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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

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POLNISCHE PRESSESCHAU 148, 10.11.2020

Nationaler Frauenstreik fordert http://strajkkobiet.eu

1. volle reproduktive Rechte:

– Aufrechterhaltung der Standards der perinatalen Betreuung

– Zugang zu modernen kostenlosen Verhütungs- und Sterilisationsverfahren

– Zugang zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch

– In-vitro-Subventionen

– die neueste Generation der pränatalen Forschung

2. Ein Land frei von Aberglauben:

– zuverlässige Sexualerziehung

– wissenschaftlich basierte Schulbildung

– Versorgen in der Medizin (nicht den Vatikan)

– die Abschaffung der so genannten „Gewissensklausel“.

– der Religionsunterricht in den Pfarreien und auf Kosten der Kirche

– eine unabhängige Kommission für Pädophilie in der Kirche

– die Täter zu bestrafen, die sich der Verschleierung von Verbrechen der Pädophilie in der Kirche schuldig gemacht haben

3. die Anti-Gewalt-Konvention umzusetzen und anzuwenden:

– die Übertragung von Haushaltsmitteln von der Kirche auf Organisationen, die im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt arbeiten

– die rücksichtslose Verfolgung und Bestrafung von Tätern häuslicher Gewalt

– die absolute Strafverfolgung von Vergewaltigern und die Einführung von Verfahren zur Verhinderung sekundärer Viktimisierung

– Schutz der Opfer und Isolierung der Täter

– Zusammenarbeit zwischen der Regierung und Nichtregierungsorganisationen bei der Umsetzung der Anti-Gewalt-Konvention

– Verfolgung von Hassreden als Quelle von Gewalt

4. die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Frauen:

– die Altersvorsorge für unbezahlte Arbeit von Frauen

– echte soziale Sicherheit für Familien von Menschen mit Behinderungen

– wirksame Eintreibung von Unterhaltszahlungen durch den Staat und Bestrafung von Unterhaltspflichtigen

– die Schwelle für den Anspruch auf Leistungen aus dem Unterhaltsfonds auf den Durchschnittslohn anzuheben

– gleiche Bezahlung unabhängig vom Geschlecht

5. Polen für alle:

– Polen als Rechtsstaat mit freien Gerichten, freien Wahlen und freien Medien

– Polen, wo die Menschenrechte für alle gelten, einschließlich Frauen, LGBTQIA+, Menschen mit Behinderungen, nationale, ethnische und religiöse Minderheiten, Senioren, Menschen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten

– Polen, in dem Organisationen, die an Faschismus und Nazismus appellieren, geächtet werden und Aktionen gegen die Militarisierung der Gesellschaft unternommen werden

– Polen in der Europäischen Union

Bei einem der morgendlichen Interviews bei onetrano.pl hat eine Aktivistin darüber gesprochen, dass sich in der Bewegung Arbeitsgruppen für einzelne Bereiche bilden, zu denen auch Gewerkschafter und Aktivisten aus anderen Bewegungen gehören

Polnische Mädels protestieren in Berlin oko.press, 01.11. 2020

Die Berliner Mädels* (DZIEWUCHY) verteilten an die Berliner Nachbarn von Julia Przylebska, der Ehefrau des polnischen Botschafters, sowie an ihre Maniküre, Kosmetikerin, Friseurin, Weinhändlerin, die örtliche Pfarrgemeinde und ihr Lieblingsrestaurant ein Faltblatt, in dem Julia Przylebska vorgestellt wird. Die Proteste vertrieben die Familie Przylebski aus der Villa des Botschafters. „Vielleicht können wir aufspüren, wo sie sich versteckt haben.“

„Liebe Bürgerinnen und Bürger der … Straße

Ihre ruhige, schöne Gegend hat sich in den letzten Tagen in einen Ort der lauten Proteste verwandelt. Sie fragen sich wahrscheinlich, was hier vor sich geht. Die Angelegenheit betrifft Ihre Nachbarn, das Ehepaar Przylebski, das in Nr. .. lebt“.

