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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Adrian McKinty: Der sichere Tod

Frankfurt: Suhrkamp, 2010
464 S., 9,95 Euro
von Udo Bonn

Unterordnen muss man sich schon können, will man beim Militär oder in einer Gang seinen zugewiesenen Platz behalten oder schlicht überleben will. Unterordnung ist aber nicht das Ding für den jungen Michael Forsythe, der als protestantischer Belfaster der britischen Armee beitritt und trotz seiner Talente wegen Aufsässigkeit entlassen wird.

Die Arbeitslosenunterstützung verliert er, weil er nach einem Bombenanschlag als Schwarzarbeiter die Scheiben in einem Hotel einsetzt. Einziger Ausweg scheint die illegale Einreise in die USA zu sein, um sich im New York der 90er Jahre beim mächtigen Gangboss Darkeye White als Geldeintreiber zu verdingen.

Widerwillig nimmt er den Job in der irischen Community an, faszinierender und beruhigender fände er eine Straßenhändlertätigkeit bei den Westafrikanern, aber die nehmen nur Leute aus Gambia. Regionale Identitäten scheinen Zuverlässigkeit  zu versprechen in Gewerben, die von harter Konkurrenz geprägt sind.

Für den 19-jährigen Michael sollen Erpressung und Gewalttätigkeit nur ein Zwischenschritt in die Legalität sein hier demonstriert Darkeye, dessen Haupteinnahmequelle das Baugewerbe ist, wie es gehen kann. Aller Einsatz für den Boss reicht aber nicht aus, wenn man sich aus jugendlichem Leichtsinn und Übermut mit dessen Freundin einlässt.

Welche verheerenden Folgen das hat, erfahren Michael und weitere Mitglieder der Gang auf einer scheinbar relaxten Drogeneinkaufstour nach Mexiko, die für alle zu einem Höllentrip wird. Was folgt, ist eine Rachegeschichte, die das Leben von Michael vollständig verändert, und eine Geschichte vom Mitleid und Selbstlosigkeit einfacher Menschen, die helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

Wer die schriftstellerischen Qualitäten von Dennis Lehane und James Ellroy kennt, misstraut zunächst dem Vergleich, den der britische Guardian mit dem Autor Adrian McKinty anstellt wird dann aber freudig bestätigt. Adrian McKintys Buch Der sichere Tod ist der überaus zu empfehlende erste Teil einer dreibändigen Geschichte über den ums Überleben kämpfenden Michael Forsythe. Und es ist der Beweis, dass brillante Krimis auch von der Schriftstellergeneration nach Lehane und Ellroy geschrieben werden können – was nicht unbedingt zu erwarten war.


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