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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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Krimitipp: Andrew Brown: Teuflische Saat

Berlin: btb, 2018. 415 S., 10 Euro
von Udo Bonn

«Mach schon, Lahmarsch», mit dieser spöttischen Aufforderung wird Gabriel Cockburn von seiner Frau zum Weiterlaufen angetrieben. Nicht unbedingt nett, aber noch weniger nett ist ihre Ankündigung, ihn wegen eines anderen Manns verlassen zu wollen.
Gabriel Cockburn, Privatdozent am Botanischen Institut in Bristol, hat eine Krise. Die Ehe läuft nicht, ob es mit seiner Professur klappt, ist unsicher, seine kleine Welt läuft aus dem Ruder. Und beinahe wird er von einem Auto überrollt. Das emotionale Fass läuft über, als sich nach seiner Vorlesung ein Zuhörer, den er für einen afrikanischen traditionellen Heiler hält, als Professor Abdurahman Ismail vom Botanischen Institut der Universität von Khartum, Sudan, herausstellt. Der weiß mehr über seinen Forschungsgegenstand und könnte ihm dabei zuvorkommen, eine pflanzliche Mutation nach seinem Namen benennen zu lassen.
Cockburn entscheidet sich spontan, in den Südsudan zu reisen, um vor Ort seine Forschung zu Ende zu bringen. Von Nairobi nach Juba, nach einer wilden Party mit NGO-Leuten will er eigentlich schon umkehren und setzt die Reise dann doch fort, widerwillig begleitet und geführt von Alek. Alek hat den größten Teil ihres Lebens in Flüchtlingslagern verbracht, die junge Frau war immer auf der Flucht vor sudanesischen Milizen, von ihrer Brutalität gezeichnet und doch mit einem riesigen Überlebenswillen.
Im RAF-Luftstützpunkt Waddington hat Generalleutnant Bartholomew neben dauerhaften Darmproblemen noch andere Sorgen. Um sein Ferienhaus bezahlen zu können, hat er von einem saudischen Mittelsmann Mordaufträge angenommen. Mittels Drohnen werden in Afrika politische Gegner umgebracht. Beim letzten Anschlag im Südsudan ist aber etwas schief gegangen. Eine beschriftete Metallplatte könnte die Herkunft der Bombe rückverfolgbar machen. Ein mögliches Desaster für Bartholomew, für den MI6 und die britische Regierung. Noch größer könnte das Desaster werden, wenn Verhandlungen über Waffendeals mit einem Staat, der auf der Terrorliste steht, an die Öffentlichkeit kommen würden.
Das Problem muss vor Ort gelöst werden. Mit der Einschaltung des britischen Auslandgeheimdienstes wird es für Alek und Cockburn lebensgefährlich.
Andrew Brown hat mit Teuflische Saat einen Roman im Stil von John Le Carré geschrieben, eine bissige Darstellung imperialistischer Hybris und eine Abrechnung mit dem weinerlichen Individualismus weißer Männer.


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