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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Nur Online Dezember 2013 Arbeitskämpfe,Europa, | 

Interview mit Beschäftigten von Gate Gourmet in Genf

«Wir machen nur grüne Salate»

Der Internationale Flughafen Genf ist erneut der Schauplatz eines Streiks. Nach den Beschäftigten von Swissport, Dnata und ISS Aviation im Jahr 2010 sind nun die Angestellten von Gate Gourmet, einem der weltweit führenden Cateringunternehmen für Fluggesellschaften, an der Reihe. Aus gutem Grund: Das Unternehmen will eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für sein Personal in Genf und Zürich durchsetzen.

Der Umstrukturierungsplan sieht eine Senkung der Lohnmasse vor. Die «Betriebskosten» sollen reduziert werden, um gegenüber anderen Dienstleistern an Flughäfen konkurrenzfähig zu bleiben.

Auf dem Zürcher Flughafen hat die Gewerkschaft SSP-VPOD auf Verhandlungen verzichtet und den vom Unternehmen vorgeschlagenen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) akzeptiert. Auf dem Genfer Flughafen ist die Lage eine andere, hier hat dieselbe Gewerkschaft und auch das Personal, das in hohem Maße gewerkschaftlich organisiert ist, diesen neuen Plan rundheraus ablehnt. In Anbetracht des Widerstands hat Gate Gourmet beschlossen, den Tarifvertrag zum Jahresende 2013 zu kündigen und neue, individuelle Arbeitsverträge einzuführen. Als Reaktion darauf sind etwa zwanzig Beschäftigte am 14.September in den Streik getreten. Eineinhalb Monate später ist die Lage blockiert: Die Streikenden halten durch, obwohl sechs von ihnen mit sofortiger Wirkung entlassen wurden.

Am 31.Oktober fand anlässlich einer Betriebsversammlung und in Anwesenheit von Beschäftigten anderer Unternehmen vor der Abfertigungshalle des Flughafens eine Pressekonferenz statt. Die Streikenden legten der Flughafendirektion eine Resolution vor, die von 2025 auf dem Flughafen Beschäftigten unterzeichnet wurde – einem Drittel der überhaupt am Flughafen Beschäftigten. Sie verlangen einen besseren Schutz der Arbeitsbedingungen durch Stärkung der bestehenden Tarifverträge und deren Ausdehnung auf alle Branchen.

Drei der Streikenden, Dominique, Théo und eine Kollegin, die anonym bleiben will, begaben sich am 25.Oktober, dem 42.Streiktag, in die Genfer Universität, um ihren Kampf den Studierenden mitzuteilen.

Nicola Cianferoni und Camilla Mina nutzten die Gelegenheit zum nachstehenden Interview. weiterlesen

Nur Online Dezember 2013 Gemeingüter, | 

Energiewende: Lasst das Zeug im Boden!

Der Kampf tritt in eine neue Phase

von Wolfgang Pomrehn

Eins ist sicher, langweilig wird uns in nächster Zeit nicht werden. Gleich in einer Reihe von Politikfeldern wird Angela Merkel ihre Wurschtelei und Politik des Aussitzens aufgeben müssen. Eines davon ist die Energiepolitik, in der sich ein Showdown ankündigt. Die Energiekonzerne drängen mit Unterstützung der Spitzen der deutschen Industrie massiv darauf, den Ausbau von Windparks sowie Solar- und Biogasanlagen auszubremsen.

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Nur Online Dezember 2013 Staat/Parteien, | 

IrRWEge der kommenden Großen Koalition

Eine politische Weichenstellung über das EEG hinaus ist nötig

von Rolf Euler

Noch bevor die Große Koalition steht, haben die deutschen Energiekonzerne RWE, E.on und Vattenfall in Berlin, Brüssel und Warschau klar gemacht, wo der Hammer hängt: Sie geben der Politik den Takt vor, und die ist mit ihnen verbandelt. weiterlesen

Nur Online Dezember 2013 Gemeingüter,Kolumne Birger Scholz, | 

Energiewende und Verteilungsgerechtigkeit

EEG-Soli statt EEG-Umlage

von Birger Scholz

Die Verbindung der ökologischen mit der sozialen Frage, Standardforderung aller Linken, ist kein Selbstläufer. Dies zeigt das Scheitern des Berliner Energie-Volksbegehrens.

