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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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POLNISCHE PRESSESCHAU 142, 26.05.2020

Zabawa w chowanego – Versteckspiel
Doku-Film über Bischöfe, die Missbrauch durch Priester decken

Am 16. Mai um 10 Uhr war auf YouTube Premiere des 2. Dokumentarfilms der Gebrüder Sekielski über den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche und den Umgang damit.

Der erste Film „tylko nie mów nikomu“ wurde im vergangenem Jahr gesendet und von über 25 Millionen Zuschauern gesehen. Dabei ging es darum, wie die Priester das Stillschweigen der Opfer mit „Sag es niemanden“ erreichen. Den neuen Film sahen 5 Millionen in der ersten Woche.

Ich habe mir am Samstag mit großer Erwartung den zweiten Film der Sekielski – Brüder angesehen. Dabei geht es vor allen Dingen darum wie Bischöfe die verbrecherischen Priester von einer Gemeinde in die andere versetzten und wenn die Aufmerksamkeit zu groß wird werden sie weit weg in einen

anderen Teil Polens versetzt und können dort weitermachen.

Folgenden Kommentar habe ich an den beteiligten Rechtsanwalt Artur Nowak geschrieben:

(Als St. Obirek mir Artur Nowak für einen Artikel über die Verzerrung der Justiz in Polen empfahl, wusste ich nicht, (https://www.sozonline.de/2020/02/marsch-der-tausend-roben-in-warschau/), dass der Rechtsanwalt Artur Nowak ein so engagierter Fürsprecher der Opfer des Missbrauchs durch Priester und Bischöfe ist. Umso mehr Grund, ihm nochmals zu danken!)

Ich bewundere die menschliche Größe der Opfer. Durch die verbrecherischen Handlungen eines Priesters und eines Bischofs gingen sie durch das tiefe Tal des menschlichen Leidens. Dennoch fanden sie in dem Film den Mut, ihr Leiden zu zeigen und Bartolomej Pankowiak hat sich überwunden den Priester Arkadiusz Hajdasz mit dessen Verbrechen zu konfrontieren:

Bei der Messe sprach Arkadiusz Hajdasz ausführlich über einen Gemeindeausflug von 1999, der Zeit, als Bartek missbraucht wurde. Dabei konnte er sich sehr gut an viele Einzelheiten erinnern. Bartek fragte ihn dann, ob er sich an ihn – „daran“ – erinnere. Er sagte er erinnere sich nicht, dass es überhaupt so etwas gegeben hätte. So verlief dann das Gespräch:

Bartolomej Pankowiak: Warum haben sie das gemacht – eine einfache Frage. Sind sie sich dessen bewusst? Ist ihnen klar, dass dadurch mein Leben auf den Kopf gestellt wurde? Bis heute habe ich psychische Probleme. Ich habe an Selbstmord gedacht, war in einer psychischen Krise. Ich war ein menschliches Wrack. Jetzt erhole ich mich langsam.

Arkadiusz Hajdasz: Also mal langsam. Ich kann mich erinnern, dass wir uns bei euch getroffen haben. Also wenn sie da reden von irgendwelchen da… Ojej, das ist lange her. Das da irgend etwas war…Das sie da irgendwelche Geschenke bekamen oder so etwas…Ich habe solche einen Charakter, schließlich…ich habe mich bemüht wo ich konnte zu helfen. Das nicht im Zusammenhang mit irgendetwas. Sie selbst haben gesagt – Entschuldigung – dass zu Hause es an manchen gefehlt hat. Ich wollte nur helfen. Ich erinnere mich, dass wir uns getroffen haben. Ich hatte so eine Sympathie zu eurer Familie, dies möchte ich nicht verhehlen…Nun ja, solche Gefühle sind Vergangenheit

B.P.: Können sie sich vorstellen was für ein Gefühl es bei einem Kind hervorruft, wenn es einen Zungenkuss bei geschlossenen Türen bekommt?“

A.H. „Aber glauben sie mir…

B.P. „Ich erinnere mich, dass sie meine Hand an ihre intimen Stellen richteten, ihre Erektion wahrnahm, sie haben mich auch berührt, haben mir dafür Geschenke gebracht…Versuchen sie nicht zu leugnen. Denn wir wissen beide, dass dies passierte.“

A.H. „Ich denke so wie wir auch auf unser Leben zurückblicken. Schließlich kommt das Jüngste Gericht, wir haben uns nicht gegenseitig zu richten.

