Schließen

Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden

Sie befinden sich hier: Home > 2012 > 05 > Deepwater-horizon

Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 05/2012 |

Deepwater Horizon

Zwei Jahre nach der Katastrophe – Eine gruselige Bilanz

Vor zwei Jahren, am 20.April 2010, explodierte im Golf von Mexiko der Bohrturm von BP, British Petroleum, einem der fünf größten Ölkonzerne der Welt. Elf Menschen kamen bei der Explosion ums Leben. Monatelang floss Öl aus dem Bohrloch – insgesamt gab es einen Ausstoß von mehr als 800.000 Kubikmeter Öl und 500.000 Tonnen Gas.

Um das Öl zu binden, wurden sieben Millionen Liter Corexit versprüht. Die Arbeiter, die diese Arbeit zu verrichten hatten, wurden oftmals davon abgehalten, die notwendigen Atemschutzgeräte zu tragen, weil das in den „Medien“ einen schlechten Eindruck machen würde. Solche Geräte wären nicht notwendig, Corexit wäre nicht gefährlicher als Seife. Doch auch dieses „Reinigungsmittel“ hat massive gesundheitliche Schäden zur Folge – Übelkeit und Erbrechen, Ekzeme, vorübergehender Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, Leber- und Nierenschäden. Laut Experten wird es Jahre dauern, bis alle Folgen sichtbar werden.

Über die Entschädigung der von der Ölpest Geschädigten laufen noch Gerichtsverhandlungen. Viele Anrainer der Golfstaaten haben bereits einmalige Zahlungen akzeptiert: 95.000 erhielten eine Zahlung von 5000 Dollar und 45.000 erhielten je rund 15.000 Dollar. BP ist verpflichtet, die Opfer der Ölkatastrophe voll zu entschädigen. Die Opfer konnten es sich jedoch vielfach nicht leisten, auf den Ausgang eines Verfahrens zu warten, Damit gaben sie jeden Anspruch auf, gegen BP zu klagen – aus welchem Grund auch immer, einschließlich  gesundheitlichen Schäden.

Die Huffington Post nennt fünf Lektionen, die aus der Katastrophe zu lernen wären:

„1. Die Ölindustrie weiß (angeblich) immer noch alles am besten – kein einziges Gesetz zur Regulierung der Ölgewinnung wurde verabschiedet;

2. Die Pläne dafür, was im Fall einer Havarie geschehen soll, sind unzulänglich;

3. Es braucht ganz, ganz viele Ressourcen für die Reinigung;

4. „Out of sight does not mean out of the ocean“ – aus dem Auge heißt nicht aus dem Ozean – nur weil man das Öl nicht mehr sieht, heißt das nicht, dass es weg ist. Und last but not least

5. Wir müssen aufhören, Öl zu verwenden.“


Drucken | Artikellink per Mail | PDF Version

Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen

Spenden

Die SoZ steht online kostenlos zur Verfügung. Dahinter stehen dennoch Arbeit und Kosten. Wir bitten daher vor allem unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser um eine Spende auf das Konto: Verein für solidarische Perspektiven, Postbank Köln, IBAN: DE07 3701 0050 0006 0395 04, BIC: PBNKDEFF


Schnupperausgabe

Ich möchte die SoZ mal in der Hand halten und bestelle eine kostenlose Probeausgabe oder ein Probeabo.