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	<title>SoZ - Sozialistische Zeitung</title>
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		<title>Gestreikt. Gek&#252;ndigt. Gek&#228;mpft. Gewonnen.</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 11:53:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[SoZ Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Erfahrungen der „Emmely“-Kampagne. von Andreas Bodden Hrsg. v. Komitee „Solidarit&#228;t mit Emmely“. AG SPAK B&#252;cher, Neu-Ulm 2011. 144 Seiten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Erfahrungen der „Emmely“-Kampagne.</strong><br />
von <em>Andreas Bodden</em><br />
Hrsg. v. Komitee „Solidarit&#228;t mit Emmely“. AG SPAK B&#252;cher, Neu-Ulm 2011. 144 Seiten, 9,50 Euro.</p>
<p>Die Kassiererin Barbara Emme, allgemein nur als „Emmely“ bekannt, erlangte bundesweite Ber&#252;hmtheit, als sie sich gegen ihre K&#252;ndigung bei der Supermarktkette „Kaiser’s Tengelmann“ wehrte. Grund f&#252;r die K&#252;ndigung war ein Pfandbon von 1,30 Euro, den sie unberechtigt eingel&#246;st haben soll. Hintergrund war, dass sie als Einzige aus ihrer Filiale aktiv am Streik im Einzelhandel teilgenommen hatte.<br />
Ihr Fall erregte bundesweit Aufsehen und stie&#223; eine Debatte &#252;ber die Berechtigung von sog. Bagatellk&#252;ndigungen an. Es kam sogar zu – bisher ergebnislosen – Initiativen im Bundestag, die das Ziel hatten, solche K&#252;ndigungen zu untersagen.<br />
<span id="more-3825"></span>In Berlin und anderen St&#228;dten – darunter Bremen und K&#246;ln – bildete sich ein Komitee „Solidarit&#228;t mit Emmely“, das die Kampagne organisierte und versuchte, die &#252;ber den Einzelfall hinaus weisende Bedeutung des Falls „Emmely“ zu thematisieren. Dabei war vor allem wichtig, dass die K&#252;ndigung im Zusammenhang mit einem Streik erfolgte.<br />
Nachdem der konkrete Fall f&#252;r die Betroffene positiv ausgegangen war und sie in letzter Instanz juristisch Recht bekommen hatte, wurde es in der &#214;ffentlichkeit ruhig um die mittlerweile an ihren Arbeitsplatz zur&#252;ckgekehrte Kassiererin. Nun ist ein kleiner Sammelband erschienen, der versucht, die Kampagne aufzuarbeiten.<br />
Er versammelt ein breites Spektrum von Autorinnen und Autoren, das vom SPD-Mitglied Herta D&#228;ubler-Gmelin bis hin zu Aktiven mit eher linksradikal-libert&#228;rem Hintergrund reicht.<br />
Es werden drei Ebenen behandelt: Der Widerstand auf der Stra&#223;e, die juristische Auseinandersetzung und die Rolle von Gewerkschaften und Betriebsr&#228;ten. Ein vierter Teil ist dem Andenken an den verstorbenen Archibald Kuhnke gewidmet, einem langj&#228;hrigen linken Betriebsaktivisten und Unterst&#252;tzer der Emmely-Kampagne. Vorgeschaltet ist diesen Betrachtungen und Analysen die eigene Sicht von Barbara E. a.k.a. Emmely. Sie schreibt in einem ebenso authentischen wie eindrucksvollen Beitrag, welche Erfahrung sie im Laufe der Kampagne gesammelt hat und wie sie sich dadurch ver&#228;ndert hat.<br />
Die anderen Beitr&#228;ge sind &#252;berwiegend sachlich-n&#252;chtern – au&#223;er dem Gedenken an Archibald Kuhnke – und kritisch bzw. selbstkritisch geschrieben. Die Widerspr&#252;che innerhalb des Komitees und die Schwierigkeiten, die unterschiedlichen politischen Vorstellungen unter einen Hut zu bringen, werden nicht ausgeblendet. Die juristischen Beitr&#228;ge sind f&#252;r den rechtswissenschaftlichen Laien vielleicht etwas trocken, aber doch sehr informativ, wenn man sich f&#252;r Arbeitsrecht interessiert.<br />
Die Beitr&#228;ge &#252;ber die Rolle der Gewerkschaft ver.di bzw. ihrer Funktion&#228;re und des Betriebsrates der Filiale, wo Emmely arbeitet, machen deutlich, dass auch heute noch viele Hauptamtliche in der Gewerkschaft und viele Betriebsr&#228;te ihre Aufgabe eher darin sehen, Kolleginnen und Kollegen im Kampf um ihre Rechte auszubremsen als zu unterst&#252;tzen. Das hat nichts mit dem Mythos von der „guten“ Basis – die in Wirklichkeit schwer zu mobilisieren ist – und den „b&#246;sen“ B&#252;rokraten – ohne die in Wirklichkeit in den Betrieben noch weniger passieren w&#252;rde – zu tun, sondern ist eine Erfahrung, die Aktive in Betrieb und Gewerkschaft immer dann machen, wenn es ihnen gelingt, zumindest einen Teil der Basis wirklich zu mobilisieren. Das f&#252;hrt n&#228;mlich manchmal &#252;ber den Rahmen gewerkschaftlicher Tarifpolitik hinaus und st&#246;&#223;t dann bei vielen Gewerkschaftsfunktion&#228;ren auf bremsendes bis abwehrendes Verhalten.<br />
Das Buch ist sicherlich eine angenehme Lekt&#252;re f&#252;r alle Menschen mit Sinn f&#252;r Gerechtigkeit. In der Linken – innerhalb wie au&#223;erhalb der Partei, die sich wohl in einem Anfall von Gr&#246;&#223;enwahn „Die Linke“ genannt hat – sei das Buch vor allem jenen ans Herz gelegt, die der Ansicht sind, dass Betrieb und Gewerkschaft kein Thema mehr f&#252;r eine zeitgem&#228;&#223;e Linke sind. In diesem Buch werden sie gute Gr&#252;nde f&#252;r die gegenteilige Meinung finden.</p>
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		<title>Audio: Klassische Religionskritik und sozialistischer Humanismus</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2012/01/auf-die-ohren-klassische-religionskritik-und-sozialistischer-humanismus/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 17:16:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

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		<description><![CDATA[Manuel Kellner &#252;ber die klassische Religionskritik nach Feuerbach und ihre Bedeutung f&#252;r den Humanismus. Der Vortrag wurde im Rahmen eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manuel Kellner &#252;ber die klassische Religionskritik nach Feuerbach und ihre Bedeutung f&#252;r den Humanismus. Der Vortrag wurde im Rahmen eines Seminars des Ludwig-Quidde-Forums, der Leo-Kofler-Gesellschaft und der JungdemokratInnen/Junge Linke NRW im November 2011 gehalten:<br />
<a href="http://www.archive.org/details/Religionskritik">http://www.archive.org/details/Religionskritik</a></p>
<p>Christoph J&#252;nke &#252;ber den sozialistischen Humanismus am Beispiel Leo Koflers. Der Vortrag wurde im Rahmen eines Seminars des Ludwig-Quidde-Forums, der Leo-Kofler-Gesellschaft und der JungdemokratInnen/Junge Linke NRW im November 2011 gehalten:<br />
<a href="http://www.archive.org/details/DerSozialistischeHumanismus">http://www.archive.org/details/DerSozialistischeHumanismus</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mach es gut, Freund und Genosse!</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 22:09:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

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		<description><![CDATA[Seiten zum Tode Klemens Alff Nachruf von J&#252;rgen Noffz, Redaktion von &#8220;scharf-links&#8221; Nachruf auf sozialismus.info Nachruf Die Linke Bremen Nachruf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seiten zum Tode Klemens Alff</strong></p>
<p>Nachruf von J&#252;rgen Noffz, Redaktion von <a href="http://www.scharf-links.de/61.0.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=20270&amp;cHash=cd36420862" target="_blank">&#8220;scharf-links&#8221;</a></p>
