Acht Strompreislügen


Quelle: SoZ – Sozialistische Zeitung
Website: https://www.sozonline.de
Artikel-Link: https://www.sozonline.de/2012/12/acht-strompreislugen/
Veröffentlichung: 11. Dezember 2012
Ressorts: Umwelt

Das Institut für Neue Soziale Marktwirtschaft, das bereits propagandistisch den Weg für die Hartz-Gesetze ebnete, führt nun mit den dämlichsten Argumenten eine Kampagne gegen die Energiewende. Das Umweltinstitut München hat die acht gängigsten Lügen über die Ursachen der Strompreiserhöhungen widerlegt.

1. «Der Strompreis explodiert, die Verbraucher werden übermäßig belastet.»
Strom hat den geringsten Anteil an den Energiekosten. Zudem steigen die Preise für Strom weniger stark als die Preise für Öl, Gas oder Benzin.
2. «Erneuerbare Energien machen den Strom teuer.»
Zwei Drittel der Strompreissteigerung hat nichts mit Ökostrom zu tun. Atom und Kohle sind unterm Strich teurer als erneuerbare Energien.
3. «Hohe Strompreise gefährden den Industriestandort Deutschland.»
Aufgrund vieler Privilegien ist der Strompreis für die energieintensive Industrie sogar gesunken.
4. «Hohe Strompreise treiben sozial Schwache in die Energiearmut.»
Energiearmut ist die Folge einer verantwortungslosen Sozialpolitik und einer ungerechten Kostenverteilung zulasten der Privathaushalte
5. «Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist Preisdiktat und Planwirtschaft.»
Das EEG löst das Monopol der großen Stromkonzerne auf und macht die erneuerbaren Energien marktfähig.
6. «Hohe Strompreise führen zum Verlust von Arbeitsplätzen.»
Der dezentrale Ausbau erneuerbarer Energien bringt Beschäftigung, Einkommen und Steuereinnahmen.
7. «Erneuerbare Energien erzwingen den Bau teurer Überlandleitungen von Nord nach Süd.»
Nur Offshore-Windparks, die den Gewinninteressen der großen Energiekonzerne dienen, erfordern den Bau neuer Überlandleitungen.
8. «Die Energiewende zwingt zum Import von billigem Atomstrom aus dem Ausland.»
Trotz Atomausstieg wird in Deutschland mehr Strom exportiert als importiert.

Eine Langfassung der acht Punkte findet sich auf der Webseite http://umweltinstitut.org