„Julia Przylebska ist mit Hilfe von legalen Tricks und illegalen richterlichen Ernennungen Vorsitzende des Verfassungsgerichts. Diese unbekannte, inkompetente, aber der Regierung treu ergebene Richterin erfüllte ihre Aufgabe. Das Tribunal hörte auf als Kontrollorgan zu fungieren. Es steht der Regierung frei, verfassungswidrige Gesetze zu erlassen und der Durchschnittsbürger hat die Unterstützung des Organs verloren, das bisher seine Grundrechte verteidigt hat.

Eines dieser Rechte wurde den Polen als Folge des umstrittenen Urteils dieses Tribunals entzogen. Es ist das Recht, die Schwangerschaft abzubrechen, wenn ein schwerer Defekt des Fötus festgestellt wird“.

An Julia Przylebska:

„Die Angst zu spüren, die Mädchen in Polen empfinden, wenn sie einen Schwangerschaftstest machen und diese roten Linien sehen, oder wenn der Ultraschall ergibt, dass das Baby nicht gesund ist. Kehren Sie sie nach Polen zurück, stellen Sie sich den Mädchen, die auf der Straße protestieren.“ Wir, die stolzen Bürger*innen Berlins, werden nicht zulassen, dass diese blutrünstige Julia weiterhin ein komfortables, luxuriöses Leben in Deutschland führt, während unsere Heimat, von ihr in Brand gesteckt, in Flammen steht.

Berlin ist eine wunderbare kosmopolitische Stadt mit einer starken lokalen Identität, die auf einem Fundament von Werten aufbaut, die wir verteidigen. Frau Julia Przylebska passt nicht in diese Welt“

*In Polen ist es in Kreisen von Frauen nicht unüblich die Versammelten mit „Mädels“ anzusprechen.

Worte spalten studioopinii.pl, 05. 11. 2020

Das Tabu wurde gebrochen – die Worte „gemeinhin als beleidigend angesehen“ wurden auf die Transparente gehoben. Worte, die bisher den Rüpeln und Primitiven vorbehalten schienen, auf denen der Klang unsere Ohren verhöhnte und unser Gefühl von Ekel und moralischer Überlegenheit wuchs, wurden plötzlich die richtigen, weil sie den lange angestauten Ärger am besten ausdrücken.

Ein weiteres Tabu wurde gebrochen – bisher war man sich einig, dass Männer mit Flüchen davonkommen, Frauen aber nicht. Und plötzlich o Graus sind es Frauen, die auf die Transparente schreiben: „Ihr hättet uns nicht verarschen sollen!“ Und sie schreien auf der Straße, dass diejenigen, die den Frauen eine Hölle bereiten, sich verPiSsen sollen. Frauen und Männern. Denn dies ist ein gemeinsamer Protest. Sie schreien es laut in ganz Polen, Menschenmassen von Tausenden sogar an Orten, in denen nie jemand protestiert hat. Sie schreien, ohne sich Sorgen zu machen, dass sie eine „heilige“ Empörung nicht nur bei denen auslösen, an die sie ihre angeblich vulgären Worte richten, sondern auch bei denen, die sie gewöhnlich unterstützen und denen diese Worte unangenehm sind.

Es war wohl an der Zeit nette freundliche Worte sein zu lassen, denn die hat niemand wahrgenommen.

Professor Inga Iwasiow (Literaturhistorikerin) hat Recht: „Nicht ‚verpiss dich‘ ist aggressiv, sondern das im korrektem Polnisch ausgedrückte: ‚Lasst uns die Kirchen verteidigen‘ (Kaczynski). Dies ist ein Aufruf zum Bürgerkrieg, und der Aufruf wurde verstanden und mit seiner Umsetzung begonnen“.

Slogans der Streikenden Frauen:

Öffnet die Kneipen und schließt die Kirchen,

denn Gott ist überall, aber gutes Essen nicht!“

VerPiSst Euch! Die Katze (von Kaczynski) kann bleiben!

