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Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

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POLNISCHE PRESSESCHAU 156, 18.04.2021

Jugend sieht eine schwarze Zukunft vor sich Polityka, 14. 04. 2021

Sie rebellieren, sie mögen nicht diese Welt, wie sie ihnen durch die vorher gehenden Generationen überlassen wurde. In Sorge um die Zukunft, aber motiviert einen Beitrag für die eigene Zukunft zu leisten. Dieses Bild zeichnen die neusten Untersuchungen über die jungen heranwachsenden PolenInnen.

Die Gruppe der 18 bis 24 jährigen sind im Gegensatz der vorhergehenden Generationen bereit über sich als eine Gruppe zu denken, die eine bestimmte Aufgabe haben, nämlich diese Welt, wie sie ihnen hinterlassen wurde, zu verbessern. Es frustriert sie der Arbeitsmarkt, wie er während der Transformation entstand und sie machen sich große Sorgen um den Planeten Erde. Das Problem der Umwelt und des Klimas ist universell bei diesen jungen Menschen im Bewusstsein, egal ob sie in der Stadt oder auf dem Dorf leben. Auf den Dörfern sehen sie mit eigenen Augen wie sich die Natur verändert. Diese jungen Leute fühlen sich mit der Jugend der ganzen Welt verbunden, angesichts der gemeinsamen Zukunft, die gefährdet ist und zudem sind sie per Internet miteinander in Kontakt. Dadurch ist die jetzige Jugend weitaus stärker ansprechbar auf linke Ideen, als die 10 Jahre älteren. Oft arbeiten sie als Praktikanten und sind auch besonders progressiv bezüglich der Ansichten zur Sexualerziehung und zu sexuellen Minderheiten. Ob ihre Ansichten Chancen haben zum Tragen zu kommen, zumal die Regierenden und etablierten Parteien sie nicht im Fokus haben?

Die eher 25-30 jährigen tendieren in ihren Ansichten eher nach rechts, fürchten die hohe Zahl der Migranten und unterstützen weniger sexuelle Minderheiten.

Das Gerede darüber wer nur möchte und sich anstrengt hätte alle Chancen auf dem Gebiet der Arbeit trifft auf eine andere Realität. 70% der Befragten trägt sich mit dem Gedanken außerhalb Polens Arbeit und seine Lebensmitte zu suchen. Neben den beruflichen Perspektiven spielt der Wohnungsmangel eine wichtige Rolle. Sie ist eines der wichtigsten Probleme der jungen Leute. Sie möchten selbstständig sein, nicht bei den Eltern wohnen und abhängig sein.

Die jungen Leute sind bereit sich zu engagieren, wenn es ihnen ermöglicht wird. Aber das wäre die Aufgabe der Älteren etwas beiseite zu gehen, um ihnen das zu ermöglichen. Es scheint so, dass es in kleinen Gemeinden eher möglich zu sein scheint. Dort gibt es die Möglichkeit sich in kommunalen Projekten zu beweisen. In Organisationen und Parteien sieht es eher danach aus, dass die Alten fest im Sattel sitzen und nicht Platz machen wollen. Wenn diesen jungen rebellischen Leuten nicht die Möglichkeit gegeben wird sich zu engagieren und an ihrer Zukunft mitzugestalten wirft nicht nur die Frage auf was wird aus ihnen und was mit der Welt?

Zahl der Corona Toten steigt www.onet.pl 11.04. 2020

Innerhalb der ersten 100 Tage des Jahres 2021 gab es mehr Todesfälle, die wegen Corona Virus starben, als im gesamten Vorjahr. Dabei war die Zahl der Toten 2020 in Polen die höchste seit 1947. Am 12. März 2020 verstarb die erste, eine 58 jährige, am 6. April waren es 100 und am 25. Mai 1000 und im ganzen Jahr 28.556 Tote. Jetzt am 8. April waren es allein 954 Tote. Die hohe Zahl liegt wohl am britischen Mutanten, der sich schneller ausbreitet und um 30-40% tödlicher ist. Insgesamt sind in Polen 2.552.898 Menschen an Covid 19 erkrankt und 58.176 Menschen verstorben.

