht, kein K&#252;rzungspaket, das «sozial ausgewogen» w&#228;re. Soziale Gerechtigkeit und Ausgewogenheit fangen erst da an, wo mit dem K&#252;rzen unten aufgeh&#246;rt wird, um den Blick «einseitig» auf die oberen und obersten Etagen zu richten. Anders kann man dem Grundsatz der Belastung nach Ma&#223;gabe der wirtschaftlichen Leistungsf&#228;higkeit nicht Rechnung tragen.</p>
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		<title>Steueroase Deutschland – Wo das Geld zu holen ist</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 14:57:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>herausgeber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umverteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[von Franz Mayer Deutschland ist seit geraumer Zeit ein Steuerparadies f&#252;r Kapitalbesitzer und andere Verm&#246;gende. Dennoch streitet die derzeitige Koalition [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Franz Mayer</em></p>
<p>Deutschland ist seit geraumer Zeit ein Steuerparadies f&#252;r Kapitalbesitzer und andere Verm&#246;gende. Dennoch streitet die derzeitige Koalition dar&#252;ber, ob sie trotz selbst verschuldeter Haushaltsl&#246;cher weitere Steuererleichterungen gleich beschlie&#223;en oder auf eine g&#252;nstigere Konjunktur hoffen soll, damit die bittere Pille leichter verdaut wird.<br />
<span id="more-501"></span>In Deutschland sind die Steuern der Wohlhabenden l&#228;ngst nicht so hoch, wie gern behauptet wird. Die sehr Verm&#246;genden haben enorme Gestaltungsr&#228;ume bei der Steuerfrisierung. Dank der schlechten Personalausstattung der Finanz&#228;mter und politisch gewollter Bevorzugung laufen verm&#246;gende Steuerhinterzieher in diesem Land kaum in Gefahr, kontrolliert zu werden. W&#252;rden die Reichen angemessen besteuert und die Eintreibung dieser Steuern ernsthaft betrieben, w&#228;re die finanzielle Ausstattung der &#246;ffentlichen Haushalte kein Problem.</p>
<p>F&#252;r die Normalverdiener ist die BRD tats&#228;chlich ein Hochsteuerland. Im Unterschied zu den Verm&#246;genden haben die Lohnsteuerzahler, die jeden Cent sofort vom Gehalt abgezogen bekommen, kaum M&#246;glichkeiten f&#252;r Steuertricksereien. Die Erh&#246;hung der Mehrwertsteuer, die von der Gro&#223;en Koalition beschlossen wurde, belastet sie zus&#228;tzlich, das sie ihre gesamten Eink&#252;nfte f&#252;r G&#252;ter des t&#228;glichen Lebens ausgeben m&#252;ssen. Sie treffen auch die st&#228;ndig steigenden kommunalen Abgaben (M&#252;ll, Wasser), die merklich angehobenen Zuzahlungen im Gesundheitswesen, die Fahrpreiserh&#246;hungen im &#246;ffentlichen Verkehr und die anhaltend hohen Lohnsteuern. Die Verbrauchs- und Lohnsteuern, die vor allem von den unteren zwei Dritteln der Gesellschaft entrichtet werden, machen &#252;ber 75% des Gesamtsteueraufkommens aus.</p>
<p>Michael Schlecht, bis vor kurzem Chefvolkswirt der Gewerkschaft Ver.di, sch&#228;tzt, dass durch diese Ma&#223;nahmen den Unternehmen und Besserverdienenden in diesem Land rund 500 Mrd. Euro geschenkt wurden. Nach Angaben der EU zahlen in fast allen EU-Staaten Firmen und Reiche mehr Steuern als in Deutschland. W&#252;rden in Deutschland Unternehmen und Verm&#246;gende so besteuert wie im Schnitt der OECD L&#228;nder, k&#228;men 75 Mrd Euro mehr in die Staatskassen.</p>
