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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 12/2010 |

Anté Ciliga: Im Land der verwirrenden Lüge

Die Buchmacherei, 304 S., 12 Euro
von Jochen Gester

Die Oktoberrevolution markierte einen historischen Einschnitt in der Geschichte der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts. Ihr Gelingen wurde in fast allen Strömungen der revolutionären Arbeiterbewegung mit Sympahie und großen Hoffnungen verfolgt. Und obwohl sich das stalinistische System zu einem Alptraum entwickelte, gaben viele Sozialisten die Hoffnung nicht auf, dass der Realsoz noch die Kraft zur Selbstkorrektur finden könnte.

Der reale geschichtliche Verlauf hat diese Hoffnungen eindrücklich widerlegt. Dies sollte auch Anlass sein, erneut über die Theorie des «bürokratisierten Arbeiterstaates» nachzudenken, die ja immer auf die Herausbildung einer revolutionären Fraktion in der Partei orientiert war. Einer der ersten Zeitzeugen der frühen Sowjetunion, der diese Strategie kritisierte und den konterrevolutionären Charakter des neuen Regimes erkannte, war der kroatische Kommunist Anté Ciliga, der die gesellschaftlichen Verhältnisse der Sowjetunion in der Zeit von 1926–35 kennen lernte und das Buch Im Land der verwirrenden Lüge schrieb.

Mehr als die Hälfe der Zeit verbrachte Ciliga in der Verbannung und in Lagern. Seine Erfahrungsberichte, die auch viele Gespräche sowohl mit den Größen der Partei als auch mit politischen Gefangenen oder einfachen Sowjetbürgern widergeben, beschreiben sein Interesse, das emanzipative Erbe des Marxismus gegen seine Entstellung zu verteidigen. Das 1939 zuerst in Französisch und 1953 in Deutsch erschienene Buch wurde jetzt neu herausgegeben.

www.diebuchmacherei.de/


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