Informationen des Ministeriums für Gesundheit: Insgesamt sind in Polen 2020 im Vergleich zu den Vorjahren 67.000 Menschen mehr verstorben, die meisten verstarben zwischen Oktober und Dezember 2020 und machten bei den über 60 jährigen einen Überschuss von 94% aus. 43% von ihnen sind direkt und 27% mit Vorerkrankungen an SARC-CoV-2 verstorben. Also ist davon auszugehen, dass die restlichen 30% nicht behandelt wurden, weil sie sich nicht in eine Klinik wagten oder die Kliniken sie nicht aufnehmen konnten.

Lockdown – Wer kombiniert, der lebt gut Przeglad, 19. 04. 2021

Vor einiger Zeit, auf meine Frage, wie kommst es, dass bei Euch die Ansteckungsgefahr so groß ist, die Antwort: „Hier wird die Pandemie niemals vorbei sein, glaub mir ‚wir Polen packen das‘ und stehen über diesen Dingen!“

Der Polnische „Untergrund“ ist aktiv. So wird berichtet, dass z.B. im Zentrum von Warschau ein Trampolin-Club geöffnet ist, wo während des Lockdown, die Menschen dich an dicht stehen, sich amüsieren, miteinander springen, ein Betrieb wie am Hauptbahnhof und das ohne Masken. Es ist ein Klassenausflug – dabei sind Schulausflüge verboten und die höheren Klassen lernen zu Hause! Da werden für Kinder in entsprechenden Clubs „Werkstätten“ hinter verschlossenen Türen organisiert „Schließlich müssen wir irgendwie leben!“ Schließung von Kindergärten? Das kann umgangen werden, indem sich die Erzieherin bei einer Familie verabredet und die Kindergruppe dorthin kommt. Die Sportclubs finden auch Wege, um nicht nur für die Berufskader offen zu sein. So werden eben Freunde und Bekannte in diese Berufskader aufgenommen und können zum Training kommen. Die Menschen können aber auch Bescheinigungen mitbringen, dass ein Training oder Schwimmen unbedingt notwendig ist oder die Sportstudios deklarieren sich als Beratungsstellen für Diabetiker, bieten Diätberatungen an. Aber es können auch die Fenster lichtdicht gemacht werden, da kann Kosmetik, Massage etc. weiter stattfinden, ohne das es gleich bemerkt wird. Auch die Gaststätten haben Ideen, da wird zu Schulungen eingeladen, um Steaks zu braten, Bier zu verkosten. Oder es finden auch „Schulungen“ statt, zumindest werden die Teilnehmer registriert. Es gibt aber sogar Gaststätten die öffentlich in der Zeitung bekannt geben, dass sie weiterhin geöffnet sind. „Vom Staat haben wir bisher keine Hilfe erhalten, länger können wir nicht warten!“ Auch Nachtlokale sind in Betrieb, aber das sollten schon Stammgäste sein. In den Touristenzentren wie Zakopane, Karpacz, Krynica und anderen werden gern Gäste als entfernte Verwandte, Montagearbeiter oder Freunde aufgenommen. Noch einfacher ist es Privatquartiere zu finden. In den Touristenzentren stehen Autos mit Kennzeichen aus dem ganzen Land. Irgendwie wird kombiniert und es ist vieles möglich, als ob es keine Pandemie und durch sie keinen Lockdown gäbe.

Situation des Pflegepersonals katastrophal www.medonet.pl 05.04. 2021

In einem Gespräch erklärte Krystyna Ptok, die Vorsitzende der OPZZPiP, der größten Gewerkschaft der Krankenschwestern und Hebammen in Polen, dass sie nicht wisse, wie sie aus dem ganzen Problemen herauskommen. Natürlich kann der Minister bei einer Pressekonferenz erklären, dass neue Betten zur Verfügung gestellt werden und dazu die Beatmungsgeräte. Aber woher wollen sie das Personal nehmen?

