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James Lee Burke: Sturm über New Orleans

Berlin: Pendragon, 2015. 576 S., 17,99 Euro

von Udo Bonn

Mike Nicol: Bad Cop. Berlin: btb, 2015. 542 S., 9,99 Euro

Andrew Brown: Trost. Berlin: btb, 2014. 351 S., 14,99 Euro

Geplant war, zwei Romane aus Südafrika vorzustellen, aber dann ist James Lee Burkes Sturm über New Orleans erschienen, und obwohl erst im Januar sein Regengötter hier besprochen wurde, führt kein Weg an der neuen Veröffentlichung vorbei.Im Vorwort zur deutschen Ausgabe bezeichnet Burke seinen Roman wenn schon nicht als das politischste, so doch das wütendste seiner Werke. Ende August 2005 erreichte der Hurricane Katrina New Orleans, überflutete die Stadt und richtete ein apokalyptisches Szenario an. Staatliches Versagen vor und nach der Katastrophe, Ausbrechen von Krankheiten, Tod durch Ertrinken und Verdursten, Morde, Vergewaltigungen und Menschenjagden durch weiße Bürgerwehren. All das ist geschehen und mit all dem wird Detective Dave Robicheaux konfrontiert, der aus der sicheren Dienststelle in New Iberia zur Unterstützung nach New Orleans gerufen wird. Daneben sucht er nach einem befreundeten Priester, der während des Sturmes verschwunden ist, und muss sich um den Mord an schwarzen Jugendlichen kümmern, die nach Einbrüchen in leerstehenden Häusern erschossen wurden. Waren die Täter bewaffnete Hausbesitzer, ein Vater, der die brutale Vergewaltigung seiner Tochter rächen wollte oder ein stadtbekannter Gangster, dessen Villa geplündert und verwüstet wurde? Dann tauchen – wie so oft bei Burke – noch so abgrundfiese Psychopathen auf, die letztendlich auch zu einer Bedrohung für Robicheaux’ Familie werden.

Jetzt noch ein kleiner Hinweis auf die beiden anderen Bücher:

In Mike Nicols Bad Cop gerät der Surfer und Gelegenheitsermittler Fish Pescado an Nachforschungen, zu denen ihn seine Freundin, die Rechtsanwältin Vicki Kahn, animiert. Ein Student ist bei einem illegalen Autorennen ums Leben gekommen, er soll den Fahrer des Unfallwagens ermitteln. Doch der ist der Sohn des ehemaligen Polizeichefs, letzterer unter Korruptionsverdacht, aber immer noch mit den besten Verbindungen in Regierungskreise. Für ihn ist die Todesfahrt seines Zöglings nur lästig, viel lieber kümmert er sich um einen enormen Deal mit Nashornelfenbein. In Rückblenden werden dann noch die Aktionen einer Todesschwadron in den 70er Jahren geschildert, der oppositionelle Politiker und Gewerkschafter zum Opfer fallen – aber nichts ist unbedingt so, wie es scheint. Und dies ist auch in der Gegenwart so.

Trost von Andrew Brown spielt ebenfalls in Kapstadt. In einer Synagoge wird ein Junge ermordet aufgefunden, es wirkt wie die rituelle Opferung eines Muslims. Entsetzen unter den jüdischen Gemeindemitgliedern und aufputschende Reden von islamischen Fundamentalisten. Herbeigerufen wird Inspector Februarie, eigentlich ein guter Polizist, aber schwerer Alkoholiker. Auch wenn er nicht getrunken hat, taumelt er durch die Ereignisse, und was wäre, wenn ihn die Sozialarbeiterin Yael Rabin nicht unterstützen würde?


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