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Liberia

Eine kleine Länderkunde
von der Redaktion

Liberia liegt an der Westküste Afrikas, zwischen der Elfenbeinküste im Süden, Gambia im Westen und Sierra Leone im Norden.

Es ist 111000 km² groß (zum Vergleich: Österreich hat 84000 km²) bei einer Bevölkerung von wenig mehr als fünf Millionen (davon fast ein Fünftel in der Hauptstadt Monrovia).
Das Land ist seit der Jungsteinzeit besiedelt und zeichnet sich durch eine sehr reiche Flora und Fauna aus. Das Klima ist tropisch, das Land liegt nahe am Äquator. Der Küstenstreifen gilt als eine der regenreichsten Gegenden der Erde.
Ende des 15.Jahrhunderts entdeckten die Portugiesen diesen Streifen, er wurde dann unter dem Namen Pfefferküste bekannt. Anfang des 19.Jahrhunderts kaufte die American Colonization Society, die aus weißen US-Amerikanern bestand, Land im heutigen Liberia. Sie wollte befreite Sklaven ansiedeln und eine Kolonie am afrikanischen Kontinent errichten. 1847 erklärte das Land seine Unabhängigkeit, in den 1880er Jahren wurde ein Teil des ­Territoriums an Frankreich abgetreten. Ein ganz wichtiger Rohstoff ist Kautschuk.
Die Lebenserwartung ist im Vergleich zu Deutschland niedrig: 62,3 Jahre für Männer, 65,1 für Frauen.
Die wichtigsten Religionen sind das Christentum (85,6%) und der Islam (12,2%).
Von 1989 bis 2003 zerstörte ein brutaler Bürgerkrieg das Land. Darin wurden schätzungsweise zwei Drittel der Frauen vergewaltigt, 270000 Menschen starben, 464000 wurden zu Binnenflüchtlingen, 350000 flohen in die Nachbarländer.
Nach dem Waffenstillstand regierte zwei Legislaturperioden hindurch die Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnston Sirleaf, seit 2018 ist der ehemalige Fußballprofi George Weah Staatspräsident.
Das Jahresdurchschnittseinkommen beträgt 518 Euro (BRD: 43341).
Je tausend Einwohner gibt es statistisch gesehen 0,04 Ärzte (BRD: 4,21). Auf je tausend Einwohner kommen 0,8 Krankenhausbetten (BRD: 8,3).
Die schlimmste Todesursache ist Malaria, gefolgt von Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen. Klimabedingt gibt es auch Gelbfieber und Cholera. 2014 wütete eine Ebola-Epidemie, an der 10000 Menschen erkrankten, wovon fast die Hälfte starb. Laut WHO gab es bislang 1676 COVID-19-Fälle und 83 Tote. Es wird jedoch nur sehr wenig getestet.
Die WHO versucht die Infrastruktur für Gesundheit zu verbessern. Laut Wikipedia baute die VR China 2011 ein neues Krankenhaus im Norden – es liegt jedoch brach, weil das Personal fehlt und Ausrüstung schlecht gewartet ist.
Unter diesen Umständen ist nicht verwunderlich, dass die Korruption grassiert.


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