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Streikbereit und auf Wachstum aus

Die GDL will Mehrheitsgewerkschaft werden
von vb

Es kann spannend werden. Am 17.Mai legte die Deutsche Bahn AG der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ein Angebot vor.

Unter dem Schlagwort «solidarische Bewältigung der Coronakrise» will die Bahn der GDL den Abschluss der EVG verkaufen. Er enthält 1,5 Prozent Lohnsteigerung und eine Laufzeit bis Ende 2023. Aus Sicht der GDL aber wurde dieser im Herbst 2020 voreilig abgeschlossen und ist der Situation nicht angemessen.
Die GDL hat ihn am späten Pfingstmontagabend abgelehnt. Sie fordert unter anderem 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine einmalige Coronaprämie in Höhe von 1300 Euro. GDL-Chef Claus Weselsky fordert zudem, die Führungskräfte müssten sich stärker an Einsparungen beteiligen, und schlägt einen Verhandlungstermin erst in 14 Tagen vor. Für 2020 wurden den Führungskräften nämlich Boni gezahlt, die Deutsche Bahn aber hält die Vorstellungen der GDL für wirtschaftlich nicht verkraftbar.
Spannend könnte die Tarifrunde zudem werden, weil zum erstenmal das Tarifeinheitsgesetz zur Anwendung kommt. Vor sechs Jahren wurde es unter Protest linker Kräfte, aber mit Unterstützung der DGB-Gewerkschaften eingeführt und regelt, dass in einem Unternehmen nur der Tarifvertrag der je mitgliederstärksten Gewerkschaft gilt. Die GDL strebt daher ein deutliches Wachstum an.
36500 Mitglieder zählt die GDL nun nach eigenen Angaben, Tendenz steigend, die Mehrheit hat sie jedoch nur in 16 von 71 Bahnbetrieben. Um das zu ändern, wirbt sie jetzt auch offensiv unter anderen Berufsgruppen: in der Instandhaltung, im Bahnbau oder Fahrdienstleiter.
Damit gibt sie nun der EVG sehr deutlich contra, kritisiert sie schon mal als Steigbügelhalter des Arbeitsgebers. So spricht die GDL auf ihrer Homepage von «der innigen Verbundenheit zwischen Deutscher Bahn und ihrer Einkommens-Verringerungs-Gesellschaft EVG.» Und sagt klar: «Wir übernehmen genau aus diesem Grund mit den zukünftig abzuschließenden Tarifverträgen Verantwortung für das ganze direkte Personal – keine Nullrunde im Entgelt, keine Mehrarbeit, für sichere Arbeitsplätze und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen des direkten Personals!»


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