In Polen kommen 5 Pflegekräfte auf Tausend Einwohner, in machen Gegenden sind es nur 3,8 in der EU im Schnitt 10 Pflegekräfte. Schon Im Herbst warnte sie, dass das Gesundheitssystem am Abgrund ist. Viele Pflegekräfte arbeiten 300 Stunden, anstatt der zugelassenen 160 Stunden im Monat. Sie haben oft zwei Arbeitsstellen – weil ihre Löhne so niedrig sind und der Bedarf durch gesetzlich garantierte Arbeitsverträge nicht gedeckt werden kann – so gibt es die „Zeitarbeitsverträge für Selbstständigen“. In Polen gibt es nicht einmal die Hälfte der Pflegekräfte, die für die Besetzung und qualifizierte Versorgung der Patientinnen und Patienten notwendig wäre. „Die aktuelle Personalmangelsituation verschlimmert die Situation für die Patienten. Ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass ein Mangel an Pflegekräften, oder vielmehr ein Mangel an Pflegekräften in Bezug auf die Bedürfnisse der Patienten, die Gesundheit der Patienten gefährden kann. Die Konsequenzen daraus trägt die Pflegekraft, aber der eigentliche Schuldige ist das System, das es ermöglicht. Das Problem wird aktuell durch temporäre Krankenhäuser aufgezeigt. Wir kennen den Brief eines Arztes an die Behörden der Provinz, der unmissverständlich schreibt, dass die Situation unvorstellbar ist, dass es bei 120 Patienten zwei Ärzte, zwei Krankenschwestern und zwei Rettungsassistenten gibt. Unter solchen Bedingungen ist es nicht einmal möglich, Medikamente rechtzeitig zu verschreiben. Wir sollten daran denken, dass nicht alles, was eine Krankenschwester tun kann, auch ein Sanitäter tun darf. Schließlich haben wir spezifische Qualifikationen und Kompetenzen. Die Wahrheit ist, dass ohne unsere Anwesenheit auf den Krankenstationen und an anderen Orten ihr Leben in Gefahr ist. “

„Wir haben im Laufe der Jahre viele Male für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft, und es war nie auf Kosten der Patienten. Das wird auch so bleiben. Der richten uns nach den Patienten und nicht auf die Regierenden ein. Ich betone also: Wir werden die Patienten nicht im Stich lassen!“

Gespräche mit dem Minister endeten mit Versprechungen, die aber nicht erfüllt wurden. So sind keine Krankenschwestern dazu zu bewegen in den Beruf bzw. wieder nach Polen zurück zu kehren.

Mit Rettungswagen ins NirgendwoPolityka, 07. 04. 2021

Die Rettungswagen bewegten sich von einer Klinik zur anderen, immer mehr jüngere Covid – Kranke sterben. Die Rettungswagen meldeten sich in der Zentrale und die suchte nach freien Betten. Es gab welche außerhalb von Warschau, aber mit Beatmungsgeräten? Die Sanitäter mussten Ruhe bewahren, alle leben in einer doppelten Wirklichkeit: offiziell und statistisch sieht es ganz gut aus: es gibt das Notfall Zentrum für Corona – Kranke und es gibt tausende freie Betten im ganzen Land. Aber die Rettungswagen irren durch die Gegend, fahren entfernte Kliniken an, nur um dort festzustellen, dass das freie Bett inzwischen belegt ist. Stunden verbleiben manche Patienten im Rettungswagen. Manchmal versuchen die Sanitäter auf gut Glück eine Klinik anzufahren.

Immer mehr sterben – Gesundheitswesen am Limit Polityka, 07.04. 2021

Seit einiger Zeit befindet sich Polen weltweit an 6. Stelle bezüglich der Toten an Covid 19 und das im Vergleich zu solch bevölkerungsreichen Ländern wie Brasilien, USA, Mexiko, Italien und Russland. Viele Kliniken sind für solch spezielle Behandlungen an Beatmungsgeräten nicht qualifiziert, deshalb nimmt es nicht wunder, wenn die Sterblichkeitsrate bei 90% liegt. In den Uni-Kliniken liegt die Rate bei 60..70..80%. Oft kommen die Patienten in einem derart kritischen Zustand, dass kaum Hoffnung besteht – siehe oben. Und die Patienten wissen auch, dass von acht Kranken vielleicht einer überlebt.

Die Direktoren der Kliniken versuchen die Anzahl des Personals so gering wie möglich zu halten, um an den Zulagen zu sparen. In einer Klinik hat der Leiter sogar das Personal gewarnt, wenn sie sich trotzdem um diese Patienten kümmern würden, bekämen sie keine Zulagen. „Die Patienten sehen einmal am Tag einen Arzt und zu jeder Schicht einmal eine Schwester. In Bericht schreibt die Schwester, dass sie den Zustand des Patienten nicht beurteilen kann, weil über die Monitore die Parameter nicht erkennbar sind.“ Dies ist keine Meldung einer Boulevardzeitung, sondern die Aussage von Prof. Andrzej Chmura eines Kreiskrankenhauses für Covidkranke.