Im westlichen Spandau und im östlichen Marzahn-Hellersdorf, beides Bezirke mit Hochhaussiedlungen und sozialen Brennpunkten, erhielt das Volksbegehren die geringsten Zustimmungswerte. Das erfolgreiche Wasser-Volksbegehren hingegen warb mit sinkenden Wassergebühren und konnte in beiden Bezirken das nötige Quorum erreichen.

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Nur Online Dezember 2013 Europa, | 

Hat die polnische Linke eine Zukunft?

Die Palikot-Bewegung

von Teresa Jakubowa

Die 2010 gegründete Bewegung zur Unterstützung von Palikot (Ruch poparcia Palikota) hat trotz eines rechtsliberale Steuerprogramms vorwiegend linke Kräfte angezogen. Wie konnte es dazu kommen? Die Autorin, Mitglied der Racja Polskiej Lewicy (Ratio der Polnischen Linken), deren Vorsitzende sie bis 2011 war, erklärt das. Heute engagiert sie sich sie in Hinblick auf das Zusammengehen mit Palikot dafür, dort linke Positionen durchzusetzen. weiterlesen

Nur Online Dezember 2013 Asien/Australien,Gemeingüter, | 

Atomstrom gilt in Indien als «grüne» Energie

 

und soll westlichen Konzernen Milliardengewinne bescheren

von Dominik Müller

Erneuerbare Energien und Atomstrom werden in Indien von der etablierten Politik in einem Atemzug als Alternativen zu den klimaschädlichen fossilen Energieträgern genannt und die eigenen Atomkraftwerke als „sicher“ bezeichnet. Auf den Widerstand aus der Bevölkerung wird mit Repression geantwortet. Zur Bindung an US-Konzerne sollen jetzt Bürgschaften mit deutschen Steuergeldern hinzukommen. weiterlesen

Nur Online Dezember 2013 Europa, | 

Griechenland – SOS Chalkidiki

Vom Armenhaus zur Goldmine?

von Ilona Herrmann

Erst wenn der letzte Baum gerodet, die letzten Flüsse vergiftet sind, werdet ihr feststellen, dass man Gold nicht essen kann. Nach den Lebensgrundlagen der Menschen wird in Nordgriechenland nun auch weiträumig die Natur zerstört – ausgerechnet durch Goldabbau. weiterlesen

Nur Online Dezember 2013 Buch, | 

Die Superreichen

In der Krise nochmal fett geworden

von Paul B. Kleiser

Chrystia Freeland: Die Superreichen. Aufstieg und Herrschaft einer neuen globalen Geldelite. Frankfurt a.M.: Westend, 2013. 358 S., 19,99 Euro weiterlesen

Nur Online Dezember 2013 Geschichte, | 

Reichstagsbrand

Eine immer noch aktuelle Kontroverse

von Helga W. Schwarz

Alexander Bahar, Wilfried Kugel: Der Reichstagsbrand. Geschichte einer Provokation. Köln: PapyRossa, 2013. 360 S., 17,90 Euro weiterlesen

Nur Online Dezember 2013 Buch, | 

Barbara Kalender, Jörg Schröder: Kriemhilds Lache.

Neue Erzählungen aus dem Leben. Berlin: Verbrecher Verlag, 2013. 272 S., 26 Euro

von Dieter Braeg

In der Wexstraße in Berlin wird viel erzählt und auch an allen anderen ehemaligen Wohnorten von Barbara Kalender und Jörg Schröder war das so. Zu Kalender & Schröder gehört der März-Verlag, der viele von uns in den Nachkriegsjahren, als wir noch jung waren und angepasst werden sollten, mit seinen Büchern von einem ordentlichen Lebensweg abhielt. weiterlesen