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Wolfgang Klaes, Todfreunde

Reinbek: Rowohlt, 2004, 507 Seiten
von Udo Bonn

Was Wolfgang Klaes da als Krimi abgeliefert hat, ist schon eine Sonderklasse. Er, der bei vielen zweitklassigen Zeitschriften und Zeitungen rund um Bonn geschrieben hat, bietet hier Erstklassiges.

In seinem Krimi Todfreunde tritt teilweise James-Bond-mäßig ein Team auf, ohne die sexistischen Bond-Peinlichkeiten. Dafür gibt es starke soziale Bindungen – mit allen Verquerungen, die Familien und Freunde haben können.

Die Verbrecher sind im richtigen Milieu zu Haus: im Politikerbereich und Unternehmertum. Anders als in der Tatort-Reihe im Fernsehen, sind das die Täter und nicht, wie im Fernsehen, nur gelegentlich Politiker zweiten Ranges und die Gärtner der Wirtschaftsbosse. Jeweils die erste Garde der zwei Kasten sind die Täter.

Es geht um Wirtschaftskriminalität mit Bluterpräparaten und Pädophilie.

Es geht um die Verstrickung von Wirtschaft und Politik vornehmlich im Bonner und Kölner Raum.

Dagegen gesetzt wird ein Team, welches kampffähig, sozial vernetzt und in der Bonner und Kölner Szene verwurzelt ist.

Bei den vielen Toten bleibt Klaes immer in der Spur, Nebensächliches bleibt nebensächlich, und der Hauptwiderspruch «Profitgier im Kapitalismus « und seine «Schamlosigkeit» wird nicht ausgeklammert.

Und wenn Klaes international wird, geht es nicht nur nach Holland, sein Weg führt auch nach Lateinamerika.

Auf 507 Seiten werden die Entrechteten, Gedemütigten und Missbrauchten dargestellt, und sie sind nicht nur die Guten. Aber die wirklich Schlechten sind die Akteure im Unternehmerlager und in der Politik, und die werden weder von der Staatsanwaltschaft, noch von der Polizei, der Presse und auch nicht vom guten Team zur Strecke gebracht – die machen teilweise weiter, anders als in jedem Tatort.


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