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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 10/2013 |

Tipps gegen das Ausspähen von Internetaktivitäten

Absolute Sicherheit gibt es nicht. Das heißt aber nicht, dass man Schnüfflern das Geschäft nicht erschweren kann. Zum Teil ist das schon mit einfachen Mitteln möglich. Der Verein „Digitalcourage“ – früher FoeBuD – leistet seit Jahren Arbeit zur Aufklärung und politischen Gegenmobilisierung und hat nun Tipps herausgebracht, deren Beachtung wir unseren LeserInnen ans Computerherz legen wollen.

E-Mail und Chat

* Benutzen Sie ein sicheres E-Mail-Postfach, nutzen Sie kleine, europäische Anbieter wie etwa posteo.

* Verwalten Sie Ihre Mails nicht im Browser, sondern installieren Sie auf Ihrem Rechner einen E-Mail-Client wie z.B. Thunderbird.

* Verschlüsseln Sie Ihre E-Mails. Eine Anleitung dazu gibt es auf https://digitalcourage.de/.

Chatten Sie nicht über Facebook oder WhatsApp, sondern benutzen Sie freie dezentrale Dienste, wie Jabber – auf Ihrem PC und auch auf Ihrem Mobilgerät.

Suchmaschinen

Es gibt nicht nur Google. Viele andere Suchmaschinen gehen mit Ihren Daten umsichtiger um. Probieren Sie statt Google einmal ixquick.com, metager.de, duckduckgo.com, startpage.com, yandex.com oder tineye.com.

Dateien auf dem eigenen Rechner verschlüsseln

Sie können Dateien auf Ihrem Rechner auch so verschlüsseln, dass niemand unbefugt Zugriff darauf hat, der Ihr Passwort nicht kennt. Die Anmeldung über das Windows-Passwort bietet dafür nämlich für geübte Menschen, die Ihren Rechner in die Finger bekommen, keinen Schutz.

Anonym und sicher surfen

* Achten Sie beim Surfen darauf, dass hinter dem »http« in der Adresszeile immer ein »s« steht. Schreiben Sie es bei Bedarf dazu: »https«. Dann kann niemand »unterwegs« Ihre Daten mitschnüffeln – »s« steht für secure –, die Verbindung ist verschlüsselt.

* Schauen Sie sich an, wie viele Websites Ihnen hinterherschnüffeln. Installieren Sie Ghostery in Ihrem Browser. Das zeigt Ihnen bei jeder Internetseite an, wer daran interessiert ist, dass Sie dort surfen. Und blockiert gleich noch Ihre Erfassung in den großen Datenbanken, wie Google Analytics.

* Deaktivieren Sie Cookies, wenn Sie darauf verzichten möchten. Verbieten Sie in jedem Fall, dass Cookies „von Drittanbietern“ akzeptiert werden.

* Blockieren Sie Werbung, da Werbeanzeigen Ihre Daten ausspionieren.

* Nutzen Sie das Anonymisierungsnetzwerk Tor. Sie können sich die benötigte Software kostenlos beim Torprojekt herunterladen.

Digitale Mündigkeit

* Nutzen Sie möglichst wenige kostenfreie Dienste. Machen Sie sich stets bewusst, dass Sie hier in einer anderen Währung bezahlen: Mit Ihren Daten und Ihrer Freiheit.

* Behalten Sie die Kontrolle über Ihre Daten. Speichern Sie auf eigene Datenträger, Ihre Festplatte oder Ihrem Heimserver, statt in der „Cloud“.

* Nutzen Sie freie Software (Linux/Ubuntu statt Apple oder Windows, LibreOffice statt Microsoft Office, Firefox statt Internet Explorer, Thunderbird statt Outlook).

* Seien Sie immer vorsichtig: Hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben.

Stand: 12.8.2013

Digitalcourage vergibt den deutschen Big Brother Award. Mit diesem Negativpreis werden Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die nach Ansicht der Jury besonders eklatant gegen die Grundsätze der informationellen Selbstbestimmung verstoßen. https://digitalcourage.de/


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