Schließen

Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden

Sie befinden sich hier: Home > 2020 > 10 > Ein-schrei-fuer-das-leben

Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 10/2020 |

Ein Schrei für das Leben

Die erste Weltversammlung für den Amazonas
von Christophe Aguiton

Am 18. und 19.Juli fand die erste Weltversammlung für das Amazonasgebiet statt, sie war ein bemerkenswerter Erfolg.

Wegen der Bedeutung des Amazonasgebiets für die Zukunft des Planeten (Klima, Artenvielfalt…) und der Symbolkraft der Kämpfe und der Alternativen, die von den Bewohnern dieses riesigen Ökosystems verteidigt werden, könnte der Erfolg dieser Versammlung eine neue Phase der internationalen Mobilisierung auslösen.
Ziel der Vollversammlung war es, die zahlreichen Gefahren zu untersuchen, die das Amazonasgebiet bedrohen, und den Widerstand und die Alternativen zu erörtern, die für sein Überleben und seinen Schutz unerlässlich sind.
Für die Vollversammlung am 18.Juli gab es mehr als 3000 Voranmeldungen, 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schalteten sich per Zoom zu, 125000 verfolgten die Konferenz auf Facebook (87000 auf Spanisch, 27000 auf Portugiesisch, 10000 auf Französisch und 1000 auf Englisch). Am 19.Juli trafen sich drei Arbeitsgruppen: über den Widerstand gegen COVID-19, über die Boykottkampagne für Produkte im Zusammenhang mit der Entwaldung sowie über regionale und internationale Mobilisierungen, an ihnen nahmen mehr als 500 Personen teil.
Die überwältigende Mehrheit der Teilnehmenden kam aus den Amazonasländern – Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Surinam und Französisch-Guayana, aber es gab auch Aktive aus anderen nord- und südamerikanischen und europäischen Ländern. Leider erlaubte der Zeitplan – nachmittags für die Amazonasländer – keine Teilnahme aus dem asiatisch-pazifischen Raum.
Die Idee der Versammlung, die ursprünglich im Netzwerk Globaler Dialog diskutiert wurde, das zu Beginn der COVID-19-Pandemie geschaffen wurde, basierte auf dem Erfolg der virtuellen Versammlungen, die in Bolivien abgehalten wurden, um gegen die Brände im Amazonasgebiet zu mobilisieren. Sehr schnell griffen die wichtigsten Bewegungen und Netzwerke in der Region die Idee auf und setzten sie um: insbesondere die COICA, das Netzwerk der indigenen Völker, REPAM, ein der Katholischen Kirche nahe stehendes Netzwerk, und das Pan-Amazonische Forum, das aus dem Weltsozialforum in Belem 2009 hervorging. Viele sozialen Bewegungen aus den Amazonasländern haben sich der Initiative angeschlossen, ebenso Vertreter internationaler Netzwerke wie Fridays for the Future oder Extinction Rebellion.
All diese Bewegungen und Netzwerke kommen in einem Vorbereitungskomitee zusammen, das allen offen steht. Das Komitee tagt seit fast zwei Monaten jede Woche und hat mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet, z.B. für Kommunikation und Mobilisierung. Bewegungen aus dem Amazonasgebiet waren der Meinung, dass die erste Versammlung für das Amazonasgebiet von Anfang an global sein sollte, auch wenn klar war, dass in der ersten Phase vor allem Aktive aus den Ländern der Region zusammenkommen würden. Aus diesem Grund wurde in vier Sprachen übersetzt: Spanisch, Portugiesisch, Englisch und Französisch. Aufzeichnungen der Versammlung in diesen Sprachen finden sich hier: https://asambleamundialamazonia.org.

Aus der Vollversammlung gingen mehrere wichtige Dokumente hervor:
– der «Amazonas-Schrei nach Leben», der die Themen dieser ersten Vollversammlung zusammenfasst;
– die Erklärung der Vollversammlung, «Amazonize Yourself?!»
– und eine Präsentation der geplanten Mobilisierungen, insbesondere am 14.?August und 22.September.
Die Aktivistinnen und Aktivisten des Amazonasgebiets waren bereits voll in die Vorbereitung dieser Mobilisierungen eingebunden. Es gilt nun, die Initiative bekannter zu machen und die vielen Bewegungen und Netzwerke auf der ganzen Welt einzubeziehen, die sich in ihrem Kampf wiedererkennen und in diesem Augenblick der großen Krisen eine radikale Veränderung anstreben, um ein System zu beenden, das für die Menschheit und den Planeten zerstörerisch ist!


Drucken | Artikellink per Mail | PDF Version

Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen

Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>



Spenden

Die SoZ steht online kostenlos zur Verfügung. Dahinter stehen dennoch Arbeit und Kosten. Wir bitten daher vor allem unsere regelmäßigen Leserinnen und Leser um eine Spende auf das Konto: Verein für solidarische Perspektiven, Postbank Köln, IBAN: DE07 3701 0050 0006 0395 04, BIC: PBNKDEFF


Schnupperausgabe

Ich möchte die SoZ mal in der Hand halten und bestelle eine kostenlose Probeausgabe oder ein Probeabo.


Kommentare als RSS Feed abonnieren