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Folter in griechischen Gefängnissen

von Christoph Dreier

Demonstranten, die sich in Griechenland gegen die faschistische Partei Chrysi Avgi eingesetzt haben, sind nach ihrer Festnahme durch die Polizei schwer misshandelt worden.
Die Szenen, über die Betroffene berichten, erinnern an die Folterpraxis in Gefängnissen wie Abu Ghraib: die Gefangenen wurden geschlagen und nackt gefilmt, ihre Haut wurde verbrannt. Das meldete am 9.Oktober der britische Guardian und dokumentierte die Taten mit Fotos.
Die 15 zumeist jungen Menschen hatten am Sonntag, den 30. September, im Athener Stadtteil Aghios Panteleimon zusammen mit etwa 150 Gleichgesinnten auf Motorrädern gegen die Attacke auf ein tansanisches Gemeindezentrum demonstriert, als einige Mitglieder der Chrysi Avgi auftauchten. Es kam zu Handgreiflichkeiten. Kurz danach stürmte eine große Zahl Polizisten aus den anliegenden Straßen und verhafteten einige Demonstranten. Einer Anwältin zufolge wurden sie wegen „Störung des Friedens durch Vermummung“ festgenommen – sie trugen ja Motorradhelme.
Mehrere Betroffene sagten aus, sie seien auf der Wache von Beamten der Kriminalpolizei beleidigt, geschlagen und bespuckt sowie als Aschenbecher missbraucht worden. Sie wurden die ganze Nacht wach gehalten und erhielten 19 Stunden lang weder Essen noch Trinken noch Kontakt zu ihren Anwälten. Einige berichteten auch, ihre Haut sei mit einem Feuerzeug verbrannt worden. Zudem sollen Polizisten sie gefilmt und gedroht haben, die Bilder im Internet zu veröffentlichen und ihre Adressen an die Faschisten der Chrysi Avgi weiterzuleiten.
Eine der zwei betroffenen Frauen berichtete über sexuelle Beleidigungen und Gewalt. Ein Mann sagte aus, die Polizisten hätten gewaltsam seine Beine gespreizt und ihm in die Hoden getreten. „Sie haben mich bespuckt und gesagt, wir würden genauso sterben wie unsere Großväter im Bürgerkrieg“, sagte er. Ein anderer schilderte, dass ihm trotz einer offenen Kopfverletzung bis in den Morgen hinein jede medizinische Versorgung verwehrt und er weiter geschlagen wurde.
Als am nächsten Tag eine Solidaritätsdemonstration für die Inhaftierten stattfand, kam es erneut zu zahlreichen Festnahmen. 25 Demonstranten erklärten dem Guardian, sie seien auf der Polizeiwache geschlagen und gezwungen worden, sich nackt auszuziehen, sich zu bücken und ihren Anus zu öffnen. Zu dieser Zeit seien zahlreiche Polizisten und andere Festgenommene anwesend gewesen. Einer der Betroffenen erklärte: „Er tat mit uns, was er wollte <\#208> ohrfeigte uns, schlug uns, befahl uns, ihn nicht anzusehen, nicht mit überschlagenen Beinen zu sitzen. Andere Beamte kamen vorbei, aber unternahmen nichts.“

Quelle: www.wsws.org/de/articles/2012/okt2012/grie-o11.shtml


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