Schließen

Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden

Sie befinden sich hier: Home > 2019 > 10 > Eine-branche-zittert

Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 10/2019 |

Eine Branche zittert

Arbeitsplatzabbau bei Automobilzulieferern
aus manager-magazin.de

Die Krise der Automobilindustrie schlägt auch auf die Zulieferer durch. Bei 10 Prozent der Zulieferer würden die Ampeln auf rot stehen, zitiert das Manager-Magazin einen Banker. Sie trifft der Kostendruck, den die Autokonzerne weiterreichen. Viele von ihnen sind global produzierende Unternehmen und Weltmarktführer.

Ihre Standorte befinden sich gern in westdeutschen ländlichen Gebieten wie der Schwäbischen Alb, dem Fränkischen oder in Ostwestfalen. Nach Angaben der IG Metall plant jedes zweite Zulieferunternehmen in Baden-Württemberg Sparprogramme. Die Banken reagieren, indem sie Kredite für die Autozulieferer teurer und schwerer zu bekommen machen.

Hier einige Beispiele:

Bosch, Stuttgart
Autoelektronik, Werkstattservice rund ums Auto, Elektrowerkzeuge u.a. Weltweit 410000 Beschäftigte; im Unternehmensbereich Mobility Solutions, zu dem die Dieselsparte zählt, 232000 Beschäftigte. «Deutlicher Job-Abbau geplant, vor allem an den Diesel-Standorten». Bereits 2018 hatte Bosch 600 Arbeitsplätze in seiner Dieselsparte abgebaut, in diesem Jahr sollen mindestens 500 weitere (befristete) Stellen in der Sparte wegfallen.

Continental, Hannover
Im Automobilbereich Fahrgestelle, Antriebstechnik und Innenraum. 244000 Beschäftigte an über 400 Standorten in 61 Ländern, nach Bosch der größte Autozulieferer der Welt. Der Umfang der Stellen­streichungen ist noch unklar, er trifft vor allem den Automobilbereich. Ein Werk soll geschlossen werden.

Eisenmann, Böblingen
Lackieranlagenbauer. 1450 Beschäftigte in Deutschland, 250 international und etwa 1100 in den Betreibergesellschaften. Hat Ende Juli ­Insolvenz angemeldet. Chinesische Investoren sind interessiert.

Leoni, Nürnberg
Draht, Kabel und Bordnetzsysteme. Weltweit über 90000 Beschäftigte. 2000 Arbeitsplätze sollen bis 2022 vor allem in der Verwaltung wegfallen, davon 500 in Hochlohnländern.

Mahle, Stuttgart
Kolben, Zylinder und Ventilsteuerungen. Das Werk Öhringen mit 240 Beschäftigten wird geschlossen, und in den Stuttgarter Zentralen 380 Stellen abgebaut.

Mann+Hummel, Ludwigsburg
Filterspezialist. 210000 Beschäftigte an 80 Standorten. Weltweit sollen 1200 Stellen wegfallen.

Marquardt, Rietheim-Weilheim (Landkreis Tuttlingen)
Mechatronische Schalt- und Bediensysteme. Weltweit über 11000 Beschäftigte an 20 Standorten auf vier Kontinenten. Verlagert mehrere hundert Arbeitsplätze ins Ausland.

Rehau, Rehau
Polymerspezialist. Installationssystemen für die elektrotechnische Ausstattung von Gebäuden und Anlagen. 20000 Beschäftigte an über 170 Standorten; in Europa 12000, in Deutschland 8000. Der Geschäftsbereich Cable Management wird bis Anfang 2020 verkauft.

Schaeffler, Herzogenaurach
Wälz- und Gleitlager u.a. 92500 Beschäftigte an 170 Standorten in 50 Ländern. Im Rahmen des neuen Sparprogramms Race sollen bis 2024 insgesamt 900 Jobs, insbesondere in der Autozulieferersparte sollen wegfallen, 700 davon in Deutschland. Vom 1.Dezember an sollen die Verträge von Beschäftigten, deren Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden erhöht wurde, wieder auf die tariflich vereinbarte 35-Stunden-Woche zurückgeführt werden. Schaeffler-Standorte ohne Tarifbindung sowie der Standort Bühl, wo ein anderer Tarifvertrag gilt, sind ausgenommen. Zusätzlich wird im Werk Erlangen-Frauenaurach von September an für 250 der 500 dort Beschäftigten die Kurzarbeit beginnen.

Schuler, Göppingen
Großpressen für Karosseriebleche u.a. 6500 Beschäftigte in 40 ­Ländern. 500 Stellen werden abgebaut. Die Produktion in Göppingen soll vollständig eingestellt und dafür die Fertigung in China und ­Brasilien ausgebaut werden.

Weber Automotive, Markdorf (Meersburg)
Antriebskomponenten für Pkw, Nutzfahrzeuge und Freizeitmobile.
Die Firma hat im Juli Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 1500 ­Beschäftigte, ein Drittel davon am Stammsitz in der Nähe des Bodensees.

Quelle: www.manager-magazin.de.


Drucken | Artikellink per Mail | PDF Version

Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen

Spenden

Die SoZ steht online kostenlos zur Verfügung. Dahinter stehen dennoch Arbeit und Kosten. Wir bitten daher vor allem unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser um eine Spende auf das Konto: Verein für solidarische Perspektiven, Postbank Köln, IBAN: DE07 3701 0050 0006 0395 04, BIC: PBNKDEFF


Schnupperausgabe

Ich möchte die SoZ mal in der Hand halten und bestelle eine kostenlose Probeausgabe oder ein Probeabo.