Die Kranken bleiben zunächst zu Hause, sie möchten nicht die Familie in Quarantäne schicken, der Hausarzt kommt nicht, sondern lässt sich höchstens telefonisch kontaktieren, dann empfiehlt er einen Krankenwagen zu rufen. Die irren dann durch die Straßen. Klar, dass auch andere Patienten keinen Platz finden. Wie soll auch ein Notfall in eine Klinik, wenn die Wagen belegt und die Zufahrten zu den Kliniken blockiert sind. Es sind sicherlich im vergangenem Jahr nicht weniger an Krebs erkrankt, trotzdem wurden 30% DiLO Bescheinigungen weniger ausgestellt, die dafür da sind, dass Krebskranke auf einem schnellen Wegen zu Diagnostik und Therapie kommen.

Es fehlt an Anästhesisten und Ärzten überhaupt. 2000 Ärzte, anstatt zu arbeiten, müssen sich auf mündliche Staatsexamen vorbereiten. 80% der Ärzte, die Covidpatienten behandeln haben keine Ahnung von Infektionskrankheiten, sagt einer der führenden Professoren.

Ende der These vom Anschlag in Smolensk www.onet.pl 10. 04. 2021

Am heutigem 11. Jahrestag der Katastrophe von Smolensk, an der 96 Persönlichkeiten Polens ums Leben kamen, wird das polnische Staatsfernsehen einen Beitrag von Antoni Macierewicz ausstrahlen. Er ist bzw. war der Vorsitzende einer Untersuchungskommission, die unbedingt beweisen wollte, dass es sich dabei um einen Anschlag und nicht um eine Katastrophe handelte. Der damalige Präsident – Zwillingsbruder – Lech Kaczynski flog mit einer Delegation nach Katyn, um dort der Opfer zu gedenken, die Stalin umbringen ließ. Es handelte sich um etwa 4400 polnische Intellektuelle – zumeist Offiziere – die im April/Mai 1940 in Katyn erschossen wurden. (ausführlich ist dies bei Wikipedia auch in deutscher Sprache nachzulesen). Bei dem Anflug auf Smolensk bei schlechten Sichtverhältnissen streifte das Flugzeug Bäume und stürzte ab. Bald schon gab die PiS ihren Verdacht bekannt, dass es sich um einen Anschlag gehandelt habe. Trotz der Internationalen Untersuchungsergebnisse sieht Kaczynski die Ursache in den fatalen Tradition von Landesverrat durch Polen der übelsten Sorte, die mit Putin und anderen Ausländern – manchmal wird Deutschland genannt – zusammen gearbeitet haben.

Antoni Macierewicz war der oberste „Aufklärer“ des Anschlags. Allerdings sind seine Vorgehensweisen inzwischen sogar im Regierungslager auf Kritik und Ablehnung gestoßen. Er bemühte sich immer wieder mit seinen „Dokumenten“ im Staatsfernsehen zu brillieren und ist auf Ablehnung gestoßen. Inzwischen hat sich sogar Jaroslaw Kaczynski und die Familien der Opfer von ihm und seinen Theorien abgewandt. Beobachter gehen davon aus, dass Macierewicz die Gelegenheit bekommt seine Ansichten zu präsentieren mit der Auflage, dass dies sein letztes „Dokument Smolensk“ wird. Auch die Mitglieder seiner Kommission haben sich von ihm abgewandt – diese Kommission gibt es nicht mehr.

Oko. Press 11.04.

Zu der Ausstrahlung des Beitrags von Macierewicz am Vortag: „Dieses Video ist nichts Neues. Genau dasselbe Material hat Antoni Macierewicz vor etwa neun Monaten, am 30. Juli 2020, dem parlamentarischen Ausschuss für nationale Verteidigung präsentiert. Und damals hat dieser Film niemanden beeindruckt. Dies ist Propagandamaterial, kein Bericht über eine gründlichen Untersuchung.“ – sagt OKO.press Dr. Maciej Lasek, Ingenieur, Experte für Flugmechanik, seit Mai 2010 Mitglied der Miller – Kommission und seit Februar 2012 Vorsitzender der staatlichen Kommission zur Untersuchung von Flugunfällen. Die Ergebnisse dieser Kommission werden von Macierewicz angefochten, er nennt sie „Lügen“.

