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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 12/2017 |

Krimitipp: Lisa Sandlin: Ein Job für Delpha

Deutsch von Andrea Stumpf. Berlin: Suhrkamp, 2017. 351 S., 9,95 Euro
von Udo Bonn

Wie schön kann die Ruhe eines eigenen Zimmers sein, der Blick aus einem unvergitterten Fenster statt auf einen Gefängnishof. Und um wie viel schöner ist dann noch ein Angelausflug auf einem See und erst Recht die Autofahrt zum Meer mit einem attraktiven jungen Mann. Delpha Ward war 14 Jahre eingesperrt, weil sie in Notwehr einen Vergewaltiger umgebracht hat. So ist mit Frauen Ende der 50er Jahre in Texas umgegangen worden, und 1973 hat sich daran nicht viel geändert. Ihr Bewährungshelfer in der Ölstadt Beaumont hat ihr vorgegeben, wie sie sich zu verhalten hat, um nicht wieder im Gefängnis zu landen. Ein hanebüchenes Korsett von Regeln, die mit der Aufforderung, sich jederzeit höflich zu betragen, beginnen und mit der behördlichen Zustimmung zum Besitz eines Küchenmessers enden.

Sie hat aber Glück in dieser miserablen Situation, denn Joe Ford, der Bewährungshelfer, erkennt in ihr die starke Frau, die ihren Weg gehen wird. Er vermittelt ihr ein Vorstellungsgespräch bei Tom Phelan, Ex-GI in Vietnam, Ex-Ölarbeiter, der nicht noch mehr Finger verlieren will und deshalb ein Detektivbüro aufgemacht hat. Delpha Ward kriegt den Job als Sekretärin, am gleichen Tag findet sie noch eine Abendtätigkeit als Pflegerin und ein eigenes Zimmer in einem Seniorenhotel. Schnell stellt sie sich als kluge Rechercheurin heraus und hilft ihrem Chef mit ihrer Lebensklugheit auf die Sprünge. Bevor es allerdings an die klassischen Seitensprungfotos geht, müssen Aufträge etwa wegen Hundemobbings geklärt werden. Und dann schliddern beide in Fälle von Industriespionage, Familienintrigen, Rache und Gewaltverbrechen hinein. Und abends gibt es täglich die Fernsehübertragungen zu den Watergate-Anhörungen und Nixons Unschuldsbeteuerungen. Eine schöne Krimikomposition von Lisa Sandlin.


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