BP Gibt es so etwas wie ein Schuldgefühl?

AH Ein Schuldgefühl hat jeder von uns in sich. Jeden Tag wenn ich mich auf die Messe vorbereite…

BP Gegenüber dem was passiert ist, haben sie da Schuldgefühle? Können sie ruhig schlafen?

AH Jeden Tag habe ich Schuldgefühle gegenüber Gott. Jeden Tag mache ich Gewissenserforschung

BP Aber über die Sache, haben sie da Erinnerungen?

AH He..Erinnerungen?

BP Ja. Haben sie. Erinnern sie sich an mich? Nicht an den Namen, sondern erinnern sie sich an mich?

AH. Nein, möchte nicht so tun als ob. Wie viele Jahre ist es her, über 20?

BP Ja 20, ich kann mich genau erinnern

AH es könnte…

BP Tatsächlich

AH Ich habe täglich viele Dinge…

BP Herr Pfarrer ich muss abhauen. Danke für das Gespräch.

Bartolomej flüchtet ins Auto, wo Tomasz Sekielski wartet, um sich von diesem Gespräch zu erholen.

Sein älterer Bruder Jakub, der auch missbraucht wurde, ist gar nicht in der Lage darüber zu reden, ohne von Weinkrämpfen unterbrochen zu werden. Dann gibt er sich noch die Schuld, dass er nicht gemerkt hat, dass auch sein jüngerer Bruder missbraucht wurde und ihn nicht geschützt hat – Jakub als 12 jähriger!

Nach der Premiere richtete Jakub Pankowiak, der wie sein Vater als Organist in einer Kirche arbeitet und sich weiterhin als gläubig bezeichnet, folgenden Appell:

Ich appellierte an Priester und Bischöfe: Seid stark, seid mutig! Tun Sie es für uns, die Geschädigten, damit wir uns eines Tages in einem sauberen Haus gemeinsam an den Tisch setzen und unsere Mission erfüllen können. Ich zähle auf Sie!

Ich bitte Sie, dies zu tun! Ich will nicht, dass Köpfe rollen, ich will nicht einmal einen pädophilen Priester verurteilen – er wird heute schon genug Strafe erleiden. Ich möchte, dass sich meine Kirche endlich der Herausforderung stellt und sich von den Kriminellen reinigt, die ihr am meisten schaden. Ich möchte mich nicht dafür schämen, dass die Institution, die die Worte Christi predigen soll, so schwach und feige ist. Liebe gute Priester und Bischöfe! Seid stark, seid mutig! Tun Sie es für uns, die Geschädigten, damit wir uns eines Tages in einem sauberen Haus gemeinsam an den Tisch setzen und unsere Mission erfüllen können. Ich zähle auf Sie!“

Ich hoffe, dieser Film wird den Opfern helfen, aber er wird auch denjenigen die Augen öffnen, die in blindem Gehorsam an die Kirche „glauben“. Nur Druck von außen – wie St. Obirek sagt – wird die Kirche zu einer Reaktion veranlassen.

Die Bischöfe als Fürsten geben sich immun und genießen Immunität

Versuche der Filmemacher einen bzw. den Bischof vor die Kamera zu bekommen schlugen fehl. Als Beispiel für diese Viersteckspiele gilt in diesem Fall Bischof Edward Janiak, der Bischof von Kalisz. Er hatte bereits als Weihbischof von Wroclaw einen Priester in die entlegene Diözese Bialystock geschickt. Eltern eines anderen Opfers des Priesters Hajdasz, haben den Bischof aufgesucht, um mit ihm zu reden. Zum eigenem Schutz vor falschen Anschuldigungen haben sie das Gespräch aufgezeichnet. Dieses Gespräch kommt im Film zu Gehör. Es ist erschütternd wie der Bischof Eltern eines Opfers behandelt. Er hört ihnen nicht zu und schickt sie weg, er würde angeblich nur mit Opfern persönlich sprechen. (Im Fall der Brüder Pankowiak hat er jegliches Gespräch abgelehnt). Keine noch so kleines Zeichen von Empathie. Diese Eltern waren zum Bischof gegangen, weil als sie den Priester zur Rede stellten, dieser meinte was sie nur wollten,der Bischof wisse Bescheid.

