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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 03/2020 |

Andrea Röpke, Andreas Speit: Völkische Landnahme

Berlin: Ch. Links ­Verlag, 2019. 208 S., 18 Euro
von Rolf Euler

Andrea Röpke und Andreas Speit schreiben über «Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos» und die rechten bis neofaschistischen Bestrebungen, Land und Leute zu unterwandern, kulturelle Hegemonie im ländlichen Raum zu erringen.

Die Autoren holen mit viel historischem Wissen die jahrzehntelangen Traditionen dieser rechtsextremen Landnahme ans Licht, beschreiben ihre ideologischen Wurzeln in den völkischen Bewegungen vor und während der Nazizeit. Der Kauf von Bauernhöfen oder stillliegenden Gütern in Dörfern, ihre Umwandlung in Trainings- oder Bildungszentren findet nicht nur im Osten seit der Wende statt, sondern haben Tradition etwa in Niedersachsen, Bayern und Hessen. Namen aus der rechten Szene von Kubitschek über Höcke bis Kalbitz werden mit ihren Verflechtungen und Organisationen genannt. Sogenannte deutsche «befreite» Zonen oder Dörfer in Mecklenburg, ehemalige Burgen und Mühlen in Thüringen sind Sammelpunkte von Siedlungsbestrebungen. Völkische, deutsch-nationale und rassistische Gesinnungen werden dort gegen «Überfremdung» und «linksgrüne» Politik geschult.
Die Verbindung von NPD, «Identitären» und AfD sowie vieler anderer rechtsextremer Organisationen werden anhand der Orte und Personen genau ausgeleuchtet. Die Autoren recherchierten – sicher unter Gefährdung ihrer Person – in diesen Orten, in Archiven und in den öffentlich zugänglichen Zeitschriften der Rechten.
Aber auch die Gegenbewegungen werden genannt, mutige Gruppen und Initiativen, die sich dieser «Landnahme» entgegenstellen.
Ein wichtiges aufklärerisches Buch, das die Strategie der Rechtsextremen aufdeckt und zu den Ereignissen im Thüringer Landtag den passenden Hintergrund liefert.


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