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Fred Hersch: Alive at the Vanguard

von Dieter Braeg

Wer beginnt schon im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel? Nein, hier geht es nicht um jenen Wolferl, von dem Salzburg bis heute «lebt», ohne Tantiemen zu zahlen. An wen auch. Hier geht es um Fred Hersch. Hersch war geschätzter Begleitmusiker bei Stan Getz, Jane Ira Bloom, Joe Henderson, Art Farmer, Garry Burton und Charlie Haden.

Er hat mit vier Jahren angefangen, Klavier zu spielen, und daraus ist eine lebenslange Liebe zu diesem Instrument geworden.

Mit eigenen Kompositionen hat er die Jazzwelt elektrisiert und bisher als Solokünstler oder Bandleader in mehr als 25 Alben große Kunst bewiesen. Mit seinem Soloprogramm begeisterte er, vor ausverkauftem Haus, eine Woche lang das Publikum des New Yorker Jazzclubs Vanguard.

Im Jahr 2012 erschien sein zunächst letztes Album, die Doppel-CD ALIVE at the Vanguard mit dem Bassisten John Hébert und dem Schlagzeuger Eric McPherson. Hersch lebt seit den 80er Jahren mit der Diagnose HIV, und lange war nicht sicher, ob er das Erscheinungsdatum dieses Albums erleben würde. «Es ist ein Wunder, dass ich überhaupt noch da bin», erklärte er damals, 59 Jahre alt, in einem Interview mit der New York Times. Zwei Monate lag er im Koma und musste anschließend neu lernen, wie man lebt. Jede Bewegung musste neu erfahren werden und führte ihn zurück in das Leben. Trotz seiner Krankheit blieben seine Liebe zur Musik und die Schaffenskraft ungebrochen.

Die Doppel-CD bietet gewagten Rhythmus samt einem harmonischen Zusammenspiel des Trios. Was Reichweite und Sound betrifft, meint Hersch selbst, es sei seine beste «Trio Produktion». Gespielte Titel: CD1: «Havana»; «Tristesse (for Paul Motian)»; «Segment»; «Lonely woman/Nardis»; «Dream of Monk»; «Rising, falling»; «Softly as in a morning sunrise»; «Doxy». CD2: «Opener (for EMac)»; «I fall in love too easily»; «Jackalope»; «The wind/moon and sand»; «Sartorial»; «From this moment on»; «The song is you/Played twice».

Wer also klassische Jazzmelodien hören will, davon bietet die CD 7 Stück, dazu noch Hersch-Originale. «Sein Stil hat sehr viel mit Individualität und Schönheit zu tun», stellte der Jazzstar Brad Mehldau fest, der selbst ein Schüler von Fred Hersch war.


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