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NPA und Front de Gauche

Who is who

In der Folge der Kampagne gegen den EU-Verfassungsvertrag 2005, die eine bedeutende Mobilisierung im ganzen Land und die flächendeckende Gründung von Einheitskomitees ausgelöst hatte, holte Olivier Besancenot bei den Präsidentschaftswahlen 2007 4% der Stimmen für die LCR (Ligue Communiste Révolutionnaire).

In dem sehr erfolgreichen Wahlkampf  trat er für die Bildung einer breiten antikapitalistischen Partei ein, die das klare Merkmal haben sollte, dass sie eine Regierungsbeteiligung an der Seite der Sozialdemokratie klar ablehnt. Die Gründung der Neuen Antikapitalistischen Partei, NPA, in der die LCR aufging, stieß auf breite Resonanz; ihr Gründungskongress fand im Januar 2009 statt.

Parallel dazu gründeten Jean-Luc Mélenchon und Marc Dolez, ehemalige Mitglieder der sozialdemokratischen PS, im November 2008 die Linkspartei (Parti de Gauche – PG).

Die Linksfront

Die Linksfront (Front de Gauche) entstand vor den Europawahlen im Juni 2009 als Wahlbündnis zwischen der Linkspartei (Jean-Luc Mélenchon) und der Französischen Kommunistischen Partei (PCF, Pierre Laurent); die Gauche unitaire, eine Abspaltung von der NPA, schloss sich der Linksfront nach dem NPA-Kongress vom Januar 2011 an.

Zwei weitere Strömungen beziehen sich positiv auf die Linksfront:

* die «Alternativen» – 1998 aus einer Fusion der Rot-Grünen Alternative (AREV) mit einer Minderheit der globalisierungskritischen «Konvention für eine fortschrittliche Alternative» (CAP) hervorgegangen. Ihre vier Säulen sind: Solidarität, Ökologie, Feminismus und Selbstverwaltung.

* die FASE (Föderation für eine soziale und ökologische Alternative) – eine politische Sammlungsbewegung, die im Dezember 2008 infolge eines Aufrufs der Zeitschrift Politis entstand und das Ziel verfolgt, die gesamte «alternative Linke» zu sammeln.

Die Linksfront präsentierte sich von Anfang an als Fortsetzung der Einheitsfront, die PCF, Trotzkisten und Globalisierungskritiker in der Kampagne gegen den EU-Vertrag zusammengeführt hatte. Die NPA lehnte eine Kandidatur zu den Europawahlen im Rahmen der Linksfront ab und trat ihr auch nicht bei.

Die NPA

Neben der LCR traten der NPA bei ihrer Gründung folgende Organisationen bei:

* Gauche révolutionnaire: wurde 1993 von ca. 80 Mitgliedern der Jugendorganisation der LCR (JCR) nach deren Spaltung gegründet.

* Die Gruppe La Commune und die Gruppe CRI wurden beide zu unterschiedlichen Zeitpunkten von Anhängern der «Internationalistisch-kommunistischen Strömung» der Partei der Arbeiter (PT) gebildet.

* Ebenfalls von Ex-Mitgliedern der PT wurde das Zeitschriftenkollektiv Carré Rougegegründet.

* SELS (Sensibilité écologiste libertaire et radicalement sociale-démocrate): ein Zusammenschluss von Mitgliedern der Anarchistischen Föderation, der PS und der Grünen.

* L’Étincelle – von 1996 bis 2008 eine Minderheitenfraktion in Lutte Ouvrière (LO).

Auf dem Nationalen Kongress der NPA im Februar 2011 traten drei größere Plattformen (Tendenzen) an: Plattform 1 war mit 41,8% die relativ stärkste und vertrat eine Mittelposition zwischen Plattform 2 (die jetzige Mehrheit, damals 27,8%) und Plattform 3 (26,4%), die eine klare Ausrichtung auf die Linksfront vertrat. Im Januar 2012 setzte Plattform 2 die Präsidentschaftskandidatur von Philippe Poutou mit 53% der Delegiertenstimmen durch.


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