Eine halbe Stunde nach der Premiere des Films „Zabawa w chowanego“ hat der Primas von Polen Erzbischof Wojciech Polak von Gnesen und Beauftragter für den Schutz von Kindern und Jugendlichen gegen Missbrauch eine Erklärung abgegeben:

„Der Film „Verstecken spielen“, den ich gesehen habe, zeigt, dass die Normen des Kinder- und Jugendschutzes in der Kirche nicht eingehalten wurden“. Er habe in die Wege geleitet „das vom Motu proprio von Papst Franziskus angeordnete Verfahren wegen Unterlassung der gesetzlich vorgeschriebenen Handlungen einzuleiten.“ Er fügte hinzu, dass er darum bittet, ein Verfahren wegen der Fahrlässigkeit von Bischof Edward Janiak aus Kalisz einzuleiten. Dies leitete er an den Vatikan über den Nuntius weiter. „ Es gibt keinen Platz im Klerus für Menschen, die Minderjährige sexuell missbrauchen. Es gibt keine Zustimmung, ihre Verbrechen zu verbergen!“

Der Primas von Polen möchte den geschädigten Menschen danken, die sich entschließen, über den erlittenen Schaden zu berichten. Er appelliert auch, „dass jeder, der Kenntnis vom sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen hat, daran denken sollte, dass er nach seinem Gewissen – und per Gesetz – verpflichtet ist, eine Anzeige zu erstatten“. Er bittet auch darum, sich nicht von „einer falschen Logik der Sorge um die Kirche leiten zu lassen, die zur Verschleierung von Sexualstraftätern führt“.

Es bleibt abzuwarten, ob sich etwas ändert, Absichtserklärungen nützen den Opfern überhaupt nicht.

Am Abend kam es zu Protesten in Kalisz vor dem Bischofssitz und eben diese Proteste verhinderten auch, dass Bischof Edward Janiak am 23. Mai seine Amtshandlung – eine Priesterweihe – durchgeführt hat. Dies tat sein Vorgänger Senior – Bischof Stanislaw Napierala. Auch dieser Bischof hat, wie bekannt wurde, verbrecherische Priester von einem Ort zum anderen versetzt. Auf die Frage von Reporter vor der Kirche:

Bischof Stanis?aw Napiera?a: „Bitte beten Sie und machen Sie keine solchen Anschuldigungen. Sagen sie die Wahrheit! Wenn jemand reden will, muss er die Fragen richtig stellen. Sie können nicht einfach so damit heraus platzen. Beten Sie und fragen sie sich vor dem Allerheiligsten Sakrament: ‚Bin ich ohne Schuld?‘ Wenn es jemanden gibt, und den gibt es nicht, weil wir alle Menschen sind, die ohne Sünde sind, soll er seine Hand heben. Wir sind alle sündige Menschen, auch Priester. Wenn es passiert, dass ein Priester in Todsünde ist und ein Sakrament spendet, denken Sie daran, dass dieses Sakrament gültig ist. Sei eine Hoffnung, sei ein zweiter Christus“, sagte Napierala während der Zeremonie.

Die Staatsanwaltschaft ist angewiesen die Fälle von Missbrauch an die Landesanwaltschaft zu übergeben. Diese untersteht dem Generalstaatsanwalt und Justizminister Zbigniew Ziobro, natürlich von der PiS. Er hat die Order herausgegeben Fälle die die Kirche betreffen delikat und mit Ehrfurcht zu behandeln. Zudem sind sie gehalten über entsprechende Vorgänge und Anzeigen die Kirche umfassend zu informieren. So kann diese sich und ihre Akten darauf einstellen.

Regierung und Parteien haben nach dem ersten Film „Tylko nie mów nikomu” vor einem Jahr große Absichtserklärungen abgegeben. Premier Morawiecki wollte eine entsprechende Stelle schaffen – hat er, Geld ist da und Angestellte auch, aber es gibt noch keine Mitglieder für diese Kommission. Die Linke wollte sich dem annehmen und ein entsprechendes Papier erarbeiten – bis jetzt passierte NICHTS!

Solange die Justiz in den Händen der Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) ist, wird weder Recht gesprochen noch ist für die Opfer Gerechtigkeit zu erwarten!

Die Erwartungen an den Papst sind nach Beobachtern auch nicht allzu groß, hat er doch vielen Worten wenig Taten folgen lassen.