<p>Nachruf auf <a href="http://www.sozialismus.info/?sid=4610" target="_blank">sozialismus.info</a></p>
<p><a href="http://www.sozialismus.info/?sid=4610" target="_blank"></a>Nachruf <a href="http://www.dielinke-bremen.de/nc/politik/aktuell/detail/zurueck/bremennews/artikel/klemens-alff-ist-gestern-gestorben/" target="_blank">Die Linke Bremen</a></p>
<p>Nachruf von J&#252;rgen Roth <a href="http://www.arbeitermacht.de/infomail/594/nachruf.htm" target="_blank">Arbeitermacht</a></p>
<p><a href="http://www.arbeitermacht.de/infomail/594/nachruf.htm" target="_blank"></a>Nachruf der AKL <a href="http://www.antikapitalistische-linke.de/article/441.klemens.html" target="_blank">Antikapitalistische Linke</a></p>
<p><a href="http://www.dielinke-bremen.de/politik/ags/ag_antikapitalistische_linke/trauer_um_klemens_alff/" target="_blank">Artikel der AKL Bremen </a></p>
<p>Nachruf von Siggi Seidel in <a href="http://www.derfunke.de/content/view/1130/80/" target="_blank">Der Funke Nr. 85</a>:</p>
<p>Mach es gut, Freund und Genosse!</p>
<p>Am 30. November 2011 ist Klemens Alff, ein Freund und Genosse, nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.<br />
Kennengelernt habe ich Klemens in der Anfangszeit der WASG und meiner Zeit in der isl . Es war mir immer eine Freude mit ihm &#252;ber die verschiedenen Trotzkismen , DIE LINKE, aber &#252;ber Musik (Reggae, Ska, Punk…) zu diskutieren, denn neben der Politik war die Musik seine zweite Leidenschaft.<br />
Klemens war ein Mensch der auf andere zuging, er versuchte zu vermitteln, getreu dem alten Motto der VSP, vereinen statt spalten. So las er jeden Abend im Internet die verschiedensten Seiten der linken Bewegungen, eine der besten Seiten war f&#252;r ihn die Seite der IMT: www.marxist.com, hat er mir einmal erz&#228;hlt. Auch Journalist war er t&#228;tig, Artikel schrieb unter anderen f&#252;r die Sozialistische Zeitung (SOZ), Inprekorr oder auch f&#252;r Greenleft Weekly.<br />
Als Sch&#252;ler trat er der Gruppe Internationaler Marxisten (GIM/IV.Intenationale) bei, ging mit ihnen den Weg zur VSP (Vereinigung der GIM mit KPD/ML(Roter Morgen). In den 70&#8242;er Jahren arbeitet er f&#252;r den isp-Verlag und die inprekorr. Im Lauf der 80&#8242;er Jahre, hatte mir Klemens erz&#228;hlt, wurde er auch Mitglied bei den DS. Ende der 80&#8242;er Jahre zog er von K&#246;ln nach Bremen und bewarb sich bei der TAZ (Die Tageszeitung) wurde aber nicht genommen, dies hat er sehr bedauert sagte er im Februar letzten Jahres.<br />
Seit 1997 war Klemens Dialysepatient und zog sich aus dem politischen Leben zur&#252;ck, erst mit Aufkommen der WASG sollte er sich wieder in das politische Geschehen einmischen, er trat f&#252;r kurze Zeit in die SAV (Sozialitische Alternative Voran) ein, um sie aber bald wieder wegen verschiedener Differenzen zu verlassen, Klemens trat der isl bei. In der WASG Bremen war einer der GenossInnen der die „Linkstendenz&#8221; mit aufbaute. Und sp&#228;ter Mitglied der Partei DIE LINKE. Er kandierte f&#252;r die Bremer B&#252;rgerschaft, wurde 2011 in den Landesvorstand der LINKEN Bremen gew&#228;hlt und war Landessprecher der AKL (Antikapitalistischen Linken), auch sonst lustig und fidel.<br />
Am 30.November 2011 h&#246;rte sein Herz auf zu schlagen, die sozialistische Bewegung hat einen scharfsinngen Denker und gro&#223;artigen Ver&#228;nderer verloren. Macht es gut Genosse, ich werde dich vermissen.</p>
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		<title>Howling Wulff</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 13:47:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

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		<description><![CDATA[oder: Pharis&#228;er unter sich von Klaus Engert Oh, wie ist die Emp&#246;rung gro&#223;. Der Bundespr&#228;si hat von Freunden einen Billigkredit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>oder: Pharis&#228;er unter sich</p>
<p>von <em>Klaus Engert</em></p>
<p>Oh, wie ist die Emp&#246;rung gro&#223;. Der Bundespr&#228;si hat von Freunden einen Billigkredit bekommen, kostenlosen Urlaub gemacht, und dann will er auch noch mit Druck erreichen, dass die Presse das nicht ver&#246;ffentlicht.</p>
<p>Und die Journaille tut alles, was sie kann, um, wenn dieser Mann schon nicht zu retten ist, daf&#252;r zu sorgen, dass wenigstens „das Amt“ nicht besch&#228;digt wird. Sogar Linke-Politiker wie der notorische Klaus Ernst entbl&#246;den sich nicht, etwas von „Anforderungen an das Amt“ zu faseln. Zumindest von letzterem h&#228;tte man erwarten k&#246;nnen, dass er stattdessen endlich einmal &#246;ffentlich feststellen w&#252;rde, dass das dem deutschen Volke von den „V&#228;tern des Grundgesetzes“ pr&#228;sentierte Surrogat f&#252;r die traditionellen F&#252;hrerfiguren von Kaiser Wilhelm &#252;ber Hindenburg bis Hitler in Form eines Repr&#228;sentationsautomaten schlicht entbehrlich ist.</p>
<p>Dabei ist doch vollkommen verst&#228;ndlich, dass der Christian Wulff bei sich keinerlei Fehlverhalten erkennen kann.</p>
<p>Er hat schlie&#223;lich nur das getan, was in einer b&#252;rgerlichen Demokratie alle Politiker machen (m&#252;ssen), und was gerade in Niedersachsen seit Albrecht und Schr&#246;der gute Tradition ist: Er hatte sich von klein auf an die Gro&#223;en herangemacht, er hatte einen Pakt mit dem Springerkonzern geschlossen, er hat sich mit den richtigen Freunden, wie zum Beispiel dem Dr&#252;ckerkolonnenchef Maschmeyer, umgeben, die ihm weiterhelfen konnten, und er hat in seiner Parteikarriere dann flei&#223;ig daf&#252;r gesorgt, dass die freie Marktwirtschaft ja nicht in Gefahr ger&#228;t. Kein Wunder, dass er jetzt aufheult wie ein verwundetes Tier, als man ihm ausgerechnet das vorh&#228;lt, was doch die Grundlage jeder b&#252;rgerlichen Politik ist, n&#228;mlich, die richtigen Freunde zu haben – betuchte &#8211; und daf&#252;r zu sorgen, dass das Geld in den richtigen Kreisen zirkuliert, da auch bleibt und sich vermehrt.</p>
<p>Mit einem Wort: Es handelt sich bei Herrn Wulff um die Fleischwerdung des Prinzips des ideellen Gesamtkapitalisten. Sein Fehler war, dass er, offensichtlich weil er schon auf der Schulbank beschloss, Berufspolitiker zu werden, dieses Prinzip so internalisierte, dass er das zweite Prinzip der b&#252;rgerlichen Demokratie str&#228;flicherweise vergessen hat. Das besagt n&#228;mlich, dass man zwar als Politiker als Lobbyist des Gesamtkapitals t&#228;tig ist, aber dem Wahlvolk gegen&#252;ber jeden Eindruck, dass dem so ist, peinlichst vermeiden muss. Das k&#246;nnte n&#228;mlich sonst an der Demokratie irre werden.</p>
