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Was ist unkonventionelles Erdgas?

Unkonventionell wird Erdgas genannt, das unter Einsatz von besonders aufwendigen Techniken gewonnen wird. Bei konventionellem Erdgas wird vertikal gebohrt, bis die Bohrung die gasführende Gesteinsschicht erreicht. Bei unkonventionellem kommen horizontale Bohrungen hinzu, oftmals über mehrere Kilometer.

Man unterscheidet zwischen Tight Gas, Schiefergas und Kohleflözgas.

Tight Gas ist in undurchlässigen und nicht-porösen Sand- oder Kalksteinformationen eingeschlossen, normalerweise in Tiefen unterhalb von 3500 Metern.

Schiefergas entsteht, wenn organisches Material in Tonsteinen tief unter der Erde (4000 Meter) bei hohen Temperaturen abgebaut wird (Methan).

Kohleflözgas entsteht bei der Zersetzung organischen Materials in Kohlevorkommen, die zu tief liegen oder eine zu geringe Qualität haben, um sie kommerziell abzubauen. Obwohl gelegentlich auch in geringen Tiefen gefunden, liegt Kohleflözgas häufig 1000 bis 2000 Meter unter der Erde.

Die gegenwärtig nachgewiesenen konventionellen Erdgasreserven reichen bei gleichbleibendem Verbrauch noch für etwa 60 Jahre. Rechnet man das Potenzial an unkonventionellem Erdgas hinzu, reichen die Reserven nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) noch für mehr als 250 Jahre.

Die größten Lagerstätten von Tight Gas werden in der Ukraine und Ungarn, von Schiefergas in Deutschland, Polen, Rumänien, Schweden, Dänemark, Großbritannien und Frankreich, von Kohleflözgas in der Ukraine und in Deutschland vermutet.

In Frankreich und Bulgarien wurde der Einsatz von Fracking untersagt, ebenso in einigen Kantonen der Schweiz. Aus „wissenschaftlichen Gründen“ darf in Frankreich allerdings gebohrt werden. Seit dem 1.März 2010 wurden vier Bohrgenehmigungen auf einer Gesamtfläche von fast 10.000 Km2 vergeben. Die Schürgebiete liegen fast alle im Süden des Landes. In Polen, das wohl über die grössten europäischen Lagerstätten verfügt, haben die ersten Bohrungen bereits begonnen.


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