So ist die einzige Hoffnung die Öffentlichkeit und vor allen Dingen sind die Medien gefragt. Der Film der Brüder Sekielski wurde durch Spenden finanziert, sodass sie frei und ohne Einmischungen diesen Film machen konnten. Sie wünschen sich natürlich, dass die mehr oder weniger unabhängigen Medien sich auch der Sache annehmen, damit ein entsprechender Druck auf Thron und Altar aufgebaut wird.

Sie haben die Absicht bis zum nächsten Jahr einen Film fertigzustellen, der die Rolle des polnischen Papstes bei der Vertuschung von Missbrauch durch Priester darstellt. Dies wird nicht nur Polen betreffen und stützt sich nicht nur auf Verdächtigungen, denn es ist bekannt, dass ein enger Freund des Papstes Pater Marcial Maciel der Gründer der Legionäre Christi, der auch eigene Kinder, die er mit Frauen hatte, missbraucht hat und erst von Ratzinger als Papst des Amtes enthoben wurde.

Wie der Teufel das Weihwasser

fürchten Bischöfe eine weltliche Kommission Przegl?d, 25.05. 2020

Der bereits erwähnte Rechtsanwalt Artur Nowak berichtet über die Rechtslage. Die im Film erwähnten Priester haben keine Strafverfolgung zu befürchten. Nur im Falle von einer, der bei der Anzeige bei dem Staatsanwalt noch keine 30 Jahre alt war (Bartek), kann der Priester vor Gericht kommen. Alle Personen über 30 Jahre können keine Anzeige mehr erstatten – es ist verjährt. Zivilverfahren sind nur bis 20 Jahre nach der Tat möglich. Bei Untersuchungen in Deutschland kam heraus, dass das Durchschnittsalter der Opfer, die Anzeige erstatten, 52 Jahre ist. Die Kommission, die Morawiecki vor einem Jahr versprochen hat, gibt es nur auf dem Papier. Dafür gibt es eine enge Zusammenarbeit der Kirche mit dem Justizministerium. Das Justizministerium hat 2019 die Bischofskonferenz angefragt wie sie diese Zusammenarbeit sich wünschen. So gehen alle Verfahren über die Landesanwaltschaft – genauer über das Justizministerium. Wer ausschert, wie der Staatsanwalt aus Chodzie?, der vom Bischof G?decki entsprechende Unterlagen verlangte, ohne die Landesanwaltschaft zu informieren, musste sein Hut nehmen.

Zum Glück gibt es noch Gerichte. Verfahren bezüglich Schmerzensgeld stehen die Richter auf der Seite der Opfer. Eine Richterin folgte z. B. in einem Fall dem Anwalt des Opfers und nannte das Verbrechen Folter und berief sich auf die Konvention gegen Folter der Vereinten Nationen vom 10 Dezember 1984. Das Berufungsgericht stellte in Folge fest, dass Zivilverfahren wegen Folter, ebenso wie dessen Ausweitung auf Opfer pädophiler Priester, dürften keiner Verjährung unterliegen. Bisher hat die Kirche 1,7 Mill. PLN Schmerzensgeld zahlen müssen. Viele Verfahren sind noch nicht abgeschlossen. Es gab und gibt auch viele Fälle in denen in aller Stille Schmerzensgeld gezahlt wurde. Grundsätzlich ist die Rechtsauffassung, dass der Arbeitgeber dafür verantwortlich ist, wenn seine Angestellten sich an Kindern vergehen. Also der Bischof oder der Orden. Der Beauftragte für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Kirche Erzbischof Wojciech Polak ist jedoch der Meinung, dass der Täter zu belangen ist. Erst wenn das Gericht nachweist, dass seitens des Bischofs Fehler passiert sind, ist es eine andere Sache. Klar, die Kirche wird um ihr vieles Geld kämpfen, denn einen Priester persönlich wird man nur in eine geleerte Tasche greifen können. Lieber gibt die Kirche das Geld für teure Anwälte und Gutachter aus. Aber überall in der Welt wird die Kirche auch finanziell dafür zur Verantwortung gezogen. Viele US Diözesen sind dadurch pleite gegangen.