Laut Dr. Lasek negiert der Film Fakten, z.B. Aufzeichnungen der Flugschreiber und lügt in einigen Fällen sogar. „Daraus erfahren wir zum Beispiel, dass die Besatzung des Flugzeugs die Entscheidung getroffen hat, in den zweiten Kurs in einer Höhe von 100 Metern zu gehen, während sie es in einer Höhe von 39 Metern in Bezug auf den Landeplatz getan hat. Und es gibt Beweise dafür in der Dokumentation“. – sagt Dr. Lasek.

An den Feierlichkeiten zum Gedenken an die Katastrophe von Smolensk nahmen in vorderster Reihe Kaczynski und Macierewicz teil. Der Pi?sudski Platz und Umgebung war von Hunderten Polizisten abgeriegelt. Arbeiter und Kleinunternehmer protestierten. Für sie ist diese „Smolensk Feier“ eine Fiktion und eine absurde Handlung der Regierung, während dessen viele Menschen in Polen auf Grund der Auswirkungen der Pandemie in existentieller Not sind und die Regierung darauf nicht reagiert.

Rechtsanwalt klagt gegen regierungstreuen TVP: „Ich reiche im Namen der Ehefrau eines BOR-Offiziers, der in Smolensk ums Leben kam, Klage gegen TVP wegen der Veröffentlichung der letzten Schreie der Opfer der Katastrophe ein. Es ist eine eklatante und skandalöse Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Familien der Verstorbenen, um in Würde zu trauern“, sagte er.

Onet.pl Oma Kasia wird unter den Protesten der Gegendemonstranten von der Polizei festgenommen, weil sie sich gegen die Polizei gewehrt hätte. Sie hatte auf dem Pflaster mit Kohle Kreuze zum Gedenken der Coronatoten gemalt. Oma Kasia nahm an einer der beiden Gegendemonstrationen am Samstag teil.

Dazu Video zu sehen auf:

https://wiadomosci.onet.pl/warszawa/rocznica-katastrofy-smolenskiej-babcia-kasia-zatrzymana-przez-policje/vbc7k4s

Familie PiS teilt sich den Kuchen, aber reicht er für alle ? Polityka, 31. 03. 2021

Es ist doch nicht nachzuvollziehen, dass die Partei an der Macht ist und es immer noch aktive Anhänger gibt, deren wirtschaftliche Situation sich nicht verbessert hat. Es gibt ein Gesetz nachdem aktive Politiker nicht in Aufsichtsräten etc. der Staatsbetriebe Mitglied sein dürfen. Zum Glück ist von ihren Frauen, Verwandten und ähnlichen nicht die Rede und zum Glück sind nach 2015 alle Informationen geheim, die die Regeln für die Zugehörigkeit zu diesen Gesellschaften regeln. Pech für die Antikorruptionsstiftung. Die Ehefrau eines engen Mitarbeiters von Kaczynski bekam einen Posten als Direktorin bei Orlen und einigen anderen Staatsbetrieben. Der Abgeordnete und enger Mitarbeiter von Kaczy?ski betont, dass seine Frau keine öffentliche sondern eine Privatperson ist und deshalb müssen die Personen gefragt werden, warum sie dort arbeitet, wo sie arbeitet. Über Personalfragen lehnt es die Firma ab Informationen zu erteilen. Es ist aber nicht immer einfach und er erzeugt auch Neid. Als der Chef von Orlen – Andrzej Obajtek (der die Regionalpresse aufkauft) – der sicher nicht über die Höhe der Bezüge klagen kann, auch noch seiner Partnerin Paulina Sala einen Posten gab, um ihre Wichtigkeit zu betonen, rumorte es. Denn nicht jeder hat diese Möglichkeiten sich mit Funktionen aufzuwerten. Paulina Sala kaufte auf Kosten von Orlen eine Wohnung in Warschau, die eigentlich eine Million teurer war und konnte in weiteren vier Aufsichtsräten Platz nehmen. „Haste was – biste was!“ Ein Politiker der PiS meint, dass die Mehrheit der Ehepartner und Partner der Politiker der PiS in Aufsichtsräten und ähnlichem sitzen. Meist etwas versteckt und ohne großen Einfluss, aber man kennt sich aus. Es gibt aber auch die Möglichkeit, um die Facheignung vorzuweisen ein Diplom zu erlangen… in 2 Semestern. Dazu werden auch keine Berufserfahrungen erfordert. Die Abgeordneten, die nicht die Möglichkeiten haben ihre Partnerinnen in solchen lukrativen Gremien zu lancieren, sehen mit Neid auf diese Obajtek’s. Ein Geheimnis sind auch die Vermögen der Ehepartner von Politikern. Kaczynski: „Wir sind bereit in kürzester Zeit ein Gesetz zu verabschieden, dass auch das Vermögen der Ehepartner und erwachsener Kinder öffentlich macht“ (Herbst 2019). Nun ja, der Premier Morawiecki kaufte von der Kirche ein großes Stück Land und vor seinem Eintritt in die Regierung überschrieb er es auf seine Frau. Nun gibt es einen diesbezüglichen Gesetzesentwurf, der allerdings seit 18 Monaten bei der Vorsitzenden des Verfassungsgerichts ruht. Es ist schon unverständlich für die Menschen, warum ein Politiker so leicht seine Schätze bei seiner Partnerin oder Ehefrau verstecken kann. In der Opposition hat die PiS vor 10 Jahren versprochen dafür zu sorgen, dass veröffentlicht wird wessen Verwandte von Politikern Posten in Staatsbetrieben bekleiden, was sie dort verdienen – dies alles soll im Internet veröffentlicht werden – nun warten wir darauf.