<p><strong>Steuervermeidung</strong><br />
W&#228;hrend Arbeitern und Angestellten die Steuer sofort vom Lohn einbehalten wird, haben Million&#228;re und Unternehmen die M&#246;glichkeit, sich k&#252;nstlich arm zu rechnen. Zu diesem Zweck gibt es in Deutschland eine richtig gehende Steuervermeidungsindustrie. Diese Branche arbeitet effizient, ohne gro&#223;es Aufsehen, sie floriert und ist ganz legal. Seminare zur «internationalen Steuergestaltung» lassen sich sogar steuerlich als Fortbildung absetzen.</p>
<p>Es sind keine Peanuts, die dem Fiskus damit verloren gehen. Das Deutsche Institut f&#252;r Wirtschaftsforschung (DIW) hat errechnet, dass zwischen den nachgewiesenen Profiten der Personen- und Kapitalgesellschaften und den steuerlich erfassten Gewinnen eine L&#252;cke von 100 Mrd. Euro klafft. Dies deute auf Steuerverg&#252;nstigungen und Gestaltungsm&#246;glichkeiten hin, mit denen die Unternehmen ihre steuerpflichtigen Gewinne herunterrechnen oder ins Ausland verlagern, schreibt das DIW.</p>
<p>Besonders viele M&#246;glichkeiten der «Steuergestaltung» haben grenz&#252;berschreitend t&#228;tige Unternehmen. Internationale Konzerne unterhalten ganze Abteilungen daf&#252;r. Sie schieben ihre Einnahmen so zwischen den einzelnen L&#228;ndern hin und her, bis die Gewinne ganz zuf&#228;llig da anfallen, wo der Steuersatz am niedrigsten ist. Daf&#252;r manipulieren sie zum Beispiel Preise f&#252;r Lieferungen zwischen den einzelnen Konzernt&#246;chtern, so dass im Niedrigsteuerland scheinbar stets hohe Einnahmen und im Hochsteuerland hohe Kosten anfallen. Oder sie verschulden sich bei konzerneigenen Finanzierungsgesellschaften in Steueroasen und setzen die Zinsen daf&#252;r zu Hause von der Steuer ab.</p>
<p>Ein anderes Instrument der Steuervermeidung sind sog. steuerliche «Organschaften». Das sind Zusammenschl&#252;sse zum einzigen Zweck, Gewinne und Verluste gegeneinander aufzurechnen, damit f&#252;rs Finanzamt m&#246;glichst wenig &#252;brig bleibt. Die Folgen solcher Tricksereien sind seit 2002 in Schw&#228;bisch Hall zu besichtigen. Die seit vielen Jahren Rekordprofite einstreichende Bausparkasse Schw&#228;bisch Hall ist mit der chronisch defizit&#228;ren DZ Bank in Frankfurt mittels steuerlicher Organschaft verbunden. Seither verrechnet die Bausparkasse ihre Profite mit den Verlusten der DZ Bank. Daf&#252;r schaut die Stadt Schw&#228;bisch Hall in die R&#246;hre. Ihre Einnahmen aus der Gewerbesteuer fielen von 66,7 Mio. Euro 2001 auf 15 Mio. im Jahr 2002.<br />
<strong><br />
</strong>Alle Steuerparadiese der Welt<br />
Peer Steinbr&#252;ck, der Finanzminister der Gro&#223;en Koalition, machte sich durch starke Spr&#252;che in der &#214;ffentlichkeit als aufrechter K&#228;mpfer gegen Steuerflucht einen Namen. Umso verbl&#252;ffender ist, dass Peer Steinbr&#252;ck kaum etwas gegen deutsche Banken tat, die systematisch die Steuerflucht organisieren.<br />
Nach Informationen der Zeit unterhalten hiesige Finanzinstitute &#252;ber ihre Tochterfirmen in der Schweiz oder in Lichtenstein Gesch&#228;ftsbeziehungen zu mehr als 1600 Stiftungen und und Trusts in fast allen Steuerparadiesen der Welt. Zudem besitzen sie zahllose Tochtergesellschaften, Beteiligungen oder sonstige Rechtseinheiten in Offshorezentren. «Die meisten Gesch&#228;ftsaktivit&#228;ten unterhalten die Deutsche Bank und <em>-</em> mit gro&#223;em Abstand &#8211; Commerzbank und Sal. Oppenheim», zitiert Die Zeit einen internen Vermerk des Bundesfinanzministeriums.<br />
