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Nur Online PDF Version Artikellink per Mail Drucken Soz Nr. 09/2021 |

RWE: 50 Prozent mehr Braunkohle

Trotz Klimakatastrophe
von Rolf Euler

Für viele Menschen weltweit wird die Klimakrise angesichts von Überflutungen und Bränden zu einer Klimakatastrophe wird und alle Welt redet darüber, wie dringend die Vermeidung weiteren Treibhausgasausstoßes ist. Die deutsche Energiewirtschafthat im ersten Halbjahr mehr davon erzeugt als zuvor. Wie man hört, «aufgrund des kalten Winters».

Ohne auch nur die geringsten Anstrengungen in Richtung Ausstieg zu machen, hat der Kohle- und Gaseinsatz in der ersten Jahreshälfte zu einem Mehrausstoß von CO2 von 6,3 Prozent geführt. Dabei war es vor allem die Braunkohle, die zu diesem erhöhten Wert beitrug – davon wurde ein Drittel mehr zur Stromerzeugung eingesetzt.
Allein der Energiekonzern RWE setzte 50 Prozent mehr Braunkohle ein als im ersten Halbjahr 2020. Gleichzeitig erhöhte sich der Gaseinsatz, mit der Folge, dass nun 30 Prozent vom Energiemix aus Erdgas bestehen – ein höherer Anteil als der aller anderen Energieträger. Dass Erdgas kein erneuerbarer Energieträger ist und daher der Ersatz von Kohle oder Atomstrom durch Erdgas am Klimagasausstoß nicht viel ändert, ist ja auch nicht neu.
Diese schlechten Nachrichten werden dadurch noch unterfüttert, dass aufgrund des geringeren Wind- und Sonnenstroms der Anteil der erneuerbaren Energien um 12 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 gesunken ist. Das Politikum daran ist offensichtlich: Entgegen aller Bekundungen zur Energiewende wurden in den letzten Jahren – auch dank der Politik von Merkel und vor allem von Peter Altmaier – kaum die benötigten Kapazitäten an Windrädern und Solarkollektoren hinzugebaut. Es wurde gebremst, wo es ging, um das EEG nicht zu verlängern, Abstandsregeln zu verschärfen, Solaranlagen nicht mehr zu fördern, Verkehr nicht zu beschränken.
Angesichts der Förderung von Elektroautos stellt sich natürlich die Frage, wo der dazu benötigte Ökostrom herkommen soll, wenn schon kaum noch Zubau erfolgt ist.
Die dringende sozialökologische Energiewende muss eine Verringerung aller Verbräuche beinhalten, natürlich auch eine beschleunigte technische Umstellung und eine massive Änderung politischer Vorgaben. Stattdessen herrscht in Deutschland immer noch die Vorstellung, zurück zur Zeit vor Corona sei das Normale. Nach uns die Flut und die Brände…


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