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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 10/2010 |

Manuel Kellner, Kritik der Religion und Esoterik

Außer sich sein und zu sich kommen
Stuttgart: Schmetterling, 2010, 240 S., 10 Euro

von Paul Kleiser

Das neue Buch unseres Mitarbeiters Manuel Kellner ist in der verdienstvollen theorie.org-Reihe des Stuttgarter Schmetterling-Verlags erschienen. In 7 Kapiteln behandelt er überblicksweise die verschiedenen Formen des religiösen Bewusstseins,

das Verhältnis von Glaube und Vernunft, die Argumentationsfiguren der (europäischen) Aufklärung, Ludwig Feuerbachs kopernikanische Wende, die Marx’sche und die Freud’sche Kritik des irdischen Jammertals, Denkfiguren von Schamanismus, Astrologie, Esoterik und Heilkunde, sowie die Frage von Religion und Emanzipation.

Kronzeugen seiner Argumentation sind neben Feuerbach und Marx (Schelling fehlt leider) vor allem Mehring, Freud und Kurt Lenk. Der Zusammenhang zwischen (kapitalistischer) Ausbeutung und Entfremdung und verschiedensten Formen von Religiosität (z.B. Fundamentalismus) heute wird deutlich herausgearbeitet. Auch auf den Doppelcharakter der Religion als Vertröstung und Protest gegen unmenschliche Zustände kommt der Autor (zu kurz) zu sprechen; er sieht den Zusammenhang von Religion und der «Sehnsucht nach einem lebenswerten Leben». Er zeigt auch die häufige praktische Hilflosigkeit der Kritik von «Atheisten» (Dawkins Gotteswahn) deutlich auf.

Leider fehlt eine Diskussion der Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Linken mit sozial engagierten religiösen Gruppen, wie sie etwa in Lateinamerika gang und gäbe ist. Die vielfältigen Ansätze von Michael Löwy werden kaum aufgegriffen.


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