<p>Und so mussten jene, die da Schaden von der hierzulande &#252;blichen Art von Demokratie, vulgo dem Kapitalismus und seiner derzeit benutzten politischen Erscheinungsform des b&#252;rgerlichen Parlamentarismus, abwenden wollten, die Diekmanns, Augsteins und Konsorten, sich &#8211; aus der Not geboren, nicht dem eig`nen Triebe &#8211; m&#246;glichst lautstark moralisch emp&#246;ren. Etwas anderes blieb ihnen auch nicht &#252;brig, wenn sie nicht dem blitzsauberen Christian beipflichten wollten, dass das, was er getan hat, v&#246;llig in Ordnung gewesen sei. Auch Horst K&#246;hler ist schlie&#223;lich nicht dar&#252;ber gestolpert, dass die deutsche Milit&#228;rpolitik  wirtschaftlichen Zwecken dient und dann und wann aus diesem Grund auch schon mal, wie im Falle Serbien oder Afghanistan, &#252;ber ein Land hergefallen werden muss, sondern dar&#252;ber, dass er es emp&#246;renderweise ausgesprochen hat. So etwas tut man nicht. Die Verbreitung von Wissen ist grunds&#228;tzlich systemgef&#228;hrdend.</p>
<p>Dass der Osnabr&#252;cker Leisetreter dann noch meinte, der BILD-Zeitung den Mund verbieten zu k&#246;nnen, deutet darauf hin, da&#223; er zu all seinen Irrt&#252;mern auch noch den Denkfehler hinzuf&#252;gte, der Schwanz k&#246;nne mit dem Hund wackeln. „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“, hat Paul Sethe, einer der Gr&#252;nder der FAZ, 1965 geschrieben. Zu denen geh&#246;rt der Wulff nicht, und sie sind sehr empfindlich, wenn man ihnen dieses exklusive Recht nehmen will.</p>
<p>Sic transit gloria, wenn einer sein Dasein als staatlich alimentierter Gr&#252;&#223;august mit Macht verwechselt.</p>
<p>Howl, Wulff!</p>
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		<title>Inhalt der Januarausgabe</title>
		<link>http://www.sozonline.de/2012/01/inhalt-der-januarausgabe/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 11:39:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inhalt]]></category>

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		<description><![CDATA[USA: Occupy the Winter Vorschl&#228;ge von  Michael Moore f&#252;r die Generalversammlung von Occupy Wall Street. Die Gegner von Stuttgart 21 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Permalink" href="../2012/01/usa-occupy-the-winter/">USA: Occupy the Winter<br />
</a>Vorschl&#228;ge von  <em>Michael Moore</em> f&#252;r die Generalversammlung von Occupy Wall Street.<br />
<a title="Permalink" href="../2012/01/die-gegner-von-stuttgart-21-konnen-ihren-kampf-noch-gewinnen/">Die Gegner von Stuttgart 21 k&#246;nnen ihren Kampf noch gewinnen</a><br />
Oben bleiben<a title="Permalink" href="../2012/01/dietmar-bartsch-will-vorsitzender-der-linken-werden/"><br />
Dietmar Bartsch will Vorsitzender der LINKEN werden</a><br />
Thies Gleiss zu  Dietmar Bartsch und seinen Pl&#228;nen<br />
<a title="Permalink" href="../2012/01/kindesmissbrauch-entwarnung-oder-alarm/">Kindesmissbrauch: Entwarnung oder Alarm?</a><br />
<a title="Permalink" href="../2012/01/die-erneuerung-der-berliner-cdu-hat-niemals-stattgefunden/">Die «Erneuerung» der Berliner CDU hat niemals stattgefunden</a><br />
Landowskys langer Schatten<a title="Permalink" href="../2012/01/die-vorgeschlagenen-wege-vertiefen-die-eu-krise-nur/"><br />
<span id="more-3804"></span>«Die vorgeschlagenen Wege vertiefen die EU-Krise nur»</a><br />
Joachim Hirsch pl&#228;diert f&#252;r eine wirkliche politische Union<a title="Permalink" href="../2012/01/die-bonner-afghanistankonferenz-und-die-proteste-gegen-den-krieg/"><br />
Die Bonner Afghanistankonferenz und die Proteste gegen den Krieg</a><br />
In kolonialer Manier<a title="Permalink" href="../2012/01/ein-schalentier-die-spd-in-purpur/"><br />
Ein Schalentier – die SPD in Purpur</a><br />
Anmerkungen zum Parteitag<a title="Permalink" href="../2012/01/der-staat-und-der-rechtsextremismus/"><br />
Der Staat und der Rechtsextremismus</a><br />
Ulla Jelpke: Alles wie gehabt, nur mehr vom Gleichen<a title="Permalink" href="../2012/01/der-rechte-terror-und-die-rolle-des-staatsschutzes/"><br />
Der rechte Terror und die Rolle des Staatsschutzes</a><br />
Untersch&#228;tzt, geduldet oder gef&#246;rdert?<a title="Permalink" href="../2012/01/rheinmetall-in-kurdistan/"><br />
Rheinmetall in Kurdistan</a><br />
Hochkonjunktur f&#252;r das Gesch&#228;ft mit dem Tod<a title="Permalink" href="../2012/01/lasst-sich-manroland-retten/"><br />
L&#228;sst sich Manroland retten?</a><br />
Insolventem Druckmaschinenhersteller droht die Zerlegung<a title="Permalink" href="../2012/01/das-britische-sparprogramm/"><br />
Das britische Sparprogramm</a><br />
Krieg gegen Arbeiter und Arme<a title="Permalink" href="../2012/01/generalstreik-in-england/"><br />
Generalstreik in England</a><br />
Am 30.November 2011 fand der gr&#246;&#223;te Generalstreik in der britischen Geschichte seit 1926 statt.<a title="Permalink" href="../2012/01/der-bundesverband-der-deutschen-industrie-bdi-schlagt-vor-ein-neuer-vertrag-fur-den-euro/"><br />
Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) schl&#228;gt vor: Ein neuer Vertrag f&#252;r den Euro</a><br />
Der BDI hat seine  europapolitischen Vorstellungen in «12 Thesen aus einer industriellen  Perspektive» gepackt, die er am 7.Dezember ver&#246;ffentlichte.<a title="Permalink" href="../2012/01/eu-gipfel-vom-8-9-dezember/"><br />
EU-Gipfel vom 8./9.Dezember</a><br />
Die Beschl&#252;sse<a title="Permalink" href="../2012/01/zu-den-brusseler-beschlussen-der-eu/"><br />
Zu den Br&#252;sseler Beschl&#252;ssen der EU</a><br />
Wenn der Bock zum G&#228;rtner gemacht wird<a title="Permalink" href="../2012/01/das-russland-der-emporten/"><br />
Das Russland der Emp&#246;rten</a><br />
Die Bewegung gegen die Wahlf&#228;lschungen<a title="Permalink" href="../2012/01/der-spreu-trennt-sich-vom-weizen/"><br />
Der Spreu trennt sich vom Weizen</a><br />
Die russische Protestbewegung kann der Linken Auftrieb geben. (Boris Kagarlitzki  in Socialist Worker, USA)<em> </em><a title="Permalink" href="../2012/01/syrische-opposition-gespalten/"><br />
Syrische Opposition gespalten</a><br />
Der Syrische Nationalrat und seine Verbindungen zum Westen<a title="Permalink" href="../2012/01/syrien-gegen-auslandische-einmischung/"><br />
Syrien: Gegen ausl&#228;ndische Einmischung</a><br />
Die lokalen syrischen Komitees pochen auf das Recht auf Selbstbestimmung und auf Befreiung vom autorit&#228;ren Regime.<br />
<a title="Permalink" href="../2012/01/agypten-die-revolution-geht-wieder-auf-die-strase/">&#196;gypten: Die Revolution geht wieder auf die Stra&#223;e</a><br />
Mustafa Ali erlebte in Kairo die zweite Protestwelle<a title="Permalink" href="../2012/01/roma-in-ungarn/"><br />
Roma in Ungarn</a><br />
Am Rande der Gesellschaft mitten in Europa<a title="Permalink" href="../2012/01/kroatien-vor-dem-eu-beitritt/"><br />
Kroatien vor dem EU-Beitritt</a><br />
Das n&#228;chste Griechenland?<a title="Permalink" href="../2012/01/verlogene-feierlichkeiten/"><br />
Verlogene Feierlichkeiten</a><br />
Die Rechten und das Kriegsrecht in Polen<a title="Permalink" href="../2012/01/ich-bereue-keine-sekunde-dieses-kampfes/"><br />
«Ich bereue keine Sekunde dieses Kampfes»</a><br />
Vor 30 Jahren wurde in Polen der Kriegszustand verh&#228;ngt<a title="Permalink" href="../2012/01/klemens-alff-19552011/"><br />
Klemens Alff, 1955–2011</a><br />
Nachruf<a title="Permalink" href="../2012/01/den-betrieb-ubernehmen/"><br />
Den Betrieb &#252;bernehmen</a><br />
Zur dritten Ausgabe der Zeitschrift LuXemburg<a title="Permalink" href="../2012/01/gestreikt-gekundigt-gekampft-gewonnen/"><br />
