Schließen

Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden

Sie befinden sich hier: Home > 2012 > 10 > Krimi-howard-linskey-crime-machine

Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 10/2012 |

Krimi: Howard Linskey: Crime Machine

München: Knaur 2012. 378 S., 9,99 Euro
von Udo Bonn

Wenn Gangster reisen… dann reisen sie mit der Eisenbahn. Zumindest in Howard Linskeys Debutroman Crime Machine. Die Truppe um Bobby Mahoney macht sich per Zug aus dem nordenglischen Newcastle nach Glasgow auf, um dem dort tonangebenden Boss Arthur Gladwell einen Besuch zu erstatten: Bobby Mahoney hatte gewohnheitsmäßig eine Geldübergabe geplant, die aber nicht zustande kam. Sein Mann ist seit dem spurlos verschwunden. Könnte sein alter Konkurrent aus Schottland dahinter stecken?

Richtig sauer ist Mahoney allerdings auf David Blake, seinen Berater. Denn der sollte der eigentliche Garant für eine saubere Geldübergabe sein, stattdessen hat er sich mit Laura, seiner Geliebten, einen Kurzurlaub in Thailand gegönnt.Jetzt muss er das Geld wiederbeschaffen und rausbekommen, wer Mahoneys Firmenpolitik zu stören vermochte. Denn immer gibt es noch einen mächtigeren Boss, der schnell dafür sorgen kann, dass die lokalen Größen ihre Macht verlieren, wenn sie nicht spuren oder Schwäche zeigen.

David Blake macht sich also auf die Suche, mehr als misstrauisch beäugt von seinen Gangsterkollegen. Denen ist der clevere Typ, der jeglicher Gewalt bislang aus dem Weg gegangen ist, mehr als suspekt. Und irgendwie sind sie auch neidisch wegen seiner herausragenden Rolle als Berater des Chefs. So sehr sich Blake auch anstrengt, er kriegt die Informationsfäden nicht sinnvoll zusammengeknüpft: Was hatte der verschwundene Cartwright in letzter Zeit mit kräftigen Russen zu tun? Stimmt es, dass die Polizei seit langem einen Spitzel in Mahoneys Bande plaziert hat und demnächst eine nichtkorrupte Sondereinheit zuschlagen wird? Und wie ernst sind lokale Rivalen zu nehmen?

Während Blakes Aktivitäten seinen Boss langsam von dessen Treue überzeugen, droht ihm bald neuer Schlamassel in der Person von Mahoneys Tochter, die dem attraktiven Berater ihres Vaters eindeutige Avancen macht. Und plötzlich eskaliert die Situation. Crime Machine ist feiner Gangsterroman.

An dieser Stelle sei aus besonderem Anlass auf das Fernsehprogramm hingewiesen: Auf ARTE läuft Montags vom 8. bis 22.10. die gelungene Verfilmung von David Peace, Yorkshire Killer. Der Romanvierteiler, an dieser Stelle vor Jahren lobend vorgestellt, erzählt vordergründig die Fahndung nach einem Frauenmörder, dahinterliegend aber die Brutalität, Korruption und Verkommenheit des Polizeiapparats in der gesellschaftszerstörenden Ära Thatcher.


Drucken | Artikellink per Mail | PDF Version

Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen

Spenden

Die SoZ steht online kostenlos zur Verfügung. Dahinter stehen dennoch Arbeit und Kosten. Wir bitten daher vor allem unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser um eine Spende auf das Konto: Verein für solidarische Perspektiven, Postbank Köln, IBAN: DE07 3701 0050 0006 0395 04, BIC: PBNKDEFF


Schnupperausgabe

Ich möchte die SoZ mal in der Hand halten und bestelle eine kostenlose Probeausgabe oder ein Probeabo.