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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Krimi: Max Annas: Die Mauer

Reinbek: Rowohlt, 2016. 221 S., 12 Euro
von Udo Bonn

Ein schrecklicher Tag. Happiness ist müde, zu wenig Schlaf, ihre Tochter hat die ganze Nacht geweint. Und jetzt sitzt sie vor den Monitoren und beobachtet, ob in den sechs Gated Communities einer größeren Stadt in Südafrika alles in Ordnung ist. Die Anweisungen sind nicht eindeutig. Nicht alles soll sie melden, aber wann ist es angebracht, den Sicherheitsdienst vor Ort, die Zentrale oder sogar die Polizei zu informieren? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt? In einem Areal, The Pines, scheint etwas Ungewöhnliches zu geschehen, ein junger Schwarzer läuft durch die Straßen, verfolgt von einem knüppelschwingenden Weißen. Soll sie das schon melden?

Noch weiß Moses, das ist der Mann, den sie sieht, nicht, dass er an diesem Nachmittag um sein Leben laufen muss. Er hat das ummauerte Wohngebiet nur betreten, um bei einem Kommilitonen um Hilfe zu bitten, sein Auto ist liegengeblieben, seine Freundin wartet auf ihn. Der Student ist nicht zu Hause, aber plötzlich sind da zwei Typen, die auf Moses losgehen – was haben Schwarze auch hier zu suchen? Als er wegläuft, beginnt die Hetzjagd, bald wimmelt es von Securitykräften und dann auch von Polizei. Immer größere Verbrechen werden Moses angedichtet und einer seiner Verfolger, Killer während der Apartheid, wartet nur darauf, ihn töten zu können. Der Auflauf von Sicherheitskräften wird zu einem Problem auch für Thembinkosi und Nozipho, die dringend das Gelände verlassen wollen, sie sind bei ihrem Einbruch in eins der Häuser auf ein Verbrechen gestoßen und die Täter sind zurückgekommen. Ihr Versteck im Schrank kann jederzeit auffliegen.

Je später der Nachmittag wird, desto mehr eskaliert die Situation.

Max Annas hat einen extrem spannenden Thriller geschrieben, der sich in einem solch absurden Showdown auflöst, wie es sich Tarantino nicht anders hätte ausdenken können. Gekonnte Arbeit.


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