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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 07/2019 |

Aktionswochenende Klima vom 21. bis 23.Juni

Klimabewegung nimmt weiter Fahrt auf
von Angela Klein

Die Zusammenführung von Fridays for Future und Ende Gelände hat geklappt. Der Streiktag 21.Juni, organisiert als internationale Großdemonstration im Dreiländereck Aachen, übertraf mit einer Beteiligung von rund 40000 Menschen alle Erwartungen. Noch am Abend strömten zahlreiche Teilnehmende in das Klimacamp in Viersen, während parallel zur Demonstration sich schon einige zur Kohlebahn aufgemacht hatten, die das Kraftwerke Neurath versorgt, Deutschlands größtes Kohlekraftwerk. Fast 48 Stunden lang besetzten Aktivistinnen diese Kohlebahn.
Am nächsten Tag ging es in den Tagebau, zeitgleich fand eine Großkundgebung in Keyenberg nahe Erkelenz statt – eines der Dörfer, die RWE immer noch abbaggern will, obwohl der Konzern eigentlich Meiler stilllegen muss. Wieder waren verschiedene Finger am Werk, u.a. wurde auch die Hambachbahn blockiert. Insgesamt beteiligten sich über 6000 Menschen an diesen Aktionen, durch die zentrale Kontenpunkte des Rheinischen Braunkohlereviers über das Wochenende lahmgelegt wurden. Auch ein Bagger wurde besetzt. In Keyenberg hatten sich 8000 Menschen versammelt. Fridays for Future waren an beiden Aktionen mit insgesamt 2000–3000 jungen Leuten beteiligt.
«Weil die Politik versagt, haben wir selbst dafür gesorgt, dass die Kohle-Bagger stillstehen», kommentierte Nike Malhaus, Pressesprecherin von Ende Gelände, die Aktionen an dem Wochenende.
Erneut kam es zu massiven Grundrechtseinschränkungen durch die Polizei. Aktivistinnen wurden über 13 Stunden in der prallen Sonne auf dem Bahnhofsvorplatz Viersen festgehalten, nachdem die Polizei den Zugverkehr dort einstellte. Ihnen wurde außerdem verwehrt, eine angemeldete Demonstrationsroute zu laufen. Über Stunden verhinderte die Polizei die Versorgung von Aktivisten mit Wasser und Essen. Und natürlich hat sie am Schluss alles abgegriffen, was nicht schnell genug weg war, damit RWE möglichst viele, möglichst saftige Bußgelder verhängen kann.
Eine der Pressesprecherinnen von Ende Gelände, Kathrin Henneberger, wurde bereits auf einen «Schadenersatz» von 50000 Euro verklagt. Dagegen wird eine breite Solidaritätsbewegung nötig sein.
Der Kampf geht also weiter. Im Sommer gibt es zahlreiche Kongresse, Camps und Aktionen (siehe Terminkalender), und im Herbst treffen wir uns wieder zum Globalen Streiktag für das Klima am 20.September. Einen Aufruf dazu gibt es von den Gewerkschaftern für Klimaschutz.


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