Gestreikt. Gek&#252;ndigt. Gek&#228;mpft. Gewonnen.</a><br />
Die Erfahrungen der Emmely-Kampagne<a title="Permalink" href="../2012/01/sie-ist-so-schwer-zu-fangen/"><br />
«Sie ist so schwer zu fangen…»</a><br />
Frauenfiguren bei Christa Wolf<a title="Permalink" href="../2012/01/volker-braun-die-hellen-haufen/"><br />
Volker Braun: Die hellen Haufen</a><br />
Buchbesprechung<em> </em><a title="Permalink" href="../2012/01/my-home-is-my-castle/"><br />
«My Home is my Castle»</a><br />
Filmbesprechung<br />
<a title="Permalink" href="../2012/01/hallgrimur-helgason-zehn-tipps-das-morden-zu-beenden-und-mit-dem-abwasch-zu-beginnenchristopher-g-moore-der-untreue-index/">Hallgrímur Helgason: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen / Christopher G. Moore: Der Untreue-Index</a><br />
Krimibesprechung<br />
<a title="Permalink" href="../2012/01/ins-ungebundene-gehet-eine-sehnsucht/">«Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht…»</a><br />
Zum Tode von Christa Wolf</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>USA: Occupy the Winter</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 17:39:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Länder]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie soll es nach der R&#228;umung der Zeltpl&#228;tze und angesichts des Wintereinbruchs mit der Besetzungsbewegung in den USA weiter gehen? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie soll es nach der R&#228;umung der Zeltpl&#228;tze und angesichts des Wintereinbruchs mit der Besetzungsbewegung in den USA weiter gehen? Dazu Vorschl&#228;ge von Dokumentarfilmregisseur <em>Michael Moore</em> f&#252;r die Generalversammlung von Occupy Wall Street.<br />
<span id="more-3766"></span>Freunde, der Winter ist nun da. Die Wall-Street-Leute freuen sich, sie hoffen, dass der Wechsel der Jahreszeiten auch unseren «Spirit» ver&#228;ndert, unser Engagement, sie zu stoppen.</p>
<p>Da haben sie sich aber gewaltig geirrt. Haben sie denn nicht von George Washington und seinem Winterlager in Valley Forge 1777/78 geh&#246;rt? Vom gro&#223;en Streik in Flint, Michigan, im Winter 1936/37? Der Winter war schon immer die Zeit, in der die Leute durchhalten und die b&#246;sen M&#228;chte sich zur&#252;ckziehen!</p>
<p>Nach nicht mal zw&#246;lf Wochen ist Occupy Wall Street schon so gewachsen, dass niemand mehr einen &#220;berblick hat &#252;ber die Tausenden von Aktionen in Hunderten von St&#228;dten. Den nationalen Diskurs hat das unwiderruflich ver&#228;ndert. Die Leute sind nicht mehr durch Verzweiflung und Apathie gel&#228;hmt, und es ist an der Zeit, dass wir unser Land von den Bankern und Lobbyisten zur&#252;ckerobern – und von ihren Handlangern, den Kongressabgeordneten und Mitgliedern der Parlamente der 50 US-Bundesstaaten.</p>
<p>Es gibt viele Arten, «Occupy Wall Street» im Winter aufrecht zu erhalten, hier einige Vorschl&#228;ge f&#252;r die General Assembly:</p>
<p><strong>1. Besetzen wir unsere H&#228;user.</strong> Sorry, Banken, ein Dach &#252;ber dem Kopf ist ein Menschenrecht, und ihr werdet nicht l&#228;nger unsere H&#228;user durch die K&#252;ndigung von Hypotheken besetzen. Euch geh&#246;rt vielleicht die Hypothek, aber ihr habt nicht das Recht, uns oder unsere Nachbarn auf die Stra&#223;e zu setzen. Derzeit ist eine von drei Hypotheken ganz oder fast gek&#252;ndigt – deshalb m&#252;ssen sich &#246;rtliche «Occupy-Einsatztruppen» bilden, um menschliche Schutzschilder zu schaffen, falls die Banken die Leute aus ihren H&#228;usern werfen wollen.</p>
<p>Wenn die K&#252;ndigung der Hypothek bereits erfolgt ist, m&#252;ssen wir den Familien helfen, wieder in ihre H&#228;user einzuziehen. Von heute an (6.Dezember) haben «Take Back the Land» und viele andere B&#252;rgerorganisationen im ganzen Land die Aktion «Occupy Our Homes» gestartet – dabei haben viele Familien tats&#228;chlich ihre H&#228;user wieder &#252;bernommen. Das geschieht solange, bis die Banken gezwungen werden, ihre betr&#252;gerischen Praktiken zu stoppen, und die Hausbesitzer ihre Hypotheken so &#228;ndern, dass sie den wahren Wert ihrer H&#228;user spiegeln; und solange bis die, die sich eine Hypothek nicht mehr leisten k&#246;nnen, in ihren H&#228;usern bleiben und Miete zahlen k&#246;nnen.</p>
<p>Erinnert euch an das, was die Kongressabgeordnete Marcy Kaptur aus Toledo gesagt hat: Verlasst nicht eure H&#228;user, wenn die Bank euch die Hypothek k&#252;ndigt! Zerrt sie vor Gericht und bittet den Richter, dass er die Bank zwingt, eine Kopie der Hypothek vorzulegen – das k&#246;nnen sie nicht, denn die Hypothek wurde auf hundert verschiedene Pakete aufgeteilt, neu geb&#252;ndelt und mit rund hundert anderen Hypotheken an die Chinesen verscherbelt. Wenn die Bank die Hypothek nicht vorweisen kann, kann sie niemanden rauswerfen.</p>
<p><strong>2. Besetzt eure Universit&#228;ten.</strong> In den meisten demokratischen L&#228;ndern kann man kostenlos oder gegen geringe Geb&#252;hren studieren. Diese L&#228;nder wissen, dass sie f&#252;r den Fortschritt ihrer Gesellschaft eine gebildete Bev&#246;lkerung brauchen. Sonst leiden Produktivit&#228;t und Innovation und es fehlt eine informierte W&#228;hlerschaft.</p>
<p>In den USA rangiert Bildung ganz unten auf der Priorit&#228;tenliste, Studenten, die nur wenig von der Welt oder der Wirtschaft wissen, werden von Schulden erdr&#252;ckt, noch bevor sie ihren ersten Job antreten. Die Studenten sollten diesen Winter mit dem verbringen, was sie bereits auf Dutzenden von Unis tun: dem Besetzen von studentischen Kreditb&#252;ros und dem Zelten auf dem Campus.</p>
<p>Wir, die Generation der 60er Jahre, haben versprochen, eine bessere Welt f&#252;r Euch zu schaffen. Den halben Weg dorthin haben wir zur&#252;ckgelegt, nun m&#252;sst Ihr weiter machen. H&#246;rt nicht auf damit, bis alle Kriege beendet, das Pentagon-Budget halbiert ist und die Reichen gezwungen sind, ihre Steuern zu zahlen. Und verlangt, dass das Geld f&#252;r eure Ausbildung ausgegeben wird. Wir werden euch dabei helfen!</p>
<p><strong>3. Besetzt euren Job.</strong> Nutzen wir diesen Winter, die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften zu steigern. Und wenn ihr schon einer Gewerkschaft angeh&#246;rt, fordert von euren Vertrauensleuten, dass sie so aggressiv auftreten wie unsere Gro&#223;eltern. Ihr wisst doch, dass wir keine Mittelschicht h&#228;tten, wenn es nicht die Streiks der 30er bis 50er Jahren gegeben h&#228;tte. In drei Wochen feiern wir das 75.Jubil&#228;um der 44-Tage-Besetzung der General-Motors-Werke durch die Arbeiter meiner Heimatstadt Flint, im Bundesstaat Michigan. Ihre Aktionen waren Ansporn f&#252;r eine Arbeiterbewegung, die viele Millionen aus der Armut in die Mittelschicht f&#252;hrte.</p>
<p>H&#246;chste Zeit, dass wir das wiederholen. Laut dem Statistikb&#252;ro und der New York Times leben 100 Millionen Amerikaner in Armut oder an der Armutsgrenze. Eine Schande. Gier hat unsere Gesellschaft im Kern zerst&#246;rt. Wenn eure Firma droht zu schlie&#223;en und die Jobs anderswohin zu verlagern, besetzt euren Arbeitsplatz.</p>
