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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 03/2014 |

Ulrich Ritzel: Trotzkis Narr

Berlin: btb, 2013. 461 S., 19,99 Euro

von Udo Bonn

Crammenow, Kreis Havelland, in der Datsche von Finklin. Was hat den Exkommissar Berndorf in das Refugium eines notorischen Trotzkisten und Polizistengegners getrieben? Berndorf weiß das selbst nicht so genau. Als Privatdetektiv sollte er eigentlich nur überprüfen, wer einer Journalistin hinterherspioniert. Eine einfache Angelegenheit für jemanden mit Berndorfs Erfahrung, und dies selbst in Berlin, wohin es ihn wegen der Liebe von Ulm verschlagen hat. Würde die ganze Angelegenheit nur nicht immer komplizierter. Ein städtischer Angestellter wird ermordet, nachdem dieser eine freitägliche Saunarunde zusammen mit Immobilieninvestoren genossen hatte. Anwesend auch: der Ehemann eben jener Journalistin. Zufall? Der angeheuerte Mörder, der durchgeknallte Nazi Harlass, von dem selbst die Kameradschaften die Finger lassen, erhofft sich Hilfe von seinen Auftraggebern, doch die wollen ihn loswerden. In dem Moment, wo Harlass das merkt, tötet er wieder. Das Opfer ist Polizist, es muss sich um eine Verschwörung handeln, Harlass ist nur eine Marionette. Derweil baut in der Hauptstadt Staatsanwältin Dagmar Wohlfrom-Kühn an ihrer politischen Karriere. Als DWK, als «Staatsanwältin Gnadenlos», geht sie die liberale Politik des Regierenden Bürgermeisters der Hauptstadt an, alte Seilschaften bereiten ihr die Bühne, um die nächsten Wahlen zu gewinnen.

Aber was hat Finklin mit alledem zu tun? Der ehemaliger Boxer der DDR-Auswahl, immer renitent und auch nicht beliebt bei den Grüppchen der Trotzkianhänger in Deutschland, Raucher und Schnapstrinker, war mit dem ermordeten Senatsangestellten seit Jahren politisch befreundet. Und irgendetwas werden sie wohl gemeinsam angestellt haben.

 


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