Die teilweise verstaatlichte Commerzbank unterh&#228;lt zusammen mit der Dresdner Bank 329 Zweckgesellschaften und Spezialfonds in Finanzoasen wie Jersey, den Cayman-Inseln, den Bermudas, Mauritius, Luxemburg, Liechtenstein oder in der Schweiz. Als die alte Bundesregierung vom gr&#252;nen MdB Gerhard Schick auf diesen Umstand hingewiesen wurde, reagierte sie hinhaltend. Ma&#223;nahmen wurden keine getroffen.</p>
<p>Offenbar sind auch s&#228;mtliche Landesbanken in Steueroasen t&#228;tig sind. Redakteure der ARD-Sendung Monitor berichteten, in der britischen Steueroase Jersey seien die gr&#246;&#223;ten deutschen Landesbanken aktiv: West LB, Bayrische Landesbank, HSH Nordbank und LBBW. Auch hier ist nicht bekannt, dass eine der betroffenen Landesregierungen dagegen etwas unternommen h&#228;tte.</p>
<p><strong>70 Mrd. Euro mehr</strong><br />
Es ist nicht nur so, dass die verschiedenen Bundesregierungen nichts gegen Steuerhinterziehung tun. Es spricht sogar vieles daf&#252;r, dass sie in ihr insgeheim ein Instrument der Wirtschaftsf&#246;rderung sehen.</p>
<p>Nach Recherchen des Spiegel haben hessische Spitzenbeamte im Jahr 2001 in Absprache mit der Regierung Koch rund 50 mit Bankverfahren besch&#228;ftige Steuerfahnder an die Kette gelegt, oder gar mit &#228;u&#223;erst fragw&#252;rdigen Methoden aus dem Amt gedr&#228;ngt. Hessen ist kein Sonderfall. Monitor-Redakteur Kim Otto wei&#223; zu berichten: «Wir haben eine geheime Anweisung aus Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Da steht drin, Steuerpflichtige seien m&#246;glichst wenig zu behelligen.»</p>
<p>Nach &#252;bereinstimmenden Sch&#228;tzungen von Experten fehlen in der BRD rund 3000 Steuerfahnder. Dabei ist bekannt, dass sich die Einstellung von Steuerfahndern f&#252;r den Staat rentieren w&#252;rde: Inklusive Pensionsr&#252;ckstellungen kostet ein Steuerfahnder 60.000 bis 80.000 Euro pro Jahr. Bekanntlich holt er pro Jahr aber 1,5 Mio Euro herein. Dennoch, oder gerade deshalb, hintertreiben die f&#252;r die Finanz&#228;mter zust&#228;ndigen Landesregierungen nach wie vor die Einstellung zus&#228;tzlicher Steuerfahnder.</p>
<p>Die Journalisten Adamek und Otto stie&#223;en bei den Nachforschen f&#252;r ihr neues Buch auf &#228;u&#223;erst merkw&#252;rdige Praktiken in deutschen Finanz&#228;mtern. Amtsleiter w&#252;rden wegen der F&#252;lle der zu bearbeitenden F&#228;lle ihren Mitarbeitern oftmals sog. «gr&#252;ne Wochen» verordnen, in denen ungepr&#252;ft alle Steuererkl&#228;rungen durchgewunken w&#252;rden. Auch w&#252;rden einzelne Beamte «von oben» angehalten, bei bestimmten Unternehmen «die Sonnenbrille aufzusetzen». Da komme es schon mal vor, dass ein Urlaub in Thailand, der Bau von Swimmingpools oder Hochzeitskleider als «Betriebsausgaben» durchgehen.</p>
<p>Geheime Berichte aus Steuerverwaltungen gehen davon aus, dass der Staat heute 70 Mrd. Euro mehr in den Kassen h&#228;tte, wenn die Steuern, die heute offiziell gelten, tats&#228;chlich auch von den Reichen und Selbstst&#228;ndigen eingetrieben w&#252;rden.</p>
