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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 06/2016 |

Linke für offene Grenzen für alle? – Debatte, Teil III

Schöne Grüße aus Griechenland,

wo ca. 80000 Flüchtlinge zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen, zum Teil in gefängnissartigen Lagen leben – in einem Land mit einer mehrheitlich «sozialistischen» Regierung.

1.
Bitte jetzt nichts im Kopf entschuldigen! Griechenland hat 300 Mio. Euro für die Flüchtlinge erhalten, fast 4000 Euro je Flüchtling! Der Mindestlohn in Griechenland beträgt etwas mehr als 4000 Euro im Jahr.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich allerdings die riesige Solidarität der Bevölkerung in Griechenland. Das gäbe es in Deutschland nicht, hätten wir griechische Verhältnisse!!! In Griechenland ist die gesundheitliche Versorgung für die Armen unter jedem Standard! Früher wurden fertige Mediziner, wenn sie während des Studiums vom Staat bestimmte Leistungen erhalten hatten, für mehrere Jahre etwa auf unbeliebte Inseln zwangsverpflichtet. Heute lebt ein Großteil dieser Mediziner in Deutschland!

Das ist Reisefreiheit. Tino nahm darauf Bezug.

2.
Warum ist Tinos Ansatz zum Teil rechts?, – so der Vorwurf von Violetta, Rolf und Angela.

Weil das Boot voll ist. Das sagt Tino nicht! Ableiten sollte man was anderes: Wenn wir Linken die Flüchtlinge nicht im Mittelmeer absaufen lassen wollen, dann müssen wir sie mit Fähren geordnet zu uns bringen, zu uns das heißt nach Deutschland! Aus Afghanistan, der Ukraine, dem Irak sollten wir sie per Flugzeug bringen.

Ja, wie stellen wir das an? Wieviel in welcher Zeit? Da wünschte ich mir die alte Planwirtschaft! Natürlich wünsche ich mir noch mehr andere Bedingungen in den jeweiligen Ländern, und dementsprechend eine nicht imperialistische Machtausübung vom westlichen Norden der Welt!

3.
Das Problem als Bürokratieproblem abzutun, ist zu billig.

Ein alter linker Freund von mir hat sich in Köln aktiv in die Flüchtlingsarbeit eingebracht. Als aber wirkliche Schwierigkeiten in siedlungsnahen Flüchtlingscontainern auftraten, musste er passen. Köln hat keine freien Wohnungen, die Flüchtlinge leben zum Teil unter miesen Bedingungen. Gleiches gilt für Düsseldorf, München, Frankfurt usw. Dort herrscht Wohnungsknappheit!

In Wuppertal stehen 10000 Wohnungen leer. Wir könnten von Köln und Düsseldorf noch Flüchtlinge aufnehmen!

4.
Haben wir Einschränkungen erfahren wegen der Flüchtlinge, fragen die AutorInnen der Replik?

Ich glaube nicht, anders als die Medien uns weismachen wollen! Bei welcher Zahl von Flüchtlingen würden aber Einschränkungen eintreten? Bei 5 Millionen? Oder 15? Oder 60?

Andere Länder haben so viel mehr Flüchtlinge aufgenommen im Vergleich zu uns!

Man sollte die Frage mit Tino diskutieren, weil er ein Stück weit recht hat!

mit solidarischem Gruß
Ulrich Franz, Wuppertal


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