<p><strong>4. Besetzt eure Bank.</strong> Das ist einfach. Verlasst sie und er&#246;ffnet ein Konto bei einer Non-Profit-Kreditunion. Das ist sicher, und die Entscheidungen, die dort getroffen werden, basieren nicht auf Gier. Und sollte eine Bank versuchen, euren Nachbarn die Hypothek zu k&#252;ndigen, besetzt die Filiale vor Ort mit zwanzig anderen, verst&#228;ndigt die Medien und verk&#252;ndet es im Internet.</p>
<p><strong>5. Belagert den Versicherungsvertreter.</strong> Es ist h&#246;chste Zeit, dass wir uns nicht nur f&#252;r die 50 Millionen einsetzen, die keine Krankenversicherung haben, sondern auch f&#252;r die Abschaffung der profitorientierten, privat kontrollierten Versicherungsagenturen.</p>
<p>Besetzen wir also den Winter – ein «Occupy Wall Street»-Winter f&#252;hrt uns gewiss in einen hoffnungsvollen, amerikanischen Fr&#252;hling.</p>
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		<title>Die Gegner von Stuttgart 21 k&#246;nnen ihren Kampf noch gewinnen</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 17:36:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Oben bleiben von Manfred Dietenberger Am 27.November 2011 stimmten bei der ersten baden-w&#252;rttembergischen Volksabstimmung seit 40 Jahren 58,8% daf&#252;r, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Oben bleiben</strong></p>
<p>von <em>Manfred Dietenberger</em></p>
<p>Am 27.November 2011 stimmten bei der ersten baden-w&#252;rttembergischen Volksabstimmung seit 40 Jahren 58,8% daf&#252;r, dass das Land Baden-W&#252;rttemberg den Bau des unterirdischen Bahnhofs Stuttgart 21 mitfinanziert, 41,2% stimmten f&#252;r den Ausstieg aus der Mitfinanzierung. Landesweit beteiligten sich 48,3% der Wahlberechtigten an der Abstimmung.<br />
<span id="more-3763"></span>Die S21-Gegner, die den Ausstieg aus der Finanzierung forderten, verfehlten auch das in der Landesverfassung vorgeschriebene Quorum: Demnach h&#228;tten 33% der Wahlberechtigten f&#252;r die K&#252;ndigung der Finanzierungsvertr&#228;ge mit der Deutschen Bahn stimmen m&#252;ssen, um S21 zu Fall zu bringen – es wurden aber nur 19,8%. In der vom Projekt am meisten betroffenen Stuttgarter Innenstadt war die Mehrheit eindeutig f&#252;r den Ausstieg aus der Finanzierung, dort wurde das Quorum erreicht. Im &#252;brigen Stadtgebiet und weiten Landesteilen, wie z.B. in Biberach und Ulm, aber sprach sich die Mehrheit f&#252;r die Weiterfinanzierung und damit indirekt f&#252;r den Bau des Milliarden teuren Wahnsinnsprojekts aus. In Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, T&#252;bingen, Heidelberg und L&#246;rrach stimmten die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger mehrheitlich gegen die Weiterfinanzierung und damit gegen Stuttgart 21. Besonders entlang der Rheinschiene haben die B&#252;rger erkannt, dass die Milliardengrube Stuttgart 21 die Gelder bindet, die viel sinnvoller f&#252;r den Ausbau der Rheintalbahn notwendig w&#228;ren.</p>
<p>Das Abstimmungsergebnis ist bitter – und dennoch auch Grund f&#252;r die Gegner von Stuttgart 21, auf ihren beispielhaften Widerstand stolz zu sein. Die in Restdeutschland bei nicht Wenigen als beh&#228;big/konservativ geltenden Stuttgarter demonstrierten bis zur Abstimmung Woche f&#252;r Woche, ja zeitweilig gingen sie sogar t&#228;glich auf die Stra&#223;e (und tun es weiter!). Erst waren es Hunderte, dann Tausende, dann Zehntausende, schlie&#223;lich eine Gro&#223;demonstration mit fast 150000 Menschen.</p>
<p>Mit Enthusiasmus, Leidenschaft und Kreativit&#228;t, gepaart mit Mut und Beharrlichkeit, erreichten die Gegner eine beispiellose Politisierung und Mobilisierung der B&#252;rger im «L&#228;ndle». 1,5 Millionen Menschen konnten f&#252;r die Beibehaltung des Kopfbahnhofs und f&#252;r mehr Demokratie gewonnen und begeistert werden. Damit erreichten sie mehr K&#246;pfe und Herzen als die Partei Die Gr&#252;nen und die Partei Die Linke zusammen bei der letzten Landtagswahl.</p>
<p><strong>Der Stuttgarter Bauzaun</strong></p>
<p>Wir erinnern uns: Damals, im M&#228;rz 2011, wurde die CDU nach 58 Jahren Regierungspartei in Baden-W&#252;rttemberg abgew&#228;hlt. Es waren im Grunde die Gegner von Stuttgart 21, die der CDU diese historische Wahlschlappe zuf&#252;gten, niemand kann das ernsthaft in Zweifel ziehen. Diese Landtagswahl war eigentlich die gewonnene Volksabstimmung  gegen S21! Protest und Widerstand haben Stuttgart zur gr&#246;&#223;ten Volkshochschulveranstaltung in Deutschland gemacht, das hat die politische Kultur nicht nur im L&#228;ndle ver&#228;ndert. Es vergeht keine Woche, in der nicht eine Pressemeldung in Deutschland erscheint, die damit titelt: «X soll kein weiteres Stuttgart 21 werden.» Die Stuttgarter Aktivisten haben es geschafft, dass Gro&#223;projekte nicht mehr so einfach an den B&#252;rgern vorbei geplant werden k&#246;nnen.</p>
<p>Ihr Widerstand hat tausendfach Kreativit&#228;t freigelegt. Beispielsweise gab es da Veranstaltungen wie die Kunstnacht oder den Dialog am Bauzaun. Dabei handelte es sich um F&#252;hrungen entlang des Zauns, durchgef&#252;hrt von Kunstprofessoren. Die B&#252;rger wurden aufgefordert, bewaffnet mit Taschenlampen, Kerzen oder anderen Leuchtmitteln sich vor Ort mit der B&#252;rgerkunst an Stuttgarts neuer Kunstmeile auseinanderzusetzen. Was da zu sehen war, war beeindruckend: Die vielen dort angebrachten Plakate, Collagen und Projekte machten die Betrachter betroffen, nachdenklich oder brachten sie gar zum Lachen. Es war erstaunlich, wie da mit viel Ironie, Intelligenz und Kreativit&#228;t der Protest seine Ausdrucksformen fand. Jedes Objekt ist Teil der tausendf&#228;ltigen Volksmeinung – nicht von oben verordnet, sondern individuell entstanden, emotional ber&#252;hrend, witzig, geistreich und Argumente liefernd oder illustrierend.</p>
<p>Dieser Stuttgarter Bauzaun stellt ein einzigartiges kulturhistorisches Dokument der Zeitgeschichte dar. Dieser Bauzaun war das schwarze Brett des Widerstands und ein Beleg f&#252;r den Ausspruch von Joseph Beuys: «Jeder Mensch ist ein K&#252;nstler.»</p>
<p>Die Stuttgarter Aktivisten haben gezeigt, Politik geh&#246;rt auf die Stra&#223;e und darf Spa&#223; machen! Am Bauzaun gab es Lesungen, Vortr&#228;ge, klassische Konzerte. Oder es trat auf der Montagsdemo auch schon mal eine russische Bandoneon-Gruppe auf. Und das alles kostenlos, aber nicht umsonst. Manch einer lies, wenn es denn sein musste, auch mal zugunsten des Widerstands seinen Urlaub sausen, weil die Bahn gerade wieder eine neue Sauerei durchf&#252;hren wollte.</p>
<p>Auf den Demos, Sitzungen und Kundgebungen konnte man viele neue politische Ans&#228;tze kennenlernen, politische und pers&#246;nliche Verbindungen kn&#252;pfen. Und das Allerwichtigste: Wer den Kampf l&#228;nger mit anderen teilte, erlebte das stark machende Gef&#252;hl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die f&#252;r ihre Ziele lebt und k&#228;mpft.</p>
<p><strong>Der Filz</strong></p>
