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Leo Trotzki: Denkzettel

Politische Erfahrungen im Zeitalter der permanenten Revolution
(Hg. George Novack/Helmut Dahmer)
Wien: AdV-Verlag, 2010
496 S., 24 Euro
von Hans-Günter Mull

Rechtzeitig zum 70.Jahrestag der Ermordung Leo Trotzkis durch einen stalinistischen Agenten liegt der ursprünglich 1981 im Suhrkamp Verlag erschienene und von Helmut Dahmer herausgegebene Band mit ausgewählten Texten Trotzkis  in einer neuen Ausgabe vor, für die erneut Helmut Dahmer als Herausgeber zeichnet.

Die Sammlung, die auf der 1964 von dem US-amerikanischen Philosophen George Novack unter dem Titel The Age of Permanent Revolution: A Trotsky Anthology edierten Ausgabe beruht, ist sicher die beste, weil repräsentativste, in einem Band erschienene Auswahl aus dem gewaltigen Werk Trotzkis. Das Buch bietet einen hervorragenden Überblick über das Denken und die politische Aktivität dieses neben Lenin bedeutendsten marxistischen Revolutionärs des 20.Jahrhunderts.

Die 58 Texte des Bandes sind zum größten Teil Auszüge aus Artikeln oder Büchern und decken die gesamte Facette von Trotzkis Tätigkeit ab – von der russischen Revolution von 1905 und der ersten Formulierung seiner Theorie der permanenten Revolution über das Zimmerwalder Manifest, die Oktoberrevolution, den russischen Bürgerkrieg, die Arbeit für die Kommunistische Internationale, den Kampf gegen die stalinistische Konterrevolution, die Analyse des Faschismus und der Tragödie des deutschen Proletariats, die Kritik der Volksfront in Frankreich und Spanien, die Analyse der bürokratischen Degeneration der UdSSR bis zum Kampf für die Bildung einer neuen marxistischen Internationale, der IV.Internationale. Darüber hinaus enthält der Band auch Texte, die über die Tagespolitik hinausgehen und sich mit Literatur und Psychoanalyse, der Anwendung der materialistischen Dialektik auf die modernen Naturwissenschaften und den Fragen der Alltagskultur auseinandersetzen.

Anstelle der Einleitung von Isaac Deutscher in der Ausgabe von 1981 enthält die Neuauflage ein neues Vorwort des britischen Marxisten Alan Woods, das anhand der historischen Abläufe eine vor allem für Leserinnen und Leser ohne Vorkenntnisse geeignete, gedrängte Darstellung von Trotzkis Beitrag zum revolutionären Marxismus bietet. Der Band ist auch deshalb für «Anfänger» gut geeignet, da die in den Texten erwähnten Personen oder historischen Ereignisse in Fußnoten des Herausgebers erläutert werden und den einzelnen Texten kurze Einleitungen vorangehen, die ihre historische Einordnung ermöglichen. Ergänzt wird die Ausgabe durch eine ausführliche Zeittafel, Literaturhinweise und ein Personen- und Sachregister.


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