Lasst uns beten für ein freies Abtreibe-gebot“

Scheiß auf die PiSser

Die Leute gingen auf die Straße – und wie weiter? Przeglad, 09. 11. 2020

Die Entscheidung des Verfassungsgerichts brachte das Fass zum überlaufen und hat der jungen Generation die Gefahr gezeigt, die von einem aggressiven national-katholischen Fundamentalismus ausgeht. Die jungen Leute wollen in einem offenem toleranten Land, wie es überall in Europa üblich, leben. Sie möchten sich nicht mehr für ihr Land schämen, für die im Ausland lebenden oder arbeitenden Polen ist es demütigend. Diese Wut macht sich auch sprachlich Luft: Scheiß auf die PiS, auf die Kirche,… wobei in den polnischen Artikeln dann „j***“ – (sch***) steht. Dies Schimpfwort kam schon zu den Präsidentschaftswahlen in Umlauf und jetzt ist das Volk wütender und lauter. Bisher war es so, dass die PiS und ihre Nationaljugend lauthals und schimpfend durch die Straßen marschiert sind. Die Gegenseite war ruhig, gesittet und tolerant. Jetzt ist diese Opposition auf der Straße laut voll einer verbale Aggressivität und die Gegner werden unflätig beschimpft

In der jetzigen Situation, wo die Regierung die Pandemie beherrschen muss, wäre es nicht ratsam diese zu stürzen. Dann besteht in der Gesellschaft ein Widerwillen was Parteien anbelangt. Die Menschen sind auf die PiS wütend, aber auch die Bürger Plattform hatte sie enttäuscht und die älteren vergessen nicht, dass die sozialdemokratische SLD während ihrer Regierungszeit nichts für das Volk getan hat. Und die neuen linken Oppositionsparteien? Überzeugen nicht, lockt sie nicht auf die Straßen.

Es wäre eine von der Straße ausgehende Koalition notwendig, ein Komitee der Verständigung, welches den Menschen zeigt, dass die Hoffnung besteht die Forderungen zu kanalisieren und ins Parlament einzubringen. Wichtig wäre Fähigkeit die Proteste zu institutionalisieren, denn ansonsten gehen sie ohne Konsequenzen verloren. Das Volk sammelt sich und geht dann wieder auseinander…

*****

Es gibt keine heiligen Kühe www.rp.pl 06. 11. 2020

Vatikan greift durch – Kardinal Gulbinowicz bestraft

Kardinal Henryk Gulbinowicz war viele Jahre (1976 -2004) Metropolit von Breslau, jetzt darf er an keinen öffentlichen Feiern oder Versammlungen teilnehmen. Er darf keine bischöflichen Insignien verwenden, außerdem wurde ihm das Recht auf eine Trauerfeier und eine Beerdigung in der Kathedrale vorenthalten. Dies sind die Entscheidungen des Vatikans, die nach der, wie es im Kommuniqué der Apostolischen Nuntiatur in Warschau hieß, durchgeführten Untersuchung und der Analyse der „Anschuldigungen bezüglich der Vergangenheit des Kardinals“ erlassen wurden. In dem Kommuniqué wird nicht präzisiert, worum es bei der Untersuchung ging, aber die Anordnung an Gulbinowicz, einen bestimmten Geldbetrag an die St. Joseph Foundation zu zahlen, die sich für die Unterstützung von Menschen einsetzt, die von Geistlichen sexuell belästigt werden, deutet darauf hin, dass die Hauptvorwürfe genau diese Frage betreffen. Der Kardinal wurde im vergangenen Jahr von einem ehemaligen Studenten des Unteren Seminars in Legnica der sexuellen Belästigung beschuldigt. Der Mann sollte 1990, als er 15 Jahre alt war, von Gulbinowicz missbraucht worden sein. Im vergangenen Jahr, nach der Vorführung des Films der Sekielski – Brüder „Nur sag es niemanden“, reichte er eine Beschwerde gegen den Bischof in der Kurie und der Staatsanwaltschaft ein. Letztere stellte das Verfahren im September 2019 aufgrund der Verjährung der Anklagepunkte ein. Das kirchliche Verfahren wurde durchgeführt und die Entscheidungen, über die die Nuntiatur informiert wurde, sind das Ergebnis. Die dem Bischof auferlegten Verbote und der Entzug bestimmter Rechte deuten darauf hin, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als schwerwiegend und sehr wahrscheinlich angesehen wurden.