Mehrfacher Vergewaltiger – Bischof reagierte nicht www.onet.pl 09. 04. 2021

Wiktor Skworc, der jetzige Erzbischof von Kattowitz, sollte als Bischof von Tarnow nicht reagiert haben, als er 2011 erfuhr, dass Priester Stanislaw P. Kinder in einem Kindergarten belästigt hatte. Zu dieser Zeit war P. bereits Gegenstand eines anderen Falles, in dem er des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurde. Onet erreichte eine weitere Person, die im Jahr 2011 Bischof Skworc über eine andere geschädigte Person informierte. Der Bischof soll wiederum nicht reagiert und den Vatikan nicht über ein mögliches Verbrechen informiert haben.

Unter den Opfern war auch Andrzej, der im Alter von 13 Jahren von einem Priester belästigt wurde. Der Mann meldete sich 2009 bei der Kurie in Tarnow und erzählte, was ihm widerfahren war.

Andrzej wusste damals nicht, dass der Fall von P. in der Kurie bekannt war und die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen ihn zum ersten Mal im Jahr 2002 auftauchten. Dann wurde P. von Bischof Skworc in die Ukraine versetzt, wo er weiterhin Kontakt zu Kindern hatte. Im Jahr 2008 kehrte er nach Polen zurück und unterrichtete weiterhin an der Schule. Erst im März 2010, nach Andrzejs Bericht, wurde der Priester im Haus der pensionierten Priester isoliert.

Der Vatikan untersucht jetzt, ob Bischof Skworc in seiner Amtszeit in Tarnow einige Versäumnisse begannen hat, indem er den Vorwürfen des Missbrauchs durch diesen Priester nicht nachgegangen ist.

Es ist traurig, dass ein ehemals offen den Menschen zugewandter und engagierter Priester im Laufe seiner Amtszeit zum Fürsten wurde, die da meinen über allem zu stehen, um ihre verkorkste Burg zu verteidigen.

Bischöfe nehmen Stellung zu Impfstoffen onet.info 18.04. 2021

Als ob es nicht genug wäre, dass Nebenwirkungen von Astra Zeneca und Johnson&Johnson immer wieder ohne Bezug zu den Nebenwirkungen von Covid 19 hervor gehoben werden, ergreifen die polnischen Bischöfe jetzt das Wort. Wie die polnischen Bischöfe behaupten, wurden bei ihrer Herstellung Zelllinien verwendet, die auf der Grundlage von Geweben abgetriebener Föten geschaffen wurden. Dies wirft ihrer Meinung nach ethische Fragen auf. Und es spielt keine Rolle, dass ihre Zweifel längst von katholischen Wissenschaftlern aus den USA und Italien widerlegt wurden.

Wie üblich haben die staatlichen Stellen nicht gewagt dem offen zu widersprechen, sondern gaben die Direktive heraus „mit den Bischöfen nicht zu polimisieren”!


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