<p><strong>Transaktionssteuer</strong><br />
Die staatlichen Finanzspritzen f&#252;r angeschlagene Geldh&#228;user haben die Staatsschulden allein im vergangenen Jahr um 53,5 Mrd. Euro in die H&#246;he getrieben. Seltsamerweise ist es &#252;berhaupt kein Thema mehr, dass die Banken diese Schuld begleichen m&#252;ssen. Es w&#228;re aber nur recht und billig, sie zur Kasse zu bitten. Als die Finanzkrise auf ihrem H&#246;hepunkt war, gaben sich Politiker und Experten sehr viel h&#228;rter: Die Banken, die Zocker, die Verursacher milliardenschwerer Rettungsaktionen sollten finanziell am gro&#223;en Aufr&#228;umen beteiligt werden. Lasten fair verteilen <em>-</em> das war vor der Wahl. Jetzt ist das Thema offiziell beerdigt.</p>
<p>Seit langem besteht die Forderung nach einer Finanz-Transaktionssteuer. Das ist eine Ministeuer von gerade mal 0,05% auf jede Finanztransaktion. Der Wiener &#214;konom Schulmeister hat f&#252;r die wichtigsten Finanzpl&#228;tze Europas berechnet, was sie an zus&#228;tzlichen Einnahmen bringen k&#246;nnte. In Deutschland werden im Jahr satte 163 Billionen Euro an den B&#246;rsen umgesetzt. Eine Ministeuer von gerade mal 0,05% w&#252;rde dem Staat 27 Milliarden Euro bringen <em>-</em> und das Jahr f&#252;r Jahr.</p>
<p>Und sie h&#228;tte noch einen Effekt: Eine Finanztransaktionssteuer w&#252;rde ausschlie&#223;lich sehr kurzfristige spekulative Gesch&#228;fte belasten. Konkretes Beispiel: Jemand erwartet, dass der &#214;lpreis in den n&#228;chsten Minuten steigt, kauft f&#252;r 10 Mio. Dollar &#214;lkontrakte und verkauft sie nach ein paar Minuten wieder. Und das macht er mehrmals am Tag. Eine Steuer auf Finanztransaktionen w&#252;rde das Zocken im Minutentakt weniger attraktiv machen.</p>
<p>Die Einf&#252;hrung einer solchen Steuer w&#228;re technisch &#252;berhaupt kein Problem, denn sie w&#228;re so etwas wie eine Kommission. Die B&#246;rse kassiert ja jetzt auch schon eine minimale Kommission f&#252;r jede Transaktion. Es m&#252;sste lediglich das Computerprogramm so erg&#228;nzt werden, dass ein Betrag von 0,05% auf ein Staatskonto gebucht w&#252;rde. Das kann man in sechs Wochen einf&#252;hren, sagt Schulmeister.</p>
<p>Die Bundesregierung und die im Unternehmersold stehenden «Experten» verlieren dar&#252;ber kein Wort.</p>
<p><strong>Gerechtigkeit gibt es nicht geschenkt</strong><br />
In einem Monitor-Bericht hat ein Steuerfahnder aus Bayern gesagt: Das Geld liegt auf der Stra&#223;e, es treibt nur keiner die Steuermillionen ein. Klar ist, dass die &#246;ffentliche Verschuldung kein Thema mehr w&#228;re, wenn die Privilegien der Kapital- und Machteliten in diesem Lande zugunsten der Allgemeinheit beschnitten w&#252;rden. Es ist keineswegs so, dass es keine Alternative zum brutalen Sparprogramm g&#228;be, das uns die «Wirtschaftsweisen» als unumg&#228;nglich verkaufen wollen.</p>
<p>Diejenigen, die es hier zur Kasse zu bitten gilt, werden das Geld nat&#252;rlich nicht freiwillig herausr&#252;cken. Im Gegenteil: Sie fordern lautstark noch mehr Entlastungen. Politik f&#252;r soziale Gerechtigkeit wird es nur geben, wenn wir sie uns erk&#228;mpfen.</p>
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