Diese Entscheidung zeigt ganz klar, dass die Worte des Papst beim Thema sexuelle Belästigung von Minderjährigen keine Luftnummer sind. Er hat dies mehrfach in Bezug auf Bischöfe aus anderen Teilen der Welt bewiesen. Jetzt zeigt er auch polnischen Bischöfen, dass es ernst wird, dass niemand einen Schutzschirm über sie ausbreitet. Mitte Oktober wurden die ersten Entscheidungen in Bezug auf Bischof Edward Janiak getroffen (theoretisch verließ er seinen Posten von sich aus, aber in der Praxis war er dazu gezwungen worden), Anfang November erfuhren wir, dass das Verfahren wegen möglicher Fahrlässigkeit von Erzbischof Slawoj Leszek Glodz von Kardinal Kazimierz Nycz geleitet werden soll. Nun war Kardinal Gulbinowicz an der Reihe. Verdienste sind nicht wichtig, das Alter spielt keine Rolle (Gulbinowicz ist 97 Jahre alt). Es spielt keine Rolle, dass er Landsmann vom Heiligen Johannes Paul II. ist. Was zählt, ist, dass einmal in der Vergangenheit jemand einen anderen verletzt hat, dass jemand dem anderen die erhobenen Vorwürfe nicht klären wollte usw. Und was den Fall von Gulbinowicz von anderen unterscheidet, mit denen wir es in Polen zu tun haben, ist, dass zum ersten Mal ein Bischof für Missbrauch bestraft wird – und nicht für Fahrlässigkeit. Es sei nur daran erinnert, dass der Fall von Bischof Jan Szkodon – ebenfalls des Missbrauchs beschuldigt – noch immer auf eine Klärung wartet.

In diesem Fall lohnt es sich, auf ein weiteres wichtiges Detail hinzuweisen. Auf der Grundlage des Zivilrechts war der Fall der Belästigung von 1990 verjährt. Auch auf der Grundlage des kanonischen Rechts. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Schikanierer nicht bestraft werden kann. Abgesehen vom Strafprozess verfügt die Kirche über einen ganzen Katalog von Disziplinarinstrumenten, abgesehen von den Instrumenten des Kodex, die sie auf den Angeklagten anwenden kann. Was Kardinal Gulbinowicz betrifft, so sind diese Möglichkeiten genutzt worden. Die Strafen sind hart für ihn. Und dies zeigt noch deutlicher, dass es keine heiligen Kühe gibt.

Die Tatsache, dass in relativ kurzer Zeit im Vatikan Entscheidungen über bis zu drei polnische Bischöfe getroffen wurden, könnte darauf hindeuten, dass auf den Schreibtischen der Entscheidungsträger eine Mappe mit der Aufschrift „Polen“ platziert wurde. Und das bedeutet, dass kein Bischof in unserem Land mehr ruhig schlafen kann, der irgendeinen Fall von Missbrauch auf seinem Konto hat (selbst als Täter oder der Täter versteckt hat).

Im Februar 2019 vor der Synode im Vatikan, die sich mit dieser Problematik befassen sollte, hat die Stiftung „Fürchtet Euch nicht“ dem Papst eine Liste von 24 polnischen Bischöfen übergeben, die entweder selbst des Missbrauchs schuldig sind oder Priester – Täter gedeckt haben.

Erklärung der Erzdiözese Wroc?aw:

Die Botschaft der Apostolischen Nuntiatur in Bezug auf Kardinal Henryk Gulbinowicz ist für uns als Kirche von Wroc?aw schmerzhaft, weil sie zeigt, dass in der Vergangenheit einige Menschen von dem Geistlichen, der unsere Diözese leitete, schwer verletzt wurden. Diese Menschen verdienen ein Wort: „Es tut mir leid“, und sie haben diesen Satz verdient. Wir bringen ihnen unseren Respekt zum Ausdruck und erklären uns bereit, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen.