<p>Dennoch hat die Gegenseite punkten k&#246;nnen und den Widerstand erschwert. Das konnten die meist gutbesuchten Veranstaltungen in &#252;ber 80 Orten und Zehntausende von Flyern nicht verhindern. Aber 58 Jahre CDU-Herrschaft im Land haben eingefahrene Strukturen geschaffen, und sie bedeuten auch 58 Jahre Filz.</p>
<p>Die CDU-Herrschaften kennen sich, sie sind im ganzen Land als Landr&#228;te, B&#252;rgermeister oder Pfarrer im Amt, sitzen in den Vereinsvorst&#228;nden, stellen die Regierungspr&#228;sidenten und sind mit den Wirtschaftseliten im «L&#228;ndle» verbandelt – als da w&#228;ren die Banken, die Bahn AG, Daimler Benz, Bosch, Stihl, die Metallarbeitgeberverb&#228;nde und die Bauindustrie, s&#228;mtliche Industrie- und Handelskammern und auch die Kanzlerin. Mit hohem finanziellen Einsatz schlugen sie wochenlang in den CDU-durchsetzten Medien die Werbetrommel f&#252;r ihre L&#252;gen, selbst vor der Drohung mit dem Verlust von Arbeitspl&#228;tzen schreckten sie zur&#252;ck.</p>
<p>In Stuttgart hat OB Schuster einen pers&#246;nlichen Brief an alle Wahlberechtigten geschrieben. Die Kosten f&#252;r den Brief in H&#246;he von 130000 Euro beglich er mit Geld aus dem Stadts&#228;ckel. In dem Schreiben drohte er an, das Land zu verklagen, falls es aus der Finanzierung aussteige. Mit bunten Designer-Bildchen suggerierte er der Bev&#246;lkerung einen riesigen Park, der so nie Wirklichkeit werden wird. Er &#252;bernahm die L&#252;ge der Bahn &#252;ber Ausstiegskosten von 1,5 Mrd. Euro und setzte oben drauf noch die Falschbehauptung, dazu k&#228;men noch 1,3 Mrd. Kosten f&#252;r die Sanierung des heutigen Bahnhofs. Dass die Stadt beim Nichtzustandekommen von Stuttgart 21 ca. 800 Mio. Euro f&#252;r bereits bezahlte Grundst&#252;cke zur&#252;ckbekommt, verschwieg er geflissentlich.</p>
<p>Der Verband Region Stuttgart machte schnell mal eine Million Euro locker f&#252;r die Herausgabe einer 16-seitigen Hochglanzbrosch&#252;re, die an alle Haushalte verteilt wurde. Die Bauindustrie stellte allen Bauunternehmern einen sog. «Mitarbeiterbrief» zur Verf&#252;gung, der Unternehmerverband S&#252;dwestmetall und Daimler sponserten den riesigen, &#252;bers ganze Land fahrende «S21-Infobus», und die Deutsche Bahn brachte im Kampf um die K&#246;pfe ihre ganze PR-Abteilung in Stellung.</p>
<p>Die millionenschwere Manipulation durch die Wirtschaftsverb&#228;nde ging so weit, dass in einigen Unternehmen wie z.B. bei Trumpf/Ditzingen Werbung f&#252;r S21 sogar dem Lohnzettel beigef&#252;gt wurde.</p>
<p>Damit aber nicht genug. Kurz vor der Abstimmung wurde eine Kriminalisierungskampagne entfacht. &#220;ber die CDU-nahen Medien wurde gezielt verbreitet, nach der Volksabstimmung w&#252;rden in Stuttgart 9000 Polizeikr&#228;fte aufgeboten und auf dem Cannstatter Wasen «Gewahrsamscontainer» f&#252;r die Demonstranten aufgestellt, um sie dort festzuhalten.</p>
<p><strong>Die Gr&#252;nen</strong></p>
<p>So wurde Angst in der Bev&#246;lkerung gesch&#252;rt und das Abstimmungsergebnis beeinflusst.</p>
<p>Doch nach der Schlacht ist vor der Schlacht. Die Stuttgart-21-Gegner tun gut daran, in diesem Kampf weiter auf ihre eigene Kraft zu vertrauen. Denn es w&#228;re beileibe nicht das erste Mal, dass die Gr&#252;nen-Parteispitze auf dem R&#252;cken einer Protestbewegung Regierungs&#228;mter ergattert und an die Futtertr&#246;ge rankommt – und ihren W&#228;hlern eine lange Nase macht. So war es 1998, als die Gr&#252;nen auf der Anti-Kohl-Welle an die Regierung gesp&#252;lt wurden und dann den Jugoslawien- und den Afghanistankrieg sowie die Agenda 2010 unterst&#252;tzten. Oder 2008, als sie in Hamburg ihr Hauptwahlversprechen, den Stopp des Kohlekraftwerks Moorburg und der Elbvertiefung, der Regierungsbeteiligung mit der CDU opferten.</p>
<p>Eingedenk all dessen haben sich die Gegner von Stuttgart 21 mehr als wacker geschlagen. Und wenn sie jetzt dran bleiben und sich nicht spalten lassen, gewinnen sie ihren Kampf. Ihr ziviler Widerstand muss weiter massenhaft und gewaltlos sein, die Toleranz unterschiedlicher Radikalit&#228;ten innerhalb der Widerstandsbewegung beibehalten werden. Gegenseitiger Respekt und Solidarit&#228;t werden daf&#252;r sorgen, dass die Widerst&#228;ndler «oben bleiben» und in unser aller Interesse obsiegen.</p>
<p><em>Manfred Dietenberger ist Gewerkschafter seit 1969, politisiert durch die Lehrlingsbewegung, zuletzt DGB-Kreisvorsitzender in Waldshut. Oberschwabe und Internationalist, arbeitet heute als Referent und Autor zu sozialpolitischen und sozialgeschichtlichen Themen.</em></p>
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		<item>
		<title>Dietmar Bartsch will Vorsitzender der LINKEN werden</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 17:25:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[Angriff der Sekund&#228;rtugenden von Thies Gleiss Der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der LINKEN im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat seine Kandidatur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Angriff der Sekund&#228;rtugenden</strong></p>
<p>von <em>Thies Gleiss</em></p>
<p>Der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der LINKEN im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat seine Kandidatur f&#252;r den Vorsitz der LINKEN angemeldet. Am liebsten w&#228;re ihm ein Mitgliederentscheid, aber er will auch antreten, wenn nur ein Parteitag den neuen Vorsitzenden w&#228;hlt.<br />
<span id="more-3757"></span>Viel spricht daf&#252;r, dass Dietmar Bartsch sich an diesem Projekt verheben wird. Weder ist sein – vor allem &#252;ber den Parteiapparat und alte PDS-Netzwerke abgesicherter – Einfluss in der Partei gro&#223; genug, noch hat er die inhaltliche und pers&#246;nliche Ausstrahlung und Autorit&#228;t, die er zu haben glaubt und die ihm treue Medienleute stets andichten. Es ist wie in einem schlechten Drama: Die ewige Besetzung mit der Zweitrolle, der beste Freund des Hauptdarstellers, oder auch nur der bestens vorgegaukelte beste Freund wittert offenbar seine letzte Chance, noch etwas im Rahmen seiner Politik- und Parteivorstellungen zu werden.</p>
<p>Ob es zu einer Urabstimmung unter den Mitgliedern kommt, auf die ein formeller Parteitagsbeschluss folgen soll, ist aus Satzungsgr&#252;nden und wegen der vorgeschriebenen Doppelspitze sehr umstritten, eine K&#246;nigsbraut hat Dietmar Bartsch trotz aller Anstrengungen und Telefonate nicht finden k&#246;nnen. Aber von gro&#223;er Bedeutung ist diese Frage nicht.</p>
<p>Dietmar Bartsch bewirbt sich und l&#228;sst sich bewerben mit Attributen und Eigenschaften, von denen die Partei deutlich zu viel, und dies gerade auf F&#252;hrungsebene, hat. Er sei gut aussehend, in den Medien vorzeigbar und f&#252;r Talkshows geeignet, bei «B&#252;ndnispartnerInnen» k&#246;nne er sich benehmen und jede Unverbindlichkeit verbindlich verkaufen. Er selbst erkl&#228;rt seine pers&#246;nlichen N&#246;te mit dem in Erfurt angenommenen Parteiprogramm und seine Vorliebe f&#252;r Programmlosigkeit zur Tugend: Jetzt w&#228;re genug beschlossen und verk&#252;ndet, nun  m&#252;sse man geschlossen zur Tat schreiten, sich um Mehrheiten k&#252;mmern und die inhaltliche Selbstdarstellung zugunsten des Machbaren reduzieren. Kurzum: ein einziger Angriff der Sekund&#228;rtugenden.</p>
