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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Krimitipp: Jerôme Leroy: Der Block

Deutsch von Cornelia Wend. Hamburg: Nautilus, 2017. 320 S., 19,90 Euro
von Udo Bonn

Endlich ist es soweit. Frankreichs «Bloc Patriotique» steht kurz davon, mit Ministerämtern versorgt zu werden. Seit Wochen erlebt das Land Aufstände, die Zahl der Toten ist schon auf über 750 Menschen gestiegen, die Sender zeigen, wie von Stunde zu Stunde mehr sterben. Zwei Männer sitzen derweil in ihren Zimmern und warten. Antoine Maynard in seiner Pariser Luxuswohnung, es hätte auch etwas besseres sein können, und Stanko, sein alter Kumpel, in einem heruntergekommenen Hotelzimmer.

Der eine wartet auf die Chefin der Partei, Agnes Dorgelles, die ihm den Posten des Staatssekretärs mitbringen könnte, der andere wartet auf seine Killer, denn er weiß von zu vielen schmutzigen Geschichten. Und Stanko, der Mitglieder der geheimen Deltagruppe für die rechtsextreme Partei ausgebildet hat, weiß was er zu erwarten hat und dass er diesen Kräften kaum entkommen kann.

Zwei unterschiedliche Männer, die seit 25 Jahren für den Durchbruch des «Bloc Patriotique» gekämpft haben, der eine als Liebhaber der Tochter Dorgelles, mehr in der Pose des intellektuellen Dandys, gewohnt, die verbalen Prügeleien der linksliberalen Pariser Schickeria in Talkshows und Presse über sich ergehen zu lassen und der sich schon auf deren Kniefälle und Liebedienereien freut. Der andere eine gnadenlose Kampfmaschine mit einem bösen Hass auf alle, die nicht patriotisch sind und keine helle Hautfarbe haben. Die Aufforderung des alten Dorgelles, in die Reihen des Ordnungsdienstes auch Männer mit französischem Pass aufzunehmen, deren Eltern aus Algerien stammen, hält er für eine liberale Verweichlichung und unterläuft sie.

24 Stunden Reflexion über ihr Leben, ihre sexuellen Ambitionen, ihre Süchte, ihre Verbrechen. Und über den Aufstieg des «Bloc Patriotique», hinter dem sich, nur leicht «verpixelt» der Front National verbirgt.

Der Block von Jerôme Leroy, 2011 in Frankreich erschienen, ist vom Verlag Nautilus zur rechten Zeit veröffentlicht worden.


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