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Wurzeln im Baskenland

50.Todestag des Tenors und Schauspielers Luis Mariano
von Kai Böhne

Der Belcanto-Sänger Luis Mariano (1914–1970) verzauberte seine Zeitgenossen in den 40er und 50er Jahren mit beliebten Operettenmelodien. Als er einmal gefragt wurde, ob er sich mehr als Spanier oder als Franzose sehe, erwiderte er, er fühle sich als Baske.

Mariano verbrachte den größten Teil seines Lebens südlich und nördlich des Flusses Bidasoa, der bei Hondarribia an der Biskaya in den Atlantischen Ozean mündet. Die letzten zehn Kilometer vor seiner Mündung bildet der Bidasoa die Staatsgrenze zwischen Spanien und Frankreich.
Als Luis Mariano Eusebio González García wurde der Sänger in Irún geboren, im spanischen Baskenland lebte er als Jugendlicher. Zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs floh seine Familie nach Frankreich. Bereits Ende der 30er Jahre machte er als Mariano González erste Schallplattenaufnahmen mit spanischen Liedern. Später studierte er am Konservatorium in Bordeaux und nahm Gesangsunterricht in Paris. Seit 1944 nannte er sich Luis Mariano.
Am 14.Juli jährt sich der 50.Todestag des populären Operettensängers in der Stimmlage Tenor. Dies nimmt die französische Post zum Anlass, mit einer Sondermarke an den Sänger zu erinnern, der auch in zahlreichen Musikfilmen mitwirkte. Bereits im Oktober 2016 bannte die spanische Post Correos das lächelnde Gesicht des singenden Schauspielers auf ein Postwertzeichen. Nach Marianos Filmdebut 1943 mit Le chant de l’exilé folgten Auftritte und Rollen in über 25 weiteren Musikfilmen. Er gastierte erfolgreich an französischen Provinzbühnen, unternahm einige Nordafrika-Tourneen und bereiste für Auftritte Südamerika, die USA und Kanada.
Luis Mariano starb mit 56 Jahren. Sein Grab liegt in der Gemeinde Arcangues im französischen Baskenland. Hier hatte er, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, einem friedlichen Rückzugsort gefunden. Zusammen mit seinem Chauffeur, der gleichzeitig sein Assistent, Vertrauter und Freund wurde, und dessen Familie, verbrachte Mariano die letzten zehn Jahre seines Lebens im ländlichen Arcangues.
Das Grab des Tenors ist stets mit Blumen bedeckt und wird immer noch, trotz der fünf Jahrzehnte, die seit seinem Tod vergangen sind, von vielen Bewunderern besucht.


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