<p>Zu seinem gro&#223;en Ungl&#252;ck steht Dietmar Bartsch allerdings gerade f&#252;r das Desaster dieser Politik. Mit den von ihm ma&#223;geblich gepr&#228;gten Wahlk&#228;mpfen und Parteiaufbaukampagnen wurde die fr&#252;here PDS ruiniert – die sich durch die Vereinigung zur LINKEN retten konnte – und die urspr&#252;ngliche Ausstrahlung der LINKEN als Tr&#228;gerin «einer neuen sozialen Idee» zerst&#246;rt. Der Kollateralschaden der Sekund&#228;rtugenden ist f&#252;r eine Partei der Ver&#228;nderung – und mindestens das sollte eine LINKE ja sein – immer der mehr oder weniger beschleunigte Absturz in die Langweiligkeit. Dietmar ist ein Beschleuniger.</p>
<p>Das Hauptproblem seines Vorpreschens ist allerdings, dass er gar nicht vorprescht, er hinkt einer in der Medien&#246;ffentlichkeit erzeugten angeblichen F&#252;hrungskrise der LINKEN hinterher. Er best&#228;tigt die Legende und bietet ihre Wiederholung als L&#246;sung an. Gerade das spa&#223;ige Angebot, eine Chim&#228;re reiten zu wollen, gibt seine Kandidatur jetzt landauf landab dem Spott preis – das ganze zu einem Spottpreis, der auch so manchem Klon in der Partei die Chance f&#252;r gro&#223;e Auftritte auf Kosten des Original-D.B. gibt.</p>
<p>Das kleinste Problem der LINKEN heute sind ihre F&#252;hrungsk&#246;pfe, auch wenn deren Kopflosigkeit manchmal zum Heulen ist. Ein Austausch von H&#228;uptlingen wird an der Krise des weiteren Fortkommens der LINKEN nichts oder nur wenig &#228;ndern – selbst wenn am Ende des Tauschprozesses die R&#252;ckkehr des goldenen Oskars steht. DIE LINKE steht vor der Frage, ob sie sich vom St&#246;rfaktor im b&#252;rgerlich-parlamentarischen Politikgesch&#228;ftsbetrieb vollends zu einer Mitspielerin und Mitgestalterin verwandeln will. Will sie das nicht, dann fehlt es nicht an Sekund&#228;rtugenden, sondern am politisch-programmatischen Ziel, eine Partei der Bewegung, des radikalen Bruchs mit dem Bestehenden, des gro&#223;en Entwurfs des Sozialismus als Alternative zu werden. Dann fehlt es am Willen, sich von der Allmacht der Parlamentsfraktionen (z.B. durch rigide Trennung von Amt und Mandat, durch Amtsbefristungen) zu befreien. Dann fehlt es am Aufbau von jungen, kollektiven Parteif&#252;hrungen, denen die Mitgliedschaft und deren Interessen das erste Anliegen sind. Solche Parteif&#252;hrungen sind nicht mit Urabstimmungen und feudalem Personenkult aufzubauen, sondern mit einem hartn&#228;ckigen programmatischen Ausbildungsprozess und einer Bewegungspraxis in den wirklichen K&#228;mpfen in dieser Zeit.</p>
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		<item>
		<title>Kindesmissbrauch: Entwarnung oder Alarm?</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 17:20:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[von Anna Meister Laut Medienberichten geht der sexuelle Missbrauch an Kindern zur&#252;ck. Die Sozialp&#228;dagogin Anna Meister hinterfragt, ob das wirklich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von <em>Anna Meister</em></p>
<p>Laut Medienberichten geht der sexuelle Missbrauch an Kindern zur&#252;ck. Die Sozialp&#228;dagogin Anna Meister hinterfragt, ob das wirklich der Fall sein kann.<br />
<span id="more-3754"></span>Emma online wusste am 20.Oktober 2011 zu berichten: «Die gute Nachricht: Der Missbrauch an M&#228;dchen und Jungen geht zur&#252;ck. 11500 Menschen zwischen 16 und 40 Jahren hatte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) im Auftrag von Bundesbildungsministerin Schavan befragt. Das Ergebnis: 6,4% der weiblichen und 1,3% der m&#228;nnlichen Befragten gaben an, vor ihrem 16.Lebensjahr mindestens einen sexuellen &#220;bergriff erlebt zu haben. Vor knapp 20 Jahren hatten noch 8,6% der Frauen und 2,8% der M&#228;nner erkl&#228;rt, als Kind oder Jugendliche sexuell missbraucht worden zu sein.»</p>
<p>Geld und Sex (und dahinter versteckt: Macht) sind die Sujets, hinter denen die gr&#246;&#223;te Bereitschaft der menschlichen Spezies zu destruktivem, asozialem Handeln steht. Es ist deshalb eigenartig, wenn eine Zeitschrift, die den Feminismus gepachtet zu haben meint, «Entwarnung» im Bereich des sexuellen Missbrauchs gibt und als «Beweismittel» eine Befragung vorlegt, die unter melde- und aussagewilligen «Betroffenen» durchgef&#252;hrt wurde. Bekannterma&#223;en ist ein Leitsymptom der sexuellen Traumatisierung das Verschweigen, das Unverm&#246;gen, sich zu Erlebnissen zu &#228;u&#223;ern, die nicht verkraftet werden k&#246;nnen, bis hin zum «Vergessen» und Verleugnen. Eine solche Umfrage ist nichts als sinnloses Futter f&#252;r anspruchslose Statistiker.</p>
<p>«Viel» Geld wurde in die &#246;ffentliche Hand genommen, um ein Zeichen zu setzen, dass dem &#220;bel an die Wurzel gegangen werden soll, doch die tats&#228;chliche Wurzel wird weder erkannt noch benannt – weder von Emma noch von denen, die mit der einen Hand Geld f&#252;r Sexualerziehung ausgeben und mit der anderen, wie k&#252;rzlich der CDU-Landtagsabgeordnete Mindermann, auf Facebook schl&#252;pfrige Fragen an 15-J&#228;hrige stellen.</p>
<p>Aber warum sollte sich jemand auch die M&#252;he machen, wirklich aussagekr&#228;ftige Daten &#252;ber die tats&#228;chliche «Lage» zu erheben, nur um am Ende gesagt zu bekommen: Wir wissen Bescheid? &#196;ndern tun wir nichts. Zumindest nicht dort, wo es im System wehtun k&#246;nnte.</p>
<p>Was ist sexueller Missbrauch und was wird als solcher wahrgenommen? Aus verschiedenen Workshops im Rahmen des Sexualkundeunterrichts an unterschiedlichen Schultypen (Jahrgangsstufen 6–10) l&#228;sst sich Folgendes berichten:</p>
<p>Im Verlauf der vergangenen 20 Jahre hat sich bei der Einsch&#228;tzung «Was lasse ich zu, wo ist meine Grenze?» Erstaunliches getan. Aus nahe liegenden Gr&#252;nden ist die «Toleranz» gegen&#252;ber dem Umgang mit Sexualit&#228;t und den damit verbundenen &#220;bergriffen enorm gestiegen – insbesondere bei M&#228;dchen der Haupt- und F&#246;rderschulen; in modifizierter Form auch in Realschulen und Gymnasien. Die dahinter stehende Not bricht sich in anonymen Fragek&#228;sten Bahn: «Vor der Schule treffen wir uns im Klo und alle ziehen ihre Unterhosen aus. Warum ist das geil?»</p>
<p>Nicht gerade erbaulich, ebenso wenig wie der Trend, zum Abitur von den Eltern einen neuen Busen geschenkt zu bekommen, oder eine Schamlippenkorrektur: Das ist nahezu eine Produktoptimierung, Sex wird zum Konsumgut, statt eine k&#246;rperliche und mentale Begegnung auf Augenh&#246;he zu sein. Dabei bleiben M&#228;dchen und Jungen gleicherma&#223;en als Beziehungskr&#252;ppel und Opfer von &#220;bergriffigkeit und Missbrauch auf der Strecke – und nehmen es nicht einmal als Ursache der daraus zwangsl&#228;ufig resultierenden Probleme wahr.</p>
<p>Wie kann man dieser Art der Herabw&#252;rdigung entgegentreten? Die Hersteller von Beauty- und Wellnessprodukten, die Pharmaindustrie und die Sch&#246;nheitschirurgen haben daran wohl kein Interesse. Wie sieht eigentlich der &#246;ffentliche Diskurs zu diesem Problem aus?</p>
