Schließen

Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden

Sie befinden sich hier: Home > 2013 > 11 > Robert-wilson-stirb-fur-mich

Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 11/2013 |

Robert Wilson: Stirb für mich

München: Page & Turner, 2013. 537 S., 14,99 Euro
von Udo Bonn

London, Anfang März 2012, die Olympischen Spiele stehen bevor. Die Erwartungen des Establishments an das Großereignis sind groß, positive Auswirkungen auf die Märkte sind eingeplant. Wie ein i-Tüpfelchen auf die gespannte Stimmung wirkt da das Angebot des charismatischen indischen Aufsteigers Frank D’Cruz, eine Elektroautofabrik im entindustrialisierten England zu errichten. Dann aber wird D’Cruz’ Tochter Alyshia entführt. Die Bedingungen: Keine Polizei, lediglich die Ex-Frau des Industriellen, Isabel, darf im Kontakt zu den Entführern stehen. Die Einschaltung des ehemaligen Polizisten und Militärs Charles Boxer, der nun als Berater bei Kidnappingfällen arbeitet, hilft nicht weiter: Die Täter scheinen Profis zu sein, und sie stellen keine Forderungen.

Auf knapp 540 Seiten treibt Robert Wilson in seinem neuen Roman «Stirb für mich» eine vibrierend spannende Geschichte voran, gleichzeitig Familiendrama, Psychokrimi, Gangstergeschichte und Politthriller. Staffellaufartige Entführungen, radikalislamische Netzwerke in Indien und Pakistan, Geheimdienstgeneräle als Führungsfiguren der Taliban, irritierte MI5- und MI6-Abteilungsleiter, verkommene CIA-Killer, Londons Oldstyle-Gangster vs. pakistanische Jungkriminelle, all das wird in Bewegung gesetzt, weil irgendjemand mit D’Cruz abrechnen will. Aber wie tief muss in die Vergangenheit des Mannes vorgedrungen werden, der seine Karriere als Goldschmuggler begann, zum Filmstar wurde und dann genügend Kapital, Geheimnisse und Verbindungen akkumuliert hat um aufzusteigen, immer bemüht, sich andere ohne Skrupel dienstbar zu machen? Und der an seine Grenzen gebracht wird, trotz des Geldes, trotz seiner Macht. Tolle Spannungslektüre aus einer fremden, amoralischen Parallelgesellschaft.


Drucken | Artikellink per Mail | PDF Version

Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen

Spenden

Die SoZ steht online kostenlos zur Verfügung. Dahinter stehen dennoch Arbeit und Kosten. Wir bitten daher vor allem unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser um eine Spende auf das Konto: Verein für solidarische Perspektiven, Postbank Köln, IBAN: DE07 3701 0050 0006 0395 04, BIC: PBNKDEFF


Schnupperausgabe

Ich möchte die SoZ mal in der Hand halten und bestelle eine kostenlose Probeausgabe oder ein Probeabo.