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Yisid Sarid: Limassol

 Zürich: Kein & Aber, 2010. 206 S., 16,90 Euro

von Udo Bonn

Tel Aviv zur Zeit der zweiten Intifada. Die Situation ist aufgrund der Attentate äußerst angespannt. Jeden Tag werden Palästinenser festgenommen und von den israelischen Geheimdienstleuten verhört: Wo und wann soll der nächste Anschlag stattfinden? In dieser Situation wird einer der Verhörspezialisten zu einem besonderen Auftrag herangezogen. Er soll Kontakt zu der Schriftstellerin Daphna aufnehmen, um über sie an den sterbenskranken Dichter Hani zu kommen, der ohne Behandlungsmöglichkeiten in Gaza auf den Tod wartet. Es geht um Hanis Sohn, der in der Welt herumreist und mittlerweile zu einem gewieften Terroristenführer geworden ist. Geplant ist, ein letztes Treffen mit seinem Vater zu arrangieren und ihn dabei zu liquidieren. Aber was geschieht mit einem Agenten, der nur widerwillig zum Verhörspezialisten geworden ist, der von seiner Tätigkeit so aufgerieben wird, dass er zum Folterer und Totschläger wird? Der dabei ist, seine Familie zu verlieren? Der von Daphna und Hani und deren gemeinsamer Geschichte fasziniert ist? Und der noch lieben kann? Wird er seinen Auftrag erfüllen können und einen Verrat an denen begehen, deren Zuneigung er bekommen hat? Yishai Sarids Roman Limassol ist mehr als ein Politthriller, er nimmt die Form klassischer griechischer Tragödien an und wird mit den Inhalten des israelisch-palästinensischen Elends gefüllt. Ein trauriger und großartiger Roman, der ruhiges Lesen braucht.


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