Die Schwere der gegen den Kardinal verhängten Sanktionen deutet darauf hin, dass die Untersuchung den Wahrheitsgehalt der Anklagen gegen den Kardinal im öffentlichen Raum bestätigt hat. Die Tatsache, dass der Fall aufgegriffen, geklärt und zu einem Abschluss gebracht wurde, bestätigt, dass es in der Kirche keinen Begünstigungstarif für diese Art von Verbrechen gibt und dass es niemals eine Duldung geben wird. Obwohl es sich um Handlungen handelt, die mehrere Jahrzehnte zurückliegen, werden sie in der Kirche niemals als verjährt angesehen werden. So können wir auch darauf vertrauen, dass die Kirche entschlossen reagiert und nicht zulässt, dass sich solche Situationen heute oder in Zukunft wiederholen.

Rafal Kowalski

Pressesprecher der Erzdiözese Wroc?aw

Das zweite Gesicht des Kardinal Stanis?aw Dziwisz onet.pl 10. 11. 2020

Am Abend des 9. November zeigte TVN24 die Reportage „Don Stanislao …“. Kardinal Stanis?aw Dziwisz war seinerzeit Sekretär bei Papst JP II, nach dessen Tod bis zur Emeritierung Bischof von Krakau. Während seiner Zeit in Rom soll er sexuellen Missbrauch und finanzielle Machenschaften von Marcial Maciel Degollado, Kardinal McCarrick und polnischer Priester vertuscht haben. Ratzinger hatte gegen Degollado eine Untersuchung geführt, wurde aber durch JP II ausgebremst und hat als Papst dies wieder in Gang gesetzt. Bereits 1943 lagen dem Vatikan zu Degollado entsprechende Dokumente vor!

Die in dem Dokumentarfilm gezeigte Fakten sind eingeweihten bzw. interessierten Menschen bekannt. Aber erschütternd ist das Verhalten von Dziwisz, jede Frage zu der Angelegenheit sieht er als ein Angriff auf Polen, die Kirche und Johannes Paul II. an. Ein Bericht über seine Rolle im Vatikan, aber auch über die Jahre der Vernachlässigung in Polen ist erforderlich – über die Fälle von Poznan, Wroclaw und andere. Ein unbehandelter moralischer Wundbrand tötet die Kirche. Ist die Zeit schon reif zum Behandeln? Die Zeit wird kommen, um über die Kirche in Polen zu berichten. Über den Fall Poznan, über das System Wroclaw, über den Aufenthalt von Bischof Paetz in Lomza, über die Nuntiatur von Erzbischof Kowalczyk. Je später dies geschieht, desto schlimmer für die Kirche, denn der Wundbrand wird nicht geheilt.

Dieser Film hat ein breites Echo hervorgerufen und kritische Katholiken erwarten Konsequenzen.

Ein Journalist schreibt: „Wenn überhaupt jemand, so wird Kardinal Dziwisz die Legende vom Heiligen Johannes Paul II. zu Grabe tragen!“

Robert Fidura, ein Opfer schreibt u.a. : „Ich habe das Gefühl, als hätte ein Anti-Held einen Eimer Mist über mich geschüttet, als er diesen Schwachsinn erzählte und vor der Wahrheit davonlief.

Herzlichen Glückwunsch an den Autor, dass er durchgehalten hat.

Ich selbst, ich schreibe es mit Scham, ich habe es nicht ausgehalten…“

Der Autor Marcin Gutkowski: „Ich gehöre zu der ‚Generation JP II‘*, deswegen war es für mich emotional die schwierigste Aufgabe, die ich je gemacht habe. Anderthalb Monate. Nur um objektiv zu sein. Nur um fair zu sein. Bis zum Exzess.“

* Von 1978 an war Karol Wojtyla über 26 Jahre Papst und hat Polen geprägt und für viele vor allen Dingen Polen*innen war er das Gesicht der Kirche


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