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Minister Murdzek: 2020 Jahr des Großen Heiligen JP II studioopinii.pl 18.05. 2020

Der neue Minister für Hochschulwesen hat die Rektoren an den großen Gelehrten den Heiligen Johannes Paul II. den Großen erinnert, dem auch dieses akademische Jahr gewidmet ist. „Bei meiner Begrüßung möchte ich auch auf die Werte hinweisen, die immer, aber besonders heute, Hoffnung und Hilfe bei der Überwindung vieler Schwierigkeiten bringen. Da der 100. Jahrestag der Geburt von Johannes Paul II. – unserem großen Landsmann, Papst und herausragenden akademischen Dozenten – näher rückt, denke ich, dass es sich jetzt lohnt, die Hand nach seinen intellektuellen und spirituellen Errungenschaften auszustrecken.“

Dazu schreibt der Publizist Kwiatkowski u.a.:

Zu Wojty?a jahrhundertealten Errungenschaften gehört der Gestank der seit Jahren verborgenen pädophilen Verbrechen, denen dieser Heilige persönlich seine lausigen Köpfe verdrehte, immer zum eng verstandenen Wohl der Kirche. Er stellte sich als Liebhaber von Kindern dar, aber erlaubte seinen Untergebenen, sie ungestraft zu vergewaltigen und sie wie sexuelles Spielzeug zu behandeln. Es ist auch sein persönliches Verdienst, dass es ihm gelungen ist, eine Spirale der Intoleranz gegenüber Homosexuellen zu schaffen, von der er ansonsten während seines Pontifikats umgeben geblieben ist (Lavendel – Mafia).

Es war Wojtyla, die den nationalen Klerus lobte, der als Teil des politischen „Kompromisses“ begann, den Staat dreist auszuplündern. Wojtyla verherrlichte bewusst Mittelmäßigkeit und gewöhnlichen Abschaum wie Wesolowski (Erzbischof aus Polen, Diplomat des Vatikans missbrauchte Kinder) oder Degollado (der wie erwähnt, nicht nur Kinder mit verschiedenen Frauen hatte, sondern auch die eigenen Kinder missbrauchte). JP II förderte primitive Verrückte und Heuchler, was zum finanziellen Erfolg von Persönlichkeiten wie Jankowski(Prälat in Danzig, Solidarnosc – Pfarrer, Geheimer Mitarbeiter der Stasi, lebte wie ein Fürst und missbrauchte Kinder) und Rydzyk (Erzkonservativ, Medienimperium betreibt Hetze) in Polen führte. Er gab sich als Weiser aus, zog es aber vor, Dziwisz (Privatsekretär, später Erzbischof in Krakau) als Mauer an seiner Seite zu behalten, anstatt sich Kritik anzuhören. Für den öffentlichen Gebrauch, ein Fanatiker der Demokratie – er tat, was er konnte, um sicherzustellen, dass die Kirche eine anachronistische und durch und durch autoritäre Institution blieb. Er klagte unaufrichtig über die politische Stellung des Heimatlandes und unterstützte gleichzeitig das Bild rechter Diktaturen, für die Weihrauchdämpfe seit jeher das bevorzugte Konservierungsmittel waren. Eine solche Kirche (eine Gemeinschaft polnischer Gläubiger) prägte ihn, er fühlte seinen eigenen Weg und wollte ihn auf diese Weise bewahren.

Minister Murdzek weiß, dass all dies und noch viel mehr nicht nur dank der passiven Haltung der Intellektuellen (insbesondere der von der Regierung beschäftigten) möglich war, sondern mit ihrer freiwilligen Teilnahme, während der Zustand der Kreise, die den Namen der Elite anstreben, nur ein krummes Abbild dessen ist, was die Straße denkt und fühlt. Das wissen auch die Bischöfe, und in Polen ist das immer noch lang genug, um einen „Souverän“ mit einer krummen Schnauze zu halten.

Um zum Beispiel für die geschädigten Kinder einzutreten, muss man kein Pole, Papst, PiS – Minister oder noch mehr ein Heiliger sein. Man braucht nur ein wenig Anstand und die Fähigkeit, die Dinge einfach zu nennen, und genau das fehlte Wojtyla, den Herren von Rang und Namen.

Ah! Immerhin hat er den Kommunismus gestürzt, oder? Richtig, mehr oder weniger dasselbe wie die Behauptung, dass polnische Katzen am besten mit Nagetieren umgehen. Beweis: Ash (englischer Historiker, der sich auch mit Polen beschäftigte) hat Mäuse gefressen, aber die Probanden überlebten, um darüber zu sprechen.


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