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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 02/2011 |

Fritz Keller, Gelebter Internationalismus

Österreichs Linke und der algerische Widerstand (1958–1963)
Wien: Promedia, 2010, 315 S., 19,90 Euro

von Paul Kleiser

Der Wiener Fritz Keller hat sich als Historiker der (nicht nur) österreichischen Arbeiterbewegung einen Namen gemacht. Sein neuestes Buch schließt eine nicht unbedeutende Lücke.

Heute weithin vergessen und durch die weitaus erfolgreicheren Mobilisierungen gegen das iranische Schahregime und den Vietnamkrieg verdeckt, gab es in der zweiten Hälfte der 50er Jahre eine europaweite Kampagne gegen den französischen Kolonialismus in Algerien und dessen Terrorregime, das auch vor Morden auf dem Territorium des Mutterlands (z.B. anlässlich einer Demonstration am 17.Oktober 1961, als die Polizei in Paris Dutzende Beteiligte in die Seine trieb) nicht zurückschreckte.

Die damaligen Solidaritätsaktionen der Linken mit dem algerischen Widerstand wurden von Zeithistorikern in verschiedenen Ländern aufgearbeitet; in der BRD hat Claus Leggewie 1984 darüber das Buch Die Kofferträger veröffentlicht. Kellers auf umfänglichen Archivrecherchen beruhende Arbeit bringt kurze Überblicke über Österreich im Kalten Krieg und die beginnende Jugendradikalisierung und geht dann auf die Solidaritätsaktionen der Sozialistischen Jugend, der KPÖ und der Trotzkisten ein.

Ausführlich werden auch die Auseinandersetzungen in der SPÖ behandelt, denn der Algerienkrieg begann unter der «sozialistischen» Regierung von Guy Mollet. Ein Hauptziel der Solidaritätsarbeit war, in Algerien eingesetzte österreichische und deutsche Fremdenlegionäre dazu zu bringen, aus der französischen Armee zu desertieren, wobei einige Erfolge zu verzeichnen waren.


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