<p>«Mit der Thematik wird offener umgegangen», d.h. es wird &#252;ber T&#228;ter, Opfer und Therapie oder Entsch&#228;digung diskutiert. Mehr oder weniger sensationsl&#252;stern und/oder betroffenheitsgeschw&#228;ngert wird geschwallt, geschrieben und gesendet. Neue Therapieformen werden entwickelt, wenn die aus Missbrauch und Entgrenzung resultierenden St&#246;rungen zu &#246;konomischen Ausf&#228;llen f&#252;hren bis hin zur Fr&#252;hverrentung. Ist also alles im gr&#252;nen Bereich? Das kann man bezweifeln.</p>
<p>Die entscheidende Frage ist: Wen trifft die Problematik so, dass ein Denkprozess zustande kommt, an dessen Ende vielleicht die Frage steht: Warum ist das so und wie k&#246;nnte oder sollte es anders sein?</p>
<p>Die Ver&#228;nderung muss im eigenen Kopf anfangen, sofort und &#252;berall, quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen und insbesondere im Milieu derer, die sich Gesellschaftsver&#228;nderung auf die Fahne geschrieben haben. Die fortschreitende emotionale Verkr&#252;ppelung, erzeugt durch die zunehmende warenf&#246;rmige Zurichtung des Menschen, ist weder durch Kompensationszahlungen, noch durch polizeiliche Ma&#223;nahmen aufzuhalten – und wer, wie Emma, die Aussage, dass die «gestiegene Wehrhaftigkeit der Opfer &#8230; die entscheidende Ursache f&#252;r die sinkenden Missbrauchs-Zahlen» sei, unkommentiert pr&#228;sentiert, macht sich der Irref&#252;hrung schuldig.</p>
<p>Nicht die Missbrauchszahlen sind gesunken, sondern die Toleranzschwelle ist gestiegen, und das Problem ist nicht die hohe Zahl der unsanktionierten «Vorf&#228;lle», sondern die irrige Ansicht, dem sei mit «Abschreckung» beizukommen. Wer das meint, der hat nichts begriffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Autorin ist seit 35 Jahren als Sozialp&#228;dagogin im Bereich der Sexualerziehung und Gesundheitsf&#246;rderung t&#228;tig.</p>
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		<title>Die «Erneuerung» der Berliner CDU hat niemals stattgefunden</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 17:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>harald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien/ Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Landowskys langer Schatten von Benedict Ugarte Chacón Als im Jahr 2001 die Berliner Bankgesellschaft ins Wanken geriet und herauskam, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Landowskys langer Schatten</strong></p>
<p>von<em> Benedict Ugarte Chacón</em></p>
<p>Als im Jahr 2001 die Berliner Bankgesellschaft ins Wanken geriet und herauskam, dass der Vorstandschef einer ihrer Teilbanken, gleichzeitig Fraktionsvorsitzender der CDU im Abgeordnetenhaus, Klaus-R&#252;diger Landowsky, von Kunden seiner Bank «Parteispenden» angenommen hatte, um – so wurde vermutet – Kreditantr&#228;gen selbiger Kunden etwas auf die Spr&#252;nge zu helfen, geriet mit Landowsky auch die gesamte Berliner CDU in Verruf. Die SPD, bis dahin treuer Koalitionspartner, stilisierte Landowsky zum &#220;ber-S&#252;ndenbock und ihren damaligen Fraktionsvorsitzenden Klaus Wowereit zum gro&#223;en Hoffnungstr&#228;ger.<br />
<span id="more-3751"></span>Als Wowereit und seine Steigb&#252;gelhalter im Juni 2001 die Gro&#223;e Koalition aufk&#252;ndigten, trompeteten sie bei jeder Gelegenheit, dass nun ein «Mentalit&#228;tswechsel» eingesetzt habe und Berlin nicht mehr mit Filz und Korruption gleichzusetzen sei. Doch hinter der Glitzerfassade des Partymeisters Wowereit ging es im Grunde genommen immer nur um eins: Die SPD m&#246;glichst ungest&#246;rt an der Macht zu halten – seit 1991 ist sie bis heute ununterbrochen im Land Berlin an der Regierung. Dem diente auch der Schwenk, die damalige PDS in die Regierung zu hieven. Dass Wowereit in der f&#252;r ihn typischen Beliebigkeit nun wieder die bequemste L&#246;sung w&#228;hlte und eine v&#246;llig unvorbereitete CDU in die Regierung setzte, zeugt von seinem durchaus talentierten Machtzynismus.</p>
<p>Elf Tage nach Einsetzung des neuen rot-schwarzen Senats wurde die zur Schau gestellte Harmonie jedoch empfindlich gest&#246;rt. Dem von Wowereit ernannten Justiz- und Verbraucherschutzsenator Michael Braun wird n&#228;mlich vorgeworfen, als Notar Verk&#228;ufe von Schrottimmobilien an Kleinanleger beurkundet zu haben. Braun trat schlie&#223;lich am 12. Dezember zur&#252;ck.</p>
<p><strong>Der alte Sumpf</strong></p>
<p>Zuvor wurde in den Medien immer wieder kolportiert, der Fall Braun zeige, dass die CDU nach wie vor fest im Immobiliensumpf verankert sei. Doch sollte man nach dem Fall Brauns nicht allzu erstaunt tun. Denn seit ihrem Rausschmiss aus der Regierung im Jahr 2001 hat sich bei der Berliner CDU nur vordergr&#252;ndig etwas ver&#228;ndert.</p>
<p>In der Tat, ihr Personalverschlei&#223; der letzten 10 Jahre ist beachtlich: Zun&#228;chst dilettierte Landowskys Ziehkind Frank Steffel als «Kennedy von der Spree» – heute fristet er auf den hinteren B&#228;nken des Bundestags ein blasses Dasein. Es folgten die Personalia Ingo Schmitt und Friedbert Pfl&#252;ger, die sich nach gegenseitigem Beharken 2008 gleichzeitig ins politische Abseits schossen. Damit war die «Erneuerung» der Berliner CDU aber auch erledigt, denn hernach schlug die Stunde der alten Garde. «Law and Order»-Mann Frank Henkel, heute Innensenator, &#252;bernahm im gleichen Jahr den Parteivorsitz.</p>
<p>Henkels Wurzeln reichen tief in den alten Sumpf zur&#252;ck: Dass er neuer Vorsitzender wurde, hat er Klaus Landowsky zu verdanken, der, als die entscheidenden Gespr&#228;che gef&#252;hrt wurden, «beratend» t&#228;tig wurde. «Im Hintergrund» habe Landowsky nach Einladung seiner Vertrauten Monika Gr&#252;tters, ihres Zeichens Stellvertreterin von Henkel, die entscheidenden F&#228;den gezogen. So jedenfalls berichtete es seinerzeit die in solchen Fragen stets gut informierte Berliner Morgenpost.</p>
<p>Bew&#228;hrt hatte sich Henkel zuvor schon auf diversen patronierten Posten. Von Januar bis Juni 2001 war er Leiter des pers&#246;nlichen B&#252;ros von Eberhard Diepgen, davor seit 1996 Referent im Leitungsstab der Bezirksb&#252;rgermeisterin von Reinickendorf, der politischen Basis Frank Steffels.</p>
<p>Auch an anderer Stelle reichen die Wurzeln Henkels tief in den konservativen Morast: Er ist Mitglied der schlagenden Verbindung «S&#228;ngerschaft Borussia», zu der auch Landowsky geh&#246;rt. Ein anderes Mitglied dieser Verbindung war der 2003 verstorbene CDU-Politiker Peter Kittelmann, der in den 70er Jahren die «K-Gruppe» ins Leben rief, einen Kreis von CDU-Nachwuchskr&#228;ften, zu dem neben Landowsky und Diepgen auch der sp&#228;tere rechtslastige Innensenator Heinrich Lummer geh&#246;rten.</p>
<p>Henkel ist also eine Frucht der alten, ehrenwerten Berliner CDU, die ihren hysterischen Antikommunismus durch die Komplizenschaft mit der &#246;rtlichen Baumafia kompensierte. Dass an den Koalitionsverhandlungen im Herbst neben Frank Henkel auch Frank Steffel, Monika Gr&#252;tters und Michael Braun teilnahmen, zeigt zweierlei: Landowskys Arm reicht weit, und Wowereit l&#228;sst sich mit jedem ein.</p>
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