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Kurz & Bank

Das deutsch-französische Krisenmanagement zerstört nicht nur die Wirtschaft, dadurch treibt es trotz aller Rettungspakete auch Banken in den Ruin – und legt so die Grundlagen für einen nächsten Bankenkrach.

Ende 2011 gab es bei allen europäischen Kreditinstituten doppelt so viele faule Kredite von Verbrauchern, Häuslebauern oder Unternehmen wie Ende 2008, nämlich 1,05 Billionen Euro – das sind 1.050.000.000.000 oder 1050 Mrd. Euro. Vier Jahre zuvor lag die Zahl bei 500 Mrd. Euro. Das berichtete die Unternehmensberatungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC).

Vor allem die Banken in Griechenland, Spanien und Italien hatten mehr Problemkredite in den Bilanzen. In Griechenland stieg der Nominalwert der faulen Kredite um fast 50% auf 40 Mrd. Euro, in Spanien um 23% auf 136 Mrd. Euro und in Italien um 37% auf 107 Mrd. Euro. «Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in Südeuropa hat im vergangenen Jahr erwartungsgemäß zu mehr Zahlungsausfällen geführt», zitiert die Süddeutsche Zeitung einen PWC-Vorstand.

Aber auch in Deutschland, das in den Jahren 2010 und 2011 einen kräftigen Aufschwung zu verzeichnen hatte, und obwohl die Bundesregierung den notleidenden Banken zweimal mit je einer Finanzspritze von 480 Mrd. Euro unter die Arme gegriffen hat, ist die Summe der Problemkredite konstant geblieben – sie liegt bei 196 Mrd. Euro. Den deutschen Banken ist es unter dem Strich nicht gelungen, faule Kredite loszuwerden, sagt PWC. Die «Bad Banks» FMS Wertmanagement (Hypo Real Estate) und EAA (WestLB) sind in diesen Zahlen noch gar nicht enthalten.
Zu den faulen Krediten kommen europaweit laut PWC noch 1,5 Billionen Euro an verbrieften Krediten hinzu, die zwar nicht notleidend sind, die die Banken aber abstoßen wollen, weil sie niemand mehr haben will. Die Banken unternehmen große Anstrengungen, sich von faulen oder unerwünschten Krediten zu trennen, es gelingt aber nur sehr langsam: 2011 konnten sie sich europaweit nur von 36 Mrd. Euro trennen, im ersten Halbjahr 2012 von 27 Mrd. Bis zur Summe von 1050 Mrd. Euro ist da noch ein weiter Weg, und die nächste Rezession ist in vielen europäischen Ländern schon angekommen.

Gegenüber diesen Problemen nehmen sich die Staatsschulden aus Südeuropa geradezu als Leichtgewicht aus: Mitte Juli 2011 legte der Banken-Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) offen, wieviele Staatsanleihen Griechenlands, Irlands und Portugals in Europas Bankensystem stecken (geprüft wurden 90 Banken): nämlich 194,1 Mrd. Euro, nicht einmal ein Fünftel der faulen privaten Kredite. Wobei nicht alle Staatsanleihen  «faul» sind, im Gegenteil: die Rückzahlung hier dürfte bei aller Aufregung, die darum gemacht wird, erheblich sicherer sein als bei den Privaten. Da die EZB den Banken viele Staatsanleihen abgekauft hat, hat sich dieser Anteil bis heute weiter reduziert.

Europas Bruttoinlandsprodukt beträgt 14 Billionen Euro, die Summe an «schlechtem» Geld, das bei den Kreditinstituten lagert, macht also 21% des europäischen Bruttoinlandsprodukts aus!


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